„Schwarzes Loch“ in einem Molekül erzeugt


Der Röntgenblitz schlägt so viele Elektronen aus dem Iodatom (rechts), dass dieses wie eine Art elektromagnetisches Schwarzes Loch die Elektronen der Methylgruppe absaugt. © DESY/ Science Communication Lab
Gigantische Kräfte auf kleinstem Raum: Mit Röntgenblitzen haben Forscher erstmals ein Molekül mit 54-facher positiver Ladung erzeugt – ein Rekord für die Ionisation per Licht. Dabei wurde ein Atom im Molekül kurzzeitig zu einem elektromagnetischen „Schwarzen Loch“: Seine extreme Ladung zog Elektronen aus dem umgebenden Molekül stärker an als es die Schwerkraft eines stellaren Schwarzen Lochs könnte, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten.

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Bestrahlt man ein Atom mit energiereichem Röntgenlicht, schlagen die Photonen Elektronen aus der Atomhülle heraus – das Atom wird ionisiert. Dieser Prozess liefert wertvolle Einblicke in die Struktur des Atoms und seiner Hülle. Einem Atom jedoch einen Großteil seiner Elektronen zu entreißen, ist bisher nur in wenigen Fällen gelungen. Extreme Ionisationen ereignen sich aber auch am Ereignishorizont eines Schwarzen Lochs – beim „letzten Schrei“ der Materie.

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