Start der phil.cologne: „Die Philosophie ist besonders gefordert“


Heute beginnt die 5. phil.cologne. Wolfram Eilenberger ist einer der Programmverantwortlichen des Festivals (picture alliance / dpa)
Durch die Digitalisierung sei der Mensch damit konfrontiert, dass Maschinen Leistungen vollbringen, die bisher nur auf Menschen bezogen waren, sagte der Philosoph Wolfram Eilenberger im Dlf. Doch man sollte vor lauter Innovation nicht das, was das Leben eigentlich lebenswert mache, aus dem Auge verlieren: die Alltäglichkeit, das Miteinander. Dabei könne die Philosophie helfen.

Wolfram Eilenberger im Corsogespräch mit Thekla Jahn | Deutschlandfunk

hekla Jahn: Der Mensch will Effizienz. Und so ist die folgende Fragenreihe nur folgerichtig: Wie lassen sich Arbeitsprozesse optimieren? Wie schreiben sich Algorithmen von selbst? Und wie ersetzen wir uns fehlbare Menschen durch unfehlbare Roboter?

Die Fragen lassen sich lösen, auf naturwissenschaftlichen Weg. Was dabei fehlt ist die Sinnfrage. Und das ist das Metier der Philosophen – Doch die bleiben ziemlich stumm in den gesellschaftlichen Debatten der vergangenen Jahrzehnte. Als hätte sie die Digitalisierung verschluckt. Natürlich stimmt das nicht ausnahmslos. Seit fünf Jahren versucht zum Beispiel die phil.cologne den philosophischen Fragen wieder Bedeutung zu verschaffen. Das internationale Festival für Philosophie beginnt heute mit seinem diesjährigen Programm und darüber wollen wir mit Wolfram Eilenberger sprechen, einem der Programmverantwortlichen, selbst Chefredakteur des Philosophie Magazins. Schönen Guten Tag.

Wolfram Eilenberger: Guten Tag.

„Fragen, die wir in diesem Philosophiefestival angehen wollen“

Jahn: Herr Eilenberger, am Anfang stand die Frage „Wer bin ich?“ und aus der Beschäftigung mit dem menschlichen Geist erwuchs Erkenntnis der Welt. Doch die Naturwissenschaften haben ihre philosophischen Wurzeln gekappt. Ist das der Anfang vom Untergang der Menschen zugunsten hyperintelligenter und dem entsprechend Menschen überlegener Maschinen?

Eilenberger: Das sind sicher Fragen, die wir in diesem Philosophiefestival auch angehen wollen. Aber es ist richtig, dass der Mensch in seinem Selbstverständnis durch die Prozesse, die wir mit Digitalisierung im weitesten Sinne beschreiben, in einen neuen Zustand, in eine neue Fraglichkeit bekommen ist. Denn wir sind zum ersten Mal in der Geschichte unseres Seins damit konfrontiert, dass Maschinen Leistungen vollbringen, die wir bisher nur auf den Menschen bezogen haben. Und eben nicht nur im reinen Rechnen, sondern auch im Handeln und sogar im ethischen Urteilen. Und das wirft nicht nur schwere Fragen für uns auf, sondern natürlich auch für die Maschinen, die wir entwickeln oder die sich mittlerweile sogar selbst entwickeln.

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