Menschen ohne Gott


Früher eine Kirche, heute ein Restaurant: die ehemals evangelische Kirche von Prester, einem Stadtteil von Magdeburg. Foto: MDR/Hoferichter&Jacobs
Eine Doku zur ARD-Themenwoche rund um den Glauben porträtiert angenehm unaufgeregt den gottlosesten Landstrich Europas: Ostdeutschland.

Von D.J. Frederiksson | Frankfurter Rundschau

Eine dahinplätschernde Doku mit gelegentlichen Interviewpartnern und eingestreuten Statistiken – Kai Voigtländers Beitrag zur Themenwoche „Was glaubst du?“ kommt unscheinbar daher. Diese Gretchenfrage, bei der so viel emotionale Dramatik und gerne auch mal politisches Explosionspotential mitschwingt, wird hier gutmütig, pragmatisch und mit einem Augenzwinkern beantwortet: „An nichts.“

Ostdeutschland war bei Gründung der DDR noch zu 95 Prozent christlich, schon zehn Jahre später waren 50 Prozent konfessionsfrei, 1989 waren es 70 Prozent. Und anstatt sich nach der Wiedervereinigung dem Westen anzugleichen, könnte der Atheismus eine der wenigen DDR-Hinterlassenschaften sein, die sich weiter entwickeln: Heute sind schon 80 Prozent der Menschen im Osten religionsfrei, und zur Abwechslung eifert der Westen mal dem Osten nach: Dort ist die Atheistenquote zwar erst bei 25 Prozent, steigt aber stetig.

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