Presserat gibt Leitsätze zur Herkunftsnennung von Straftätern heraus


Pressecodex – Richtlinie gegen Diskriminierung ©MiG
Im März hat der Presserat die Nennung von Herkunft und Religion von Straftätern bei „begründetem öffentlichen Interesse“ erlaubt. Jetzt hat sie die neue Leitlinie mittels Kriterien konkretisiert. Neugier beispielsweise sei kein geeigneter Maßstab.

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Der Deutsche Presserat hat Leitsätze veröffentlicht, die die neuen Regeln zur Nennung der Herkunft von Straftätern ergänzen und Entscheidungshilfen im Redaktionsalltag geben sollen. Dabei geht es um den in der Richtlinie 12.1 des Pressekodex festgeschriebenen Diskriminierungsschutz. „Wir haben Kritik und Anregungen zu diesem Thema aus vielen Redaktionen aufgenommen und umgesetzt“, sagte Presseratssprecher Manfred Protze am Mittwoch in Berlin.

Im März hatte der Presserat eine Änderung der Richtlinie beschlossen. Danach dürfen Herkunft und Religion von Straftätern in der Kriminalitätsberichterstattung genannt werden, „wenn ein begründetes öffentliches Interesse vorliegt“. Der alten Richtlinie zufolge soll dies lediglich dann erlaubt sein, wenn ein „begründbarer Sachzusammenhang“ zu der Straftat bestand.

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