Professoraler Populismus


Willkommen oder nicht. Natürlich steht es Professoren frei, ihren Unmut über Migrationspolitik zu äußern. Doch sie sollten die…FOTO: MARTIN SCHUTT / PICTURE ALLIANCE / DPA
Gedanken zum Fall Baberowski: Warum Historiker den Versuchungen der Demagogie widerstehen sollten. Ein Gastbeitrag.

Von Wolfgang Benz | DER TAGESSPIEGEL

Der Berliner Historiker Jörg Baberowski, Professor an der Humboldt-Universität, hat einen guten Ruf als Kommunismus- und Osteuropaexperte, insbesondere als Stalinismusfachmann. Geschätzt ist er bei manchen auch außerhalb der Universität wegen der Kraft seiner Rede und dem Freimut, mit dem er seiner Gesinnung Ausdruck verleiht, als Talkshow-Gast, Interviewpartner und Erzeuger von Statements zu aktuellen Problemen.

Diese Gesinnung darf man ungestraft rechtsradikal nennen, wie das Oberlandesgericht Köln dieser Tage wissen ließ: Baberowski war deswegen mit dem Asta der Universität Bremen im Streit gelegen. Die Studierenden hatten nach einem Auftritt des Gelehrten in Bremen im vergangenen Jahr, gestützt auf Zitate, den Vorwurf erhoben, Baberowski vertrete rechtsradikale Positionen, verharmlose Gewalt gegen Flüchtlinge und deren Unterkünfte und er argumentiere rassistisch.

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