Besuchsverbot für deutsche Abgeordnete bleibt bestehen

Trotz Ankündigung des Abzugs der Bundeswehr aus Incirlik empfing der türkische Präsident den deutschen Außenminister. Die deutsche Regierung fordert ein uneingeschränktes Besuchsrecht.

Die Presse.com

Trotz des angekündigten Abzugs der deutschen Soldaten aus Incirlik ist Deutschlands Außenminister Sigmar Gabriel bei seinem Türkei-Besuch von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan empfangen worden. Das Gespräch hinter verschlossenen Türen im Präsidentenpalast in Ankara habe eine Stunde gedauert, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Anadolu verbreitete ein Foto, auf dem Gabriel und Erdogan sich die Hand geben, aber nicht lächeln.

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46 Künstler wollen Radiohead daran hindern, in Israel aufzutreten

Radiohead live beim AOL Music Festival 2016 Foto: FilmMagic, Jim Bennett. All rights reserved.
Mit einem offenen Brief versuchen Thurston Moore, Roger Waters und viele andere, Radiohead dazu zu bewegen, nicht in Tel Aviv zu spielen. Der Hintergrund ist hochpolitisch.

Rolling Stone

Mit einem offenen Brief an Radiohead wollen insgesamt 46 Musiker, Künstler, Schriftsteller und politische Aktivisten ein Konzert der britischen Band im Hayarkon Park in Tel Aviv am 19. Juli verhindern. Zu den Unterzeichnern gehören laut „The Quietus“ u.a. Thurston Moore, Young Fathers, Maxine Peake, Adrian Sherwood, Roger Waters und Ken Loach.

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Bayern: Politik, Kirche und Verdi gegen mehr verkaufsoffene Sonntage

Verkaufsoffene Sonntage sind in Bayern nur unter strengen Auflagen möglich. Auch in Augsburg führte das kürzlich zu Auseinandersetzungen. Foto: Anne Wall
Sonntags zum Shoppen in die Stadt? Das ist in Bayern nur gelegentlich und unter hohen Auflagen möglich. Und Politik und Gewerkschaft wollen daran auch nicht rütteln.

Augsburger Allgemeine

Die Initiative mehrerer Warenhausunternehmen für mehr Sonntagsöffnungen im Einzelhandel stößt in Bayern überwiegend auf Ablehnung. Derzeit werde kein Bedarf einer Neuregelung gesehen, sagte eine Sprecherin des bayerischen Arbeitsministeriums. „Speziell der Schutz der Sonn- und Feiertage ist ein wichtiges Anliegen der Staatsregierung und auch fest in unserer Verfassung verankert.“ Auch die Gewerkschaft Verdi sprach sich entschieden gegen eine Ausweitung aus.

Karstadt und Kaufhof wollen mehr verkaufsoffene Sonntage

Führende deutsche Warenhausunternehmen hatten zuvor gefordert, sonntags ihre Läden häufiger öffnen zu dürfen. Ziel der Initiative „Selbstbestimmter Sonntag“ sei es, eine anhaltende Diskriminierung des innerstädtischen Einzelhandels zu beenden, hatte Karstadt-Chef Stephan Fanderl in der vergangenen Woche erklärt. Der Sonntag sei einer der wichtigsten Einkaufstage im Onlinehandel. Es müsse darum gehen, diese Wettbewerbsverzerrung auf Kosten der stationären Händler zu beenden.

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Dodo Hahne: Gesellschaft hat keinen Platz mehr für Gott – Heul doch!

Nach Ansicht des Publizisten Peter Hahne werden Gott und Glaube immer weiter aus der Gesellschaft verdrängt. „Das ist vielleicht das Tragische an unserer Zeit: dass wir für Gott keinen Platz mehr haben“, sagte Hahne am Sonntag bei der Pfingsttagung des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM) in Bobengrün im bayerischen Landkreis Hof.

evangelisch.de

Das betreffe nicht nur kirchenferne Menschen: „Man kann das auch ganz fromm machen: Man geht in Jungschar, Jugendkreis und Gottesdienst, und trotzdem plant man sein Leben, als gäbe es Gott nicht.“

Die Bibel als „Bedienungsanleitung für unser Leben“ sei jedoch unverzichtbar. Als Beispiel nannte Hahne die zehn Gebote: „In zehn Sätzen steht da alles, was man zum Leben und zum Sterben braucht.“

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Dodo Marx: Religionen nicht freisprechen bei gewaltsamen Konflikten

Quelle: http://www.bgland24.de

Religionen können nach Einschätzung von Kardinal Reinhard Marx mitverantwortlich für gewaltsame Konflikte sein. Man könne Religionen hierbei „nicht generell freisprechen“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Wochenende in einem Interview der Zeitung „Luxemburger Wort“.

kathpress

Religionen müssten sich fragen lassen, ob sie „dazu beitragen, Konflikte zu rechtfertigen oder sogar zu schüren, oder ob sie Ausgleich, Frieden und Versöhnung zwischen kulturell unterschiedlich geprägten Nationen und Gruppen fördern“, sagte Marx.

Religionen könnten einen „recht großen Einfluss auf die charakterliche und seelische Bildung gerade von jungen Menschen haben“. Er fragte: „Nutzen sie diesen Einfluss, um zu deren Radikalisierung beizutragen oder lehren Sie Maß und Mitte? Wird Gewalt in der Theologie grundsätzlich und unzweideutig kritisch beurteilt? Werden diejenigen, die Gewalt religiös legitimieren, von der Gemeinschaft korrigiert?“ Hier müsse „Klarheit herrschen“, forderte Marx.

„In der Bibel findet sich durchgehend eine Kritik der Gewalt“, gab sich der Kardinal überzeugt. „Die Bibel verherrlicht Gewalt keinesfalls, sondern zielt auf die Überwindung von Gewalt.“ Die Kirche habe sich „leider nicht immer in der Geschichte auf diesem Niveau bewegt“. Sie habe lernen müssen, „dass Toleranz nicht dasselbe bedeutet wie Relativismus“, sagte Marx. „Und sie musste lernen, die Wahrheit des christlichen Glaubens zu bezeugen, ohne sie gewaltsam durchzusetzen“, sagte der Erzbischof von München und Freising.

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Wissenschaft im Zeitalter des Antiprofessionalismus

Bild: heise.de/tp
Die populistische Wissenschaftskritik konvergiert neuerdings mit einer fast alle Lebensbereiche erfassenden Romantik des Laien und Amateurs

Von Klaus Benesch | TELEPOLIS

Seit einiger Zeit kann man in den USA, aber auch in weiten Teilen Europas wissenschaftsfeindliche Tendenzen beobachten, gegen die sich zunehmend Widerstand in Form einer oft unkritischen, neopositivistischen Wissenschaftshörigkeit formiert (vgl. Vom Aberglauben zum Wissenschaftsglauben).

Auf weltweiten Kundgebungen (March for Science), die anlässlich des alljährlichen „Earth Day“ am 22. April in vielen westlichen Metropolen stattfanden (Vgl. Science March: Spät, aber wichtig), wurde dabei auf die zentrale Rolle der Wissenschaft für die Verbesserung der Lebensverhältnisse auf unserem Planeten bzw. für das Überleben der Menschheit insgesamt aufmerksam gemacht. Insbesondere in den USA sollte so dem drohenden Abbau staatlicher Unterstützung für Universitäten und Forschungseinrichtungen entgegengewirkt werden. Diese weitgehend symbolische Manifestation der gesellschaftlichen Bedeutung von Wissenschaft ließ jedoch nicht nur jede Form von Selbstkritik von Seiten ihrer Unterstützer vermissen, sie blendete auch die Rolle der Wissenschaft selbst im Prozess ihres zunehmenden Werte- und Prestigeverlustes beharrlich aus.

Die Frage, warum gerade heute der „aufschäumende Hass auf die Wissenschaft in den spätkapitalistischen Zentren der Macht“ (vgl. Buchsbaum) an Bedeutung gewinnt, ist legitim; zu ihrer Beantwortung kann der Verweis auf Adornos vielfach bemühte „Dialektik der Aufklärung“ allerdings nur bedingt beitragen. Richtig ist, dass seit der Romantik immer wieder auf die Leerstellen und Unzulänglichkeiten eines absolut gesetzten Rationalismus hingewiesen wurde. Die Kritik an dieser „dunklen“ Seite der Aufklärung hat alle modernen westlichen Gesellschaften seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert begleitet. Sei es in Form von Maschinenstürmerei und Technikfeindlichkeit oder sei es als das Bemühen, die durch den expansiven Kapitalismus bedrohten Lebensgrundlagen und vermeintlich „natürlichen“ Ressourcen zu bewahren. Moderne Kulturkritik war immer auch von einem vormodernen, antiaufklärerischen, „faustischen“ Verständnis von Wissenschaft als dem Urgrund allen menschlichen und sozialen Übels bestimmt.

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Veggies vs. Fleischesser – Beendet euren Glaubenskrieg!

Miteinander, statt gegeneinander essen! © Tabor Gus/Corbis/Getty Images
Seit Jahren führen Veggies und Fleischesser einen Stellvertreterkrieg mit religiösem Eifer. Gewinnen wird am Ende niemand. Gebt euch endlich die Hand, und lasst die Leute essen, was sie wollen, bevor wir uns alle gegenseitig auffressen!

Von David Weinard | stern.de

Verlasse ich die Grenzen von Berlin und seinen tausend Küchen, bekomme ich zu fast jeder Speise dieselbe Wort-Beilage: „Warum isst du denn kein Fleisch?“ will mein Gegenüber häufig von mir wissen. Vielleicht sind meine Nerven schon ein wenig runter,  aber ich höre im Subtext nur noch: „Was stimmt nicht mit dir?“.

So verdreht ich die Logik finde, mich für das Nichttöten von Tieren zu rechtfertigen, so hatte diese Dauerfrage mit der Zeit einen positiven Aspekt: Ich verstehe jetzt, warum es auch für die „Gegenseite“ ermüdend ist, sich für so etwas Banales wie die eigene Essenswahl zu verteidigen. Es gibt Themen, bei denen lässt man sicher gerne mit sich reden, ist an guten Tagen sogar kompromissbereit. Was auf den Teller kommt, ist erfahrungsgemäß eher keins davon. Seien es militante Klischee-Veganer, oder überzeugte Fleischesser, die mit der Evolution argumentieren, regelmäßig gehen beide Seiten weiterhin in Kommentarspalten und an Esstischen dieser Welt in aussichtsloser Mission aufeinander los.

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Das Insektensterben trifft auch Vögel hart

Schwalben sind Insektenfresser. Ihre Nahrungsgrundlage verschwindet. Foto: imago stock&people
Der Deutsche Naturschutzbund warnt vor schwerwiegenden Folgen für das Ökosystem. Denn vielen Vögeln fehlt die Nahrungsgrundlage.

Von Steffen Höhne | Frankfurter Rundschau

In voller Pracht blühen derzeit Bäume und Sträucher, Bienen und Hummeln schwärmen aus. Doch ob das auch künftig noch im bekannten Ausmaß passiert, ist unklar. Der Deutsche Naturschutzbund (Nabu) warnt vor einem dramatischen Insektensterben mit bereits schwerwiegenden Folgen für einige Vogelarten. Viele vermuten Pestizide aus der Landwirtschaft als Auslöser.

Josef Tumbrinck, Landesvorsitzender des Nabu Nordrhein-Westfalen, verweist auf eine Langzeitstudie aus seinem Bundesland: Danach nahm in den vergangenen 15 Jahren die Biomasse von Fluginsekten um 80 Prozent ab. Es trifft praktisch alle Insektenarten wie Schmetterlinge, Blattkäfer oder Libellen. Über die Pollenaufnahme sind auch Honigbienen und Wildbienen wie Hummeln betroffen. Ähnlich alarmierende Entwicklungen befürchten die Naturschützer aber auch in weiteren Regionen Deutschlands. Ein flächendeckendes Insekten-Monitoring gibt es zwar nicht. „Es gibt aber deutliche Anhaltspunkte, die darauf hinweisen, dass wir ein Problem haben“, sagt der Agrarbiologe Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Halle.

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„Es gibt keine Depressionen“

Sander van Lien / Rijksuniversiteit Groningen
Wie der Psychologie- und Psychiatrieprofessor Peter de Jonge die psychische Gesundheitsversorgung revolutionieren will

Von Stephan Schleim | TELEPOLIS

Peter de Jonge ist Professor für Psychiatrische Epidemiologie an den Universitätskliniken Groningen. Seit 2016 ist er ebenfalls Professor für Entwicklungspsychologie an der Universität Groningen. De Jonge ist unter anderem auf affektive Störungen (Gefühlsstörungen), die Epidemiologie psychischer Störungen, psychologische Methodologie und Statistik spezialisiert. Die psychische Gesundheit des Menschen erforscht er seit rund 20 Jahren.

Hierfür erhielt er Forschungsmittel in Höhe von über fünf Millionen Euro bewilligt, beispielsweise von der Niederländischen Forschungsorganisation (NWO). Das Gesundheitsunternehmen Espria unterstützte seine Forschung ebenfalls mit einer Million. De Jonge ist Mitglied des von der Harvard University geführten World Mental Health Surveys, das unter anderem Empfehlungen für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verabschiedet.

Professor De Jonge, bevor wir Ihre provokante Sichtweise auf Depressionen und Ihr eigenes Modell psychischer Störungen besprechen, würde ich gerne mehr über Ihre Forschungsmethoden erfahren. Würden Sie kurz erklären, was Sie für Ihr Forschungsprojekt „Wie verrückt sind die Niederländer“ (Hoe Gek is Nederland) gemacht haben?
Peter de Jonge: Es geht vor allem um die Frage, ob wir uns ein bestimmtes Individuum im Lauf der Zeit anschauen oder jemanden mit einem statistisch ermittelten Durchschnitt vergleichen. Psychologische und psychiatrische Forschung hat meistens allein Letzteres im Blick. Ich finde es aber wichtig, mir Individuen anzuschauen: Also nicht, ob er oder sie sich besser fühlt als der Durchschnittsmensch, sondern wie gut sich jemand im Vergleich zu seinem eigenen, normalen Gesundheitszustand fühlt.
Bei „Wie verrückt sind die Niederländer“ kann man beides tun: Seine psychische Gesundheit mit dem Rest des Landes vergleichen, aber auch sich selbst mit anderen Zeitpunkten. Zum Beispiel wird oft gesagt, dass sich Menschen durch Bewegung besser fühlen. Aber stimmt das auch für mich selbst?
Mit einer speziell hierfür entwickelten App können unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer dreimal am Tag Fragen über ihr psychisches Wohlbefinden beantworten. So haben wir nach dreißig Tagen genügend Daten, um ein Bild ihrer „emotionalen Landschaft“ zu zeichnen. Wird jemand durch Wandern glücklicher? Oder durch Besuche bei den Schwiegereltern ausgerechnet unglücklicher?

Nachbarstaaten kappen alle Beziehungen zu Katar

Blick auf Doha, die Hauptstadt Katars. (Foto: dpa)
  • Katar ist überraschend von seinen Nachbarstaaten isoliert worden.
  • Bahrain, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten schlossen ihre Grenzen und forderten alle Bürger Katars auf ihrem Gebiet zur Ausreise auf.
  • Die Länder werfen dem Land Unterstützung von Terrorismus vor.

Süddeutsche.de

Bahrain, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und auch Ägypten haben das Emirat scheinbar gemeinsam isoliert. Alle Bürger Katars sollen die Staaten sofort verlassen. Die Länder werfen ihrem Nachbarn „Unterstützung des Terrorismus“ vor.

Das Emirat Katar ist am Montagmorgen überraschend von seinen Nachbarn isoliert worden. In einer offenkundig konzertierten Aktion brachen Bahrain, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und auch Ägypten alle diplomatischen Beziehungen zu Katar ab.

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Nein zu Kuppel-Kreuz auf Berliner Humboldt Forum

Berliner Schloss, Album von Berlin; Globus Verlag, Berlin 1904, PD
Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) hat seine Ablehnung des Kuppel-Kreuzes auf dem Humboldt Forum bekräftigt.

evangelisch.de

Auf dieses Gebäude ein Kreuz zu setzen, wäre „völlig anachronistisch“, schrieb Lederer in einem Beitrag für die „Berliner Morgenpost“ (Sonntag). Das Humboldt Forum beherberge keine sakralen Räumlichkeiten: „Es ist ein mit öffentlichen Mitteln zu öffentlichen Zwecken erbauter staatlicher wie stattlicher Bau.“

Das Kreuz hingegen sei ein religiöses Zeichen. „Der Interpretationsspielraum ist gering, die Inhalte sind klar definiert und nicht verhandelbar“, schrieb Lederer. Religiöse Symbole gehörten explizit auf religiöse Gebäude.

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Dodo Gloria: Islam ist eine friedliche Religion

Gloria von Thurn und Taxis

Fürstin Gloria von Thurn und Taxis hat in einem Gastbeitrag für die Welt am Sonntag klar gemacht, was sie vom Islam hält: „Der Islam ist eine friedliche Religion“, schrieb die Adelige, die für ihren konservativen Katholizismus bekannt ist.

Von Christian Eckl | wochenblatt

Ausgerechnet die als konservativ geltende Fürstin Gloria von Thurn und Taxis stellt sich gegen zunehmende Ablehnung des Islam, weil dieser angeblich für Terror und Krieg verantwortlich sei. In einem Gastbeitrag für die Welt am Sonntag betonte die Adelige: „Wir wissen doch eigentlich alle, dass Religion gern vorgeschoben wird, um Gewalt und Krieg zu rechtfertigen. Dabei geht es in diesen Fällen doch immer nur um Geld und Macht“, so die Adelige. „Besser gesagt: Wenn wir uns die Kriege der Vergangenheit oder insbesondere die aktuellen Konflikte im Nahen Osten genauer ansehen, dann wird deutlich, dass es um Rohstoffe und die Hoheit über dieselben geht. Das hat mit Religion nichts zu tun.“

Anlass des Beitrags ist das Pfingsfest, das Christen am Pfingstsonntag und Pfingstmontag begehen und das an den Heiligen Geist erinnern soll, der auf die Apostel herab gekommen sein soll. Damit feiert die Kirche auch ihre Begründung. „Bei uns zu Hause wird Pfingsten nicht so groß begangen wie Ostern oder gar Weihnachten. Deshalb gehe ich zur Lichterprozession am Wallfahrtsort Maria Vesperbild, zu Ehren von Maria, Mutter von Jesus und Braut des Heiligen Geistes“, schreibt die Fürstin.

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Berliner Greise

Bild: Berliner Kreis

Die besonders konservative CDU-Sekte Berliner Kreis in der Union e. V. hat in einer Erklärung Kritik an der Klimapolitik der Bundesregierung geübt. Konkret kritisierte Koordinator Philip Lengsfeld eine Ideologisierung der Wissenschaft, die den Klimawandel dem Treibhauseffekt zuschreibe.

Von Markus Kompa | TELEPOLIS

Anders als etwa US-Präsident Trump, der den Ausstieg aus dem Pariser Abkommen ohne einen Wissenschaftler in seinem Team beschloss, leugnet der Berliner Kreis den Klimawandel nicht, einen solchen habe es jedoch schon immer gegeben. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sei marktwirtschaftlich ineffizient, man fordere stattdessen einen europäischen Weg mit europäischen Zielen und damit den Abschied von deutschen Sonderzielen. Stattdessen solle man die Chancen des Klimawandels sehen, etwa eine eisfreie Nordpassage, neue Fischfangmöglichkeiten und Rohstoffabbau.

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Kreationismus, Rechtspopulismus und die „Extended Evolutionary Synthesis“

HP, screenshot:bb
Zum Repertoire kreationistischer Argumente gehört die Behauptung, die Evolutionstheorie werde von wissenschaftlichen Experten selbst bezweifelt. Man gebe sich aus ideologischen Gründen nach außen hin jedoch sicherer, als es die „scientific community“ sei.

Von Hansjörg Hemminger | AG Evolutionsbiologie

Bereits Ende 2014 publizierte WORT & WISSEN eine Meldung mit der rhetorischen Frage „Brauchen wir eine neue Evolutionstheorie?“[1] unter Berufung auf einen weithin beachteten Artikel in der Fachzeitschrift „Nature“: „Does evolutionary theory need a rethink?“[2] Der Autor Reinhard JUNKER behauptet:

„Die Auseinandersetzung zeigt, dass es nicht die eine, alles erklärende Evolutionstheorie gibt, sondern eine Vielzahl von theoretischen Ansätzen, die zum Teil miteinander konkurrieren oder gar einander ausschließen.“

WORT & WISSEN versucht damit den Eindruck zu erwecken, die Evolutionstheoretiker würden ihren Erklärungsanspruch selbst einschränken. Deshalb könne man annehmen, ohne in Widerspruch zur Wissenschaft zu geraten, dass es keine Evolution gegeben habe, oder dass zumindest ein „intelligenter Designer“ dafür nötig gewesen sei. In einer Meldung vom 23.12.16 „Entstehung evolutionärer Neuheiten – ungelöst!“[3] heißt es:

„In populären Darstellungen über Evolution, in Schul- und Lehrbüchern oder auch in interdisziplinär-theologischen Abhandlungen wird schon seit Jahrzehnten behauptet, dass ein evolutionärer Ursprung der Lebewesen eine Tatsache sei. Darüber hinaus könne auch als geklärt gelten, dass und wie Evolution nach rein natürlichen Mechanismen – d. h. ohne zielgerichteten, schöpferischen Input – abgelaufen sei.“

Die „scientific community“, so behauptet WORT & WISSEN, stünde nicht hinter diesen Positionen. Nicht einmal die Studiengemeinschaft kann allerdings vorgeben, dass es in der wissenschaftlichen Literatur Zweifel am „evolutionären Ursprung der Lebewesen“ gibt. Deshalb stützt sich ihre Behauptung auf eine angebliche Krise der kausalen Theorie, u.a. auf die Unerklärtheit von evolutionären Innovationen und Makro-Ereignissen. Damit wäre „Intelligent Design“ (ID) in der Biologie wieder als vermeintlich alternative Erklärung für die Entwicklung des Lebens nötig oder möglich.

Bemängeln als Strategie

Eine solche Strategie des Bemängelns verfolgt WORT & WISSEN seit Jahrzehnten unabhängig vom Stand der naturwissenschaftlichen Diskussion. Was immer an Fortschritten erzielt wurde und wird, sei es in der Genomik, sei es in der Evolutionären Entwicklungsbiologie, sei es in der Ökologie: Immer behauptete WORT & WISSEN angebliche Defizite, die es weiterhin erlaubten, die Evolutionstheorie zu bezweifeln. Gelegentlich wird sogar behauptet, der Wissensfortschritt sei der „Freund“ des Intelligent-Design-Ansatzes, weil er Design plausibler werden lasse. Dabei wird ignoriert, dass die Studiengemeinschaft durch den Wissensfortschritt ständig zu Zugeständnissen gezwungen wurde. (Beispiele sind die Übergangsform Tiktaalik zwischen Fischen und Amphibien, die Endosymbiontentheorie, die widerlegten Wahrscheinlichkeitsberechnungen zur Entstehung der Bakterienflagelle usw.).

Dabei wird erst gar nicht versucht, eigene, alternative Theorien vorzulegen. Geschieht dies ausnahmsweise doch einmal, scheitert der Versuch, wie im Fall der Stammesgeschichte des Menschen.[4] Ihr Hauptprodukt, das „Kritische Lehrbuch“, verfolgt diese Strategie ebenfalls, wenn auch zumindest in der letzten Auflage vorsichtiger als JUNKER in den zitierten Meldungen. Allerdings zeigen diese eine interessante Entwicklung: Die Studiengemeinschaft scheint den Kontakt zum theoretischen Fortschritt zu verlieren. Während man früher von einer interessengeleiteten Verzerrung sprechen konnte, findet man den Stand der Forschung in diesen Texten nicht mehr wieder, auch nicht in kreationistischer Interpretation. Das wird im Folgenden zu begründen sein. Bisher hatte WORT & WISSEN innerhalb der evangelikalen Bewegung mit ihrer Strategie des Bemängelns Erfolg. Im Verbund mit rechtskatholischen Evolutionsgegnern, seit kurzem auch mit muslimischer Evolutionskritik, hat sich dort die Überzeugung etabliert, dass man den US-Kurzzeit-Kreationismus zwar nicht pauschal übernehmen könne, dass die Evolutionstheorie aber – je nach Ausprägung der Zweifel – „nur eine Theorie“ sei, oder „nur eine Weltanschauung“ oder „selbst ein Glaube“, jedenfalls keine solide Naturwissenschaft. Man hofft dabei auf einen Gottesbeweis aus der Natur, oder zumindest auf den Schatten eines Beweises in Form wissenschaftlicher Plausibilität für „Intelligent Design“.

Ob ein solcher handfester oder schattenhafter Gottesbeweis überhaupt wünschenswert ist, muss allerdings innerhalb jeder Glaubensgemeinschaft selbst diskutiert werden; dafür ist hier nicht der Ort. Die geistigen und gesellschaftlichen Kosten dieses Kreationismus sollten jedoch bedacht werden. In den USA ist er (ob „light“ oder radikal) ein Ausdruck der gesellschaftlichen Spaltung zwischen „Liberals“ und „Conservatives“, die unter anderem dazu führte, dass mit dem Präsidenten Donald Trump eine rechtspopulistische Regierung an die Macht kam. Die Behauptung, dass die Evolution (wie auch der anthropogene Klimawandel und andere unliebsame Realitäten) nicht wissenschaftlich begründet sei, sondern dem Kampf gegen die Religion oder wahlweise gegen konservative Werte diene, gehört zu den „alternativen Fakten“ ihres ideologischen Lagers. Tom KADEN hat dazu eine Untersuchung vorgelegt, die das vergiftete ideologische Klima in den USA eindrücklich beschreibt.[5]

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Löwen droht ähnliches Schicksal wie den Säbelzahnkatzen

Foto: apa/dpa/patrick pleul Keine Großkatze, aber Größeres hat Europa heute nicht mehr zu bieten: der Luchs.
Forscher errechneten, warum die eiszeitlichen Großkatzen ausstarben, und zogen Parallelen zu den heute noch lebenden Arten

derStandard.at

Mit 120 Zentimeter Körperlänge und gut 20 Kilogramm Gewicht ist der Luchs heute die größte wildlebende Katzenart Europas – ein müder Abklatsch dessen, was einmal war. Noch in der Antike lebten in Südosteuropa Löwen, gegen Ende der letzen Kaltzeit hatte es weitere Spezies gegeben.

Mindestens drei große Katzenarten sollte es auf unserem Kontinent natürlicherweise noch geben, wenn nur ausreichend Beutetiere vorhanden wären: Das sagt Dawn Burham von der Wildlife Conservation Research Unit der Universität Oxford nach Berechnungen der Großtier-Artenvielfalt auf allen Kontinenten, heute und in prähistorischer Zeit. Ohne die Aussterbewellen im Zeitalter des Menschen gäbe es heute in nahezu jeder Region der Welt bis zu fünf Katzenarten, ergänzt ihr Kollege David Macdonald.

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Geliebter und gehasster Turnvater Jahn

Ein Turnplatz mitten in Berlin. Auf der Hasenheide startete Jahn die Bewegung.Foto: bpk
Friedrich Ludwig Jahn brachte in der Hasenheide einst Tausende zum Sport. Heute ist der Gründer der Turnbewegung umstritten – und lockt zum Fest in Berlin auch Versprengte vom rechten Rand an.

Von Martin Einsiedler | DER TAGESSPIEGEL

Das Gras auf der Wiese duftet, aber auch jenes, das die Dealer unter der Woche in der Hasenheide in Berlin selbst rauchen. Gerd Steins läuft über das Feld, seine Schirmmütze hat er wegen der blendenden Sonne nach unten geschoben. „Hier sind die von den Nazis gelegten Steine zum Andenken an ihn“, sagt er. „Hier war der Hauptplatz. Und hier muss er gestanden und über 1000 junge Männer angeleitet haben.“ Steins spricht von einer der bekanntesten und sicher auch umstrittensten Figuren der deutschen Geschichte: von Friedrich Ludwig Jahn, dem Volksmund vor allem bekannt als der Turnvater, als derjenige, der das Turnen nicht nur in Deutschland, sondern in der Welt begründete. Jahn tat das hier, in der Berliner Hasenheide, einem Ort, der heute für vieles steht, sicher aber nicht für Körperertüchtigung mit deutschnationalem Ansinnen.

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Zentralrat der Muslime verurteilt Londoner Anschlag

Aiman Mazyek (Bild: Wikimedia Commons/Jakub Szypulka)
Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, hat den Terroranschlag in London verurteilt. Nach den „furchtbaren Nachrichten aus London“ seien seine Gedanken und Gebete bei den Opfern und ihren Familien, schrieb Mazyek im Kurznachrichtendienst Twitter.

evangelisch.de

„Wir verurteilen die Gewalt der Mörder“, erklärte der Vorsitzende des in Köln sitzenden Zentralrats, der zurzeit auch Sprecher des Koordinationsrats der Muslime der vier größten deutschen Islamverbände ist.

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Papst: Derzeit werd­en mehr Christen get­ötet als in der Anti­ke – Fake News

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Mit zehntausenden Christen unterschiedl­icher Konfessionen hat Papst Franziskus am Samstag ein Abend­gebet zum Pfingstfest gefeiert.

kath.net

Die Vera­nstaltung im römisch­en Circus Maximus am Fuß des Palatin war ein Höhepunkt eines am Mittwoch begonne­nen Treffens der kat­holischen Charismati­schen Erneuerung anl­ässlich deren 50-jäh­rigen Bestehens. „Wir sind hier unter fr­eiem Himmel, weil wir keine Angst haben“, sagte Franziskus. Zugleich betonte er, gegenwärtig würden mehr Christen ihres Glaubens wegen getöt­et als in der Antike. Er sprach von einer „Ökumene des Blute­s“ und plädierte zug­leich für das Konzept „versöhnter Versch­iedenheit“. Die Zusa­mmenkunft endet am Sonntag mit einer Mes­se auf dem Peterspla­tz.

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Deutscher Außenminister fordert Verhandlungen mit den Taliban

Nach den schweren Anschlägen in Afghanistan hat der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) Friedensverhandlungen mit den Taliban gefordert.

derStandard.at

„Frieden schließt man nicht mit Freunden, sondern mit Feinden“, sagte Gabriel der „Bild am Sonntag“. Für einen Friedensschluss in Afghanistan müsse auch mit den Taliban verhandelt werden. Nirgendwo auf der Welt könne man eine Lage rein militärisch befrieden.

Gabriel dringt zugleich darauf, das deutsche Engagement in Afghanistan nicht zu reduzieren. „Die Afghanen sagen uns: Bitte zieht nicht ab, weil die Lage dann schlechter wird“, sagte er der Zeitung. „Das zeigt, wie wichtig unser Engagement ist. Im Übrigen nicht nur militärisch, sondern auch politisch und in der Entwicklungsarbeit.“

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Grow a Tree from Human Remains With This Internet Connected Urn

Image: Bios Incube
The ultimate IOT urn for the environmentally conscious city dweller.

By Anna Sterling | MOTHERBOARD

Burial practices wreak havoc on the environment. Embalming fluid contains formaldehyde, a known carcinogen. Metal caskets don’t biodegrade, and concrete vaults require natural resources for manufacturing. Then there are those those pesky herbicides used to keep cemetery lawns looking nice. Suffice it to say, we’re in need of better options.

Fortunately, green burials are on the rise. One option is planting a tree using your loved ones‘ remains. But what if you don’t have access to garden space? And what if you’re terrified of killing the plant, a connection or a tribute to your loved one?

Bios Urn, which is also known for its biodegradable urn, has created what co-founder and CEO Roger Moliné calls „a smart flower pot“ to house your loved one’s ashes. The Bios Incube, which plants a small tree, is made from recycled material, and designed with the urban dweller in mind.

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