Kirche stellt sich ihrer Geschichte

1933, Bischof Friedrich Coch, Vereinsgeistlicher d. Inneren Mission, Luth. Kirche Sachsen. Themenbild: fundamentalismus debatte .de
Im Jubiläumsjahr der Reformation gibt es sicherlich angenehmere Themen, über die die Kirche sprechen könnte. Doch mehr als 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs und damit der NS-Herrschaft widmet sich die Nordkirche der Aufarbeitung ihrer jüngeren Geschichte.

Von Alexander Steenbeck | Ostholsteiner Anzeiger

Vom 20. Juni bis 18. Juli wird in der St.-Michaelis-Kirche (Schloßstraße 2) die Ausstellung „Neue Anfänge nach 1945? Wie die Landeskirchen Nordelbiens mit ihrer NS-Vergangenheit umgingen“ gezeigt. Es handelt sich um eine Wanderausstellung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. In ihr wird der Frage nachgegangen, wie der Neuanfang nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Bereich der Kirche verstanden und in die Wege geleitet wurde. „Wir distanzieren uns nicht, sondern stellen uns unserer Geschichte“, sagte Propst Peter Barz gestern bei der Vorstellung der Ausstellung.

In einem sogenannten lokalen Fenster wird auch die Situation in der ehemaligen Eutiner Landeskirche beleuchtet. Und gerade deren Verhältnis zur NS-Zeit hat es in sich, wie bereits die Diskussion um Bischof Wilhelm Kieckbusch (1891-1987) in Eutin zeigte (wir berichteten).

Kieckbusch war von 1937 bis 1977 Vorsitzender der Eutiner Landeskirche. „Er war ein Mann mit zwei Gesichtern“, sagte Lutz Tamchina, früherer Gemeindepastor. Auf der einen Seite sei Kieckbusch „überzeugter Christ“ gewesen. Auf der anderen aber auch „im Denken vom Deutschnationalismus geprägt“. Kieckbusch habe den Nationalsozialisten „wie viele andere zu dieser Zeit keinen Widerstand geleistet“.

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„Tabbys Stern“ bleibt mysteriös

Der Stern KIC 8462852 Image: NASA/Wikimedia Commons
Astronomen spekulieren darüber, was „Tabbys Stern“ so ungewöhnlich dunkel werden lässt. Das Schauspiel wiederholt sich immer und immer wieder – aber ohne erkennbaren Rhythmus.

Von Norbert Lossau | DIE WELT

Tabbys Stern erregt die Gemüter der Astronomen seit knapp zwei Jahren. Auf der Suche nach Exoplaneten hatten seinerzeit Hobbyastronomen in öffentlich zugänglichen Messdaten des Weltraumteleskops „Kepler“ kurzzeitige Verdunklungen des Sterns KIC 8462852 entdeckt – wobei KIC für Kepler Input Catalog steht. Nach der Hauptautorin der Veröffentlichung, Tabetha Boyajian, erhielt das Himmelsobjekt den Spitznamen Tabbys Stern.

Die Dunkelphasen des 1480 Lichtjahre entfernten Sterns im Sternbild Schwan dauern einen Tag bis wenige Tage. Seine Helligkeit verringert sich dann um bis zu 22 Prozent. Was die Astronomen verwirrt: Das ist deutlich mehr, als es ein vor dem Stern vorbeiziehender Planet verursachen könnte. Außerdem sind die Muster des Helligkeitsabfalls nicht immer gleich. Und: Die Abstände der Ereignisse liegen mit rund 750 Tagen zu weit auseinander.

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Start der phil.cologne: „Die Philosophie ist besonders gefordert“

Heute beginnt die 5. phil.cologne. Wolfram Eilenberger ist einer der Programmverantwortlichen des Festivals (picture alliance / dpa)
Durch die Digitalisierung sei der Mensch damit konfrontiert, dass Maschinen Leistungen vollbringen, die bisher nur auf Menschen bezogen waren, sagte der Philosoph Wolfram Eilenberger im Dlf. Doch man sollte vor lauter Innovation nicht das, was das Leben eigentlich lebenswert mache, aus dem Auge verlieren: die Alltäglichkeit, das Miteinander. Dabei könne die Philosophie helfen.

Wolfram Eilenberger im Corsogespräch mit Thekla Jahn | Deutschlandfunk

hekla Jahn: Der Mensch will Effizienz. Und so ist die folgende Fragenreihe nur folgerichtig: Wie lassen sich Arbeitsprozesse optimieren? Wie schreiben sich Algorithmen von selbst? Und wie ersetzen wir uns fehlbare Menschen durch unfehlbare Roboter?

Die Fragen lassen sich lösen, auf naturwissenschaftlichen Weg. Was dabei fehlt ist die Sinnfrage. Und das ist das Metier der Philosophen – Doch die bleiben ziemlich stumm in den gesellschaftlichen Debatten der vergangenen Jahrzehnte. Als hätte sie die Digitalisierung verschluckt. Natürlich stimmt das nicht ausnahmslos. Seit fünf Jahren versucht zum Beispiel die phil.cologne den philosophischen Fragen wieder Bedeutung zu verschaffen. Das internationale Festival für Philosophie beginnt heute mit seinem diesjährigen Programm und darüber wollen wir mit Wolfram Eilenberger sprechen, einem der Programmverantwortlichen, selbst Chefredakteur des Philosophie Magazins. Schönen Guten Tag.

Wolfram Eilenberger: Guten Tag.

„Fragen, die wir in diesem Philosophiefestival angehen wollen“

Jahn: Herr Eilenberger, am Anfang stand die Frage „Wer bin ich?“ und aus der Beschäftigung mit dem menschlichen Geist erwuchs Erkenntnis der Welt. Doch die Naturwissenschaften haben ihre philosophischen Wurzeln gekappt. Ist das der Anfang vom Untergang der Menschen zugunsten hyperintelligenter und dem entsprechend Menschen überlegener Maschinen?

Eilenberger: Das sind sicher Fragen, die wir in diesem Philosophiefestival auch angehen wollen. Aber es ist richtig, dass der Mensch in seinem Selbstverständnis durch die Prozesse, die wir mit Digitalisierung im weitesten Sinne beschreiben, in einen neuen Zustand, in eine neue Fraglichkeit bekommen ist. Denn wir sind zum ersten Mal in der Geschichte unseres Seins damit konfrontiert, dass Maschinen Leistungen vollbringen, die wir bisher nur auf den Menschen bezogen haben. Und eben nicht nur im reinen Rechnen, sondern auch im Handeln und sogar im ethischen Urteilen. Und das wirft nicht nur schwere Fragen für uns auf, sondern natürlich auch für die Maschinen, die wir entwickeln oder die sich mittlerweile sogar selbst entwickeln.

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Studie: Menschen sollen gesünder sein, wenn sie in die Kirche gehen

ehem. Dominikanerkirche in Maastricht, jetzt Buchhandlung und Kaffeehaus
Religiöse Menschen leben wohl gesünder als andere. Eine US-Studie zeigt, dass sich regelmäßige Gottesdienste positiv auf körperliche Stressreaktionen und die Lebensdauer auswirkt

Augsburger Allgemeine

Menschen, die jeden Sonntag in die Kirche gehen, wollen etwas für ihr Seelenheil tun. Doch anscheinend haben Gottesdienste auch auf den Körper einen positiven Effekt. Wissenschaftler der Vanderbilt University im US-Bundesstaat Tennessee haben herausgefunden, dass Menschen, die religiös sind und regelmäßig Gottesdienste besuchen, insgesamt gesünder sein sollen. Ihre Ergebnisse haben die Forscher in der Fachzeitschrift PLOS One veröffentlicht.

Menschen, die oft in dir Kirche gehen, leben wohl gesünder und länger

Die Forscher stellten fest, dass regelmäßige Gottesdienste sich nicht nur positiv auf die körperlichen Folgen von Stress auswirkten, sondern auch die Sterblichkeit der Studienteilnehmer verringerten. Menschen, die mehr als einmal pro die Woche in die Kirche gingen, hatten ein 55 Prozent niedrigeres Sterberisiko, als Menschen, die nie in die Kirche gingen.

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NSU-Schauplatz Brandenburg: Von Neonazis und Verfassungsschützern

Grafik: TP
Untersuchungsausschuss befasst sich mit der „Nationalen Bewegung“ – Ihr Treiben und die Hintergründe sind ungeklärt

Von Thomas Moser | TELEPOLIS

Wo man gräbt, stößt man auf ähnliche Funde: Neonazis und ganz in ihrer Nähe Staats- und Verfassungsschützer. Auch der NSU-Untersuchungsausschuss von Brandenburg macht diese Erfahrung. Er versucht zur Zeit, eine rechtsextreme Gruppierung namens „Nationale Bewegung“ aufzuklären, die ein Jahr lang, von Anfang 2000 bis Anfang 2001, durch diverse Straftaten auffiel, aber nie ermittelt werden konnte.

Allerdings stößt man dabei auf eine Reihe von Rechtsextremisten, die inzwischen aus dem NSU-Komplex bekannt sind, man stößt auf V-Leute des Verfassungs- und Staatsschutzes, und man stößt auf manipulatives Verhalten in den Sicherheitsbehörden. In Brandenburg tun sich dieselben Fragen auf, wie in Thüringen, Sachsen, Baden-Württemberg und anderswo. Durchgängige Strukturen, bis in den NSU hinein?

In den Fokus geriet die frühere „Nationale Bewegung“ durch den Auftritt des Generalstaatsanwaltes Erardo Rautenberg im NSU-Ausschuss in Potsdam im letzten November. Rautenberg zweifelte offen daran, dass es diese Gruppe je gegeben hat. War sie möglicherweise vom Verfassungsschutz gesteuert? Die Frage ist bis heute nicht beantwortet. So wie bei etlichen anderen Neonazi-Organisationen bundesweit auch.

Ein paar Eckdaten: Im Januar 2000 beginnt die „NaBe“, wie die Gruppierung später in Ermittlerkreisen genannt wird, und wie sie auch die Mitglieder des parlamentarischen Untersuchungsausschusses (PUA) heute nennen, mit ihrem Treiben. Zunächst Propagandataten, wie das Platzieren von Tafel und Tüchern mit Hakenkreuzen. Regelmäßig gibt es Bekennerschreiben. Einige der insgesamt 20 Delikte fallen auf historische Daten, wie Machtergreifung oder Geburtstag Hitlers.

Im Laufe des Jahres 2000 folgen Brandanschläge auf Imbisswagen sowie am 8. Januar 2001 auf die Trauerhalle des jüdischen Friedhofes in Potsdam. Danach übernimmt die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe die Ermittlungen.

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Bakterien schufen Uran-Lagerstätten

Uranerz aus Lagerstätten in Sandstein galt bisher als vorwiegend kristallin. Doch stimmt offenbar nicht. © USGS
Überraschung im Untergrund: Die reichsten Uranvorkommen der Erde könnten anders entstanden sein als gedacht. Denn neuen Analysen zufolge liegt ein Großteil des Urans in diesen Erzen nicht kristallin vor, sondern ist an organisches Material gebunden. Erzeugt wurden diese Uranverbindungen wahrscheinlich einst von Bakterien, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Communications“ berichten. Möglicherweise müssen nun die Lehrbücher umgeschrieben werden.

scinexx

Das Element Uran ist ein natürlicher Bestandteil der Erdkruste – allerdings kommt es in ihr nur in sehr geringen Anteilen vor. An einigen Stellen jedoch hat sich das Uran angereichert und es entstanden Uranerz-Vorkommen. Gängiger Vorstellung nach sorgten abiotische chemische Reaktionen des Gesteins in wässriger Umgebung dafür, dass sich das Uran im Form kristalliner Minerale ablagerte.

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Polen plant Museum neben Gedenkstätte Auschwitz

KZ Auschwitz, Einfahrt. Bundesarchiv, B 285 Bild-04413 / Stanislaw Mucha / CC-BY-SA 3.0
Ein neues Museum in der Nähe des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz soll an Polen erinnern, die damaligen Häftlingen geholfen haben. Das von der polnischen Regierung geplante Museum solle unabhängig von der staatlichen Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau entstehen, berichtete die Zeitung „Gazeta Wyborcza“ (Dienstag).

evangelisch.de

Die bislang noch namenlose Ausstellung soll außerhalb des Geländes in einem ehemaligen SS-Lagerhaus entstehen. Den Angaben zufolge will die Regierung die Gründung am 14. Juni beschließen. An diesem Tag fand vor 77 Jahren der erste Massentransport in das Konzentrationslager statt.

Polen außerhalb des Lagers hätten Häftlinge mit Essen und Medikamenten versorgt oder bei Ausbrüchen geholfen, hieß es. „Es gibt immer noch zu wenig Informationen über diejenigen, die den Häftlingen geholfen haben“, sagte Zbigniew Starzec, Landrat des Kreises Oswiecim (Auschwitz) von der Regierungspartei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) der Zeitung.

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Piusbruderschaft sagt, der Vatikan gestatte ihr Priesterweihen

Themenbild

Die Gemeinschaft habe die Erlaubnis aus Rom, Priesterweihen ohne Zustimmung des Ortsbischofs durchzuführen. Die Weihen seihen daher nicht nur gültig, sondern auch erlaubt, sagt Bernhard Fellay, der Obere der FSSPX.

kath.net

Die Bischöfe der Priesterbruderschaft des Hl. Pius X. (FSSPX) dürfen mit Einverständnis des Vatikan Priester weihen. Dies gab Bernard Fellay, der Generalobere der FSSPX, in einem Interview bekannt.

Er habe im letzten Jahr einen Brief aus Rom erhalten. Darin sei ihm zugesagt worden, dass seine Gemeinschaft Priester ohne die Zustimmung des Ortsbischofs weihen könnten. Die Priesterweihen der Piusbruderschaft seien daher nicht nur gültig, sondern auch erlaubt, fügte Fellay hinzu.

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Liegt die Milchstraße in einer Leere?

Die Milchstraße, unsere lokale Gruppe und der Supercluster, in dem wir liegen, könnten Teil eines gigantischen Voids sein – einem eher dünn bevölkerten BEreich des Alls. © NASA/JPL-Caltech/ ESO/R. Hurt
Im kosmischen Nirgendwo: Die Milchstraße und unsere gesamte kosmische Nachbarschaft könnten in einem Void liegen – einem der besonders leeren Bereiche des Universums. Indizien dafür glauben einige Astronomen gefunden zu haben. Demnach könnte diese leere Stelle eine Milliarde Lichtjahre groß sein – es wäre damit der größte bisher bekannte Void im Kosmos. Dies könnte auch die bisher rätselhaften Diskrepanzen bei der Bestimmung der Hubble-Konstante erklären.

scinexx

Betrachtet man das große Ganze, ist die Materie im Universum relativ gleichmäßig verteilt. Doch geht man stärker in die Details, zeigen sich charakteristische Großstrukturen: Filamente und Cluster mit vielen Galaxien wechseln sich mit auffallend leeren Bereichen ab, den sogenannten Voids. Zu wissen, wo welche Materiedichte herrscht, ist jedoch entscheidend, um beispielsweise Messungen der kosmischen Expansion korrekt deuten zu können.

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Russischer Kampfjet fängt B-52-Bomber über Ostsee ab

Ein russischer Kampfjet vom Typ Suchoi Su-27 hat einen amerikanischen B-52-Bomber über der Ostsee abgefangen Quelle: pa/Thomas Scholz/dpa-ZB
Ein atomwaffenfähiger B-52-Bomber fliegt entlang der russischen Grenze über der Ostsee.

DIE WELT

  • Ein russischer Kampfjet vom Typ Suchoi Su-27 fängt den US-Flieger ab.
  • Das Pentagon spricht von einer Routinemission. Moskau sieht das anders.

Ein russischer Kampfjet hat sich einem US-Militärflugzeug über der Ostsee genähert. Der US-Bomber vom Typ B-52 sei über neutralen Gewässern entlang der russischen Grenze geflogen, teilte das russische Verteidigungsministerium in Moskau mit.

Ein Kampfjet vom Typ Suchoi Su-27 sei vom Luftwaffenstützpunkt in Kaliningrad in das Gebiet über der Ostsee entsandt worden, nachdem das Flugzeug auf dem Radar der russischen Luftraumüberwachung entdeckt worden sei. Der Pilot der Su-27 habe es als eine B-52 identifiziert. Er habe den US-Bomber begleitet, bis er sich von der Grenze entfernt habe.

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Gedankenaustausch mit Harald Lesch zu Physik und Gott

Ein Gespräch zwischen dem Astrophysiker Professor Dr. Harald Lesch, München, und Akademiedirektor Dr. Frank Vogelsang über Grenzfragen naturwissenschaftlicher Forschung ist Auftakt zur neuen Video-Reihe „Akademiegespräche“ der Evangelischen Akademie im Rheinland.

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Türkei-Chef von Amnesty International verhaftet

  • Taner Kilic, der Chef von Amnesty International in der Türkei, ist zusammen mit 22 Anwälten verhaftet worden.
  • Die Regierung in Ankara wirft ihm Beziehungen zur Gülen-Bewegung vor.
  • Amnesty wirft den türkischen Behörden „Willkür“ vor und fordert die Freilassung der Menschenrechtler.

Süddeutsche.de

Der Vorsitzende von Amnesty International in der Türkei, Taner Kilic, ist nach Angaben der Menschenrechtsorganisation in Untersuchungshaft genommen worden. Der Haftbefehl gegen Kilic wurde demnach am Dienstagmorgen in seinem Haus in der Küstenstadt Izmir vollstreckt. Das Büro der Organisation und die Wohnung Kilics sollen bei der Festnahme durchsucht worden sein. Kilic wird vorgeworfen, Verbindungen zur Bewegung des Predigers Fethullah Gülen zu haben, die Ankara für den gescheiterten Putschversuch verantwortlich macht.

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Frauenrechtlerin in Saudi-Arabien festgenommen

Bereits 2014 war Ludschain al-Hathlul festgenommen worden, als sie mit dem Auto aus den benachbarten Vereinigten Arabischen Emiraten nach Saudi-Arabien fuhr und sich dabei filmte (Screenshot via AP Photo). (Foto: AP)
Die Aktivistin Ludschain al-Hathlul setzt sich dafür ein, Frauen in dem ultrakonservativen Königreich das Autofahren zu erlauben. Sie hat bereits eine Haftstrafe hinter sich.

Süddeutsche.de

Saudi-arabische Behörden haben die bekannte Frauenrechtlerin Ludschain al-Hathlul festgenommen, die unter anderem dafür eintritt, Frauen in dem wahhabitischen Königreich das Autofahren zu erlauben. Das soll auch der Grund für ihre Festnahme sein.

Nach Angaben des Gulf Centre for Human Rights (GCHR) wurde al-Hathlul bereits am Sonntag am Flughafen der saudischen Stadt Dammam ergriffen und am Montag zur Befragung in die Hauptstadt Riad gebracht.

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UN: „Islamischer Staat“ ermordet 160 Flüchtende in Mossul

Bild: nationalreview.com
Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ hat laut den UN 163 Menschen ermordet, die aus dem umkämpften Westen der irakischen Stadt Mossul fliehen wollten. Die Extremisten hätten die Leichen der Männer, Frauen und Kinder auf den Straßen liegengelassen, sagte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Seid Ra’ad al-Hussein, am Dienstag in Genf.

evangelisch.de

Zudem würden viele Menschen aus dem Gebiet vermisst, fügte der Hochkommissar vor dem UN-Menschenrechtsrat hinzu.

Seit Beginn der irakischen Armee-Offensive gegen den „Islamischen Staat“ im Oktober 2016 flüchteten laut den UN gut 750.000 Männer, Frauen und Kinder vor der Gewalt. Der Großteil entkam aus West-Mossul, das teilweise noch vom „Islamischen Staat“ beherrscht wird.

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Scheidungskinder: Anfälliger für Infekte

Sind die Eltern auch nach der Scheidung verkracht, kann dies bei den Kindern noch Jahrzehnte später Gesundheitsfolgen auslösen. © zimmytws/ thinkstock
Späte Folgen: Verläuft die Scheidung der Eltern konfliktreich, können die Kinder noch als Erwachsene unter den Spätfolgen leiden – und das nicht nur seelisch, sondern auch körperlich. Solche Scheidungskinder sind später oft anfälliger gegenüber Infektionen: Sie entwickeln nach einem Virusinfekt dreimal häufiger eine Erkältung, wie ein Experiment belegt. Die Ursache ist wahrscheinlich ein dauerhaft verändertes Immunsystem.

scinexx

Dass Ehen geschieden werden und Kinder mit getrennten Eltern aufwachsen, ist heute keine Seltenheit mehr. Studien zeigen jedoch, dass Scheidungskinder häufig noch lange unter seelischen und gesundheitlichen Folgen leiden können. Sie haben überproportional häufiger psychosoziale Probleme, entwickeln häufiger Allergien und haben selbst als Erwachsenen noch ein höheres Risiko für Herzinfarkt und sogar einige Krebsarten.

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Asylbetrug mit falscher Vaterschaft

In Deutschland gibt es nach Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden ein groß angelegtes System zum Betrug bei Asylanträgen: Dabei beantragen Frauen – etwa aus Vietnam, Afrika und Osteuropa – während einer Schwangerschaft Asyl in Deutschland.

Die Presse.com

Damit sie ein Bleiberecht bekommen, erkennen deutsche Männer die Vaterschaft zum Schein an. Die Kinder erhalten in diesen Fällen automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft, die Mütter ein Bleiberecht. Das ergaben Recherchen des „Rundfunk Berlin-Brandenburg“ (rbb).

Bis zu 5000 Euro streichen die Scheinväter sowie Rechtsanwälte und Notare ein. Der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, sagte, einige Scheinväter hätten mehr als zehn Vaterschaften anerkannt. Allein in Berlin soll es bis zu 700 solcher Fälle geben. In ganz Deutschland dürfte die Dunkelziffer weit höher liegen.

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„Ich bin süchtig nach Kirchen“ – see a Doc!

Bettina Wulff, 2010, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 – Franz Richter

Die evangelische Kirche feiert 500 Jahre Reformation – und Bettina Wulff feiert mit. Denn sie hofft darauf, dass die Reformation nicht nur in der Kirche gefeiert wird, sondern auch draußen unter allen Menschen.

EKD

Frau Wulff, die evangelische Kirche feiert 500 Jahre Reformation. Warum feiern Sie mit?

Bettina Wulff: Meine Kinder sind es schon gewohnt, dass ich mich in der Kirche und auch für meinen Glauben engagiere. Religion und Glaube und auch lutherischer Glaube sind bei uns auch im Alltag relevant – beten vor dem Essen, gemeinsam in die Kirche gehen, Lieder singen. Gerade mit dem Kleinen mache ich das sehr gern, ihn so ein bisschen spielerisch heranzuführen. Mein älterer Sohn ist gerade Konfirmand. Der diskutiert im Moment gern und ausgiebig, und wir diskutieren darüber, was er denn aus seiner Sicht in der Kirche gern verändert sehen möchte, was er vielleicht auch selber verändern kann und was er gut findet, was er schlecht findet. Und so ist das bei uns im Moment wirklich sehr, sehr aktuell.

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Saudi-Arabien: Weißwaschung und Machtanspruch

„Katar als Sündenbock“ – Der Streit der Golfstaaten über Terrorunterstützung hat Dimensionen, die auch Deutschlands Waffenlieferungen betreffen

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Das 110-Milliarden-Waffengeschäft zwischen den USA und Saudi-Arabien, von dem seit dem arabischen-islamischen-amerikanischen Gipfeltreffen in Riad so viel die Rede ist, gibt es nicht, schreibt Bruce Riedel. „Fake News“, sei das, oder „alte News, neu verpackt“.

Riedel sprach mit seinen Kontakten im Waffen- (Defense)-Business, mit politischen Zirkel in Washington („on the Hill“), alle hätte sie ihm das Gleiche gesagt. Es gebe eine Menge Absichtserklärungen, aber keine Verträge, Angebote aus der Waffenindustrie, aber nichts, was reif oder ernst genug wäre, damit der Senat eingeschaltet wird, um sich die Abmachungen anzuschauen.

Laut der Defense Security Cooperation Agency, einer Regierungsbehörde, die im Verteidigungsministerium für Waffengeschäfte zuständig ist, gehe es um „beabsichtigte Verkäufe“. Keines der beabsichtigten Geschäfte sei neu, so Riedel, alle seien sie schon unter Obama angeleiert worden.

So etwa der Verkauf von vier Fregatten, die in der zum Verkauf geplanten Version noch gar nicht gebaut seien, auch das Interesse Saudi-Arabiens am THAAD-System gebe es seit Jahren, aber eben nicht in Vertragsform. Der Verkauf sei schon 2015 von Obama prinzipiell bewilligt worden. Ganz ähnlich sei die Situation beim anvisierten Verkauf von 150 Black-Hawk-Hubschraubern:

Was die Saudis und die US-Regierung machten, bestand darin, eine saudische Wunschliste möglicher Deals in ein fiktives Paket zu packen und dies als Geschäft zu darzustellen. Aber selbst in der Fiktion passen die Zahlen nicht. Es ist Fake News.

Bruce Riedel

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Ungarn liefert Horst Mahler an Deutschland aus

Die ungarischen Behörden schicken Holocaustleugner Horst Mahler zurück nach Deutschland. Der verurteilte Volksverhetzer hatte eigentlich auf Asyl gehofft.

SpON

Rechtsextremist Horst Mahler hatte es mit viel Pathos bei Ungarns Staatschef Viktor Orbán versucht: Er lege, schrieb der Deutsche Mitte Mai in einer Erklärung, sein „Schicksal in die Hände seiner Regierung“. Doch der verurteilte Holocaustleugner erhielt nicht wie von ihm erhofft Asyl, stattdessen kam er in Haft. Jetzt ist zudem klar: Mahler muss zurück nach Deutschland.

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The First Space-Based ‘Nation’ Wants to Store Data Off-Planet, Beyond the Law

Image: Robert McCall/MGM/Public Domain
‚Asgardia‘ plans to launch a data storage satellite beyond the reach of Earthly laws—an ambitious and problematic goal.

By Mark Harris | MOTHERBOARD

Self-proclaimed ’space nation‘ Asgardia will launch a satellite later this year to test the concept of long-term data storage in orbit around the Earth. This potentially opens the door to off-planet data and tax havens, according to filings obtained by Motherboard, and represents an important step towards the group’s proclaimed goal of starting a private nation in space.

In October 2016, an international team of scientists and researchers led by Russian businessman and computer scientist Igor Ashurbeyli announced the founding of Asgardia. The wannabe private nation hopes to eventually fly inhabited space stations, to protect the Earth from extraterrestrial threats like asteroids, and to create a demilitarized and freely accessible base of scientific knowledge permanently in orbit.

So far, over 180,000 Earthlings have pledged allegiance to this hypothetical orbital country by filling out a citizenship form online. Anyone on Earth can apply, without sacrificing their existing nationality. Asgardia is currently self-financed by Ashurbeyli and his co-founders but has plans to crowd-fund from its citizens—and eventually to establish taxes.

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