Seine Vorhaut gehört ihm


Die Beschneidung von Jungen ist ein zentrales jüdisches Ritual. (Bea Kallo / dpa)
In Israel gibt es nichts, was es nicht gibt: Auch jüdische Eltern, die auf eine Beschneidung ihrer Söhne verzichten. Sie finden: Das soll unser Sohn später selbst entscheiden. Das wiederum irritiert die Mehrheit jüdischer Israelis. Denn die meisten sind überzeugt: Beschneidung macht den Juden.

Von Lisa Weiß | Deutschlandfunk

Es ist Nachmittag, auf dem Spielplatz im Osten Tel Avivs wimmelt es von Kindern. Der zweieinhalbjährige Nohav zupft seine Mutter am Ärmel – er will gerade unbedingt aufs Karussell.

Nohav, blonde Locken, grüne Augen, unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht von vielen anderen israelischen Jungen, die hier zusammen spielen. Bis sie alle durch den Rasensprenkler laufen und die Mamas ihnen die nassen Hosen ausziehen. Dann fällt auf: Nohav ist der einzige Junge hier, der nicht beschnitten ist. Dabei sind auch seine Eltern jüdische Israelis. Für seine Mutter Mor Cohen war schon in der Schwangerschaft klar: Sie wird ihren Sohn nicht beschneiden lassen.

„Ich hatte Glück, dass mein Partner sofort verstanden hat, was ich meinte, als wir darüber gesprochen haben. Er hatte davor nie darüber nachgedacht, aber sobald wir wussten, dass es ein Junge wird, habe ich ihm gesagt, dass wir das nicht tun sollten. Und im Gegensatz zu meinen Freunden habe ich nicht lang gebraucht, um ihn davon zu überzeugen.“

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