Die Moscheenkultur in Europa versagt


foto: imago Männer, Frauen, Presse: ein erstes Freitagsgebet in der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin.
Der Proteststurm unter Muslimen und in islamischen Ländern war groß, als unlängst in Berlin die Gründung einer liberalen Moschee bekanntgegeben wurde. Über Hass, intellektuellen Stillstand, ferngesteuerte Imame und das diskursive Scheitern vieler Muslime in Europa

Von Ednan Aslan | derStandard.at

Nach Bekanntgabe der Gründung einer liberalen Moschee in Berlin ließ der empörte Aufschrei in einigen europäischen Muslimgemeinden und ebenso in den islamischen Ländern nicht lange auf sich warten. Von einem perfiden Angriff auf den wahren Islam durch die westliche Welt war da die Rede; die an diesem Projekt beteiligten Muslime – allesamt als Verräter gebrandmarkt – wurden auf jede erdenkliche Weise beschimpft, beleidigt, bedroht und diffamiert.

Hält man sich dagegen die Reaktionen auf jene Moscheen vor Augen, von denen zu erfahren war, dass in ihnen Terror und Gewalt verherrlicht und hunderte junge Menschen ermutigt wurden, in Kriegsgebiete zu gehen, um dort unfassbare Verbrechen zu begehen und ihr Leben zu lassen, mutet dieser Aufruhr erstaunlich an. Denn ganz anders als im Fall dieser unscheinbaren Moschee in Berlin ließ sich gegen jene Häuser keine einzige wütende Reaktion vernehmen, blieb die Empörung über Hassprediger, der Ruf, die Menschheit vor solchen Ideologen zu schützen, aus. Kein Vertreter der religiösen Behörden hat je solche Moscheen öffentlich als Verrat am Islam bezeichnet und ihren Trägern derart entschlossen den Kampf angesagt.

weiterlesen