Mit Allah hinter Gittern


Raus aus dem Alltag. Für viele der Gläubigen bedeutet das Freitagsgebet eine Unterbrechung des oftmals rauen Gefängnislebens.FOTO: FLORIAN NIEDERMANN
Seit Kurzem haben Muslime in Berliner Gefängnissen ein Recht auf Seelsorge. Können Imame die Insassen auch vor islamistischer Radikalisierung schützen? Zu Besuch beim Freitagsgebet in Plötzensee. Unser Blendle-Tipp.

Von Florian Niedermann | DER TAGESSPIEGEL

Es ist ein trister Ort, an dem Imam Mohammad Imran Sagir das kleine Wunder gelingt. Ein Konferenzzimmer in der Justizvollzugsanstalt Plötzensee. Grau-grüner PVC-Boden, Zierpalme in der Ecke, ein verblichenes Bild an der Wand.

Vor ihm, wo sonst Tische und Stühle stehen, liegen jetzt Gebetsteppiche, dahinter aufgereiht: sieben junge Männer auf Socken. Gewaltverbrecher, Einbrecher, Schmuggler. Einige tragen Bart und stecken in traditionellen Gewändern wie Kaftan und Dschellaba, andere in Jogginghosen und Pullover. Der Imam begrüßt jeden von ihnen freundlich. Die Gesichter bleiben hart.

Dann zieht Sagir aus seiner Westentasche ein daumengroßes Fläschchen, öffnet den Schraubverschluss, reicht es den jungen Männern. Der Reihe nach träufeln sie sich ein paar Tropfen der klaren Flüssigkeit in die Hände und streichen sie sich an den Hals. Ein Duft von Zitrusfrüchten und Jasmin durchdringt den Raum, einige Männer lächeln jetzt.

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