Historikerin: Die Angst vor Antisemitismus wächst


Bild: bb
Mirjam Zadoff lehrt jüdische Kulturgeschichte in Augsburg. Welche Wissenslücken sie füllen will und ob sie als Mann mit Kippa durch deutsche Straßen laufen würde, beantwortet sie im Interview.

Von Christopher Beschnitt | katholisch.de

Premiere an der Universität Augsburg: Die Hochschule hat eine Gastprofessur für jüdische Kulturgeschichte eingerichtet. Dieser Lehrstuhl sei einer von nur dreien seiner Art in Deutschland, sagt Mirjam Zadoff, die ihn zum Auftakt im aktuellen Sommersemester innehat. Die 43-jährige Historikerin erzählt im Interview, welche Wissenslücke ihr Fach füllen will und was sie von dem Ruf nach einem Antisemitismus-Beauftragten im Kanzleramt hält.

Frage: Frau Zadoff, wenn Sie ein Mann wären: Gingen Sie mit Kippa durch deutsche Straßen?

Zadoff: Leider hat sich die Stimmung in Europa inzwischen so geändert, dass religiöse Kopfbedeckungen in der Öffentlichkeit an vielen Orten nicht mehr toleriert werden. Und es hat ja schon mehrfach Übergriffe gegeben. Ist das das Europa – oder das Deutschland – das wir uns wünschen? Es ist noch nicht so lange her, dass hierzulande katholische Frauen ihren Kopf in der Öffentlichkeit bedeckt haben. Und schauen Sie, wo wir jetzt sind! Ich kann verstehen, dass Männer, die heute in Deutschland eine Kippa tragen, sich exponiert fühlen, dass sie daher teilweise darauf verzichten. Ich kenne selbst welche.

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