Es gibt keine Pflicht zum Zeichensetzen, auch nicht für Ditib


Das Dach der Zentralmoschee in Köln. (Foto: dpa)
Viel spannender als die Absage von Deutschlands größtem Moscheeverband an der Demonstration in Köln ist, wer überhaupt zu der Kundgebung aufgerufen hat. Erstmals sind das dezidiert liberale Muslime, die zeigen: Es gibt uns.

Von Matthias Drobinski | Süddeutsche.de

Tausende Muslime gehen gegen Terror und Gewalt auf die Straße, das ist gut und richtig. Andererseits haben solche Manifestationen mittlerweile etwas Ritualisiertes und Routiniertes: Natürlich sind die in Köln Versammelten gegen religiös begründeten Terror und gegen einen Islamismus, der offene Gesellschaften für Teufelswerk hält. Was sonst? So denkt hierzulande die Mehrheit der Muslime. Warum müssen sie das in einer Art Endlosschleife immer und immer wieder neu beteuern?

Wer da nicht mitmarschiert, muss nicht ignorant gegenüber dem Terror sein; vielleicht ist er nur genervt angesichts der ewigen Zeichensetzerei. Es gibt keine Pflicht zum Zeichensetzen, auch nicht für die türkisch-islamische Ditib, den größten Moscheeverband in Deutschland, der nicht mitdemonstrieren mochte.

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