Bericht: Missbrauchs-Kommission hat zu wenig Geld

Bild: WAZ
Die 2016 vom Bund eingesetzte Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs hat nach einem Bericht des „Spiegels“ zu wenig Geld. Sie könne deshalb keine Anmeldungen für vertrauliche Anhörungen von Betroffenen mehr entgegennehmen, schrieb das Nachrichtenmagazin am Wochenende unter Berufung auf einen Zwischenbericht, den die Kommissionsvorsitzende Sabine Andresen am Mittwoch in Berlin vorstellen will.

evangelisch.de

Zwar reichten die Mittel für die knapp 1.000 Anmeldungen, die das Gremium bislang bekommen habe. „Wir wissen aber schon heute, dass der Bedarf viel höher ist“, zitiert „Der Spiegel“ die Kommissionsvorsitzende Andresen: „Doch dafür brauchen wir mehr Zeit und mehr finanzielle und personelle Ressourcen.“

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Zürcher Esoterikgeschäft verkauft Hitler-Buch

Bild: Tages Anzeiger
Ein Zürcher Geschäft bietet neben Räucherstäbchen antisemitische Bücher an. Auch Hitlers unkommentierte Ausgabe von «Mein Kampf». Der Israelitische Gemeindebund erstattet Anzeige.

Von Martin Sturzenegger | Tages Anzeiger

Eine esoterische Buchhandlung im Raum Zürich: Wer den Laden betritt, bekommt Einlass in eine Welt der positiven Energien: Räucherstäbchen, Öle oder Raumsprays versprechen wahlweise gesunden Schlaf, geistige Reinigung, körperliche Gesundheit oder Lebenskraft. Die Welt könnte eine bessere sein – sofern man die richtigen Produkte nutzt.

Die Energiesteine signalisieren das Ende der Wohlfühloase. In der dahinterliegenden Buchabteilung wird fast nur noch gewarnt. Davor, dass die Welt eine schlechte ist. Es ist die Abteilung der Verschwörungstheorien, der Geheimbünde, Illuminati und Freimaurer. Einige der Bücher beschreiben eine Welt, die unterwandert und dem Untergang geweiht ist. Ladenbesitzer R. B.*, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, spricht von «Aufklärung»: «Viele Wahrheiten werden bewusst unter dem Deckel gehalten. Zumeist aus Machtinteresse.» Er steht mit dieser Meinung nicht allein da. Einige der Bücher, die hier vertrieben werden, werden als Kultbücher gefeiert, hochgejubelt von einer weltumspannenden Anhängerschaft.

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Kirchentag Dortmund 2019: Statt Signal Iduna Park Camp Nou des FC Barcelona

Screenshot: Thomas Thiel
Es ist ein stimmungsvolles Video, mit dem die evangelische Kirche Westfalen auf Facebook für den Kirchentag 2019 in Dortmund wirbt. Phoenix-See, U-Turm, Reinoldikirche – Dortmunds Wahrzeichen werden von ihrer schönsten Seite gezeigt. Nur statt des Signal Iduna Parks taucht das Camp Nou des FC Barcelona auf. Mit Absicht?

RuhrNachrichten.de

ARD-Themenwoche: Öffentlich-Rechtliche Missionsanstalt

Du lieber Himmel: Stick zur Themenwoche. Foto: Leo Leu
In dieser Woche wurden wir ja regelrecht überschüttet. (Fast) Jeder von uns bekam ein Päckchen geschickt. Direkt vom MDR. Das passiert selten. Meistens kommen die Schnitzelchen per E-Mail, wir gucken uns das an, kratzen uns am Hinterkopf und fragen uns: Ist das wirklich das, was die Leute interessiert? Na gut, das blieb uns auch diesmal nicht erspart.

Von Leo Leu | Leipziger Internet-Zeitung

Ein nettes Anschreiben von Ines Schulz steckte drin (Hauptabteilung Kommunikation des MDR), eine Faltkarte mit Programmtipps und ein Stick im Scheckkartenformat. Alles rund um die ARD-Themenwoche 2017: „Woran glaubst du?“

Glaub ich nicht, hab ich gesagt. Ist es jetzt wirklich schon so weit?

Lies erst mal, redeten mir meine Kollegen zu. Vielleicht ist es ja gar nicht so schlimm.

Also Chipkarte einstecken, Dateien öffnen, lesen. Lesen. Eine „Pressemappe“ steckte drin: 100 Seiten, bunt bebildert, wie man das von MDRs kennt. Denn der heimelige Heimatsender hat für die ARD diese Themenwoche übernommen. Lag wahrscheinlich irgendwie nahe, wo doch so viele Bischöfe und Kardinäle im Rundfunkrat sitzen.

Aber 100 Seiten Pressemappe? Die gar keine Pressemappe ist, sondern eine Werbebroschüre für die Themenwoche mit lauter Vor- und Geleitworten. Salbungsvoll natürlich. Ich bin wirklich froh, dass ich in diesen Heiligen Hallen nicht arbeiten muss.

Rundfunkpfarrerin Karola Wille zum Beispiel schreibt: „Wir nähern uns der Frage ‚Woran glaubst Du?‘ von verschiedenen Seiten. Auf der individuellen Ebene wollen wir dazu anregen, über die Grundpfeiler des eigenen Lebens nachzudenken: Was gibt meinem Leben Sinn? Was ist mein Halt? Ist mir etwas heilig?“

Tut mir leid, bei der Predigt bin ich ausgestiegen.

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ARD zeigt Themenwoche rund um Religion

Kopftuch, Kruzifixe, Kirchensteuer: Über Glaubensthemen wird oft und intensiv diskutiert. Die ARD widmet ihnen jetzt eine Themenwoche. Dabei geht es nicht ausschließlich um Religion.

Von Paula Konersmann | katholisch.de

Woran glauben die Deutschen? Wie geht Glaube? Und welche Rolle spielt er für die Gesellschaft? Diesen Fragen geht demnächst eine ARD-Themenwoche nach. Zwischen dem 11. und 17. Juni behandeln Spielfilme, Magazinformate und Dokumentationen verschiedene Spielarten des Glaubens. Seit Ende April sind die Zuschauer zum aktiven Mitgestalten des Themenschwerpunktes aufgerufen. Über die Website der Themenwoche soll ein Stimmungsbild zur titelgebenden Frage entstehen: „Woran glaubst du?“ Die ARD sammelt Statements von Kirchgängern, Fußballfans oder Romantikern, die auf die wahre Liebe hoffen. Auch Prominente kommen mit „Glaubensbekenntnissen“ zu Wort. So weit, so erwartbar. Umso ungewöhnlicher sind verschiedene Beiträge in Funk und Fernsehen.

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Trinkwasser könnte erheblich teurer werden

© dpa Leitungswasser ist viel billiger als Wasser aus der Flasche – und auch gut für die Umwelt, weil der Transport von Wasserkästen über viele Hundert Kilometer entfällt.
Das Trinkwasser könnte in vielen Regionen in Deutschland schon bald spürbar mehr kosten. Dem Umweltbundesamt zufolge müsste eine vierköpfige Familie dann bis zu 134 Euro im Jahr mehr bezahlen.

Frankfurter Allgemeine

Der Preis für Trinkwasser könnte nach Darstellung des Umweltbundesamtes (UBA) um bis zu 45 Prozent steigen. Grund sei die hohe Nitratbelastung des Grundwassers. Wenn diese nicht bald sinke, müssten die Wasserversorger zu teuren Reinigungs- und Aufbereitungsmethoden greifen, teilte die Behörde am Samstag mit. Auf eine vierköpfige Familie kämen dann Mehrkosten von bis zu 134 Euro im Jahr zu. Zu Jahresbeginn hatte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ebenfalls vor deutlich steigenden Wasserpreisen gewarnt.

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Wie ein Zen-Priester zum Angeklagten wurde

In Dinkelscherben führte Genpo D., 62, seit über 20 Jahren einen buddhistischen Tempel. Seit Juli vorigen Jahres sitzt er wegen Missbrauchsverdacht in Untersuchungshaft. Foto: Marcus Merk, Archiv

Genpo D. ist ein geachteter buddhistischer Lehrer. Doch ein Anruf bei der Kripo ändert alles. Er gerät unter Verdacht, Kinder missbraucht zu haben. Nun steht er vor Gericht.

Von Jörg Heinzle | Augsburger Allgemeine

Er weiß sofort, dass sein Doppelleben jetzt zu Ende ist. Es ist der Morgen des 27. Juli 2016, gegen 6.30 Uhr. Polizisten läuten bei Genpo D. an der Haustür. Der Zen-Priester betreibt hier, in der dörflichen Idylle von Dinkelscherben, seit über 20 Jahren einen buddhistischen Tempel. Die Beamten zeigen ihm einen Haftbefehl und einen Durchsuchungsbeschluss für sein Haus. Darin heißt es, er stehe unter dem dringenden Tatverdacht des „sexuellen Missbrauchs von Kindern“. Genpo D. weiß, was das für ihn bedeutet. Er war in jungen Jahren selbst Polizist, bevor er sich dem Buddhismus zuwandte. Er ist ab jetzt nicht mehr der von vielen geachtete Meister, international respektiert als einer der Vizepräsidenten des Weltverbands der Buddhisten WFU. Er ist jetzt Beschuldigter in einem Strafverfahren, ein mutmaßlicher Krimineller.

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Kanzlerin Merkel zum Gebetsempfang in den Vatikan

Bereits zum vierten Mal empfängt Papst Franziskus am 17. Juni die Bundeskanzlerin zur Privataudienz. Kein Staatslenker führte mehr offizielle Unterredungen mit dem Kirchenoberhaupt. Bei vielen Themen stimmt ihre Chemie.

domradio.de

Angela Merkels erste Audienz im Mai 2013, zwei Monate nach Franziskus‘ Amtsantritt, war damals eine kleine Sensation. Denn eigentlich galt es als ungeschriebenes Gesetz, dass der Papst aus Gründen der Neutralität keine Spitzenpolitiker in den Vatikan einlädt, die gerade im Wahlkampf stehen. Nun liegt der Audienztermin beim allseits beliebten Papst sogar noch näher an der Bundestagswahl im September.

Doch für Merkel dürfte dies nur ein positiver Nebeneffekt sein. Ihr geht es vor allem um moralische Unterstützung für ihre politische Linie beim anstehenden G20-Gipfel in Hamburg. Unter deutscher Präsidentschaft berät die Staatengruppe am 7. und 8. Juli über globale Fragen wie Flüchtlingskrise, Klimaschutz und Armutsbekämpfung. Und auf diesen Feldern liegen die CDU-Politikerin und das Kirchenoberhaupt weitgehend auf einer Linie.

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Bibeln für Lampedusa – der ultimative Blödsinn für Flüchtlinge

Märchen-Bibel (Bild: Twitter/Caleb Kaltenbach)

Die ökumenische Bibelgesellschaft hat jetzt mehr als 1700 französisch- und englischsprachige Bibeln auf die Flüchtlings-Insel Lampedusa nach Süd-Italien geschickt.

kath.net

Die ökumenische Bibelgesellschaft hat jetzt mehr als 1700 französisch- und englischsprachige Bibeln auf die Flüchtlings-Insel Lampedusa nach Süd-Italien geschickt. Die Insel wird seit vielen Monaten immer wieder von Migranten aus Afrika angesteuert. Zeitweise befinden sich auf der Insel mehr Flüchtlinge als Einwohner. Die Bitte um Zusendung der Heiligen Schrift kam von P. Carmelo La Magra, dem Pfarrer der Insel, der festgestellt hatte, dass es offensichtlich bei den Flüchtlingen auch nicht wenige Christen gibt und es hier Bedarf gebe.

Antisemitismus-Film: So ist die Doku, die von Arte zurückgehalten wird

Der jüdische Staat, diffamiert als Schurkenstaat: Anti-israelische Demonstranten im Sommer 2014 in Berlin Quelle: imago/IPON/imago stock&people
Der Sender Arte hält eine Dokumentation über Antisemitismus unter Verschluss. Offenbar, weil sie zu israelfreundlich ist. Das ist ein Skandal. Rezension eines Films, der rasch veröffentlicht gehört.

Von Richard Herzinger | DIE WELT

Der deutsch-französische TV-Sender Arte weigert sich seit fünf Monaten, den mit Geldern des WDR für ihn produzierten Film „Auserwählt und Ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ der Autoren Sophie Hafner und Joachim Schröder auszustrahlen. Als offizielle Begründung führt Arte nun in einem Pressestatement an, die fertige Doku entspreche nicht dem – vom WDR eingebrachten – ursprünglichen Programmvorschlag.Sophie Hafner und Joachim Schröder

Sie habe „einen Überblick über das aktuelle Erstarken des Antisemitismus in verschiedenen Ländern Europas bieten“ sollen, „u.a. in Norwegen, Schweden, Großbritannien, Ungarn und Griechenland“. Stattdessen konzentriere sie sich „hauptsächlich auf den Nahen Osten“ und behandele „die fünf genannten Länder in keiner Weise“. Andere inhaltliche Gründe für die Ablehnung bestreitet der Sender. Den „Vorwurf von Antisemitismus“ weist er als „grotesk“ zurück – den allerdings hatte gar niemand gegen ihn erhoben.

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Götter, Gräber und Begehrte

Bild: © Universal Pictures
Eine Mumie wird lebendig, der altägyptische Totenkult trifft auf nachmetayphysische Esoterik und verwickelt sich mit Popkulturbandagen. Alex Kurtzmans Film „Die Mumie“ ist kein Reboot von Stephen Sommers‘ Mumien-Trilogie, die zwischen 1999 und 2008 ins Kino kam und die ihrerseits wiederum auf dem Boris-Karloff-Klassiker „Die Mumie“ von 1932 beruht, bei dem seinerzeit der Deutsche Karl Freund Regie führte.

Von Rüdiger Suchsland | TELEPOLIS

Superstar Tom Cruise spielt die Hauptrolle, Russel Crowe eine zweite, daneben gibt es mit Annabelle Wallis und Sofia Boutella zwei bisher eher unbekannte, aber sehr hübsch anzusehende Frauen. Einmal mehr (wie in „Vanilla Sky“) spielt Cruise einen Mann mit Doppelgesicht, der zwischen Gut und Böse ähnlich hin und her gerissen ist wie zwischen Gut und Böse, Leben und Tod, Blond und Braun.

Dies mal vorweg: Natürlich ist „Die Mumie“ objektiv betrachtet kein guter Film. Nicht wegen der hanebüchenen Handlung, nicht weil es hier zuviel Klamauk gäbe für einen Actionfilm und zuviel Action für eine Slapstick-Klamotte, nicht weil dieser Film mindestens vier Filme in einem ist, aber keiner davon richtig, und noch nicht einmal wegen Tom Cruise.

Sondern weil diejenigen, die für diesen Film verantwortlich sind, sich offenbar weder für ihren eigenen Film interessieren noch irgendeine vage Ahnung von oder Liebe zu alldem haben, was sie hier versuchen anzuzitieren: Filmgeschichte vor allem, Archäologie, sexuelle Perversionen, altägyptische Totenriten, viktorianische Literatur. Wen nur das interessiert, der kann jetzt hier aufhören zu lesen.

Alle anderen können beruhigt sein. „Die Mumie“, auf Englisch in schönster Doppeldeutigkeit „The Mummy“ betitelt, ist nämlich alles in allem sehr vergnüglich.

Er ist sehr kurzweiliger Hollywood-Trash, der trotzdem mehr Tiefgang hat als zu erwarten war, vor allem wenn man in Rechnung stellt, dass der Universal Verleih am liebsten wohl gar keine Kritiken über diesen Film lesen würde. Denn immerhin hat man die weltweiten Pressevorführungen erst einen knappen Tag vor Filmstart gesetzt – das hat manchen Bericht komplett verhindert, und es setzt die Erwartungshaltung aller Branchenkenner auf unter Null.

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Kaddor über Islamisten – „Diese Leute gehören nicht zu uns“

Lamya Kaddor, Quelle: dpa/bom
Die Islamwissenschaftlerin Kaddor will eine „breite, muslimisch getragene gesellschaftliche Ächtung“ von Extremisten. Dafür organisiert sie zusammen mit anderen eine Demonstration gegen islamistischen Terror.

DIE WELT

Die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor will eine „breite, muslimisch getragene gesellschaftliche Ächtung“ von Extremisten. Sie bezog sich damit auf die mehr als 130 Imame und muslimischen Religionsführer in Großbritannien, die den Attentätern der jüngsten Terroranschläge in London und Manchester das traditionelle Bestattungsgebet verweigern.

Kaddor sagte im Interview der „Süddeutschen Zeitung“, Muslime sollten Extremisten ausgrenzen. „Diese Leute gehören nicht zu uns. Sie verstoßen gegen zentrale Prinzipien des Islam. Sie töten Unschuldige, was seit über tausend Jahren ein No-Go für Muslime ist“, sagte Kaddor.

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Scharia, Juden und Oliven

Foto: pixabay.com/RDF
Das Todesurteil für die „jüdischen“ Olivenbäume der Türkei und die angebliche Vereinbarkeit der Scharia mit den Menschenrechten

Von Giordano Brunello | Richard-Dawkins-Foundation

Nachdem die AKP-Islamofaschisten die Gewaltenteilung in der Türkei mit der Verfassungsänderung vom vergangenen April durch einseitige Berichterstattung in den von ihnen gesteuerten Medien sowie Medienzensur, massivste Einschüchterungen der Bevölkerung und systematischen Wahlbetrug beseitigen konnten, hat nun auch die letzte Stunde der türkischen Olivenbäume geschlagen. Die AKP-Bande hatte zuvor während Jahren versucht, insbesondere die Olivenhaine der Ägäis abzuholzen, was bis anhin durch Gerichtsentscheide teilweise verhindert werden konnte. Da in der heutigen Türkei Gerichte keine eigenständige Rolle mehr spielen und in faktischer Hinsicht genauso wie das türkische Parlament nur noch Akklamationsinstanzen des Diktators darstellen, gibt es leider nichts mehr, was die Islamofaschisten von diesem Vorhaben noch abhalten könnte.

Die insbesondere an der türkischen Ägäis-Küste seit Jahrhunderten wachsenden Olivenbäume sind der geldgierigen AKP-Clique und dem noch geldgierigeren Diktator, der dazu noch an einer Bau-Megalonomie leidet, schon lange ein Dorn im Auge, weil diese Bäume wertvollem Bauland Platz wegnehmen würden, so wie diese Leute es ausdrücken. Vor einigen Tagen konnte nun das entsprechende Gesetzespaket die vorberatende Industriekommission des türkischen Parlaments passieren und wird demnächst vom Parlament durchgewunken. Die Landwirtschaftskommission, die bei einem derart wichtigen landwirtschaftspolitischen Entscheid klar zuständig wäre, wurde nicht einmal angehört, geschweige denn irgendwelche Einwände aus der Opposition, aus dem betroffenen Industriezweig oder von der Bevölkerung. Die Olivenhaine, welche die Landschaft der Ägäis aber auch das Leben und die Kultur dieser Region seit Jahrhunderten prägen, dürften demnächst der Vergangenheit angehören.

Dass es jetzt so einfach und so schnell ging, sollte nicht davor hinwegtäuschen, dass die AKP-Islamofaschisten für dieses Ziel sehr lange gekämpft haben und dabei keine Mittel scheuten, um die Olivenbäume schlecht zu machen. Sie führten sogar eine regelrechte Hasskampagne gegen die Olive. Das ist durchaus keine Übertreibung. Im November 2014 ging dies so weit, dass sie den Hashtag #ZeytinAlmıyoruz auf Twitter verbreiteten, was so viel heißt wie „Wir kaufen keine Oliven!“. Dabei wurde von der AKP-Propaganda unter anderem auch behauptet, dass der Olivenbaum ein „jüdischer Baum“ sei und deshalb sämtliche Olivenbäume der Türkei abgeholzt werden müssten. Die nachfolgende antisemitische Darstellung mit Text, die damals in den sozialen Medien verbreitet wurde, gibt eine bemerkenswerte Begründung dafür ab, die ich nachfolgend übersetzen und anschließend kommentieren werde.

(Türkische antisemitische Karikatur mit Text aus dem Jahr 2014)

„Weshalb sollten Olivenbäume gefällt werden??

(In einer Zeit) in der Nähe des Jüngsten Tages wird es einen Krieg zwischen den Muslimen und den Juden geben. Die Muslime werden von diesem Krieg als Sieger hervorgehen. Es wird sich so verhalten, dass die Juden sich hinter den Bäumen und den Steinen verstecken werden; die Bäume und die Steine werden jedoch Nachricht darüber geben und sagen „Hey Muslim, was sich hinter mir befindet, ist ein Jude. Komm geschwind und töte ihn!”.

Aber nur der Olivenbaum wird keine Nachricht darüber geben, weil dieser ein Judenbaum ist. Heute ermutigt Israel alle Länder, dass diese Olivenbäume pflanzen. Sie wissen nämlich, dass diese Bäume die Juden beschützen werden.

(es folgt die krass antisemitische Darstellung eines Juden; „zeytin ağacı” bedeutet Olivenbaum)

Gestern hat Israel versucht, um das Fällen der Olivenbäume zu verhindern, den Bau des Wärmekraftwerks in Soma zu stoppen und hat dies mit der Unterstützung des Danıştay (Türkischer Staatsrat, sprich das höchste türkische Verwaltungsgericht) geschafft. Aber unsere Regierung hat trotz dieses Entscheids des Danıştay das Fällen der Bäume fortgesetzt und hat damit sämtliche Pläne Israels vereitelt.

Es ist geplant, dass sämtliche Olivenbäume in der Türkei innerhalb von drei Jahren gefällt werden; auf diese Art und Weise wird man Israel einen großen Schlag versetzen.

Aber es reicht nicht, nur die Bäume zu fällen. Unsere Nation sollte die ihr zukommende Pflicht erfüllen und von dieser Stunde an keine Oliven mehr gebrauchen und sollte sich damit nicht zu einem Werkzeug dieses Spiels machen lassen.

Werde nicht zum Spielball, o Ottomanensohn!

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Militärmacht EU – eine „schlafende Schönheit“?

EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini macht sich für eine gemeinsame Verteidigungspolitik stark. Bild: EU/CC BY-NC-2.0
In eindringlichen Worten haben die Spitzen der EU dafür geworben, die militärische Zusammenarbeit in der Union voranzutreiben und auszubauen. „Wir haben viele Jahre mit ideologischen Debatten über europäische Verteidigung verbracht“, sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Freitag auf der Verteidigungs- und Sicherheitskonferenz in Prag. „Nun ist es an der Zeit, die Dinge zu erledigen.“

Von Dirk Eckert | TELEPOLIS

Es gehe um nicht weniger als die Verteidigung Europas, befand EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Mit dem Artikel 42 des Lissabon-Vertrags habe die EU bereits das nötige Werkzeug, der Artikel sei eine „schlafende Schönheit“, befand Juncker: „Es ist Zeit, die schlafende Schönheit zu wecken.“ Ohne Militär sei die Union wie ein halb gebautes Haus.

Der Auftritt der beiden EU-Oberen ist Teil einer Offensive der EU-Kommission, die seit Mitte der Woche läuft. Erst gestern einigten sich die EU-Mitgliedsländer auf den nötigen Rechtstext, um eine europäische Kommandozentrale einzurichten. Eingeleitet wurde die Werbeoffensive mit einem Diskussionspapier, das vorab an große Zeitungen gegeben worden war, die dann prompt exklusiv darüber berichteten. Am Mittwoch machte die EU-Kommission die Pläne dann öffentlich zugänglich. In einem so genannten „Reflexionspapier“ skizziert die Kommission drei Wege, die die EU in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik gehen könne.

Das erste Szenario „Zusammenarbeit im Bereich Sicherheit und Verteidigung“ lässt sich als ein Weiter so beschreiben: Rüstungsbeschaffungen bleiben Sache der Mitgliedsstaaten, über Zusammenarbeit bei Rüstungsvorhaben und in der Sicherheitspolitik wird freiwillig und im konkreten Einzelfall entschieden.

Das zweite Szenario „Geteilte Verantwortung für Sicherheit und Verteidigung“ beschreibt die Kommission selbst als „ambitionierter“. Im Verteidigungsbereich würden finanzielle und operative Ressourcen gebündelt. Auf dieser Grundlage soll sich die EU um den Schutz der Außengrenzen kümmern, Terrorismus bekämpfen, Europa im Cyberspace verteidigen und vieles mehr. Anders als in Szenario 1 würde sich die EU mit der NATO stärker als bisher abstimmen und öfter zusammenarbeiten.

Das entscheidende Szenario aber ist Nummer 3: „Gemeinsame Verteidigung und Sicherheit“. Natürlich wird nur dafür der ganze Aufwand überhaupt betrieben. Es sieht vor, schrittweise die Verteidigungspolitik zu vereinheitlichen, um am Ende zu einer gemeinsamen Verteidigung auf der Grundlage von Artikel 42 des EU-Vertrags zu gelangen. Die Streitkräfte der Mitgliedsstaaten sollen besser verzahnt werden, so dass die EU am Ende in der Lage ist, „Sicherheits- und Verteidigungseinsätze im sogenannten Hochwertbereich durchzuführen“.

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Größte protestantische Kirche der USA verliert weiter Mitglieder

Die Südlichen Baptisten, die größte protestantische Kirche der USA, hat 2016 erneut Mitglieder verloren. Wie die als evangelikal und konservativ geltende „Southern Baptist Convention“ am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte, ging die Zahl ihrer Mitglieder im Vergleich zu 2015 um 0,5 Prozent auf 15,2 Millionen zurück.

evangelisch.de

Die Zahl der Taufen sank um knapp fünf Prozent auf 280.773. Die Zahl der Gemeinden stieg dagegen um 479 auf 47.272. Der Präsident des Exekutivausschusses der Kirche, Frank Page, sprach von einer „schlechten Verfassung unserer Kirchen und mangelndem missionarischem Eifer“. Die „harte Realität“ sollte jedes Kirchenmitglied bewegen, seinen eigenen Einsatz zu hinterfragen. Der Baptistenverband hatte seine höchste Mitgliederzahl im Jahr 2005 mit 16,6 Millionen erreicht. Die meisten protestantischen Kirchen in den USA büßten in den vergangenen Jahren Mitglieder ein. Nach Umfragen distanzieren sich besonders junge Menschen von organisierter Religion.

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Massentest in Wiesbaden: Tuberkulose breitet sich aus

Offene Tuberkulose ist im Gegensatz zu geschlossener ansteckend. (Symbolbild). Foto: imago stock&people (imago stock&people)
Die Tuberkulose breitet sich in Hessen aus. Bei einem Massentest an einer Schule in Wiesbaden werden fünf weitere Erkrankte entdeckt. Anlass für den Test war eine an offener Tbc erkrankte Mitschülerin.

Von Madeleine Reckmann | Frankfurter Rundschau

Die Tuberkulose (Tbc) breitet sich in Deutschland aus. Das Gesundheitsamt Wiesbaden hat nun bei der Untersuchung des neunten Jahrgangs der Hermann-Ehlers-Schule an Tbc erkrankte Personen entdeckt. Dies teilt die Amtsleiterin Kaschlin Butt am Donnerstag mit.

Von den 112 im Mai getesteten Lehrern und Schülern wurden bei drei Schülern und zwei Lehrern Stoffe im Blut entdeckt, die auf Tbc hinweisen. Der Jahrgang hatte zum Massentest im Gesundheitsamt erscheinen müssen, weil eine Mitschülerin an offener Tbc litt.

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Iranische Religions-Uni gründet Institut in Berlin

Arabisch für Erstsemester. Knapp 30 Studierende – davon deutlich über die Hälfte Frauen – und neun Lehrende hat das Berliner…Foto: Mike Wolff
Eine iranische Religions-Uni hat ein Institut in Berlin eröffnet. Erklärtes Ziel ist es, den schiitischen Islam in Deutschland zu stärken.

Von Amory Burchard | DER TAGESSPIEGEL

Islamische Theologie als reguläres Studienfach, ein Bachelor, der auf eine Tätigkeit als Religionslehrerin oder als theologisch kompetentem Sozialarbeiter vorbereitet: Diese Wege soll der an der Berliner Humboldt-Universität geplante Studiengang für Islamische Theologie muslimischen Studierenden eröffnen.

Der Start ist für den Herbst 2018 geplant. Doch während die Gründer noch mit allerlei Problemen ringen, hat in Berlin eine ganz ähnliche Einrichtung ihren Studienbetrieb aufgenommen – ein schiitisch-iranisches Universitäts-Institut mit Sitz in Charlottenburg.

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Vatikanischer Islamexperte: ISIS kann sich auf den Koran berufen

Bild: nationalreview.com
Der Islam müsse ‚neu gedacht’ werden. Das bedeute in erster Linie eine Trennung von Religion und Politik, schreibt Samir Khalil Samir.

kath.net

Die Behauptung, ISIS sei nicht aus dem Islam entstanden und nicht vom Islam inspiriert, sei „kategorisch falsch“. Der „Islamische Staat im Irak und in Syrien“ könne sich auf die authentischsten Quellen des Islam berufen, auf den Koran und die überlieferten Worte und Taten seines Propheten Mohammed. Davon ist der Islamexperte P. Samir Khalil Samir SJ, Professor am Päpstlichen Orientalischen Institut in Rom, überzeugt.

Er wolle damit nicht sagen, dass der Koran nur von Gewalt spreche, doch enthalte er beides – Gewalt und Gewaltlosigkeit – schränkt P. Samir ein. Im Leben Mohammeds seien historisch in zwei Phasen zu unterscheiden. Die erste von 610 bis 622 in seiner Heimat Mekka. In diesen Jahren habe er die Koexistenz mit den Christen gesucht und sich sogar positiv über sie geäußert. Die zweite Phase, die von 622 bis zu seinem Tod 632 anzusetzen sei, sei von der Eroberung anderer Stämme dominiert, schreibt P. Samir in einem Artikel für die Asia News.

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Kirchen wehren sich gegen Missbrauchsvorwurf bei Kirchenasyl

Die ökumenische Arbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche sieht das Kirchenasyl wachsendem Druck von staatlicher Seite ausgesetzt. Zu Unrecht werde den Kirchen Missbrauch des Kirchenasyls unterstellt, heißt es in einem am Freitag in Berlin veröffentlichten Brief der Arbeitsgemeinschaft an die Innenminister der Länder.

evangelisch.de

Vielmehr sollte die Politik die Ursachen beseitigen, die zu Kirchenasyl führen. Die Innenminister kommen am Montag in Dresden zu ihrer turnusmäßigen Konferenz zusammen. Derzeit gibt es den Angaben zufolge etwa 340 Kirchenasyle in Deutschland. Damit münde nur ein sehr kleiner Teil der Anfragen an die Kirchengemeinden tatsächlich im Kirchenasyl, hieß es weiter. Dabei gewähren Gemeinden Ausländern eine zeitlich befristete Aufnahme, wenn deren Leben durch eine Abschiebung bedroht ist.

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Neural Interfacing Will Create a ‚Cosmic Oneness‘ With Your Phone

A Borg cosplayer in Tokyo. Image: Brian Jeffery Beggerly/Wikimedia Commons
„The dystopian version is something like the Borg.“

By Malone Mullin | MOTHERBOARD

Visions of the so-called Singularity—the merging of man and machine—are solidifying day by day. In April, Facebook announced that it’s got 60 engineers tinkering away at a wearable device will read your thoughts and turn them into status updates. And Elon Musk’s Neuralink, unveiled in March, is looking at developing a tissue implant—but instead of simply writing down your thoughts, the company wants you to share them instantly with everyone else’s chip-pimped brains.

The trendy technology is called „neural interfacing,“ and it usually aims to enhance the mind by connecting it to objects outside the human body, integrating us closely with our devices. Emerging research has already shown that we can’t put down our phones (we check them, on average, every 15 minutes), leading researchers to fear the dissolution of the human attention span once we don’t even need to hold them. In the neurally-interfaced future we will, in a literal sense, become one with our devices—and even each other, if bioengineers can overcome fears that linking to other brains might create a hackable hive-mind.

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