Stadtschloss bekommt Kuppelkreuz

Berliner Schloss, Album von Berlin; Globus Verlag, Berlin 1904, PD
Trotz Protesten soll das neue Berliner Stadtschloss wie geplant ein Kuppelkreuz erhalten. Evangelische und katholische Kirche begrüßten die Entscheidung.

DER TAGESSPIEGEL

Trotz Protesten soll das neue Berliner Stadtschloss wie geplant ein Kuppelkreuz erhalten. Das Humboldt-Forum, das in den Nachbau des historischen Gebäudes einziehen soll, werde trotz der Kritik der vergangenen Wochen von einem Kreuz gekrönt, bestätigte ein Sprecher der Stiftung am Donnerstag verschiedenen Medien. Aus dem Senat hieß es, damit sei die Entscheidung gefallen. Man werde aber weiter diskutieren. Evangelische und katholische Kirche begrüßten die Entscheidung. Der Stiftungsrat habe Anfang der Woche seine bisherige Beschlusslage bekräftigt, „dass die Kuppel auf dem Berliner Schloss originalgetreu rekonstruiert wird, mit allem historischen Bauschmuck und dem dazugehörigen Kreuz“, sagte der Sprecher der Stiftung. Der Auftrag für das Kupferdach der Kuppel sei bereits vergeben worden. Das Humboldt-Forum soll 2019 eröffnet werden.

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Ist Parkinson eine Autoimmun-Krankheit?

Ist ein fehlgeleiter Angriff des Immunsystems auf die Gehirnzellen mitschuld an Parkinson? © Eraxion/ thinkstock
Angriff aufs eigene Gehirn: Möglicherweise steckt hinter der Parkinson-Krankheit eine Autoimmunreaktion. Denn die Immunzellen betroffener Patienten greifen ein auf den Hirnzellen vorkommendes Protein an, wie nun eine Studie belegt. Diese fehlgeleiteten Angriffe könnten zumindest mitschuld am Niedergang der Hirnzellen bei Parkinson sein, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten. Sollte sich dies bestätigen, würde dies neue Diagnose- und Therapiewege eröffnen.

scinexx

Parkinson ist eine der häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen – und bisher nicht heilbar. Zwar kann die tiefe Hirnstimulation die Symptome lindern, die fortschreitende Zerstörung der dopaminproduzierenden Hirnzellen kann aber bisher keine Therapie aufhalten.

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Spahn: Kirche soll sich aus Politik heraushalten

Spahn auf dem CDU-Parteitag 2014. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 de – Olaf Kosinsky
Der CDU-Politiker Jens Spahn ist katholisch, doch er ist mit seiner Kirche nicht zufrieden. Sie mische sich zu viel in die Tagespolitik ein. Auch eine weitere Religion kritisiert Spahn.

katholisch.de

CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn hat seine Forderung an die Kirchen bekräftigt, sich mehr aus der Tagespolitik herauszuhalten. „Ich nehme sie an den falschen Stellen sehr offensiv wahr“, sagte er im Interview der Bistumszeitung „Kirche+Leben“ aus Münster (Sonntag) und verwies auf kirchliche Stellungnahmen zu Hartz-IV- und Steuersätzen oder zur Flüchtlingspolitik.

Spahn: Kirchen sollen in Glaubensfragen Orientierung geben

Laut Spahn fehlt bei den Flüchtlings-Appellen deutscher Bischöfe meist der von Papst Franziskus erwähnte Aspekt, dass sich eine Gesellschaft durch zu viele Schutzsuchende auch überfordern könne.

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AfD-Brandenburg möchte deutsche Gebärmütter staatlich pflegen

Bild. Shahak Shapira/Twitter

„Wer nicht unserer Meinungs ist, geht ins Gas.“ So nachzulesen in einem geleakten Chat-Protokoll der AfD. „Deutschland den Deutschen.“ Die Nachfahren zentralasiatischer Horden, die nach Westen fluteten, wollen den Deutschen zu alter Größe verhelfen. Was früher der Versailler Vertrag sind den heutigen Nazis, Rechtspopulisten und SA-Rekruten die Flüchtlinge, die sich daraus ergebenden Überfremdungsgefühle, die „Lügenpresse“, die „BRD-GmbH“, Merkel und ihre Eliten.
Die Fraktion der Alternative für Deutschland des Landes Brandenburg sieht für sie Stammes-Deutschen die Apokalypse am Horizont aufgehen. Die Gebärfreundigkeit brandenburgischer Frauen ist kritikwürdig. So stellt die AfD im Landtag einen Antrag:

Die Geburtenziffer für Brandenburg lag im Jahr 2015 bei 1,53 Geburten. Auch wenn in Brandenburg eine leichte Steigerung der Geburtenrate in den letzten Jahren zu verzeichnen ist, wird in der vom Landesamt für Statistik Berlin-Brandenburg und dem Landesamt für Bauen und Verkehr vorgelegten Bevölkerungsprognose (2011-2030) langfristig gesehen ein Rückgang der Bevölkerung erwartet. So rechnen die Statistiker für 2030 mit einem
signifikanten Geburtendefizit, ausgehend von rund 33.000 erwarteten Gestorbenen und um die 10.000 prognostizierten Lebendgeburten. Antrag AfD-Fraktion/Drucksache6/6819

Das Überleben des Deutschen im Land Brandenburg ist nicht gesichert, daher fabuliert die Fraktion weiter:

Der Landtag möge beschließen:
Die Landesregierung wird aufgefordert, noch in der laufenden Legislaturperiode einen Zukunftsplan zur Steigerung der Geburtenrate in Brandenburg vorzulegen, um für eine Zunahme deutscher Familien mit wenigstens zwei Kindern zu sorgen sowie die Rahmenbedingungen
zu verbessern bzw. zu schaffen. Zu beachten sind insbesondere die strukturschwachen Regionen, die Steigerung des Betreuungsangebots für Kinder sowie Maßnahmen gegen eine weitere Abwanderung junger Brandenburger. Sie sollen ermutigt werden, eine Familie zu gründen, denn Kinder dürfen nie ein Armutsrisiko darstellen.ebenda

Man muss ja nun nicht die Gebärfreudigkeit der Menschen regeln wollen, schon gar nicht expressis verbis deutscher Menschen, um sie zur Familiengründung anzureizen. Bleibt die Frage, wie die AfD  diesen Prozess der Anhebung von Gebärfreudigkeit ausgestalten will. Bekommen die über den Durchschnitt geborenen Jungs ein passendes Tweedjacket von Gauland, die Mädels einen Strampler, entworfen von der Herzogin von Oldenburg? Letztere sollte überhaupt erst einmal anfangen Nachwuchs zu zeugen.

Gehen Experten davon aus, dass das Land Brandenburg, ohne Zuwanderung, keine Bestandsgröße mehr darstellt bekommt die Stammespartei der Deutschen kalte Füße. Die Erhöhung der Geburtenzahl „arischer“ Kinder gab es in Deutschland schon einmal. Der Lebensborn e.V., ein von der SS getragener, staatlicher Verein hatte sich genau das zum Ziel gesetzt. Grundlage war die nationalsozialistische Rassenhygiene.
War es damals die Rettung der „nordischen Rasse“, wegen angeblicher Geburtendefizite und der drohende Untergang des Deutschtums, so unterliegt der Antrag der AfD-Fraktion des Landes Brandenburg genau dem Duktus nationalsozialistischer Rassenideologie. Die Beantwortung der Frage, was mit Geburten passiert, die nicht „deutsch“ sind, verkneift man sich vorerst. Nur deutsche Familien sind erbbiologisch und rassisch wertvoll.

Risiken und Nebenwirkungen erweiterter DNA-Analysen

Bild: heise.de/tp
In Freiburg wurde über Gefahren und Chancen einer Technik debattiert, nach der schnell im Rahmen spektakulärer Kriminalfälle gerufen wird

Von Ralf Streck | TELEPOLIS

Die Morde an der Freiburger Studentin Maria L. im vergangenen Oktober und der Joggerin Carolin G. im vergangenen November im nahen Endingen haben die Gemüter nicht nur in Südwestdeutschland erregt. Seither tobt eine Debatte über erweiterte DNA-Analysen. Die hat über Bundesratsinitiativen aus Baden-Württemberg und Bayern längst den Weg nach Berlin gefunden. Auch Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) lässt nun einen Entwurf erarbeiten. Die Chancen der neuen Technologien werden aber meist völlig überschätzt und die Risiken unterschätzt, wenn sie in der erregt geführten Debatte überhaupt wahrgenommen werden. Auf einem Symposium wurde das Thema ausführlich kürzlich in Freiburg debattiert. Die Justizminister von Bund und Ländern werden auf ihrer Konferenz am Mittwoch und Donnerstag beraten.

Natur- und Sozialwissenschaftler, Kriminalisten, Juristen, Datenschützer und Anthropologen kamen kürzlich in Freiburg zusammen, um eine „Qualitätsoffensive“ zu starten. Denn tatsächlich ist die Debatte oft von unrealistischen Vorstellungen geprägt, die von der US-Serie CSI geprägt zu sein scheinen. Gerne wird so getan, als habe man damit ein objektives Allheilmittel zur Verbrechensaufklärung zur Hand. „Die Möglichkeiten werden deutlich überschätzt, die Risiken dagegen massiv unterbewertet“, erklärt deshalb auch Prof. Dr. Anna Lipphardt, die am Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie forscht, gegenüber Telepolis.

Mit ihrer Schwester Prof. Dr. Veronika Lipphardt gehört sie zu den Initiatorinnen des Symposiums. Beide gehören einer multidisziplinären Wissenschaftlergruppe Freiburg, Berlin, Basel und Newcastle an, die sich gegen eine vorschnelle, nicht regulierte Einführung erweiterter DNA-Analysen in der Forensik wendet, aber sich nicht grundsätzlich dagegen stellt. Aber zu viele wissenschaftliche, rechtliche und ethische Fragen seien offen, für die es eine breit aufgestellte Expertise von Wissenschaftlern und Praktikern brauche. Wünschenswert wäre beispielsweise „ein Konzept für eine wissenschafts- und praxisübergreifende Initiative“ um zunächst „Regulierungs- und Qualitätsstandards für den möglichen Einsatz“ zu formulieren, erklären die Forscherinnen gegenüber Telepolis.

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Die Bundesregierung prüft die Anschaffung der F-35

© AFP Schießt hoch hinaus: Kampfjet F-35 über Le Bourget
Die Bundesregierung prüft die Anschaffung der F-35. Doch es gibt etliche andere Optionen und auch Frankreich rührt kräftig die Werbetrommel. Wer macht wohl das Rennen?

Von Christian Schuber | Frankfurter Allgemeine

Scott Gunn ist ein amerikanischer Kampfpilot, der zehn Jahre lang über dem Pazifik nach feindlichen Flugzeugen Ausschau hielt. „Doch es gab nichts zum Abschießen“, sagt er und fügt hinzu: „Gottseidank“. Vor zwei Jahren wechselte Gunn vom Kampfflugzeug F-15 auf die neueste Jet-Generation, die F-35 Lightning II, auch genannt „Joint Strike Fighter“. In einem Zehn-Stundenflug brachte er den Militärjet von Utah zur Luftfahrtschau im französischen Le Bourget. „Die Maschine ist dermaßen leicht zu fliegen. Manchmal schweifen die Gedanken ab und man vergisst regelrecht, dass man ein Flugzeug steuert“, berichtet der 37 Jahre alte Oberstleutnant der Air Force.

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Sind Christen die meistverfolgte Religionsgemeinschaft der Welt?

Das letzte Gebet der Christen im Circus Maximus. Bild: Jean-Léon Gérôme (1863–1883) / gemeinfrei
Keine Glaubensgruppe ist so starker Verfolgung ausgesetzt wie das Christentum und schuld sind zumeist Muslime. So lautet eine weit verbreitete These. Aber stimmt das eigentlich?

Von Fabian Köhler | TELEPOLIS

Es ist nicht lang her, da dürfte den meisten der Begriff „Christenverfolgung“ allenfalls in der Schule begegnet sein. Dann, wenn die Lehrerin im Geschichtsunterricht das Römische Reich behandelte. Doch die Zeiten haben sich geändert.

Spätestens seit den grausamen Berichten über die Verfolgung von Christen unter dem IS, erlebt auch der dazugehörige Begriff eine neue Renaissance: Von der „meistverfolgten Glaubensgruppe der Welt“ spricht zum Beispiel regelmäßig Unions-Fraktionschef Volker Kauder.

Einmal im Jahr schafft es ein evangelikaler Verein mit seinem „Weltverfolgungsindex“ und der Warnung vor „200 Millionen verfolgten Christen“ in die Schlagzeilen großer Medien (vgl.: Wie Christen zur meist verfolgten Glaubensgruppe gemacht wurden). Und in Sozialen Medien wird der Hinweis auf verfolgte Christen allzu oft selbst zum Appell, die dafür vermeintlich verantwortliche Glaubensgruppe zu diskriminieren: Muslime.

Bleibt die Frage: Stimmt’s? Sind die Anhänger des christlichen Glaubens die meistverfolgte Religionsgemeinschaft. Und wer ist für ihr Leiden verantwortlich?

Forscher des renommierten und bisher der religiösen und politischen Parteinahme unverdächtigen amerikanischen Pew-Instituts haben sich diesen Fragen angenommen. Das Ergebnis ihrer Anfang Juni veröffentlichten Studie bietet etwas, das man bei der bisherigen Debatte um die Verfolgung von Christen, kaum erlebte: Differenzierungen.

Um dem Phänomen Christenverfolgung auf den Grund zu gehen, haben die Forscher eine andere Studie neu ausgewertet. In der im April dieses Jahres veröffentlichten Untersuchung Global Restrictions on Religion fragten die Forscher religionsübergreifend danach, in welchen Ländern Gläubige im Jahr 2015 Diskriminierungen und Verfolgungen durch staatliche oder soziale Gruppen ausgesetzt waren. Für die aktuelle Neuauswertung fragten sie nun nur nach dem Schicksal von Anhängern des Christentums. Mit teils überraschenden Ergebnissen:

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„Für soziale Verantwortung benötigen wir keine höhere Instanz“

Marieke Prien. Bild: HVD, Bundesverband
Schon seit Jahrtausenden nutzen viele Kulturen auf der Welt das astronomische Ereignis der Sonnenwenden, um Feste zu feiern. Auch eine wachsende Zahl konfessionsfreier Menschen nimmt seit einigen Jahrzehnten die Sommersonnenwende zum Anlass, am „längsten Tag des Jahres“ den Dialog über ihre Überzeugungen und Erfahrungen zu erneuern und sich bei gemeinsamen Feiern zu begegnen und wiederzusehen. Anlässlich des World Humanist Day 2017 grüßen drei Vertreterinnen humanistischer Organisationen ihre Freundinnen und Freunde in Deutschland und der Welt.

HVD – Bundesverband

Marieke Prien, Vorsitzende der International Humanist and Ethical Youth Union: Der Welthumanistentag – ein Tag, an dem wir Humanist*innen weltweit uns und unsere Projekte vorstellen möchten. Wir möchten damit auch zeigen, was unsere Werte sind. Die Liebe zu unseren Mitmenschen, aber auch das Hinterfragen von Strukturen und der Kampf für Freiheit und Gleichheit. Dass wir einander achten und füreinander eintreten. Und dass wir für diese Dinge keinen übernatürlichen Glauben brauchen, sondern sie aus uns selbst heraus als richtig und gut erkennen.

Dadurch können wir unsere positiven Botschaften vermitteln, unser Humanismus-Verständnis erklären und vorleben — und hoffentlich auch Vorurteile abbauen, die es gegenüber den meist nicht-religiösen Humanist*innen gibt.

Es geht auch darum, Mut zu machen. Mut, den man schnell verliert, wenn man einen Blick in die Zeitung wirft oder dem mächtigsten Mann der Welt auf Twitter folgt.

Ein Inhalt des Humanismus ist der Versuch, eine Gesellschaft zu entwickeln, in der jede Person sich selbst verwirklichen und frei sein kann. In der man sich vorurteilsfrei gegenseitig unterstützt und voranbringt. Das beinhaltet nicht nur das Hinterfragen von Stereotypen. Es beinhaltet auch, dass man persönliche Meinungen und Geschmäcker als solche erkennt und nicht als universale Regeln sieht, an die andere sich zu halten haben.

Um das zu erreichen, muss man sich an die eigene Nase fassen und sich kritisch mit den eigenen Gedanken und Handlungen auseinandersetzen. Auch hierzu soll der internationale humanistische Feiertag einen Anstoß geben.

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Sex hält geistig fit

Wer auch imn Alter noch sexuell aktiv ist, tut auch seinem Gehirn etwas Gutes. © Shironosov/ thinkstock
Sex gegen geistigen Abbau? Sexuelle Aktivität im Alter kann die geistigen Leistungen fördern, wie eine Studie nun belegt. Dabei schnitten Senioren, die regelmäßig Sex hatten, bei Tests ihres verbalen und visuellen Gedächtnisses besser ab als sexuell nicht aktive Teilnehmer. Ob dies soziale, psychische oder physiologische Ursachen hat, ist bisher nicht geklärt. Nach Ansicht der Forscher bestätigt dies aber frühere Ergebnisse, nach denen Sex im Alter insgesamt die Gesundheit fördert.

scinexx

Sex ist ein Urinstinkt – kein Wunder, hängt von der erfolgreichen Fortpflanzung doch das Weiterbestehen unserer Art ab. Deshalb sorgt die Natur dafür, dass bei Erregung ein ganzer Cocktail an Hormonen ausgeschüttet wird, darunter neben den Geschlechtshormonen auch Glücklichmacher wie Endorphine und Dopamin, sowie das Kuschelhormon Oxytocin. Gleichzeitig arbeiten Kreislauf, Herz und Stoffwechsel auf Hochtouren.

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„Nacht der Kirchen“ startet mit großem Geläut – akustische Umweltverschmutzung

In Sankt Elisabeth werden die Entwürfe von Markus Hau für die neuen Chorfenster gezeigt. Foto: Monika Müller
Bei der Darmstädter „Nacht der Kirchen“, dem größten ökumenischen Glaubensfest in Hessen, wird es erstmals eine „Meile der Menschlichkeit“ geben.

Von Jens Joachim | Frankfurter Rundschau

Premiere bei „Hessens größtem Glaubensfest“: Die „Nacht der Kirchen“ in Darmstadt beginnt am kommenden Freitag schon am Nachmittag. Zum ersten Mal werden sich auf einer „Meile der Menschlichkeit“ auf der Wilhelminenstraße – zwischen dem Luisenplatz und der katholischen Ludwigskirche – 20 christlichen Hilfswerken und sozialen Organisationen präsentieren. Das katholische Hilfswerk Missio wird etwa mit einem 18 Meter langen Flüchtlings-Truck vertreten sein. Mit einer interaktiven Schau werden in dem Anhänger des Trucks die Lebensbedingungen der Menschen in der Krisenregion Kongo erfahrbar gemacht.

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Bekannte Gesichter wirken fröhlicher

Wie fröhlich wirken diese Gesichter? © Bowie15/ thinkstock
Verzerrte Sicht: Wie unser Gehirn ein Gesicht wahrnimmt, hängt nicht nur von seinen objektiven Merkmalen ab. Experimente von US-Forschern zeigen: Entscheidend ist auch, ob uns die Gesichtszüge vertraut oder unbekannt sind. Demnach bewerten wir den emotionalen Ausdruck von bekannten Gesichtern tendenziell positiver als von fremden: Dasselbe Lächeln wirkt dann mal mehr, mal weniger fröhlich.

scinexx

Ob am Frühstückstisch, im Büro, beim Einkaufen oder auf dem Fernsehbildschirm: Jeden Tag schauen wir unzähligen Menschen ins Gesicht. Die Fähigkeit, das Antlitz von Mitmenschen wiederzuerkennen und zu unterscheiden ist für unser Sozialverhalten enorm wichtig. Kein Wunder also, dass unser Gehirn eigene Zentren für die Gesichtserkennung besitzt und bestimmte Gesichter sogar in jeweils eigenen Neuronen abgespeichert werden.

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Steht ein grüner Soldat in der afghanischen Wüste

Ein afghanischer Soldat – in waldgrün. Nicht sehr sinnvoll in einem Land, das fast keinen Wald kennt. (Foto: AP)
  • Vor zehn Jahren soll der afghanische Verteidigungsminister Wardak danach verlangt haben, dass seine Soldaten eine einheitliche Uniform bekommen.
  • Auf der Suche nach geeigneter Bekleidung ist Wardak, der 2012 das Amt aufgab, dann auf waldgrüne Tarnanzüge gestoßen.
  • Die Kosten von 28 Millionen Dollar übernahmen die USA, nun untersucht das Pentagon, wie es dazu kommen konnte.

Von Thorsten Denkler | Süddeutsche.de

Wald ist in Afghanistan so etwas wie Frieden: sehr, sehr selten anzutreffen. Das Land ist trocken. Gräser, Büsche, Salzsteppensträucher – mehr wächst da kaum. Nur in wenigen Tälern gibt es vereinzelt ein paar grüne Haine. Um genau zu sein: 2,1 Prozent der Fläche Afghanistans ist von Wald bedeckt.

Nicht genug Bäume jedenfalls, die es rechtfertigen würden, die komplette afghanische Armee mit Tarnanzügen in Waldgrün einzukleiden. Auf so eine Idee käme ja auch niemand. Fast niemand. Eigentlich kam nur einer auf diese Idee: der frühere afghanische Verteidigungsminister Abdul Rahim Wardak.

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Inkassounternehmen sollen Rundfunkbeitrag eintreiben

Der Beitragsservice in Köln-Bocklemünd: Auch 2016 Rückgang der Einnahmen Quelle: picture alliance / Geisler-Fotop/Uwe Geisler
Der Beitragsservice, der das Geld für ARD und ZDF eintreibt, zieht Bilanz. Die Einnahmen sanken im vergangenen Jahr. Etwa zehn Prozent aller Konten – 4,6 Millionen – befanden sich in Mahnverfahren.

Von Christian Meier | DIE WELT

Die Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag sind nach einem deutlichen Anstieg in den Jahren seit 2013 zum zweiten Mal hintereinander gesunken. 7,978 Milliarden Euro flossen im vergangenen Jahr an den Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio. 153 Millionen Euro weniger als im Vorjahr.

Stefan Wolf, der Geschäftsführer des Beitragsservice, begründete den Rückgang am Mittwoch bei der Vorstellung des Geschäftsberichts für 2016 nicht nur mit dem Rückgang des Beitrags auf 17,50 Euro pro Haushalt. Ebenfalls mache sich ein Anstieg der von der Beitragszahlung befreiten Personen bemerkbar. Zum Jahresende waren das 2,93 Millionen Personen. Mehr als zwei Drittel der Befreiten bezogen Sozialgeld oder Arbeitslosengeld II.

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Ethikrat plädiert für gesellschaftliche Debatte über autonome Systeme

Bild: Deutscher Ethikrat
Der Deutsche Ethikrat plädiert für eine verstärkte gesellschaftliche Diskussion über die Anwendung sogenannter autonomer Systeme.

evangelisch.de

Ihre Entwicklung sei nicht aufzuhalten, sagte der Vorsitzende des Ethikrates, Peter Dabrock, am Mittwoch in Berlin. Der Theologe sprach sich vor allem dafür aus, die unterschiedlichen Einsatzorte intelligenter Maschinen im Blick zu behalten.

Autonome Systeme kommen beispielsweise in der Industrie zum Einsatz, wenn Roboter bestimmte Aufgabenbereiche der Arbeiter übernehmen. Auch in der Pflege kranker Menschen findet man sie, im „smart home“, dem Haushalt, der über digitale Anwendungen gesteuert wird oder in Autos, die selbstständig fahren.

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Weihe zum Diakon trotz KZ-Witzen und Hitler-Imitation

Im Städtchen Eichstätt wird Bischof Hanke einen Mann zum Diakon weihen, der früher mit antisemitischen Witzen aufgefallen war. (Foto: Blick von der Willibaldsburg auf die Altstadt von Eichstätt mit dem Dom. Foto: dpa)
  • Am Sonntag wird in Eichstätt ein ehemaliger Priesterseminarist zum Diakon geweiht, der früher durch KZ-Witze und Hitler-Imitationen aufgefallen war.
  • Vor vier Jahren war der Mann aus der Ausbildung ausgeschlossen worden.
  • Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke kommt heute zu dem Schluss, dass sich der Mann durch Praktika und eine Therapie nachweislich verändert habe.

Von Matthias Drobinski | Süddeutsche.de

Viereinhalb Minuten dauert das Statement des Eichstätter Bischofs Gregor Maria Hanke. „Antisemitismus und Rechtsradikalismus haben in der katholischen Kirche nichts zu suchen“, stellt er gleich klar. So sei es nur konsequent gewesen, jenen angehenden Priester aus dem Würzburger Seminar zu entfernen, der vor vier Jahren diesem Seminar unschöne Schlagzeilen brachte, weil er Witze über den Judenmord machte und Adolf Hitler imitierte. Aber: Der Mann habe sich gewandelt, und es müsse ja auch „ein Anliegen der Kirche sein, dass Menschen sich verändern“, sagt der Bischof. Und: „Die Aufarbeitung braucht Gerechtigkeit. Aber die Veränderung von Menschen braucht auch Barmherzigkeit. Barmherzigkeit verändert am meisten.“

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Türke schlägt Frau wegen kurzer Hose im Ramadan

Kritiker werfen Präsident Erdogan vor, die Freiheiten der säkularen Bevölkerungsschichten einzuschränken. – REUTERS
Der Mann fühlte sich von der Kleidung der Studentin „provoziert“. Dass der Täter nach der Polizeibefragung wieder auf freiem Fuß ist, sorgt für Kritik.

Die Presse.com

Ein Angriff auf eine Frau wegen des Tragens von kurzen Hosen im islamischen Fastenmonat Ramadan hat in der Türkei für Aufruhr gesorgt. Türkische Medien berichteten am Mittwoch, dass ein Mann einer Studentin in einem Bus in Istanbul ins Gesicht geschlagen hatte, nachdem er sie wegen ihrer Kleidung kritisiert hatte. Der Angreifer wurde festgenommen, befragt und wieder freigelassen.

Den Berichten zufolge gab der Mann an, er habe sich von der Kleidung der Frau „provoziert“ gefühlt. Der Vorfall und die Freilassung des Angreifers sorgten für Kritik von Frauenrechtlern. „Die Freilassung des Angreifers ist eine Gefahr für alle Frauen“, kritisierte die Plattform gegen Gewalt an Frauen auf Twitter. „Wir werden in der Öffentlichkeit anziehen, was immer wir wollen. Wir werden unsere Freiheiten nicht aufgeben.“

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Google’s DeepMind Is Teaching AI How to Think Like a Human

2001: A Space Odyssey, Hal_9000 Zitat
If we’re ever going to create general AI, we need to teach it to think like us.

By Daniel Oberhaus | MOTHERBOARD

Last year, for the first time, an artificial intelligence called AlphaGo beat the ranking human champion in a game of Go. This victory was both unprecedented and unexpected, given the immense complexity of the Chinese board game. While AlphaGo’s victory was certainly impressive, this artificial intelligence, which has since beat a number of other Go champions, is still considered „narrow“ AI—that is, a type of artificial intelligence that can only outperform a human in a very limited domain of tasks.

So even though it might be able to kick your ass at one of the most complicated board games in existence, you wouldn’t exactly want to depend on AlphaGo for even the most mundane daily tasks, like making you a cup of tea or scheduling a tuneup for your car.

In contrast, the AI often depicted in science fiction is called „general“ artificial intelligence, which means that it has the same level and diversity of intelligence as a human. While we already have artificial intelligences that can do everything from diagnose diseases to drive our Ubers, figuring out how to integrate all these narrow AIs into a general AI has proven challenging.

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UNO-Experte für Vorrang von ‚LGBTI-Rechten’ vor Religionsfreiheit

Maßnahmen gegen die Diskriminierung von LGBTI-Personen müssten alle Phasen des Lebens betreffen, vom Elternhaus über das Bildungssystem bis zur Arbeitswelt und darüber hinaus, sagt Vitit Muntarbhorn.

kath.net

Vitit Muntarbhorn (64), der Unabhängige Experte der Vereinten Nationen für Gewalt und Diskriminierung wegen sexueller Orientierung und Gender-Identität, ist der Ansicht, so genannte „LGBTI-Rechte“ hätten Vorrang vor der Religionsfreiheit.

Der thailändische Jurist legte im Juni vor dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen seinen ersten Bericht vor. Darin betonte er, „Schwulen- und Transgender-Rechte“ würden auf internationalem Recht beruhen. In einer Anfragebeantwortung vor einigen Monaten hatte er behauptet, er habe kein Mandat, um neue Rechte für bestimmte Gruppen einzufordern.

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Abgeordnete kommentieren Bibelstellen – Abgeordnetenbibel

Die baden-württembergische Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) hat eine „Abgeordnetenbibel“ vorgestellt. Das 204 Seiten starke Buch enthält Kommentare von 90 Landtagsabgeordneten aller Fraktionen zu einer Bibelstelle oder einem Zitat Martin Luthers.

EKD

Laut Aras soll das Buch helfen, den Abgeordneten als Menschen näher zu kommen und sie nicht nur als Funktionsträger wahrzunehmen. Die Bibel rege dazu an, stets neu nach Werten und Normen auch für politische Entscheidungen zu fragen.

Ergänzt wird das Buch von Videos, in denen die Autoren ihre Beiträge präsentieren. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) spricht über das Luther-Zitat „Nur wer sich entscheidet, existiert“. Alle Texte und Filme finden sich auf der Internetseite www.abgeordnetenbibel.de.

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AfD-Chat-Protokolle: „Alle ins Gas, die nicht unserer Meinung sind“

„Alle ins Gas, die nicht unserer Meinung sind“: Chatprotokolle zeigen, wie die AfD das Land in Nazi-Manier umwandeln will | Getty
Welche Mühe machte sich dieAfD lange, um die Fassade einer bürgerlichen Partei zu wahren. Immerhin waren die Rechtspopulisten in 13 der 16 Landesparlamente gewählt worden. Und damit quasi in die Mitte der Gesellschaft gelandet.

Von Marco Fieber | HuffPo

Doch was die Eskapaden um AfD-Thüringen-Chef Björn Höcke und den sachsen-anhaltinischen Parteivorsitzenden André Poggenburg bereits erahnen ließen, offenbaren nun interne Chat-Protokolle ein für alle Mal: Die Partei ist von Rechtsradikalen unterwandert.

Wie die AfD das demokratische Grundgerüst demontieren würde

Die geleakten Beitrage einer internen WhatsApp-Gruppe der AfD in Sachsen-Anhalt belegen, wie Hundert AfD-Politiker – fast alles Funktions- und Mandatsträger sowie Bundestagswahl-Kandidaten – das demokratische Grundgerüst demontieren und durch einen Staat ersetzen würden, der in vielerlei Hinsicht an das Dritte Reich erinnert.

Wohlgemerkt für den Fall, dass die Merkel-Regierung abgewählt wird. Oder das „Narrenschiff und diese Kapitänsfrau“ an ihr Ende gelangen, wie es eines der Gruppenmitglieder ausdrückt.

Die Chat-Protokolle mit über 10.500 Einträgen waren auf der linken Webseite „Indymedia“ aufgetaucht. Poggenburg, der selbst in der Gruppe aktiv war, hat die Echtheit bestätigt.

Der Leak gibt einen erschreckend tiefen Einblick in die Gedankenwelt der Rechtspopulisten:

1. „Deutschland den Deutschen“

Im Mai meldete sich Poggenburg mit einer erstaunlichen Äußerung zur Wort: Seine Nachricht, die er nach eigener Aussage auf dem Weg zu einem AfD-Treffen zur Vorstellung der Bundeswahlkampagne schrieb, beendete der AfD-Landeschef mit: „Deutschland den Deutschen!“

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