TRAPPIST-1: Neue Art der Planetenbildung?

Die sieben Erdzwillinge von TRAPPIST-1 dürfte es eigentlich gar nicht geben – sie widersprechen beiden gängigen Planetenbildungs-Modellen. © NASA/JPL-Caltech
„Unmögliche“ Planeten: Nach gängiger Theorie dürfte es die sieben erdähnlichen Planeten um TRAPPIST-1 gar nicht geben. Denn sie liegen viel zu eng beieinander. Wie diese Erdzwillinge trotzdem gebildet werden konnte, haben jetzt Planetenforscher aufgeklärt. Demnach spielten dafür wandernde Brocken aus Eis und Stein und die sogenannte Schneegrenze eine entscheidende Rolle. Wie am Fließband produzierte die Kombination aus Wanderung und Akkretion nacheinander die sieben Exoplaneten.

scinexx

Sieben auf einen Streich: Die Entdeckung von gleich sieben erdgroßen Exoplaneten um den Stern TRAPPIST-1 sorgte Anfang 2017 für Aufsehen. Denn der Großteil dieser Erdzwillinge könnte lebensfreundliche Bedingungen bieten – und sie liegen nur 39 Lichtjahre von uns entfernt. Sogar nach Signalen von Außerirdischen in diesem Planetensystem haben Astronomen schon gelauscht.

weiterlesen

Advertisements

„Religion lenkt davon ab, die richtigen Dinge zu tun“

Als Kind wollte Martin Wagner Bischof werden. Jetzt ist er hessischer Landessprecher eines Konfessionslosenverbundes. Warum er Religionen für gefährlich hält und gut mit der Erkenntnis leben kann, „ein unbedeutendes Sandkörnchen in der Weltgeschichte“ zu sein, erzählt er im Interview.

hessenschau.de

Über ein Drittel der deutschen Bevölkerung gilt als konfessionslos. Einer von ihnen ist der Frankfurter Martin Wagner. Der 64-Jährige ist Landessprecher des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) Hessen. Für ihn ist die organisierte Religion mitverantwortlich für religiöse Gewalt und Intoleranz. Wagner arbeitet als Berater und engagiert sich in der Flüchtlingshilfe.

hessenschau.de: Herr Wagner, Sie waren früher Mitglied in der katholischen Kirche. Warum lehnen Sie Religion inzwischen ab?

Martin Wagner: Als Kind habe ich immer als Berufswunsch Bischof angegeben und bin auch bis zum Einschreiben in das Theologie-Studium gekommen. Dann habe ich mich in verschiedenen Etappen wegbewegt. Das begann mit politischen Gründen wie dem Aufstand der Jugend in den 68er-Jahren und ging bis hin zur Philosophie. Ich bin dann zum Marxisten geworden und zu einem ziemlich engagierten Atheisten.

weiterlesen

Kirchliches Institut für Ehe und Familie bekräftigt Nein zu ‚Homo-Ehe‘

Expertin Merckens: Wäre weder im Sinne der Kinder, noch im Hinblick auf den Gleichheitsgrundsatz gerechtfertigt

kath.net

Das kirchliche „Institut für Ehe und Familie“ (IEF) spricht sich anlässlich der aktuellen politischen Diskussion entschieden gegen die „Ehe für alle“ aus. Denn beim Rechtsinstitut „Ehe“ ginge es nicht nur um zwei Erwachsene, wie IEF-Mitarbeiterin Stephanie Merckens in einer Stellungnahme am Freitag gegenüber „Kathpress“ bekräftigte, sondern wesentlich auch um die Kinder, die von dem Mann und der Frau abstammen, die eine Ehe eingehen wollen. Damit würde mit dem öffentlich rechtlich wirksamen Institut der Ehe auch die Beziehung der leiblichen Elternschaft einen besonderen Stellenwert bekommen, so Merckens.

weiterlesen

Anti-Terror-Gesetze Instrumentarium des Grauens

Was Vorschläge zur inneren Sicherheit angeht, schenken sich Bundesinnenminister de Maizière und seine Länderkollegen wenig. (Foto: AFP)
  • Die Innenminister von Bund und Ländern kommen in Dresden zusammen, um über Terrorgefahr und innere Sicherheit zu diskutieren.
  • Im Vorfeld kursieren bereits einige Vorschläge: Fusion des Verfassungsschutzes, Ausdehnung der Schleierfahndung, Einsatz von Gesichtsscannern bei der Terroristensuche.
  • Weitgehenden Konsens gibt es bislang nur beim Ziel, Eingriffsmöglichkeiten in verschlüsselte Messenger-Dienste wie Whatsapp zu schaffen.

Von Stefan Braun | Süddeutsche.de

Neue Gesetze, neue Regeln, neue Beschlüsse – im Kampf gegen Terrorismus und organisierte Kriminalität gibt es kaum Tage, in denen keine neue Idee durch die Republik schwappt oder eine alte neu aufgepeppt reanimiert wird. Besonders hoch ist die Frequenz, wenn wie jetzt in Dresden ein Treffen der Innenminister von Bund und Ländern bevorsteht. Jeder will noch mal, und wer noch nicht hat, wird bestimmt noch – so lautet die ungeschriebene Regel im Kreise der Innenpolitiker.

weiterlesen

 

Astronomie: Forscher vermuten gefährliche Asteroiden in Meteorstrom

Ein heller Feuerball der Tauriden (Bild: Academy of Sciences of the Czech Republic)
Zweimal im Jahr kommt die Erde mit dem Meteorschauer der Tauriden in Berührung und dann laden Sternschnuppen zum Wünschen ein. Teil des Himmelsphänomens sind aber wohl auch große Asteroiden, die der Erde gefährlich werden können, haben Forscher ermittelt.

Von Martin Holland | heise online

Wissenschaftler haben mehrere Asteroiden mit dem Meteorstrom der Tauriden in Verbindung gebracht und vermuten, dass der noch weitere Himmelskörper umfasst, die der Erde gefährlich werden könnten. Das berichten die tschechischen Forscher, die 144 sogenannte Feuerbälle – besonders helle Meteore – der Tauriden untersucht haben. Dadurch konnten sie zwei Asteroiden mit einem Durchmesser von 200 bis 300 Metern einem neuen Zweig der Tauriden zuordnen, die zweimal im Jahr den Orbit der Erde kreuzen. Weil es wahrscheinlich sei, dass dazu weitere große Objekte gehören, erhöhten sich die Gefahren des Zusammentreffens mit der Erde deutlich, schreiben sie in einer Mitteilung der Tschechischen Akademie der Wissenschaften.

weiterlesen

Dodo Mazyek: „Antimuslimischer Rassismus ist salonfähig geworden“

Aiman Mazyek (Bild: Wikimedia Commons/Jakub Szypulka)
Aiman Mazyek weist Vorwürfe zurück, dass Muslime sich nicht ausreichend vom „muslimisierten Terrorismus“ distanzieren. Durch den IS werden diese in westlichen Gesellschaften immer stärker ausgegrenzt.

DIE WELT

Muslime müssen nach Einschätzung des Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), Aiman Mazyek, Extremismus in den eigenen Reihen entlarven. Dies könne jedoch nur im Verbund mit einem neuen Verständnis von „Wir“ wirksam sein, schreibt er in einem Gastbeitrag in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Es helfe dagegen Terroristen, wenn alle Muslime unter Generalverdacht gerieten.

Es sei ein „Ammenmärchen, wenn jemand behauptet, wir Muslime würden nicht Gesicht zeigen“, so Mazyek unter Verweis auf Demonstrationen und Solidaritätskundgebungen.

weiterlesen

Feinstaub: Metallpartikel dringen bis ins Gehirn

Autoabgase setzen auch größere Mengen metallischer Nanopartikel frei – und diese können bis in unser Gehirn gelangen. © yocamon/ thinkstock
Tiefgehende Wirkung: Metallpartikel aus Feinstaub können bis ins menschliche Gehirn vordringen und sich dort anreichern. Eine Studie zeigt, dass bereits im Gehirn von jungen Menschen aus der Großstadt hohe Konzentrationen solcher Partikel vorhanden sind. Womöglich könnte dies die Häufung von kognitiven Problemen bei Kindern und Jugendlichen in besonders mit Feinstaub belasteten Gebieten erklären.

scinexx

Feinstaub ist gesundheitsschädlich – daran besteht kaum Zweifel mehr. Die schwebenden Nanopartikel aus Verkehrsabgasen, Schiffsabgasen oder anderen Verbrennungsprozessen schädigen nicht nur die Lunge und fördern Lungenkrebs. Sie können auch Infektionen begünstigen, die Wirkung von Antibiotika hemmen und womöglich sogar Frühgeburten fördern.

weiterlesen

Christ Haseloff: Öffentliche Gelöbnisse stehen für Verbundenheit zwischen Bundeswehr und Gemeinwesen

Reiner Haseloff – sachsen-anhalt.de – Staatskanzlei
„Öffentliche Gelöbnisse sind von hoher Wichtigkeit, um die Verbundenheit zwischen der Bundeswehr und unserem demokratischen Gemeinwesen herauszustellen und zu betonen, dass unsere Armee Teil dieses Gemeinwesens ist. Das war zu Zeiten der allgemeinen Wehrpflicht so und ist auch in der jetzigen Freiwilligenarmee weiterhin gültig.“ Das erklärte Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff heute in Weißenfels beim Gelöbnis von 300 Sanitätssoldatinnen und –soldaten

BUNDESPRESSEPORTAL

Der Begriff „Dienen“ sei etwas aus der Mode geraten. Er finde das schade, denn das Wort drücke gut aus, dass man für wichtige Werte mit der ganzen Person einstehe, betonte Haseloff. „Für diesen Dienst sind wir Ihnen sehr dankbar“, richtete er sich an die Soldaten. Sie nähmen freiwillig Belastungen und gegebenenfalls auch Gefahren in Kauf, die es in anderen Berufen so nicht gebe. Das sei alles andere als selbstverständlich.

Die Aufgaben der Bundeswehr hätten sich in letzten Jahrzehnten deutlich verändert. Berufssoldatinnen und –soldaten müssten heute damit rechnen, in schwierigen Auslandsmissionen eingesetzt zu werden. „Was anderswo geschieht, hat in einer globalisierten Welt auch Folgen für uns.“ Das betreffe neben dem internationalen Terrorismus auch die immensen Fluchtbewegungen, hob der Regierungschef hervor.

weiterlesen

Denn die einen sind im Dunkeln; und die andern sind im Licht

Brandenburger Tor am 23. März 2017. Bild: Hans Jürgen/CC BY-ND-2.0
In Berlin wurde nach einem Terroranschlag mal wieder das Brandenburger Tor angestrahlt. Das kam mal wieder nicht so gut an

Von Harald Neuber | TELEPOLIS

Kopfschütteln hat in Berlin einmal mehr die Entscheidung des rot-rot-grünen Senats provoziert, das Brandenburger Tor nach dem jüngsten Terroranschlag in London in den Farben des Union Jack anzuleuchten.

In Reaktion auf das Attentat, bei dem am Samstag vor einer Woche auf der London Bridge und in einem nahen Viertel sieben Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden, wurde das Berliner Wahrzeichen erneut mit der britischen Fahne angestrahlt. Das Problem: Nach dem folgenschwereren Anschlag zuvor in Manchester blieb es am Pariser Platz in Berlin dunkel. Die illuminierende Symbolpolitik sorgt damit weiter für Debatten.

Der Senat verteidigte das selektive Gedenken mit Verweis auf eine neu festgelegte Regel: Gedacht würde mit einer Projektion am Brandenburger Tor nur den Opfern jener Anschläge, die in Partnerstädten der deutschen Kapitale begangen werden. Bei einem so hochemotionalen Thema wie Terrorismus eine schwierige Herangehensweise, wie ein rascher Blick in die Kommentarforen der Hauptstadtpresse zeigt.

weiterlesen

„Feuerkreis“ ist 800 Jahre älter als Stonehenge

Blick auf die prähistorische Steinallee von West Kennet bei Avebury. Ganz in der Nähe liegen die Reste der beiden hölzernen Kreisanlagen. © Dickbauch~commonswiki /CC-by-sa 3.0
Mysteriöses Monument: Zwei prähistorische Kreisanlagen nahe Avebury in England sind älter als bisher gedacht. Eine neue Radiokarbondatierung enthüllt, dass die beiden hölzernen Bauwerke bereits 5.300 Jahre alt sind – und damit rund 800 Jahre älter als das nahegelegene Stonehenge und die Steinkreise von Avebury. Erhalten sind von den beiden Palisadenkreisen nur verkohlte Reste, denn das Monument wurde von seinen Erbauern offenbar im Rahmen einer Zeremonie abgefackelt.

scinexx

Der Steinkreis von Stonehenge ist das wahrscheinlich berühmteste prähistorische Bauwerk überhaupt. Doch diese Megalith-Anlage ist kein Solitär: Die gesamte Landschaft rund um Stonehenge ist von Grabhügeln, astronomisch ausgerichteten Gräben und weiteren rituellen Bauten durchsetzt. Im nahegelegen Durrington Walls entdeckten Archäologen neben den bekannten Siedlungsresten eine gigantische Steinreihe – eine Art Superhenge.

weiterlesen

Trumps Kanonenpolitik scheitert an Nordkorea

Kim Jong-un provoziert lachend US-Präsident Trump. Bild: Rodong Sinmun
Man muss es dem US-Präsidenten Donald Trump lassen. Besonnene Diplomatie ist seine Sache nicht. Gegen Nordkorea hatte er eine Kanonenbootpolitik mit seiner Armada betrieben, allerdings mit wenig Erfolg. Mit seiner Anti-Iran-Politik hat er nun mit seiner Unterstützung des Konflikts der von Saudi-Arabien geführten Golfstaaten gegen Katar einen Konflikt losgetreten, der die sowieso bis an die Zähne bewaffnete und von kriegerischen Konflikten heimgesuchte Region noch weiter ins Chaos stürzen kann.

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Nachdem der nordkoreanische Führer Kim Jong-un Anfang Januar angekündigt hatte, demnächst eine Langstreckenrakete zu testen, deren Entwicklung fast beendet sei, herrschte große Aufregung, zumal Nordkorea bislang bereits neun Raketentests durchführen ließ, die allesamt gegen die UN-Resolutionen verstoßen. Es war aber vor allem die Ankündigung des Tests mit der Langstreckenrakete und die Mittelstreckenraketen, die Nordkorea Richtung Japan abfeuerte, die Trump dazu brachten, seine Armada, zunächst stockend, in Ganz zu setzen.

Gleichzeitig signalisierte er weltweit und gegen Nordkorea seine militärische Handlungsbereitschaft durch den Abschuss zahlreicher Tomahwak-Raketen auf einen syrischen Luftwaffenstützpunkt, von dem aus angeblich der Giftgasangriff auf Chan Scheichun ausgeführt worden sein soll. Dann ließ Trump noch die größte konventionelle Bombe (Mutter aller Bomben“) auf ein Höhlensystem in Afghanistan abwerfen, um die dortige IS-Zelle zu treffen. Beide Aktionen hatten zwar ein gewisses Medienecho, aber keinerlei militärische Bedeutung, von einem Erfolg gar nicht zu sprechen.

weiterlesen

Menschen ohne Gott

Früher eine Kirche, heute ein Restaurant: die ehemals evangelische Kirche von Prester, einem Stadtteil von Magdeburg. Foto: MDR/Hoferichter&Jacobs
Eine Doku zur ARD-Themenwoche rund um den Glauben porträtiert angenehm unaufgeregt den gottlosesten Landstrich Europas: Ostdeutschland.

Von D.J. Frederiksson | Frankfurter Rundschau

Eine dahinplätschernde Doku mit gelegentlichen Interviewpartnern und eingestreuten Statistiken – Kai Voigtländers Beitrag zur Themenwoche „Was glaubst du?“ kommt unscheinbar daher. Diese Gretchenfrage, bei der so viel emotionale Dramatik und gerne auch mal politisches Explosionspotential mitschwingt, wird hier gutmütig, pragmatisch und mit einem Augenzwinkern beantwortet: „An nichts.“

Ostdeutschland war bei Gründung der DDR noch zu 95 Prozent christlich, schon zehn Jahre später waren 50 Prozent konfessionsfrei, 1989 waren es 70 Prozent. Und anstatt sich nach der Wiedervereinigung dem Westen anzugleichen, könnte der Atheismus eine der wenigen DDR-Hinterlassenschaften sein, die sich weiter entwickeln: Heute sind schon 80 Prozent der Menschen im Osten religionsfrei, und zur Abwechslung eifert der Westen mal dem Osten nach: Dort ist die Atheistenquote zwar erst bei 25 Prozent, steigt aber stetig.

weiterlesen

„Ein altes Interesse an Philosophie ist neu entfacht“

Der Philosoph und Autor Stefan Gosepath (imago )
Politik und Fake News, Sex und Luther, Kunstmarkt und Kapitalismus sind Themen der phil.Cologne, die immer mehr Besucher anlocken. Nach den Worten des Philosophen Stefan Gosepath ist seine Disziplin von der eigenen Renaissance selbst überrascht. Er sagte im Dlf, deutsche Philosophen verließen gerade ihren Elfenbeinturm und stießen auf neue öffentliche Räume.

Stefan Gosepath im Gespräch mit Maja Ellmenreich | Deutschlandfunk

Die Fragen der Philosophie – etwa nach Wahrheit, Gerechtigkeit, Lebenszielen – habe es in der Gesellschaft schon immer gegeben; allein das Angebot habe bislang gefehlt, sagte der Philosoph Stefan Gosepath im Deutschlandfunk. Dieser Markt werde jetzt mit Festivals und Zeitschriften stärker bedient. „Wir wollen alle hoffen, dass das nicht ein Hype ist, der ganz schnell wieder vorbei ist, weil es ein Überangebot gibt.“

„Charakteristisch für diese Fragen ist auch, dass es nicht die eine einfache Antwort gibt, die man irgendwo im Lexikon nachschlagen kann und dann ist die Frage beantwortet, sondern die Fragen stellen sich immer wieder und verlangen immer wieder neue situative Antworten.“ Wobei es aus Sicht Gosepaths keine Antwort gibt, „die die Frage ruhig stellt“. Dieses Wechselspiel sei vielmehr endlos.

weiterlesen

Schweizer Gotteskrieger: Wie ein scheinbar banaler Unfall jemanden bis in den Jihad führte

Mit Internet-Propaganda rekrutiert der IS seine Kämpfer für Syrien und den Irak auch in der Schweiz. (Bild: Erik De Castro / Reuters)
Wer von der Schweiz aus in den «heiligen Krieg» zieht, weist oft schon Brüche in seinem Leben auf: Das geht aus einer Studie hervor, bei der die Akten von zehn Jihad-Reisenden ausgewertet wurden.

Von Marcel Gyr | Neue Zürcher Zeitung

Was veranlasst einen jungen Erwachsenen aus der Schweiz, sich in Syrien oder im Irak dem Islamischen Staat (IS) anzuschliessen? Florent Biellmann, Analytiker beim Fedpol, ist dieser Frage im Rahmen einer Masterarbeit an der Universität Genf nachgegangen. Er erhielt von der Bundesanwaltschaft Einblick in die Ermittlungsakten von zehn Verdächtigen, die sich strafrechtlich wegen Verstosses gegen das IS-Gesetz verantworten müssen. Sie waren ins Kriegsgebiet gereist, um sich dort dem IS anzuschliessen. Einige von ihnen sind inzwischen zurückgekehrt, andere befinden sich vermutlich noch immer dort. Zur untersuchten Gruppe gehören auch Sympathisanten, die bereit waren, ins ausgerufene Kalifat zu reisen, aber daran gehindert wurden.

weiterlesen

Mit Genuss gegen religiösen Fanatismus

Mohammed erhält seine erste Offenbarung von Gabriel am Berg Hirāʾ. Bild: Miniatur aus einer Handschrift von Raschīd ad-Dīns Weltchronik, 1307 / gemeinfrei
Der Protest gegen den Zwang in islamischen Staaten, während des Ramadans zu fasten, funktioniert ganz einfach: Öffentlich essen und trinken

Von Birgit Gärtner | TELEPOLIS

Überall auf der Welt begehen Menschen muslimischen Glaubens derzeit den Fastenmonat Ramadan. Das bedeutet, etwa vier Wochen lang von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Sex, aber auch auf Beleidigungen, Intrigen und Lügen zu verzichten. Den fundamental Gläubigen ist der Fastenmonat heilig, andere wiederum fasten nicht aus eigenem Willen, andere – auch Gläubige – gar nicht, oder nur am Wochenende. In manchen Staaten ist der Zwang zum Fasten gesetzlich geregelt, in anderen, z. B. Tunesien, wird er auch ohne gesetzliche Grundlage zunehmend unter Androhung harter Strafen durchgesetzt.

Dagegen gibt es seit einigen Jahren aktiven Widerstand: Essen und Trinken gegen den religiösen Fanatismus, der zunehmend bedrohliche Formen annimmt. Was nach fröhlichem Happening klingt, kann allerdings heftige Konsequenzen haben, sowohl seitens fanatisierter Gläubiger als auch durch den Staat.

Auch in unserem Land wird von den muslimischen Communities zunehmend Druck auf vermeintliche oder tatsächliche Gläubige ausgeübt, sich dem Ramadan anzuschließen. In den Schulen sind kollabierende Kinder ein wachsendes Problem, und vor kurzem wurde in Oldenburg ein Mann von einem anderen ermordet. Aller Wahrscheinlichkeit nach, weil er mitten am Tag ein Eis aß, was der Angreifer als Todsünde auffasste.

weiterlesen

Neue Theorie zum Wow!-Signal

Jerry Ehman war so überrascht von der Stärke des empfangenen Signals, dass er es auf dem Ausdruck einkringelte und Wow! daneben schrieb. 40 Jahre ist sein Computerausdruck mittlerweile alt, sorgt aber immer noch für Spekulationen. (Bild: Jerry R. Ehman)
Das vor 40 Jahren entdeckte Wow!-Signal liefert immer noch Stoff für Legenden um den möglicherweise ersten Kontakt mit einer außerirdischen Lebensform. Nun ist eine weitere hinzugekommen – und wird sogleich als hanebüchen abgetan.

Von Oliver Lau | heise online

Im Jahr 1977 hatte der Astronom Jerry Ehman mit dem Radioteleskop Big Ear der Ohio State University ein 72 Sekunden langes, ungewöhnlich starkes Signal auf 1420 MHz aufgefangen. Es war so stark, dass der Wissenschaftler die aus dem Signal generierte Zeichenfolge „6EQUJ5“ auf einem Ausdruck mit Wow! markierte.

6EQUJ5 ist allerdings keine verschlüsselte Botschaft, sondern nur eine Folge von Zeichen, die angibt, wie stark das empfangene Signal über dem Hintergrundrauschen liegt. Die Skala beginnt mit den Ziffern 1 bis 9 und setzt sich über die Buchstaben A bis Z mit steigender Signalstärke fort.

weiterlesen

Republikaner will sich mit IS verbünden – weil der gegen den Iran kämpft

Dana Rohrabacher sitzt für Trumps Republikaner im Repräsentantenhaus © Paul Holston/AP
Sein Präsident Trump will den IS lieber heute als morgen besiegen. Der republikanische Abgeordnete Dana Rohrabacher hat da eine ganz andere Idee: Warum kann man sich mit der Radikalen nicht gegen den Iran verbünden?

stern.de

Der Islamische Staat (IS) sorgt mit Anschlägen auf der ganzen Welt für Schlagzeilen, in seinem Hoheitsgebiet regiert er mit Enthauptungen, Vergewaltigungen und vielen weiteren Grausamkeiten. Für den US-Abgeordneten Dana Rohrabacher ist das wohl alles nicht so schlimm. Er denkt laut darüber nach, sich mit den Radikalen zu verbünden.

Anlass war der Anschlag des IS auf das Parlament im Iran mit 22 Toten. Der schiitische Gottesstaat gilt vielen US-Politikern als Erzfeind, trotz leichter Entspannungen in den letzten Jahren. Für Rohrabacher Grund genug, laut über ein Bündnis mit den sunnitischen Angreifern nachzudenken. Er sieht den Angriff als mögliche Folge des Engagements der USA mit sunnitischen Partnern, etwa den Saudis.

weiterlesen

Antisemitismus in der AKP: Erdoğan und die Zinslobby

Recep Tayyip Erdogan (Bild: Regierung v. Chile, CC-BY 3.0)

Der türkische Präsident lastet die Misere seines Landes den Juden als „Strippenziehern“ an. Damit entlarvt er seine antisemitischen Denkmuster.

Von Marc David Baer | taz.de

Wenn der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan europäische Spitzenpolitiker als Nazis verunglimpft, unterstellt er letzten Endes eine jüdische Verschwörung. Nachdem in Deutschland und den Niederlanden politische Veranstaltungen mit türkischen Kabinettsmitgliedern abgesagt wurden, warf Erdoğan der Bundeskanzlerin Angela Merkel „Nazimethoden“ vor und nannte die Niederländer „Nazi-Nachfahren“.

Was in der Aufregung übersehen wurde, ist, wie sich der türkische Präsident Erdoğan nationalsozialistischer Motive bedient, wenn er „den internationalen Juden“ für seine Probleme und die seines Landes verantwortlich macht.

weiterlesen

 

Bayern fordert Ausweitung der Abschiebungen in den Irak

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) will sich bei der am Montag beginnenden Innenministerkonferenz in Dresden dafür einsetzen, dass zumindest Straftäter und Gefährder wieder in alle Landesteile abgeschoben werden können.

evangelisch.de

Pro Asyl kritisierte den Vorstoß. Der Irak sei ein Pulverfass, sagte Geschäftsführer Günter Burkhardt. Zustimmung erhielt Herrmann aus der Unionsfraktion.

Zuletzt war heftig über Abschiebungen nach Afghanistan gestritten worden. Die Abschiebungen wurden kurz nach dem Terroranschlag im Diplomatenviertel der afghanischen Hauptstadt Kabul Ende Mai ausgesetzt. Pro-Asyl-Geschäftsführer Burkhardt warnte am Wochenende: „Mit der Forderung nach Abschiebungen in Kriegs- und Krisengebiete soll ein schleichender Gewöhnungsprozess eingeleitet werden.“

weiterlesen

Planets Orbiting the TRAPPIST-1 Star Might Not be Great for Life After All

Artist’s render of the TRAPPIST-1 system. Image: ESO/M.Kornmesser Themenbild
Frequent solar flares from red dwarfs make the exoplanets less than ideal.

By Brad Bergan | MOTHERBOARD

In February, NASA’s Spitzer Space Telescope discovered the first system of seven Earth-sized planets orbiting a single star called TRAPPIST-1. The space community was abuzz with the discovery, which added this red dwarf star to a growing list of ultra-cool stars hosting possibly habitable planets.

When scientists are seeking planets that may be friendly to life, they’re usually looking for three characteristics—a rocky surface, about the mass of Earth (for gravity’s sake), and an orbit that is within its respective star’s „goldilocks zone,“ where there’s enough energy for liquid water, but not so much that the atmosphere begins to boil away.

But a new ten-year study of 10,000 red dwarfs from the Galaxy Evolution Explorer (GALEX) mission, a space telescope NASA launched in 2003 to observe 10 billion years of intergalactic history in ultraviolet light is not up to snuff.

read more