Verführer, Einflüsterer und Urväter der Fake-News


foto: picturedesk.com / interfoto / friedrich Ob „Bezaubernde Jeannie“, Geist aus der Flasche, islamische Website oder Volksmärchen: Dschinn beschäftigen die Menschen bis heute – besonders oft auf dem Balkan. Mitunter wird sogar der Imam bemüht, um den vermeintlichen Dämon (oder den Ehepartner) zu besiegen.

Auf dem Balkan ist der Glaube an Dschinn verbreitet. Die Dämonen, die versuchen, die Menschen auf Irrwege zu bringen, werden auch im Koran erwähnt

Von Adelheid Wölfl | derStandard.at

Edo stand von Beginn an unter Mirjanas Schlapfen. Sie diktierte, was er zu tun hatte, sie verlangte Geld für eine neue Küche, für ein neues Sofa, für ihre Maniküre. Edo getraute sich nie, nein zu sagen, er verschuldete sich, er wurde zappelig. Aber er war Mirjana voll und ganz verfallen. Edos Eltern schauten eine Weile zu, dann rückten sie mit ihrer Diagnose heraus: „Edo, du bist von einem Dschinn besessen!“, sagten die Bosnier. Und der arme Edo suchte nach einem Imam, der ihm den Dschinn austreiben sollte.

Der Glaube an die Dschinn ist nicht nur unter Muslimen auf dem Balkan verbreitet. Wenn jemand ungewöhnliches Verhalten zeigt, wird ein Dschinn dahinter vermutet. Vielen Schwulen, die sich trotz stetiger Ermahnungen nicht für Frauen interessieren, wird etwa ernsthaft geraten, sich den „Dschinn“ austreiben zu lassen. In diesen vormodernen Vorstellungswelten werden Phänomene, die nicht ins eigene Weltbild passen oder Angst machen, nach außen ausgelagert.

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