De Maizière: Es ist ein Unterschied, ob jemand von Ostpreußen kommt oder aus Kabul


Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU)
Zum dritten Mal hat die Bundesregierung am Weltflüchtlingstag ein eigenes Gedenken für die Opfer von Flucht und Vertreibung veranstaltet. Hauptredner war der rumänische Präsident, der Europa zu mehr Verantwortung für Menschen in Not aufforderte.

Von Corinna Buschow | MiGAZIN

Das Bild von dem aus dem Kinderwagen geworfenen Baby vergisst sie ein Leben lang nicht, sagt Edith Kiesewetter-Giese, nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben aus der Heimat im heutigen Tschechien. „In unserem Leben gibt es viele Erlebnisse, die wir nicht vergessen können“, sagt Ghifar Taher Agha, 2014 vor dem Krieg in Syrien geflohen.

 Zwischen den Erlebnissen der Seniorin und dem 2015 in Deutschland angekommenen Familienvater liegen 70 Jahre. Ihre Heimat ist unterschiedlich, und es sind unterschiedliche Kriege, die ihre Flucht erzwangen. Und dennoch: Im Unrechtsgehalt und den Traumaerfahrungen ließe sich beides vergleichen, sagte der Präsident des Bundes der Vertriebenen, Bernd Fabritius, am Dienstag bei der Gedenkstunde für Opfer von Flucht und Vertreibung in Berlin.