Kirchenjuristentagung der EKD – „Fenster in die Zivilgesellschaft“

Militärpfarrer spenden gemeinsam den Segen
Zur Kirchenjuristentagung der Evangelischen Kirche in Deutschland (12. – 15. Juni 2017) hat Militärbischof Sigurd Rink in Berlin die Militärseelsorge ein „Fenster in die Zivilgesellschaft hinein“ genannt.

EKD

An der Nahtstelle zwischen Staat und Kirche sei das kirchliche Handlungsfeld in der Bundeswehr ein Ort für das freie Wort, die eigene Meinung und das Selbstsein der Soldaten und Soldatinnen, so Rink. Der Kirche gehe es dabei um die Präsenz bei einer Klientel, die von zivilen Gemeinden kaum erreicht werde, bestehe die Bundeswehr doch überwiegend aus jungen Männern.

Kein Schmiermittel für Freiwilligenarmee

An Standorten der Bundeswehr im In- und Ausland lebe eine Gemeinde in post-volkskirchlicher Umgebung, so der Bischof. In den Auslandseinsätzen komme hinzu, dass der Soldat im Dienst für die Gemeinschaft körperlich und seelisch Schaden erleiden könne. Die Seelsorge diene dabei nicht als Schmiermittel des militärisch-hierarchischen Betriebes, sondern bleibe Anwalt des persönlichen Gewissens und diene mit dem Evangelium Menschen, die nicht im Privaten ihr eigenes Gut-Sein suchten, sondern in der Welt risikobereit für demokratische Entscheidungen einstünden. Nahe bei den Menschen in ihrer Berufs- und Lebenswelt, losgelöst von traditionellen kirchlichen Strukturen könne die Militärseelsorge „ein Zukunftslabor der Kirche“ sein, beschrieb Rink das Arbeitsfeld.

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Adam hat die rote Karte

© dpa TV-Moderatorin Sandra Maischberger
Sandra Maischberger diskutiert mit ihren Gästen über den Religionskrieg des „Islamischen Staates“ und das Verhältnis der Katholiken zur Abtreibung. Der Erkenntnisgewinn geht gegen null. Nur Heiner Geißler fällt aus dem Rahmen.

Von Hans Hütt | Frankfurter Allgemeine

Religionskritik und Amtskirchen haben etwas gemeinsam. Beide fallen gerne hinter einen erreichten Reflektionsstatus zurück. Tertullians „Credo, quia absurdum est“ („Ich glaube, weil es unvernünftig ist“) wird unter Wert gehandelt. Gottes Sohn ist sterblich. Zumutungen erscheinen heute nicht mehr zumutbar. Die Radioandachten der evangelischen und der katholischen Kirche morgens um 6:35 Uhr im Deutschlandfunk bezeugen eine bestürzende Einfalt. Es wäre eine groteske Überschätzung, traute man diesen Tönen zu, die Welt zu spalten. Der Titel der Sendung von Sandra Maischberger („Spaltet Religion die Welt?“) beschwört zudem die Idee einer einigen Welt, die nicht einmal als fromme Wunschvorstellung ernst genommen werden könnte.

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Beck attackiert türkischen Islamverband Ditib

Der Gürnen-Politiker Volker Beck hat den Islamverband Ditib scharf kritisiert. Foto: imago
Ditib kritisiert eine in Köln geplante Demonstation gegen den Terror. Für Volker Beck hat sich der Islamverband damit „als Teil der Zivilgesellschaft abgemeldet“.

Frankfurter Rundschau

Nach der Kritik des türkischen Islamverbands Ditib an der für Samstag in Köln geplanten Antiterrorkundgebung hat sich der Zentralrat der Muslime ausdrücklich für die Demonstration ausgesprochen. „Wir müssen weiter auf die Straße gehen, uns zeigen, für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und den Frieden kämpfen und den Extremismus verurteilen“, sagte der Zentralratsvorsitzende Aiman Mazyek der „Rheinischen Post“ vom Donnerstag.

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Humanistentag – „Kirchentag“ für Ungläubige

Frank Lüdecke, Bild: BR.de
Beim Deutschen Humanistentag 2017 werden in Nürnberg in den nächsten Tagen mehrere Hundert Teilnehmer erwartet. Philosophische Reden, Diskussionsrunden und Kultur stehen auf dem Programm.

BR.de

Eine Art Kirchentag will der Humanistentag sein, allerdings für Menschen, die sich gerade nicht als religiös bezeichnen. Und das sind nach Angaben des Humanistenverbandes immerhin rund ein Drittel der Bevölkerung.

Diskussionsrunden und Musik

40 Veranstaltungen stehen bis zum Sonntag in Nürnberg rund um die Meistersingerhalle auf dem Programm. Dabei sind philosophische Reden, Diskussionsrunden sowie Film und Musik. Inhaltlich geht es um ethische Fragen wie Sterbebegleitung, Verschwörungstheorien oder die Suche nach dem Glück.

Prominente Redner zu Gast

Zu Gast sind prominente Redner wie die FDP-Politikerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Comiczeichner Ralf König und der ehemalige Bundesrichter in Karlsruhe, Thomas Fischer. Obwohl sich die Veranstaltung explizit an Atheisten richtet, sind auch religiöse Menschen willkommen.

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Deutsche Waffen für die Scheichs

Themenbild. Leopard 2A5 _3, Bild: BB
Die Genehmigungen für Rüstungsgüter sinken, aber auch Konfliktparteien im Nahen Osten sind Großkunden der deutschen Anbieter. Die meisten Waffen erhält ein Staat aus Nordafrika.

Von Gerhard Hegmann | DIE WELT

Krauss-Maffei Wegmann hat ein zweites Mal Glück gehabt. Das erste Mal war vor gut zehn Jahren. Da erhielt der deutsche Panzerhersteller einen Milliardenauftrag aus Griechenland. Als das Panzer-Geschäft abgewickelt war, wurde die veritable Schuldenkrise der Regierung in Athen publik. Heute wäre ein Geschäft dieser Art wohl nicht mehr möglich.

Und jetzt setzt sich die Glückssträhne des Unternehmens fort. Wieder ist der 2013 von der damaligen schwarz-gelben Regierung genehmigte Großauftrag über die Lieferung von 62 Leopard-Kampfpanzern und 24 Panzerhaubitzen in das Emirat abgeschlossen, da rückt Katar in ein Spannungsfeld seiner Nachbarstaaten, die dem Emirat die Unterstützung von Terrornetzwerken vorwerfen und die Grenzen geschlossen haben.

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Resolution gegen „Alt Right“-Bewegung

Pepe. Bild: wikimedia.org/WP:NFCC#4 – fair use

Nach heftiger Debatte hat sich der Südliche Baptistenverband, die größte protestantische Kirche der USA, von der ultrarechten „Alt Right“-Bewegung distanziert.

evangelisch.de

Eine entsprechende Resolution nahmen die rund 5.000 Delegierten bei der Jahresversammlung der Glaubensgemeinschaft am Mittwoch (Ortszeit) in Phoenix (Bundesstaat Arizona) an. Das „weiße Überlegenheitsdenken“ der „Alt Right“-Bewegung sei Rassismus, der im Widerspruch zum Evangelium Jesu Christi stehe, heißt es in der Erklärung.

Am Dienstag hatte die Konferenzleitung zunächst beschlossen, die „Alt Right“-Resolution aus Verfahrensgründen nicht zur Abstimmung zuzulassen. Das stieß auf scharfen Protest zahlreicher Delegierter. Nach Chaos und Aufruhr habe die Leitung am Mittwoch eine revidierte Version der Resolution zugelassen, hieß es in Medienberichten.

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„Maischberger“: Religion – Terrortreiber oder Friedensstifter?

Islamistische Terrorattacken – christliche Nächstenliebe: Die Wahrnehmung ist äußerst unterschiedlich. Welche Impulse aber kann der Glaube setzen, fragt Sandra Maischberger in ihrer Sendung.

Von Timo Lehmann | Frankfurter Rundschau

Islamistische Terrorattacken, die Kreuzzüge der katholischen Kirche, der Antisemitismus Martin Luthers: Kann der Glaube nur Schlechtes bringen, oder aber kann er auch friedenstiftend sein? Im Rahmen der ARD-Themenwoche „Woran glaubst du?“ fragte sich die Talkrunde bei Sandra Maischberger, ob Religion die Welt spalte und ließ sich im Verlauf der 75 Minuten nur auf altbekannte Kontroversen ein. Eine Diskussion über den Glauben mit Margot Käßmann, Heiner Geißler, Khola Maryam Hübsch und Angelika Kallwass.

Die Journalistin Khola Maryam Hübsch war als einzige Muslima in der Runde und verteidigte die liberale Auslegung des Islams. Zwar müsse auch innerislamisch darüber diskutiert werden, wie die wahhabitische Auslegung so weit in den Mainstream vordringen konnte, der Islam als solches sollte aber nicht für jeden Erklärungsversuch herhalten. „Die Unordnung in der Welt kommt nicht von der Religion“, sagt sie. Das wirtschaftliche Ungleichgewicht schaffe eine Gesellschaft, die für Ideologien empfänglich sei. Dass andere von ihr erwarten, sich immer wieder von radikalen Islamisten zu distanzieren, weil sie im Namen ihrer Religion unterwegs sei, kann sie zwar verstehen, aber empfindet sie als diskriminierend. „Ich erwarte auch nicht von allen Deutschen, dass sie sich distanzieren, wenn im Namen der deutschen Nation Flüchtlingsheime angezündet werden.“

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Wien: Zeugen Jehovas füllen das Ernst-Happel-Stadion

Archivaufnahme: Zeugen Jehovas im Ernst-Happel-Stadion, 2009 – APA/GEORG HOCHMUTH
Von Freitag bis Sonntag findet ein Sonderkongress im Stadion statt. Erwartet werden 28.000 Delegierte aus der ganzen Welt. Es gibt Vorträge, Gebete und Massen-Taufen.

Die Presse.com

Die Zeugen Jehovas laden von Freitag bis Sonntag zu einem Sonderkongress in das Wiener Ernst-Happel-Stadion. Erwartet werden 28.000 Delegierte aus der ganzen Welt. Neben Vorträgen und gemeinsamen Gebeten finden im Stadion auch Massen-Taufen statt. Seit acht Jahren sind die Zeugen Jehovas in Österreich staatlich anerkannt.

Wien ist – etwa neben Toronto und Jakarta – eine der weltweit acht Städte, in denen die Zeugen Jehovas in diesem Jahr einen internationalen Kongress veranstalten. Die Gäste kommen dabei aus Österreich, Deutschland, den Vereinigten Staaten, aus mehreren Balkan-Staaten und der Tschechischen Republik. Die Vorträge werden dabei in Deutsch, Englisch sowie Kroatisch und Serbisch gehalten. Das Motto: „Gib nicht auf!“

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Bundespräsidialamt: Das Fass zum Überlaufen brachte Steinmeiers neuer Facebook-Auftritt

Frank-Walter Steinmeier 2014.

Seit Steinmeiers Amtsantritt soll sich der Personalrat mehrfach „hintergangen“ gefühlt haben. Streitigkeiten gab es vor allem um die Einstellung neuer Mitarbeiter – der Personalrat zieht einem Bericht zufolge nun die Reißleine.

Von Adrian Arab | DIE WELT

Ein schon länger schwelender Konflikt zwischen großen Teilen des Beamtenapparats im Bundespräsidialamt und dem neuen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier hat nun seinen Höhepunkt erreicht.

Weil sich der Personalrat seit dem Amtsantritt von Steinmeier am 19. März in zahlreichen Fällen übergangen gefühlt habe, soll er nun seinen Rücktritt eingereicht haben. Das berichtet die “Berliner Zeitung“. Der Personalrat wolle noch bis zur Neuwahl des Gremiums seine Arbeit weiterführen.

Das Fass zum Überlaufen habe der neue Facebook-Auftritt Steinmeiers gebracht – immerhin das erste Profil eines deutschen Staatsoberhaupts. Seit Montag präsentiert sich Steinmeier in dem Sozialen Netzwerk – offenbar zum Unmut seines Personalrats.

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Leah Remini: „Scientology ist ein Kult, der Leben zerstören kann“

Schauspielerin Leah Remini („King of Queens“) will in ihrer Dokumentation die Wahrheit über Scientology berichten Quelle: 2016 A+E Networks, LLC. / A&E
Leah Remini, Star aus der Sitcom „The King of Queens“, war 35 Jahre Scientology-Mitglied. Dann stieg sie aus. Hier berichtet sie, wie die Organisation sie zum Schweigen bringen will.

Von Michael Remke | DIE WELT

Die US-Schauspielerin Leah Remini, bekannt aus „King of Queens“, kam als Kind über ihre Mutter zu Scientology. Später galt sie als „Hundertprozentige“. Remini verteidigte die selbst ernannte Kirche, machte offensiv Werbung dafür und warb persönlich neue Mitglieder an. Im Jahr 2013 stieg sie aus – nach 35 Jahren Mitgliedschaft. Heute zählt sie zu den größten Kritikern der „Church of Scientology“. In Deutschland läuft zurzeit die Dokumentationsreihe „Leah Remini: Ein Leben nach Scientology“ (A&E, donnerstags, 21.50 Uhr). „Ich bin einfach nicht dahintergekommen, dass das alles nur eine Lüge war“, begründet die 46-Jährige darin ihren Ausstieg. Auch andere Ex-Mitglieder kommen in der Doku zu Wort. Scientology versuchte in den USA, die Serie zu verhindern. Für Remini ist das allerdings bloß ein weiterer Ansporn.

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Klimawandel macht Seen immer wärmer

Nass ja, aber immer weniger kühl. Weltweit erwärmen sich Seen durchschnittlich um mindestens 0,36 Grad pro Dekade. Hier ein Wanderer am Easedale Tarn See im Britischen Lake District. (Foto: Tim Graham/imago)
  • Um 0,34 Grad Celsius innerhalb von jeweils zehn Jahren ist die durchschnittliche Sommer-Oberflächentemperatur von 235 untersuchten Seen weltweit gestiegen.
  • Der Klimawandel verschärft den Stress, den Gewässer durch Überfischung und die intensive Nutzung der Ufer haben, erklären Forscher.
  • „Wir unterschätzen den Trend eher, als dass wir ihn überschätzen“, sagt die Leitautorin der Studie.

Von Christopher Schrader | Süddeutsche.de

Es lächelt der See, er lockt zum Bade – die ersten Worte aus Schillers Drama „Wilhelm Tell“ sind spätestens seit Pfingsten wieder aktuell: Teich, Tümpel, Weiher, Maar, Talsperre oder Baggersee, ganz egal, Hauptsache nass und kühl.

Nass werden die Binnengewässer auch in Zukunft sein, aber ob das mit der Kühle so bleibt, ist ungewiss. Viele Seen erwärmen sich im Zuge des Klimawandels offenbar schneller als Land und Luft. Um 0,34 Grad Celsius innerhalb von jeweils zehn Jahren ist die durchschnittliche Sommer-Oberflächentemperatur von 235 untersuchten Seen weltweit gestiegen.

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Judenwitze auf dem Spielplatz

Das Gefühl der Bedrohung ist für die meisten Juden allgegenwärtig. Foto: imago
Unter Juden in Deutschland sind Antisemitismus-Erfahrungen weit verbreitet – zu diesem Schluss kommt die Frankfurter Forscherin Julia Bernstein im Gespräch mit Betroffenen.

Von Nadja Erb | Frankfurter Rundschau

Sie fühlen sich fremd und unverstanden, werden angegriffen: Unter Juden in Deutschland sind Antisemitismus-Erfahrungen weit verbreitet. Entsprechend lautet das ernüchternde Fazit einer aktuellen Studie der Frankfurter Soziologin Julia Bernstein: Jüdische Identität und jüdisches Leben sind hierzulande trotz aller Bemühungen seit 1945 keine Selbstverständlichkeit. Eine der von ihr Befragten drückt es so aus: „Das Wort ‚Jude‘ lässt hier niemanden gleichgültig“.

Gemeinsam mit dem Team des Bielefelder Konfliktforschers Andreas Zick hat Bernstein für den Expertenkreis Antisemitismus die jüdische Perspektive auf das Problem erforscht. Für den qualitativen Teil der Studie hat sie Dutzende Jüdinnen und Juden ausführlich interviewt und auch Experten aus jüdischen Organisationen befragt.

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Ditib nimmt nicht an Marsch gegen islamistischen Terror teil

Der Verband für die türkischen Muslime in Deutschland: Ditib.Foto: Marijan Murat/dpa
Muslime aus ganz Deutschland wollen am Samstag in Köln ein Zeichen für den Frieden setzen. Doch der türkische Dachverband wehrt sich gegen „Vereinnahmung“.

DER TAGESSPIEGEL

Der größte Islam-Dachverband in Deutschland, die türkisch-islamische Union Ditib, wird sich nicht an dem in Köln geplanten Friedensmarsch von Muslimen gegen islamistischen Terror beteiligen. „Forderungen nach „muslimischen“ Anti-Terror-Demos greifen zu kurz, stigmatisieren die Muslime und verengen den internationalen Terrorismus auf sie, ihre Gemeinden und Moscheen“ heißt es in einer Erklärung von Ditib. Unter dem Motto „Nicht mit uns“ wollen Muslime aus ganz Deutschland am Samstag in Köln mit dem Friedensmarsch ein Zeichen setzen.

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Das „Wohlstandsevangelium“ der Salafisten

Boko Haram in Nigeria, Al-Shabaab in Somalia: Radikal-islamistische Gruppen sind in vielen Ländern Afrikas auf dem Vormarsch. Ihre Ideologie findet vor allem dort Zuspruch, wo die Armut am größten ist und wo der Staat keine sozialen Dienstleistungen anbietet.

Von Daniel Pelz | Qantara.de

Immer wieder die gleichen schlimmen Berichte: In Somalia schlagen Mitglieder der Al-Shabaab-Miliz zwei mutmaßlichen Dieben die rechten Hände ab. In der Hauptstadt Mogadishu sterben drei Soldaten beim Versuch, eine Autobombe zu entschärfen. In Westafrika gibt es neue Kämpfe zwischen der nigerianischen Armee und Boko Haram, 13 Islamisten sterben.

Islamistische Terrorgruppen machen Schlagzeilen. Auch wenn sie weitaus geschwächter sind als noch vor einigen Jahren. „Gruppen, die wir als Dschihadisten bezeichnen, sind eigentlich auf dem Rückmarsch oder haben schwere militärische Niederlagen erlitten“, berichtet der Göttinger Anthropologie-Professor Roman Loimeier. Trotzdem hätten sie noch immer das Potenzial, Anschläge zu verüben. Gewaltbereite Islamisten machen nur einen Bruchteil der Muslime in Afrika aus – doch sie stehen für ein größeres Umfeld radikaler Strömungen im Islam.

Rund 43 Prozent aller Afrikaner bekennen sich zum Islam. Der galt lange als tolerant, auch gegenüber anderen Religionen. „Der Islam in Westafrika hat sich unter dem Einfluss afrikanischer Traditionen etwas anders entwickelt als in den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens. Er ist von Toleranz, Gewaltlosigkeit und einem problemlosen Umgang der Religionen miteinander geprägt“, stellte beispielsweise die Konrad-Adenauer-Stiftung noch im Jahr 2001 fest.

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Tod durch Reismilch

Die Eltern gaben dem kleinen Lucas (Symbolbild) Milch-Alternativen – zum Beispiel aus Reis und Buchweizen. (Foto: iStockphoto)
  • Ein sieben Monate alter Junge aus dem belgischen Beveren stirbt an Unterernährung und Dehydrierung.
  • Die Eltern hatten ihn unter anderem mit Milch aus Reis und Buchweizen gefüttert.
  • Jetzt drohen ihnen jeweils eineinhalb Jahre Haft.

Von Pia Ratzesberger | Süddeutsche.de

Ganz am Ende fahren die Eltern doch noch zu einem Arzt. Der Sohn heißt Lucas, er ist an diesem Tag sieben Monate alt, er wiegt 4,3 Kilogramm. Etwa vier Kilo weniger als andere Kinder in dem Alter. Er hat sich übergeben, die Eltern sorgen sich, doch sie fahren zunächst nicht ins Krankenhaus, sondern zu einem Homöopathen. Von Beveren aus, einem kleinen Ort westlich von Antwerpen, fahren sie eine Stunde bis an die östliche Grenze Belgiens nach Bilzen. Es ist der 6. Juni 2014.

Der Homöopath schickt die Eltern weiter ins Krankenhaus, sofort, doch das nächstgelegene Krankenhaus hat keine Notaufnahme. Als sie im zweiten Hospital ankommen, ist Lucas tot. Er hat nichts im Magen, er ist dehydriert, die Pathologen stellen später fest, dass das Kind unterernährt war. Und die Eltern stehen nun vor Gericht.

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Dänemark: Einmal falsch Betteln, zwei Wochen Knast

© dpa Das beschlossene Gesetz sieht Bettelverbote in Fußgängerzonen, vor Supermärkten, in Bahnhöfen, Zügen oder anderen öffentlichen Verkehrsmitteln vor.
In Dänemark mehren sich die Beschwerden über aggressive Bettler. Ein neues Gesetz richtet sich vor allem gegen Zuwanderer aus einer Region.

Frankfurter Allgemeine

Das dänische Parlament hat ein schärferes Gesetz gegen aggressive Bettelei verabschiedet. Unter anderem sieht das von einer breiten Mehrheit am Mittwoch beschlossene Gesetz Bettelverbote in Fußgängerzonen, vor Supermärkten, in Bahnhöfen, Zügen oder anderen öffentlichen Verkehrsmitteln vor. Mit dem Ende Juni in Kraft tretenden Gesetz will die Regierung vor allem Betteln durch Angehörige der Roma-Minderheit aus Osteuropa einen Riegel vorschieben.

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Der versteckte Busen von Katar – kranke Männer

Die Dame im Giebel steht unter Denkmalschutz, die Katarer konnten sie nicht loswerden und griffen zur Verhüllung.Foto: Rückeis, Heinrich
Das arabische Emirat hat die Villa Calé mustergültig und denkmalgerecht sanieren lassen. Aber oh! Die Nackte ist verhüllt, im Garten ist Kahlschlag und massenhaft Stein. Kann das so bleiben?

Von Fatina Keilani | DER TAGESSPIEGEL

Schmuck restauriert ist sie, die Villa Calé an der Schützallee in Zehlendorf, doch was ist das? Der Giebel über dem Portal ist mit einer Kombination zweier Flaggen verschlossen, der deutschen und der katarischen, und verbirgt so, was dahinter liegt: die Skulptur einer barbusigen sitzenden Frau, zu deren Füßen links ein Kind mit Globus und rechts ein Jüngling mit Büchern zu sehen sind.

Doch nicht nur das. Eine Orgie aus Pflastersteinen bildet eine runde Auffahrt, in der Mitte ein Schmuckbrunnen – der Garten, die alten Bäume, alles verschwunden. Man sei „baff“ angesichts all dessen, sagt ein Denkmalschützer, „das sieht nach Kahlschlag aus“, und dann auch noch die Verhüllung des Giebels. Ein altes Problem, das auch hier gilt: Diplomaten können sich viel herausnehmen und haben wenig zu befürchten.

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Erdogan-Gegner zu langer Haftstrafe verurteilt

Enis Berberoglu soll der Zeitung „Cumhuriyet“ Infos über türkische Waffenlieferungen an Islamisten in Syrien zugespielt haben. Foto: MURAD SEZER (X90138)
Der türkische Abgeordnete Enis Berberoglu von der Mitte-Links-Partei CHP muss wegen angeblichen Geheimnisverrats ins Gefängnis.

Frankfurter Rundschau

Der türkische Oppositionsabgeordnete Enis Berberoglu von der Mitte-Links-Partei CHP ist wegen Geheimnisverrats zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Strafgericht in Istanbul sprach ihn am Mittwoch nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu schuldig, geheime Informationen zu Spionagezwecken öffentlich gemacht zu haben. CHP-Fraktionschef Engin Altay kritisierte, obwohl Berberoglu Berufung eingelegt habe, sei der Abgeordnete nach dem Urteil verhaftet worden. Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft für den Angeklagten gefordert.

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Bank für Kirche und Diakonie blickt auf erfolgreiches Geschäftsjahr

Bild: tilly
Die Niedrigzinsphase alarmiert zunehmend auch Kirchenbanken. Die KD-Bank hat ein unerwartet gutes Geschäftsjahr hinter sich, sorgt aber für magere Zeiten vor: Die Dividende wird gekürzt und Kunden sollen künftig einen Teil der Kosten tragen.

evangelisch.de

Die Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank) hat im Geschäftsjahr 2016 neue Höchstwerte bei Bilanz, Kundeneinlagen und Krediten erzielt, wappnet sich aber für sinkende Gewinnspannen im Zinsgeschäft. Die Bilanzsumme der evangelischen Kirchenbank stieg zum Stichtag 31. Dezember um 3,2 Prozent auf fast 5,3 Milliarden Euro, wie der Vorstandsvorsitzende Ekkehard Thiesler am Mittwoch vor der Generalversammlung in Dortmund mitteilte. Ursprünglich war ein Rückgang erwartet worden.

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The First Primate in Space Was Drugged and Strapped into a Nazi-Designed Rocket

Albert II in his capsule. Image: NASA
On June 14, 1949, Albert II became the first primate to visit outer space, paving the way for human spaceflight.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

On June 14, 1949, a drugged-up rhesus monkey named Albert II was buckled into a Nazi-designed missile at an airfield in White Sands, New Mexico. Called the Blossom V-2 rocket, the vehicle was a beefier version of the weapon Hitler had deployed only five years previously, in blitzes against Allied cities like London, Antwerp, and Liège.

But on that Tuesday 68 years ago, the rocket—swiftly adopted by the United States, along with its German developers—served a radically different purpose. After a successful lift-off, the Blossom V-2 propelled Albert II to an altitude of 83 miles (134 kilometers), making him the first primate ever to visit outer space, and thus paving the way for human spaceflight.

Sadly, Albert II paid for this milestone with his life. About three minutes after the launch, as the rocket reached its zenith, the monkey’s capsule separated from the booster for the trip back to Earth. Everything was proceeding smoothly until the parachutes were released, and failed to billow out to slow Albert II’s descent. About six minutes after he had been blasted from Earth, the six-pound monkey was killed upon his return, leaving 10-foot-wide crater to mark the impact.

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