Falsch, Frau von Storch!

AfD-Vize Beatrix von Storch war nach dem Anschlag in London sehr schnell sicher: Der Islam ist schuld. Falsch! „Der“ Islam als Ganzes ist so wenig daran schuld, wie eben nicht jeder AfD-Wähler automatisch ein Nazi ist.

Von Torsten Krauel | DIE WELT

Wie ungerecht diejenigen urteilen, die auch nach London wieder sagen „Der Islam ist schuld“, merken solche Menschen, wenn man sie selber über einen Kamm schert. Wenn man also sagt „Alle AfD-Wähler sind Nazis“. Oder „AfD und NSU-Terror haben dieselbe Wurzel – das Deutsch-sein-Wollen“. Oder: „Der deutsche Nationalcharakter hat die Weltkriege verursacht“. Dann fahren solche Menschen, die eben noch alle Muslime für den Terror verantwortlich gemacht haben, wie von der Tarantel gestochen hoch. Zu Recht. Denn weder sind alle AfD-Wähler Nazis, noch haben sie etwas mit dem NSU-Terror zu tun, noch repräsentierte Hitler den deutschen Nationalcharakter.

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EKD-Ratsvorsitzender Bedford-Strohm: „Religiöse Gewalt ist Gotteslästerung“

Heinrich Bedford-Strohm (2011). Presseabteilung der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. bearb. bb
Der Anschlag von London überschattet das Pfingstfest auch in Deutschland. Führende Vertreter der großen Kirchen riefen in ihren Predigten dazu auf, der Gewalt und dem Terror die christliche Botschaft entgegenzusetzen.

evangelisch.de

Vertreter der Kirchen in Deutschland haben am Pfingstsonntag mit Bestürzung und Trauer auf den Terroranschlag in London mit mindestens sieben Toten reagiert. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, verurteilte jede Art von religiös motivierter Gewalt. Die Vorstellung, im Namen Gottes zu töten, sei die „größte Gotteslästerung“, sagte der Theologe in seiner Pfingstpredigt in der Münchner Mattäuskirche.

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462 gesuchte Rechtsextremisten in Deutschland frei

In Deutschland sind nach Angaben der Bundesregierung 462 Menschen auf freiem Fuß, die per Haftbefehl wegen rechtsmotivierter Straftaten gesucht werden.

derStandard.at

Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Parlamentsanfrage hervor, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe am Sonntag berichteten. Demnach wurden annähernd 600 Haftbefehle gegen 462 rechte Straftäter bisher nicht vollstreckt.

104 von ihnen werden wegen Gewaltdelikten gesucht, 106 wegen politisch motivierter Delikte. 98 Straftäter werden dem Bericht zufolge seit 2015 oder noch länger gesucht. Die Aufstellung berücksichtigt Fälle bis Ende März dieses Jahres. Zum Vergleich: Im September 2015 waren es noch 372 rechte Straftäter, die als untergetaucht galten.

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Trump ist nicht aus dem Pariser Abkommen ausgetreten, die USA waren nie dabei

Barack Obama mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping und dem damaligen UN-Generalsekretär Ban ki-Moon beglückwünschen sich zum Pariser Abkommen im September 2016. Bild: Weißes Haus.
Wohlwissend, dass der Kongress nicht zustimmen würde, war Obama nur durch einen Präsidentenerlass dem Abkommen beigetreten, ratifizieren müsste es aber der Kongress

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Telepolis hat wie andere Medien – beispielsweise die ARD: „Trump kündigt Pariser Vertrag“::http://www.tagesschau.de/ausland/trump-austritt-klimaabkommen-101.html“ – berichtet, dass US-Präsident Trump aus dem Klimavertrag aussteigt (Trump kann gar nicht aussteigen, USA steigen aus dem Pariser Klima-Abkommen aus – vorerst). Die USA war allerdings dem Pariser Abkommen nie wirklich beigetreten.

Ratifiziert haben die USA im Gegensatz zu anderen Staaten das Abkommen nämlich nicht. Ex-Präsident Barack Obama hat nur einmal wieder zu der Maßnahme gegriffen, eine Entscheidung mit einer executive order durchzusetzen. Die aber ist nur temporär, verbindlich ratifizieren können die USA das Abkommen nur mit einem Kongressbeschluss – und der liegt nicht vor, Obama wusste auch, dass er ihn nicht erhalten hätte, da viele Republikaner den Klimawandel als Behauptung einer „Fake Science“ betrachten.

In der Washington Post hat dies Eugene Kontorovich, Professor für Verfassungs- und Internationales Recht, in einem Beitrag kurz vor der erwartbaren Entscheidung Trumps ausgeführt, der allerdings gegen Donald Trump gerichtet war. Die USA können nicht aussteigen, weil sie eben dem Vertrag gar nicht beigetreten waren. Die Zeitung will damit den Schritt, den Trump zelebrierte und der durch die ganze Welt vibrierte, eher klein reden, gesteht aber Trump damit die Möglichkeit zu, den Ratifizierungsprozess nicht fortzusetzen, den Obama übergehen wollte, um ein symbolisches Zeichen zu setzen.

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Kult um die Kuh

© Bernd Jonkmanns/laif Mythisches Schlachtverbot: Kuh auf einer Straße in Bombay.
Der Schutz von Rindern ist in Indien zu einem Politikum geworden. Das hat in den vergangenen Jahren schon Menschenleben gekostet. Hindus machen Stimmung gegen Muslime. Nur den Tieren hilft es nicht.

Von Till Fähnders | Frankfurter Allgemeine

Zeigt eine Kuh ihren Personalausweis: Was wie ein schlechter Witz beginnt, könnte in Indien bald schon Realität werden. Denn dort erwägt die Regierung, Kühe in Zukunft mit eigenen Identitätsnachweisen auszustatten. Sie sollen ähnlich wie beim Personalausweis für Menschen Informationen über Alter, Geschlecht, Größe, Farbe, Hornkrümmung und Schwanzform enthalten – und sind damit dann eben doch nicht ganz wie beim Menschen. Aber vor allem soll jede Kuh, und davon gibt es in Indien eine ganze Menge, eine eigene Nummer bekommen, mit der sie sich eindeutig identifizieren lässt. Die Nummer soll mit einem Clip am Ohr befestigt werden.

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Erderwärmung, Luftverschmutzung, leergefischte Meere: Was Produkte wirklich kosten

foto: frank kunert Goldene Zeiten

Erderwärmung, Luftverschmutzung, leergefischte Meere – für viele Phänomene müssen Unternehmen als Verursacher meist nicht geradestehen

Von Alexander Hahn | derStandard.at

Das Ergebnis war so schockierend, dass es das Team um David Coady lieber einmal zu viel als zu wenig überprüfte. Doch es blieb dabei, die Zahl war „extrem belastbar“, sagte er nach der Veröffentlichung der Studie vor drei Jahren. Die Erkenntnis: Fossile Brennstoffe wurden im Jahr 2015 weltweit mit 5,3 Billionen Dollar von Regierungen subventioniert – ein Betrag, der 6,5 Prozent der damaligen Weltwirtschaftsleitung entspricht. „Das sind die wahren Kosten, die mit dem Verbrauch von fossilen Energieträgern verbunden sind“, betonte Coady, der im Internationalen Währungsfonds (IWF) die Studie betreute.

Das sind umgelegt zehn Millionen Dollar, die jede Minute aus staatlichen Töpfen abfließen. Aber wie kommt der IWF zu dieser gewaltigen Summe, die er selbst als so erschreckend empfindet? Externe Kosten lautet in diesem Fall das Zauberwort. Das sind jene Auswirkungen, die nicht Erzeuger oder Konsument eines Produkts zu tragen haben, sondern Dritte.

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Geist? Welcher Geist?

Graphic courtesy of Vimeo, Human Brain Project
Replik auf die Replik von Stephan Schleim: Um über das Leib-Seele-Problem reden zu können, muss man sich zunächst darüber einigen, wovon man überhaupt spricht

Von Konrad Lehmann | TELEPOLIS

Ich danke dem geschätzten Kollegen Stephan Schleim für seine klärenden Ergänzungen „Körper ist Geist“zu meinem Essay „Denken mit Leib und Seele“.

In vielen Punkten sind wir uns bemerkenswert einig. So etwa im Beharren auf einer soliden kritischen Erkenntnistheorie, die Schleim seinen Lesern vor ziemlich genau einem Jahr in Erinnerung rief „[…] der Punkt ist, dass das mit Händen Gefühlte, die Temperatur und sogar auch die Gummibälle uns wiederum nur als Phänomene gegeben sind. […] [S]owohl das psychische Phänomen als auch das biologische Substrat könnten, metaphysisch gesprochen, zwei verschiedene Seiten einer uns unbekannten Substanz sein. Oder um es mit Kant zu sagen: Das ‚Ding an sich‘ können wir nicht erkennen.“

Umgekehrt stimme ich ihm zu, dass Sprache im Allgemeinen, und insbesondere die Neigung der deutschen Sprache zum Substantivieren, das Denken auf Irrwege leiten können. Denker wie auch Stilisten deutscher Sprache haben seit langer Zeit propagiert, dass man die Prozesse der Welt, statt in Substantiven, besser in Verben ausdrücken sollte (hier eine sehr elegante Arbeit dazu). Es wäre vielleicht eine zwar schwierige, aber auch lohnende Arbeit, eine Philosophie des Geistes zu entwickeln und dabei auf Substantive (und Substantivierungen) zu verzichten.

Denn gewiss können Substantive Verpackungen ohne Inhalt (oder mit sehr variablem, kaum umgrenztem Inhalt) sein. Mir scheint nur, dass diese Kritik von Stephan Schleim für meinen Artikel nicht sehr relevant ist: Was Schizophrenie ist, ist mir hier ziemlich egal; die Rolle des Ruhezustandsnetzwerks ist auch unabhängig davon beschrieben worden. Dass „Bewusstsein“ ein Omnibuswort ist, sage ich selbst. Die Worte „Leib, Seele, Körper, Geist“ habe ich nicht in die Diskussion eingeführt, aber sie spielen für die Argumente zu „Qualia“ und mentaler Verursachung auch keine Rolle; dort spreche ich, ebenso wie Schleim, wo mentalen und physischen Prozessen.

Es herrscht also Einigkeit im grundsätzlichen Zugang. Und daher ergeben sich die scheinbaren Diskrepanzen, so deucht mich, aus einem Missverständnis. Nämlich dem Missverständnis darüber, was eigentlich gemeint ist, wenn von „mentalen“ oder „psychischen“ Prozessen die Rede ist. Wie Schleim richtig sagt: „Außerdem sollte man ein Problem klarer definieren, bevor man es diskutiert.“

Insbesondere, wenn man von „psychischen“ Vorgängen spricht, lenkt dies die Wahrnehmung auf die Psychologie und die von ihr untersuchten Phänomene. Was diese von biologischen Phänomenen unterscheidet, ist aus heutiger Sicht allein die Betrachtungsebene: das Verhalten lebender, üblicherweise intakter Organismen gegenüber dem, was in und an Zellen physiologisch und anatomisch passiert.

Dass diese unterschiedlich untersuchten Phänomene dabei nicht wesensmäßig verschieden sind, musste zwar in den vergangenen Jahrzehnten durchaus erst gezeigt werden. Heute aber wird kein wissenschaftlich arbeitender Psychologe oder Neurobiologe daran mehr zweifeln. Lernen – um das Beispiel aus Schleims Text zu nehmen – ist zwar definiert als die durch Erfahrung induzierte Verhaltensänderung eines Organismus (also psychologisch). Der Vorgang kann zugleich aber mechanistisch erklärt werden durch Veränderungen an Nervenzellverbindungen, die man mit den Methoden der Neurobiologie beobachten und manipulieren kann.

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Berlin wird arabischer

Neue Heimat Berlin. Syrische und irakische Teilnehmer einer Tour durch das Deutsche Historische Museum.Foto: Mike Wolff
Die vielen Flüchtlinge aus aller Welt verändern auch die Zusammensetzung der Einwanderergemeinschaften in Berlin – mit sehr unterschiedlichen Folgen.

Von Hannes Heine | DER TAGESSPIEGEL

Vor allem in der Sonnenallee, am Kottbusser Tor, aber auch am Alexanderplatz, am Zoo oder in der Spandauer Altstadt fällt es auf: Waren vor zwei, drei Jahren neben Deutsch vor allem Türkisch, Polnisch, Englisch, zuletzt auch Spanisch auf Straßen und Plätzen, in Bussen und Bahnen zu hören, sind es nun öfter arabische und persische Dialekte. Die meisten Männer, Frauen und Kinder, die seit der Flüchtlingskrise in Berlin leben, kommen aus Syrien, Irak, Afghanistan – und unterscheiden sich so von den Einwanderern vergangener Jahrzehnte.

Insbesondere Neukölln, schon bislang das Zentrum der arabischen Berliner, ist noch viel arabischer geworden. Im Bezirksamt schätzen einige, dass an der nördlichen Sonnenallee 95 Prozent der Läden arabische Betreiber haben. Das hat damit zu tun, dass sich zu den alteingesessenen Libanesen nun Syrer und Iraker gesellten. Falafel, Sesam-Joghurt-Sauce, Baklava, dazu Friseure, Shisha-Bars, Teestuben.

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Italien: Reliquie des heiligen Don Bosco gestohlen – sein Gehirn

Reliquia Don Bosco, Bild: ilgiorno.it
Behältnis mit Gehirn des Gründers des Salesianerordens aus Basilika seines Geburtsorts Castelnuovo verschwunden

kath.net

Unbekannte haben eine Reliquie mit dem Gehirn des heiligen Don Bosco (1815-1888) aus dessen Kirche in Castelnuovo gestohlen. Wie italienische Medien am Samstag meldeten, ist das Behältnis seit Freitagabend von seinem Aufbewahrungsort hinter dem Hauptaltar der Unterkirche verschwunden. Nachforschungen seien im Gang.

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Terrorangriff in London «Das ist für Allah!»

Bei einem Terrorangriff auf der Londoner Tower Bridge und dem anschliessenden Borough Market werden sechs Personen getötet. (Bild: Hannah McKay / Reuters)
In Grossbritannien haben erneut islamistisch beeinflusste Terroristen zugeschlagen – der dritte derartige Angriff innerhalb von drei Monaten. Bei dem Anschlag kamen mindestens sechs Personen ums Leben, rund fünfzig wurden verletzt.

Von Markus M. Haefliger | Neue Zürcher Zeitung

Der Angriff in London ereignete sich am Samstagabend kurz nach 22 Uhr Ortszeit bei der zentral gelegenen London Bridge, die die City, den Finanzdistrikt, mit dem Quartier Borough am Südufer der Themse verbindet. Das Gebiet ist an Wochenenden belebt. Um den tagsüber rege von Touristen und Bewohnern besuchten Borough Market herum, einem Spezialitäten-Markt, befinden sich zahlreiche Bars, Restaurants und Klubs.

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Mathematik und Realität

Einige Geisteswissenschaftler, etwa der Anglist und Publizist Dietrich Schwanitz, haben die These vertreten, wonach mathematisches und naturwissenschaftliches Wissen nicht kulturrelevant sei und ihm daher auch keine allgemeinbildende Rolle zukomme.

Von Roland Pilous | Spektrum.de

Der Naturphilosoph Bernulf Kanitscheider sieht das ganz anders. Schuld an einer vermeintlichen Bedeutungslosigkeit mathematischen und naturwissenschaftlichen Wissens, schreibt er, sei dessen instrumentalistische Deutung. Ihr zufolge ist dieses Wissen ein Werkzeugkasten, dessen Relevanz sich in technischen Anwendungen erschöpft.

Kanitschneider hält dem die realistische Deutung entgegen: Wenn sich die Aussagen der Mathematik und Physik auf etwas real Existierendes beziehen und die Struktur der Welt beschreiben, dann haben sie eine entsprechend große Relevanz für die Allgemeinbildung und vielleicht sogar für die Sinngebung des Lebens. Kanitscheiders neues Buch bietet nicht etwa einen neutralen Überblick über philosophische Deutungen der Mathematik, wie man angesichts des Titels vermuten könnte. Vielmehr ist sein Hauptanliegen, die realistische Deutung der Mathematik und Physik zu stützen.

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Abtreibungen sind des Teufels – glauben fromme Christen

Priester der stockkonservativen Piusbruderschaft in Ecône VS (2014). Bild: KEYSTONE
Sie kamen immer am Freitag, dem 13. Die Frommen der Piusbruderschaft, der erzkonservativen katholischen Sekte, einer Priestervereinigung mit Zehntausenden von Anhängern. Ihr Treffpunkt war die Kapelle des Lausanner Universitätsspitals. Dort beteten sie zu Gott, er möge den Gynäkologen das Handwerk bei Abtreibungen legen.

Von Hugo Stamm | Sektenblog/watson.ch

Nun hat die Spitalleitung reagiert, und die radikalen Abtreibungsgegner aus dem «Tempel» geworfen. Wie einst Jesus die Pharisäer.

Für christliche Fundis aller Couleur ist Abtreibung Mord. Nicht alle mögen es in der Öffentlichkeit so radikal formulieren, die meisten empfinden es aber so. Die Frommen verschiedener freikirchlicher Denominationen, katholische Traditionalisten und christliche Sekten.

Für sie sind Ärzte, die Abtreibungen vornehmen, des Teufels. Für manche gar Massenmörder. Gott hat es gegeben – das Leben –, Gott wird es nehmen, glauben sie. Betroffene Ärzte greifen in ihren Augen in Gottes Schöpfung ein und verstossen – angeblich – gegen das wohl wichtigste Gebot: Du sollst nicht töten.

Weltfremde christliche Fundis

Nun ist für die katholischen Priester der Piusbrüder fertig mit Beten im Lausanner Spital. Das ist gut so. Ein wichtiges Signal. Es zeigt den Fundis, dass sie religiöse Prämissen nicht über das säkulare Leben stellen können. Und dass unser Alltag so weit wie möglich nach Vernunftskriterien organisiert wird und nicht nach verqueren Glaubensgrundsätzen.

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Humboldt-Intendant Bredekamp: „Geschichte ist keine planierte Straße“

Technisches Meisterstück von Stüler. Der Tambour verjüngt sich zur Kuppel gekrönt von Laterne und Kreuz.Foto: Stiftung Humboldt Forum/Franco Stelle mit FS HUF PG
Der Kunsthistoriker Horst Bredekamp, einer der Gründungsintendanten des Humboldt Forums, spricht im Tagesspiegel-Interview über die Kreuz-Debatte und die Widersprüchlichkeit der Geschichte.

DER TAGESSPIEGEL

Im Streit um das Kuppel-Kreuz auf dem Humboldt Forum im Schloss hat sich nun auch der Kunsthistoriker Horst Bredekamp zu Wort gemeldet. „Rekonstruktionen, wenn sie denn beschlossen werden, müssen sich vom Zeitgeist und von Stimmungen frei machen,“ sagte er im Gespräch mit dem Tagesspiegel (Ausgabe vom Sonntag). „Es wäre eine eigene Form von Ikonoklasmus, das Kreuz wegzulassen“, so Bredekamp, der einer der Gründungsintendanten des Humboldt Forums ist, neben Neil MacGregor und Hermann Parzinger.

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Das Kreuz mit den vegetarischen Fleischersatzprodukten in Deutschland

Bild: cuidandotudiabetes. Lizenz: CC0
Sind Produktbezeichnungen wie Milch oder Schnitzel generisch oder brauchen vegetarische Ersatzprodukte neue Namen?

Von Christoph Jehle | TELEPOLIS

Der Streit zwischen den Anhängern der weitgehend industrialisierten Fleischwirtschaft und den Vertretern einer vegetarisch ausgerichteten Ernährung schlägt derzeit wieder einmal hohe Wellen vor Gericht. Derzeit ist ein einschlägiges Verfahren beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) anhängig.

Ausgangspunkt des aktuellen Rechtsstreits ist die wettbewerbsrechtliche Abmahnung und die Klage des Berliner Verbands Sozialer Wettbewerb e.V., der sich die Verfolgung von wettbewerbsrechtlichen Verstößen auf seine Fahnen geschrieben hat. Das Wettbewerbsrecht und die in diesem Umfeld gerne genutzten Abmahnungen sind eine deutsche Besonderheit und in anderen EU-Mitgliedsstaaten in dieser Form nicht gegeben. Wettbewerbsverbände können im Interesse einzelner Mitglieder gegen vermeintliche Missstände vorgehen. Dabei ist es unerheblich, wieviele Mitglieder der Verband in der spezifischen Branche hat und welche Marktbedeutung diese haben.

Die Mitglieder der Wettbewerbsverbände haben den Vorteil, dass sie nicht namentlich gegen einen vermuteten Wettbewerbsverstoß vorgehen müssen, sondern den Verband vorschicken können. Die Tätigkeit der Wettbewerbsverbände wird nicht selten mit der Arbeit von Lobbyverbänden verglichen, die für ihre Mitglieder die politische Landschaft pflegen sollen.

Verklagt wurde in dem aktuellen Fall der Hersteller Tofutown in Wiesbaum in der eifel (http://www.tofutown.com), dessen Produkte Namen tragen wie Green Schnitzel, Veggie Cheese oder Tofu Butter. Das passt Vertretern der industriellen Tier- und Fleischproduktion nicht. So beklagt der Deutsche Bauernverband, dass Lebensmittelverarbeiter, ein nicht auf Milch basierendes Lebensmittel als „Käse“ bezeichnen, obwohl der gesetzliche Bezeichnungsschutz für Milch und Milchprodukte eindeutig sei. Nur was aus sogenannter Eutersekretion gemolken, also aus tierischer Milch hergestellt würde, dürfe die Bezeichnung Milch, Käse oder Butter tragen.

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MIT Has Created a Biosensing, Color Changing Tattoo Ink

Image: MOTHERBOARD
These tattoos could help diabetics read their sugar levels without a needle.

By Daniel Oberhaus | MOTHERBOARD

Everyone and their mother has a tattoo these days, but in the future your ink stains may be more than a daily reminder of that wild week you spent in Cabo.

A team of researchers at MIT Media Labs is developing the Dermal Abyss, an ink that turns tattoos into a biosensor interface. Rather than using traditional tattoo inks, the fluids used by the MIT researchers change colors in response to changes in interstitial fluid, or the stuff that surrounds tissue cells in the body.

Despite its unsettling name, Dermal Abyss is both aesthetically pleasing and potentially a game changing technology for people with illnesses that require constant monitoring, such as diabetics.

Rather than using traditional tattoo inks, the fluids used by the MIT researchers are biosensors. These are liquids that change colors in response to changes in interstitial fluid, the stuff that surrounds tissue cells in the body.

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Westafrika fordert von EU 50 Millionen Euro für Eingreiftruppe

APA
Mehrere westafrikanische Länder fordern 50 Millionen Euro von der Europäischen Union, um eine multinationale Truppe im Kampf gegen militante Islamisten-Gruppen in der Region auf die Beine zu stellen.

Die Presse.com

Die Länder Tschad, Niger, Burkina Faso, Mali und Mauretanien würden die EU um finanzielle Unterstützung für Aufbau und Unterhalt der Eingreiftruppe bitten, sagte der malische Militärchef Didier Dacko am Samstag in Bamako bei einem Treffen mit seinen Kollegen aus den sogenannten G-5-Staaten, EU-Diplomaten und Offizieren der französischen Anti-Terror-Operation Barkhane. Die G-5-Außenminister wollen am Sonntag zu Beratungen zusammenkommen.

Die Sahel-Region wurde in den vergangenen Jahren zunehmend zu einem Operationsgebiet von jihadistischen Gruppen wie Al-Kaida und IS. Im vergangenen Jahr schlugen die G-5-Staaten den Aufbau einer multinationalen Eingreiftruppe vor, um die länderübergreifende Bedrohung anzugehen.

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Incirlik: „Dann werden wir ihnen freundlich auf Wiedersehen sagen“

Tornado der Bundeswehr. Bild: Julian Herzog/CC BY-4.0
CDU und SPD können sich nicht zu einer Abstimmung über die Verlegung der Bundeswehreinheiten entschließen

Von Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Außenminister Gabriel wird am 5. Juni zu Gesprächen mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu in die Türkei reisen. Thema soll die Besuchserlaubnis für Bundestagsabgeordnete aller Fraktionen auf dem Militärstützpunkt Incirlik sein. In Brüssel erteilte die NATO Erdogan eine Absage, den nächsten NATO-Gipfel in der Türkei stattfinden zu lassen. Man möchte den Türken keine Bühne mehr für Inszenierungen geben.

Die Besuchsverweigerung von deutschen Politikern auf dem Militärstützpunkt dürfte bei dieser Entscheidung ebenfalls eine Rolle gespielt haben. Aber die türkische Regierung ist nach wie vor der Meinung, das Drehbuch in der Hand zu haben. Außenminister Mevlüt Cavusoglu stellte im Vorfeld des Gespräches Bedingungen. Er erwarte von Deutschland „positive Schritte in Richtung Türkei“.

Damit meint er vor allem die Auslieferung von Militärangehörigen und Beamten, die in Deutschland Asyl beantragt haben. Schließlich wollten die Deutschen ihre Bundeswehrsoldaten in Incirlik stationieren, sie wurden nicht darum gebeten, äußerte Cavusoglu.

Wir haben sie willkommen geheißen, als sie kamen, und wenn sie gehen, dann werden wir ihnen freundlich auf Wiedersehen sagen.

Mevlüt Cavusoglu

Die türkische Regierung erwartet zudem Unterstützung der Bundesregierung bei der Verfolgung derjenigen Personen, die auf der Liste des türkischen Geheimdienstes MIT stehen und die dem Bundesnachrichtendienst ausgehändigt wurde. Hunderte von Namen standen darauf, zum Teil mit Fotos aus Überwachungskameras.

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Konservativer CDU-Flügel will Klimapolitik aufweichen

Bild: Berliner Kreis

Berliner Kreis verlangt Ende der „moralischen Erpressung“ durch Klimaforschung

derStandard.at

Der konservative Berliner Kreis innerhalb der CDU fordert einem Medienbericht zufolge eine Aufweichung der deutschen Klimapolitik. In einer Erklärung verlange die Gruppe ein Ende der „moralischen Erpressung“ durch die Klimaforschung, berichtete die ARD am Samstag. Das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, sei realistisch ohnehin nicht mehr erreichbar.

Die mit dem Schmelzen des Polareises verbundenen Effekte wie eine eisfreie Nordpassage und neue Möglichkeiten für Fischfang und Rohstoffabbau würden aber potenzielle negative Konsequenzen vermutlich überwiegen.

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Duisburger schreiben die Bibel ab – Schwachsinn

Themenbild.

So wie einst Martin Luther: Im Jahr des Reformationsjubiläums schreiben Duisburger Bürger per Hand die Bibel ab. Das bringt neue Zugänge zum Text und ist für manchen Teilnehmer eine Art von Meditation.

Von Stephanie Wickerath | evangelisch.de

Sie sind jung. Sie sind alt. Sie sind evangelisch, katholisch, atheistisch. Und sie sind Teil eines Ganzen. In 18 Gemeinden, Einrichtungen und christlichen Werken, in mehr als 50 Schulen und an drei öffentlichen Schreibstationen in Duisburg und Umgebung sitzen derzeit Menschen und schreiben aus einem Buch Sätze ab wie diese: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser.“

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Woman Admits She Led 30 Members of a North Carolina Church In Beating a Gay Man to ‚Expel His Demons‘

The woman called the victim „unclean and sinful.“

By Tom Boggioni | Alternet

North Carolina woman admitted in court in Friday that she led approximately 30 parishioners from her church to attack and beat a gay member of the church in an effort to “expel his demons,” Pink News is reporting.

Sarah Anderson is one of five members of the Word of Faith church in North Carolina who has been charged with assault on Matthew Fenner in 2013.

Speaking in court, Anderson said she believed Fenner was “unclean and sinful,” after the minister of the church, Brooke Covington, launched into a reported 2-hour long verbal assault on the man. The minister told Fenner that “God said there is something wrong in your life.”

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