So beschimpften Münchner um 1900 arme Flüchtlinge


Der Schlawiner als Schnorrer: Ein Schweizer Hotelier legt König Peter I. von Serbien die unbezahlte Rechnung vor, als dieser nach dem Balkankrieg 1912 in Skopje/Üsküb einzieht. Zeichnung von Ragnvald Blix aus dem „Simplicissimus“ Quelle: picture alliance / akg-images/akg-images
Flüchtlinge soll man nicht Flüchtlinge nennen, weil das abwertend sei, fordern heute viele Gutmeinende. Dabei benutzen sie selbst ganz ahnungslos ein altes fremdenfeindliches Schimpfwort.

Von Matthias Heine | DIE WELT

Über die korrekte Bezeichnung derjenigen, die vor Gewalt und Armut nach Europa fliehen, wird seit Jahren gestritten. Linke Sprachwächter möchten am liebsten das Wort Flüchtling ausmerzen, weil die Nachsilbe -ling einen abwertenden Beiklang habe. Sie arbeiten heute mit der Konstruktion Geflüchtete, wenn sie nicht gleich das aus dem Englischen übernommene Wort Refugee benutzen. Ihren rechten Widersacher haben auf solche Korrektheiten reagiert, indem sie nach den Ereignissen der Kölner Silvesternacht das gehässige Wort Rapefugee, ein Portmanteauwort aus Rape (Vergewaltigung) und Fugee (Kurzform für Refugee) bildeten.

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