3D-Drucker für die synthetische Biologie

Venters Konverter oder Drucker. Bild: Venter/nature biotechnology
Craig Venter stellt einen 3D-Drucker vor, der digitale Daten in Biopolymere verwandelt, aus denen Organismen hergestellt werden können

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Craig Venter ist einer der Pioniere der synthetischen Biologie, der die Erfindung neuen biologischen Lebens mit allen möglichen Mitteln vorantreiben will. Jetzt hat Venter, der durch den Wettlauf zur Entzifferung des menschlichen Genoms weltweit bekannt wurde, weil er dies mit seinen Methoden schneller und billiger als das internationale Humangenomprojekt war (Speed matters), eine Maschine vorgestellt, mit der sich angeblich biologische Bausteine wie Gensequenzen oder Proteins ausdrucken lassen.

Venter hatte mit seinem Institut bereits 2003 im Rahmen seines Minimalgenomprojekts den ersten künstlichen Virus zusammengebaut. Die Vision war, ein Grundgerüst herauszufinden, das lebens- und reproduktionsfähig ist, und es dann mit beliebigen Eigenschaften bzw. Genen als Arbeitsmaschine für alle möglichen Zwecke nach dem Baukastenprinzip aufzurüsten. 2007 gelang es, das Genom eines Bakteriums in ein anderes einzubauen und dort zu „booten“. 2008 soll gelungen sein, das erste Genom eines Bakteriums herzustellen oder zu reproduzieren bzw. reengineeren.

Unklar ist oft, wie viel Bluff hinter diesen Entwicklungen steckt, Venter ist auch ein begnadeter Verkäufer seiner Ideen, kann Investoren überzeugen und seine Artikel in den wichtigsten Wissenschaftsmagzinen wie Science unterbringen. „Dies ist der erste selbst-replizierende Organismus auf der Erde, der einen Computer als Eltern hat“, verkündete Venter 2010.

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Türkische Religionsbehörde kritisiert neue liberale Moschee in Berlin

Bild: Magazin „The Economist“
Die türkische Religionsbehörde Diyanet hat die neu eröffnete liberale Ibn Rushd-Goethe-Moschee in Berlin scharf kritisiert.

ZEIT ONLINE

Bei derartigen Praktiken, die nicht mit den „grundlegenden Quellen“ des Islam vereinbar seien, handele es sich um „nichts anderes als einen Versuch zur Verfälschung der Religion“, erklärte der Diyanet-Direktor Mehmet Görmez am Dienstagabend. Dies falle nicht unter die Glaubens- und Meinungsfreiheit.

Atheismus als „großes Experiment der Neuzeit“ sei gescheitert

Wiener Pastoraltheologin Polak bei Podiumsdiskussion u.a. mit Philosoph Liessmann in Österreichischer Akademie der Wissenschaften: Angriffe von Seiten des Atheismus helfen Religion, „ihre innere Rationalität auszuloten und zu erklären“ Bild. kathpress
Angesichts grassierender religiöser Gewalt zunehmend auch in Europa braucht es ein Mehr an religiöser Bildung: Das hat die Wiener Pastoraltheologin Regina Polak bei einer Podiumsdiskussion am Montagabend in Wien unterstrichen.

kathpress

„Wir müssen lernen, auch mit unüberwindbaren Differenzen zu leben, dazu scheint mir religiöse Bildung ganz wichtig.“ Den Atheismus als „großes Experiment der Neuzeit“ betrachte sie als gescheitert, da er es nicht vermochte, „die Grundfrage des endlichen Menschen nach einer anderen Wirklichkeit“ zu zerstören. Dennoch könne sie auch den atheistischen Versuchen, Religion zu desavouieren, insofern etwas abgewinnen, als sie die Religion herausforderten.

Polak äußerte sich im Rahmen einer Podiumsdiskussion der Reihe „Science Talk“ der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. An dem Gespräch, das diesmal der Frage „Was ist Religion?“ gewidmet war, nahm weiters der Islamwissenschaftler Rüdiger Lohlker, die Religionswissenschaftlerin Birgit Heller und der Philosoph Konrad Paul Liessmann teil.

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So beschimpften Münchner um 1900 arme Flüchtlinge

Der Schlawiner als Schnorrer: Ein Schweizer Hotelier legt König Peter I. von Serbien die unbezahlte Rechnung vor, als dieser nach dem Balkankrieg 1912 in Skopje/Üsküb einzieht. Zeichnung von Ragnvald Blix aus dem „Simplicissimus“ Quelle: picture alliance / akg-images/akg-images
Flüchtlinge soll man nicht Flüchtlinge nennen, weil das abwertend sei, fordern heute viele Gutmeinende. Dabei benutzen sie selbst ganz ahnungslos ein altes fremdenfeindliches Schimpfwort.

Von Matthias Heine | DIE WELT

Über die korrekte Bezeichnung derjenigen, die vor Gewalt und Armut nach Europa fliehen, wird seit Jahren gestritten. Linke Sprachwächter möchten am liebsten das Wort Flüchtling ausmerzen, weil die Nachsilbe -ling einen abwertenden Beiklang habe. Sie arbeiten heute mit der Konstruktion Geflüchtete, wenn sie nicht gleich das aus dem Englischen übernommene Wort Refugee benutzen. Ihren rechten Widersacher haben auf solche Korrektheiten reagiert, indem sie nach den Ereignissen der Kölner Silvesternacht das gehässige Wort Rapefugee, ein Portmanteauwort aus Rape (Vergewaltigung) und Fugee (Kurzform für Refugee) bildeten.

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Professoraler Populismus

Willkommen oder nicht. Natürlich steht es Professoren frei, ihren Unmut über Migrationspolitik zu äußern. Doch sie sollten die…FOTO: MARTIN SCHUTT / PICTURE ALLIANCE / DPA
Gedanken zum Fall Baberowski: Warum Historiker den Versuchungen der Demagogie widerstehen sollten. Ein Gastbeitrag.

Von Wolfgang Benz | DER TAGESSPIEGEL

Der Berliner Historiker Jörg Baberowski, Professor an der Humboldt-Universität, hat einen guten Ruf als Kommunismus- und Osteuropaexperte, insbesondere als Stalinismusfachmann. Geschätzt ist er bei manchen auch außerhalb der Universität wegen der Kraft seiner Rede und dem Freimut, mit dem er seiner Gesinnung Ausdruck verleiht, als Talkshow-Gast, Interviewpartner und Erzeuger von Statements zu aktuellen Problemen.

Diese Gesinnung darf man ungestraft rechtsradikal nennen, wie das Oberlandesgericht Köln dieser Tage wissen ließ: Baberowski war deswegen mit dem Asta der Universität Bremen im Streit gelegen. Die Studierenden hatten nach einem Auftritt des Gelehrten in Bremen im vergangenen Jahr, gestützt auf Zitate, den Vorwurf erhoben, Baberowski vertrete rechtsradikale Positionen, verharmlose Gewalt gegen Flüchtlinge und deren Unterkünfte und er argumentiere rassistisch.

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Real und Deutsche Post wegen Kameraanalyse von Kunden angezeigt

Warteschlange vor einer Postfiliale in München. Foto: TP
Gesichterauswertung soll auch auf Kategorien wie Kleidung und vermutete Gefühlslage ausgedehnt werden

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Der Staatsanwalt, so heißt es, ist der Anwalt des kleinen Mannes – weil er nämlich nichts kostet. Eine Strafanzeige kann jeder stellen – theoretisch reicht dazu ein Satz. Handelt es sich jedoch um technische Neuerungen und ein von der Rechtsprechung noch relativ unbeackertes Gelände, dann steigert man die Erfolgschancen einer Strafanzeige deutlich, wenn man sie von einem Experten formulieren lässt.

Für letzteres hat sich der Bielefelder Verein Digitalcourage entschieden, der unter anderem die Big-Brother-Negativpreise verleiht. Er will mit Strafanzeigen gegen die Deutsche Post AG und die Real SB-Warenhaus GmbH ein seit Herbst 2016 in aktuell 40 Real-Märkten und 40 Filialen der Deutschen Post laufendes biometrisches Kundenanalysesystem der Augsburger Echion AG nach den Paragrafen 44 Absatz 2 des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) und 77 Absatz 1 des Strafgesetzbuchs (StGB) ahnden lassen (vgl. Werbedisplays mit Gesichtserkennung: Digitalcourage will gegen Deutsche Post und Real klagen).

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Warum Schimpansen an der Grenze patrouillieren

Symbolbild: Ein Schimpanse. – (c) AFP (GUILLAUME SOUVANT)
Sie sind soziale Primaten wie wir – aber worauf baut ihre Moral? Und kennen sie Mitgefühl?

Die Presse.com

Wie hilfsbereit sind unsere nächsten Verwandten im Tierreich? Und wenn sie einander helfen, tun sie’s aus Mitgefühl oder aus Berechnung? Das ist schon bei Menschen nicht leicht zu entscheiden, im Fall der Schimpansen sind die Wissenschaftler uneins. Vor allem Forscher um Michael Tomasello – bekannt für Arbeiten über Spiegelneuronen – neigen dazu, den Schimpansen die Empathie abzusprechen: 2016 erklärten sie in Nature Communications (20. 12.), dass die Affen ihresgleichen weder helfen noch schaden wollen, das sei ihnen schlicht egal.

Aber offenbar merken sie sich, wenn ihnen ein Artgenosse geholfen hat – und belohnen die Hilfe später. Das zeigten die Forscher um Tomasello, indem sie die Schimpansen vor die Wahl stellten, sich selbst und einen Kollegen oder nur sich selbst mit Nahrung zu versorgen. Sie entschieden sich für die altruistische Variante, auch wenn sie ihnen einen Nachteil brachte, wenn dieser Kollege ihnen davor geholfen hatte.

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700 Jahre Enklave Avignon

Das historische Zentrum rund um den Papstpalast. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0/ Jean-Marc Rosier
Kardinal Poupard feiert Gottesdienst in der Päpste-Stadt – Avignensisches Papsttum endete 1377, als Papst Gregor XI. nach Aufforderung durch Hl. Katharina von Siena in Rom eintraf

kath.net

Papst Franziskus hat Kardinal Paul Poupard, Präsident-Emeritus des Päpstlichen Rates für Kultur, als seinen Sondergesandten zu den Gedenkfeiern an den 700. Jahrestag der Konstituierung der „Enclave des papes“ (Enklave der Päpste) in Avignon ernannt. Höhepunkt der Feiern im „Babylon des Papsttums“ ist ein Gottesdienst in der dortigen Kathedrale am Fest des Hl. Johannes des Täufers (24. Juni). Das Gedenken, das vom 23. bis 25. Juni stattfinden wird, markiert den Jahrestag des Dekrets von Papst Johannes XXII. (1316-1334), in dem er schreibt, dass er von Avignon aus über die Kirche herrschen würde. Begonnen hatte das Avignon-Papsttum bereits im Jahre 1309, als Papst Clemens V. seine Kurie in die südfranzösische Stadt verlegte.

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Bibi-TV

„Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ Screenshot: bb
Selten ist so falsch von einer wahren Sache gesprochen worden wie in der ARD-Dokumentation über Antisemitismus. Bisher ging es in der Debatte um Zensur im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, schlechte Kommunikation und den Einsatz der BILD-Zeitung für Wahrheit und Aufklärung. Die Sache selbst wurde bislang kaum beachtet: der Film und seine Schwächen.

Ein Kommentar von Stefan Buchen | Qantara.de

Der Antisemitismus ist ein altes Phänomen, deutlich älter als der Begriff, der es bezeichnet. Die gleichen stereotypen Darstellungen vom „Juden“ kehren an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten wieder. Die Mehrheitsgesellschaft schiebt den Juden gern die Schuld zu an allen möglichen Unliebsamkeiten, von vergifteten Brunnen bis zu überhöhten Preisen. Die Juden sind der klassische politisch und sozial verwundbare „Andere“, der sich zum Sündenbock eignet. Heute ist die antisemitische, also judenfeindliche Geisteshaltung weltweit anzutreffen.

Begründet wird der Antisemitismus mal religiös, mal ästhetisch, mal rassisch, mal anders. Wichtig ist zu beachten, dass er sich je nach historischem Kontext in unterschiedlich starken Nuancen artikuliert und folglich unterschiedliche Grade der Wirkmächtigkeit entfaltet. Nie waren die Folgen des Antisemitismus furchtbarer als unter der kurzen Herrschaft des Dritten Reiches. Sie waren so furchtbar, dass es schwerfällt, die Judenpolitik Hitler-Deutschlands mit anderen historischen Äußerungen des Antisemitismus zu vergleichen.

Genau das tun aber die Autoren der Fernsehdokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt“. Sie ziehen eine direkte Linie von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zu Julius Streicher, Hitlers Gauleiter in Franken und Verleger des nationalsozialistischen Hetzblattes „Der Stürmer“ (Streicher wurde bei den Nürnberger Prozessen zum Tode verurteilt und gehenkt).

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Muslimische Verbände in der Kritik von Muslimen

„Nicht mit uns“ – unter diesem Titel demonstrierten in Köln etwa tausend statt der erwarteten 10000 Muslime und Nichtmuslime gegen…FOTO: IMAGO/EPD
Die muslimischen Friedensmärsche bleiben Sache von Einzelnen. Ex-Funktionäre beklagen das Schweigen der Verbände und sprechen von Selbstisolierung.

Von Andrea Dernbach | DER TAGESSPIEGEL

Von den flauen Zahlen vom letzten Wochenende in Köln lassen sich die Initiatorinnen der nächsten muslimischen Friedensdemonstrationen nicht schrecken. Für Freitag dieser Woche, den letzten des Fastenmonats Ramadan, laden sie unter dem Titel „Für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft“ erneut zum Friedensmarsch ein. Geplant sind Veranstaltungen unter anderem in Stuttgart, Hamburg und Berlin. In Berlin soll der Marsch vom Gendarmenmarkt und Bebelplatz aus über die Linden zum Pariser Platz führen und dort gegen 20 Uhr mit einer Mahnwache und Friedensgebeten enden. „Wir wollen mit diesen Märschen ein Zeichen des gegenseitigen Respekts, des friedlichen Miteinanders zwischen Muslimen und Andersgläubigen, Humanisten und Nichtgläubigen klar und deutlich zum Ausdruck bringen und den friedlichen Zusammenhalt unserer Gesellschaft demonstrieren“, heißt es im Aufruf der Initiatorinnen, die sich selbst als „Menschen aus der Zivilbevölkerung“ beschreiben. Man sei mit allen solidarisch, die Opfer von Hass, Gewalt und Terror würden.

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Salafismus und die „Gier nach Reinheit“

Manchmal vermag es Glauben in den Wahn zu leiten: Salafismus gilt als eine ultrakonservative Strömung innerhalb des Islams. Im Bild: Gläubige bei einer Predigt im einer Moschee in Beirut. (Foto: dpa)
Jeans-Verbot, willkürliche Koran-Auslegung und die Lehre vom „wahren Islam“. Das Buch „Die Salafisten“ erläutert trittsicher ein religiöses Phänomen.

Von Simon Wolfgang Fuchs | Süddeutsche.de

Deutschland ist längst ein begriffliches Einwanderungsland. Arabisch-islamische Ausdrücke wie Dschihadist, Salafist oder Wahhabit haben sich erstaunlich mühelos in den Duden integriert. Die dahinterliegenden Konzepte zu benennen oder gar auseinanderzuhalten, fällt jedoch selbst Spezialisten schwer. Es ist daher ein Glück für die deutschsprachige Öffentlichkeit, dass sich Rüdiger Lohlker, Professor für Islamwissenschaften an der Universität Wien, in seinem neuen Buch „Die Salafisten“ als trittsicherer Erläuterer dieses religiösen Phänomens erweist. Mit seiner klaren Meinung hält der Autor dabei nie hinter dem Berg. Für ihn ist der Salafismus in all seinen Spielarten bedenklich, da er einem friedlichen Zusammenleben und respektvollen Miteinander entgegenwirkt.

Lohlker geht es darum, die salafistische Selbstsicht als einzig authentische Version des Islam konsequent zu hinterfragen. Er unterstreicht die Verwandtschaft des Salafismus mit anderen modernen religiösen Bewegungen wie dem Pietismus, die in ähnlicher Weise die Rolle der Gemeinschaft betonen und den direkten, unverstellten Zugang zu den Textquellen suchen.

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Äthiopien: Klimawandel bedroht Kaffeeanbau

Geröstete Kaffeebohnen – Grundlage für eines der beliebtesten Getränke der Welt © Gemeinfrei
Bedrohte Bohne: Der Klimawandel setzt der Kaffeeindustrie in Äthiopien zu. Eine Studie zeigt: Steigen die Temperaturen ungebremst an, könnten bis zum Ende dieses Jahrhunderts bis zu 60 Prozent der heutigen Anbauflächen für die Kultivierung der Bohne unbrauchbar werden. Ein Ausweichen auf höhere Lagen könne den Verlust zwar zunächst ausgleichen. Langfristig werde jedoch nur der Kampf gegen die Erderwärmung Äthiopien als Wiege des Kaffees und größten Kaffeeproduzenten Afrikas bewahren, schreiben die Forscher im Fachmagazin „Nature Plants“.

scienxx

Ob als Cappuccino oder Espresso, gebrüht oder gefiltert: Kaffee ist eines der beliebtesten Getränke der Welt und für viele Menschen unentbehrlich. Geschätzt wird das schwarze Gold als Muntermacher am Morgen ebenso wie als wohlschmeckender Begleiter durch den Tag. Außerdem entpuppt es sich immer mehr als Gesundmacher. So könnte Kaffeetrinken unter anderem vor Leberzirrhose schützen, Diabetes vorbeugen und sogar unsere DNA vor Brüchen bewahren.

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De Maizière: Es ist ein Unterschied, ob jemand von Ostpreußen kommt oder aus Kabul

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU)
Zum dritten Mal hat die Bundesregierung am Weltflüchtlingstag ein eigenes Gedenken für die Opfer von Flucht und Vertreibung veranstaltet. Hauptredner war der rumänische Präsident, der Europa zu mehr Verantwortung für Menschen in Not aufforderte.

Von Corinna Buschow | MiGAZIN

Das Bild von dem aus dem Kinderwagen geworfenen Baby vergisst sie ein Leben lang nicht, sagt Edith Kiesewetter-Giese, nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben aus der Heimat im heutigen Tschechien. „In unserem Leben gibt es viele Erlebnisse, die wir nicht vergessen können“, sagt Ghifar Taher Agha, 2014 vor dem Krieg in Syrien geflohen.

 Zwischen den Erlebnissen der Seniorin und dem 2015 in Deutschland angekommenen Familienvater liegen 70 Jahre. Ihre Heimat ist unterschiedlich, und es sind unterschiedliche Kriege, die ihre Flucht erzwangen. Und dennoch: Im Unrechtsgehalt und den Traumaerfahrungen ließe sich beides vergleichen, sagte der Präsident des Bundes der Vertriebenen, Bernd Fabritius, am Dienstag bei der Gedenkstunde für Opfer von Flucht und Vertreibung in Berlin.

Schüler schwänzt Moscheebesuch – Eltern kommen vor Gericht

Die Eltern eines Schülers aus Rendsburg lehnten es ab, dass ihr Sohn eine Moschee besucht Quelle: pa/dpa/Carsten Rehder
Eine Schulklasse macht einen Ausflug in eine Moschee, ein Kind nimmt nicht teil. Die Eltern des Jungen fürchten eine „religiöse Indoktrination“. Die Staatsanwaltschaft will den Fall nun vor Gericht verhandeln.

DIE WELT

Wegen der Weigerung eines Schülers aus Rendsburg in Schleswig-Holstein, eine Moschee zu betreten, wird es zu einem Gerichtsprozess kommen. Im August soll ein Verfahren gegen die Eltern des 13-Jährigen eröffnet werden, bestätigte die Staatsanwaltschaft Itzehoe der „SHZ“ aus Flensburg. Der Junge war am 14. Juni 2016 dem Schulausflug seiner Erdkunde-Klasse aus weltanschaulichen Gründen ferngeblieben.

Wegen des „Schulschwänzens“ sollten seine Eltern Bußgelder von jeweils 150 Euro bezahlen. Weil sie dagegen Widerspruch eingelegt hatten, prüfte die Staatsanwaltschaft die Angelegenheit. Dort wurde jetzt entschieden, dass es zum Prozess vor dem Amtsgericht kommt. Mehrere Medien hatten über den Vorfall berichtet.

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Niederlande: Pflicht für Migranten zu Respekt für heimische Werte

Dem Gros der an sich sehr offenen Niederländer ist der wachsende, sehr hohe Anteil von Migranten aus teils fernsten Kulturen nicht mehr recht geheuer. – taringa.net
Sogenannte „Partizipationserklärung“ beinhaltet Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung und Diskriminierungsverbot. Bei Verweigerung drohen Geldstrafen und die Unmöglichkeit dauerhafter Aufenthaltsgenehmigungen.

Die Presse.com

Zuwanderungswillige müssen in den Niederlanden künftig den Respekt für einige grundsätzliche, lokal herrschende Werte und Normen versprechen. Die Erste Kammer des Parlaments verabschiedete am Dienstag einen entsprechenden Gesetzentwurf.

Asylbewerber und Migranten müssen demzufolge eine „Partizipationserklärung“ unterzeichnen. Darin werden etwa Basiswerte wie Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung, Gewaltverbot und das allgemeine Diskriminierungsverbot aufgenommen.

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Mormonen in Bremen Körperschaft des öffentlichen Rechts

Mormonen-Tempel in Salt Lake City, Utah, USA
Bremen hat als siebtes Bundesland die Mormonen als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt.

evangelisch.de

Zu der Religionsgemeinschaft, die sich offiziell als „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ bezeichnet, zählten bundesweit rund 40.000 Menschen in 164 örtlichen Gemeinden, teilte ihr Sprecher am Dienstag in Frankfurt am Main mit.

In Hessen ist die „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ seit 1953 Körperschaft des öffentlichen Rechts. Es folgten Berlin (1954), Rheinland-Pfalz (2013), Sachsen (2014), Nordrhein-Westfalen (2015) und Hamburg (2016).

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EU-Studie: Deutliche Zeichen von Misstrauen gegenüber Muslimen

Eine Mehrheit der Befragten aus der Bevölkerung wäre für einen Stopp der Einwanderung aus mehrheitlich muslimischen Ländern. Bei den sogenannten Eliten sehen die Haltungen etwas anders aus

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Die Einwanderung, besonders aus muslimischen Ländern, ist ein neuralgischer Punkt für EU-Bürger. Das führt eine groß angelegte Studie des Think Tanks Chatham House noch einmal vor Augen. Der Ansatz der Studie bemüht sich darum, Unterschiede zwischen Haltungen der Elite und der „normalen Bevölkerung“ in zehn EU-Staaten herauszuarbeiten, in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Belgien, Spanien, Griechenland, Italien, Polen, Ungarn und Österreich.

Manche Ergebnisse in der Studie sind keine große Überraschung, wenn zum Beispiel festgestellt wird, dass nur 34 Prozent der Bevölkerung das Gefühl haben, dass sie von der EU profitieren, währenddessen 71 Prozent der „Elite“ dieses Gefühl schon haben. Als Mitglieder der Eliten haben sich die Studienbetreiber Politiker, Journalisten, Vertreter der Wirtschafter und von NGOs ausgewählt, die sie Anfang des Jahres interviewten. Die Online-Befragung der „übrigen“ Bürger wurde Ende 2016 durchgeführt.

Die Einstellungen der Nicht-Eliten finden sich hier, die der Eliten hier. Die Ergebnisse werden jeweils auf 100 Seiten präsentiert. Das ist in der Gänze kaum zu erfassen. Es geht um die Glaubwürdigkeitskrise, eine Pro-EU-Stimmung, die auch in der Chatham-Studie festgestellt wird. Es geht um Fragen zur EU-Erweiterung, zum Beispiel die Türkei betreffend, um Solidarität und um Zukunftskonzepte, aber auch um das Themenfeld Migration, das bei der Bevölkerungsbefragung einen größeren Stellenwert hat.

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Flüchtlinge in Türkei kehren vor Ramadan-Fest nach Syrien zurück

Anlässlich der bevorstehenden Ramadan-Feiertage sind tausende syrische Flüchtlinge in der Türkei zum Verwandtenbesuch in ihr Heimatland zurückgekehrt.

Frankfurter Rundschau

Vor dem Grenzübergang Öncüpinar in der Provinz Kilis bildete sich eine lange Schlange. Das Fest des Fastenbrechens markiert das Ende des Fastenmonats Ramadan und dauert in der Türkei von Sonntag bis einschließlich Dienstag. Die Grenzen der Türkei zu Syrien sind generell geschlossen. Der Gouverneur in der Stadt Kilis hatte den vorübergehenden Grenzübertritt jedoch anlässlich des Ramadans erlaubt. Die Rückkehr ist ebenfalls geregelt.

‚Weitere Aushöhlung des Sonntags kann nicht mehr hingenommen werden‘

Regensburger Bischof Voderholzer kritisiert Forderungen nach mehr verkaufsoffenen Sonntagen

kath.net

Der Sonntag als prinzipiell arbeitsfreier und auch handelsfreier Tag sehe sich immer wieder den Begehrlichkeiten von Industrie und Handel ausgesetzt, betonte Bischof Rudolf Voderholzer (Archivfoto) bei der Eröffnung der Wolfgangswoche in der Basilika St. Emmeram in Regensburg. Die neueste Forderung laute, nicht nur vier, sondern zehn verkaufsoffene Sonntage zu genehmigen. „Ich weise diesen erneuten Anschlag auf den Sonntag zurück. Eine weitere Aushöhlung des Sonntags kann nicht mehr hingenommen werden“, so der Regensburger Bischof.

Sonntag ist als Kulturgut über alle Maßen schützenswert

Es gebe, so Bischof Voderholzer, schon genügend Menschen, die für den Sonntag arbeiten. In der Gastronomie, im Nahverkehr, auch in der Kirche. Jeder Euro könne nur einmal ausgegeben werden. Was man am Sonntag ausgeben würde, könne man am Montag nicht mehr ausgeben und auch nicht am Donnerstag.

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Supreme Court Hints That Trump Can’t Legally Block You on Twitter

Image: Shutterstock/Twitter Remix by Louise Matsakis
Is the president’s Twitter feed a public forum?

By Louise Matsakis | MOTHERBOARD

President Trump has a habit of blocking people he doesn’t like on Twitter. Everyone from novelist Stephen King to VoteVets, a progressive group that advocates on behalf of veterans, have been barred from viewing the president’s tweets and interacting with his account.

Earlier this month, the Knight First Amendment Institute sent a letter to President Trump, demanding that he unblock individuals who were denied access because they disagreed with or criticized him. If he refuses, the Knight Institute plans to file a lawsuit.

The Institute argued that because Trump uses his personal Twitter account, @realdonaldtrump, to communicate about his role as president, it should be considered a „designated public forum,“ like a sidewalk or public park. If it were categorized that way, blocking the American people from seeing and interacting with Trump’s tweets could be considered a violation of the First Amendment. A new Supreme Court ruling issued Monday bolsters the Knight Institute’s argument.

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