Großbritanniens Abschied von liberalen Leitbildern


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Mit Bekenntnissen zur offenen Gesellschaft sind auf der Insel keine Wahlen mehr zu gewinnen. Nach den jüngsten Terroranschlägen schon gar nicht.

Von Wolfgang Böhm | Die Presse.com

Enough is enough.“ Wer konnte nach diesem weiteren Terroranschlag in London die britische Premierministerin Theresa May nicht verstehen? Es reicht tatsächlich. Islamistische Fundamentalisten richten mit ihrer Blutspur durch Europa etwas an, das unsere Gesellschaft verändert. Sie bringen Leid über so viele Menschen und verunsichern den Rest. Und sie verändern das Denken. Ihre exportierte Gewalt zerstört jenen, die noch immer für eine offene, tolerante Gesellschaft eintreten, die argumentative Grundlage. So mag es auch nicht verwundern, dass sich Großbritannien im aktuellen Wahlkampf von seinem liberalen Leitbild verabschiedet. Mit Ankündigungen zu mehr Sicherheit, schärferen Kontrollen, eingeschränkter Zuwanderung sind derzeit Wahlen zu gewinnen – nicht mehr mit einem Bekenntnis zu mehr internationalem Wettbewerb am Arbeitsmarkt, mit freiem Handel, aber auch nicht mit einem Eintreten für kulturelle Vielfalt.

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