Bisher unbekanntes Massenaussterben entdeckt

Der Riesenhai Carcharocles megalodon war vermutlich eines der Opfer des neu entdeckten Massenaussterbens vor gut zwei Millionen Jahren. © Karen Carr
Es traf Wale, Meeresvögel, Schildkröten und den berühmten Riesenhai: Vor gut zwei Millionen Jahren ließ ein zuvor unerkanntes Massenaussterben ein Drittel aller großen Meerestiere aussterben. Rund die Hälfte der Meeressäuger starb dabei und mehr als 40 Prozent aller Meeresschildkröten, wie eine Studie enthüllt. Der Hauptgrund für das Aussterben ist vermutlich das Schrumpfen der küstennahen Flachwasserzonen durch sinkende Meeresspiegel, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Ecology & Evolution“ berichten.

scinexx

Als vor gut zwei Millionen Jahren das Eiszeitalter begann, veränderten die Kaltzeiten nicht nur das Klima an Land. Auch die Meeresspiegel sanken und veränderten Meeresströmungen und Küstengebiete weltweit. Die marine Tierwelt jedoch schien diesen Wandel weitgehend überstanden zu haben – so glaubte man bisher. Zwar starben einige große Meerestiere damals aus, darunter die Seekühe des Mittelmeeres und der Riesenhai Carcharocles megalodon. Doch dies galt bisher eher als normaler Lauf der Evolution oder als lokale Aussterbe-Ereignisse.

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Vatikan: Medizinischen Cannabis-Einsatz besser prüfen

Bild: Wikimedia commons/Bogdan (CC BY-SA 3.0)
Cannabis kann einen therapeutischen Nutzen haben. Doch zum Welttag gegen Drogenmissbrauch ruft Kardinal Peter Turkson zu einer grundlegenden Prüfung auf. Er kritisiert dabei auch ein anderes Laster.

katholisch.de

Der Vatikan hat sich für eine eingehendere Prüfung der Risiken und Chancen von Cannabis als Heilmittel ausgesprochen. In der internationalen Debatte werde der mögliche therapeutische Einsatz der Haschisch-Pflanze tendenziell stärker gewichtet als das ethische Urteil über die Substanz, das „wie über jede andere Droge negativ“ ausfallen müsse, erklärte der zuständige Kardinal Peter Turkson am Montag.

Als Voraussetzung für eine Bewertung nannte der Kurienkardinal zum einen belastbare Daten über den therapeutischen Nutzen. Zum anderen müsse man die Trends im Cannabis-Gebrauch und die Konsequenzen der unterschiedlichen gesetzlichen Regelungen besser verstehen.

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„Jeder Muslim sollte ein Luther sein“

Hamed Abdel-Samad (l), deutsch-ägyptischer Politologe und Publizist und Mouhanad Khorchide (r), Professor für Islamische Religionspädagogik an der Universität Münster (dpa / picture alliance)
„Ist der Islam noch zu retten?“ Das fragen Hamed Abdel-Samad und Mouhanad Khorchide im Titel ihres neuen Buches. Nein, antwortet der Islamkritiker Abdel-Samad. Der islamische Theologe Khorchide hingegen meint: Ja, aber. Aus diesen gegenteiligen Positionen entsteht ein aufschlussreiches Buch über Reformen im Islam.

Von Christian Röther | Deutschlandfunk

Hamed Abdel-Samad und Mouhanad Khorchide haben einiges gemeinsam: Sie sind Mitte 40, wurden im Nahen Osten geboren und gelten als Kritiker des islamischen Mainstreams. Sie erhielten Morddrohungen und standen bzw. stehen unter Polizeischutz. Nun erscheint ihr zweites gemeinsames Buch.

Khorchide und Abdel-Samad fragen im Titel: „Ist der Islam noch zu retten?“ Vor dschihadistischen Auslegungen etwa und vor politisch-religiösen Verstrickungen. An den Antworten auf diese Frage werden die unterschiedlichen Positionen der beiden Autoren deutlich.

Schwer beladener Islam-LKW

Für den Politikwissenschaftler und Islamkritiker Abdel-Samad ist der Islam offenbar nicht mehr zu retten. Um seine These zu untermauern, arbeitet er mit einem Bild:

„Der Islam-Lkw ist sehr, sehr schwer beladen mit überkommenen, restriktiven Traditionen und hat Probleme mit der Balance. Die Bremsen sind längst defekt und die Fahrer berauscht von ihrer eigenen Unfehlbarkeit.“

Abdel-Samad will seinen „Islam-Lkw“ anscheinend gegen ein anderes Islam-Fahrzeug austauschen. Khorchide hingegen will in die Werkstatt fahren, weil er überzeugt ist, dass der Islam-Lkw repariert werden kann. Khorchide ist Professor für Islamische Religionspädagogik an der Universität Münster und vertritt einen liberalen, modernen Islam, mit dem er es allerdings bei den Islamverbänden in Deutschland nicht immer leicht hat.

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Oberstes US-Gericht schwächt Trennmauer zwischen Kirche und Staat

Das Oberste US-Gericht hat sich gegen eine strikte Interpretation des Rechtsgrundsatzes der Trennung von Kirche und Staat ausgesprochen. Das Urteil vom Montag (Ortszeit) betraf den Antrag einer Kirchengemeinde in Columbia im US-Bundesstaat Missouri auf staatliche Beihilfe zur Renovierung eines Kinderspielplatzes. Experten sprachen von möglicherweise weitreichenden Auswirkungen des Urteils.

evangelisch.de

Die lutherische Dreifaltigkeitskirche wollte 2012 Kies auf dem Spielplatz ihres Kindergartens mit einem Gummibelag ersetzen. Sie stellte einen Förderantrag bei Missouris Umweltbehörde. Das Amt bezuschusst bestimmte Ökoprojekte mit recycelten Autoreifen. Der Platzbelag hätte sich qualifiziert, doch die Behörde lehnte ab, denn Missouris Verfassung erlaube keine staatlichen Zuwendungen an religiöse Einrichtungen.

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„Der islamische Antisemitismus ist ein Import aus Europa“

Wolfgang Benz (Foto: imago/Christian Ditsch)
Woher kommt der Hass auf Juden? Antisemitismusforscher Wolfgang Benz über die Verbreitung judenfeindlicher Vorurteile in der islamischen Welt.

Interview von Benedikt Herber | Süddeutsche.de

Schon vor der Ausstrahlung der Dokumentation „Auserwählt und ausgestoßen – Der Hass auf Juden in Europa“ in der ARD war die Aufregung groß. Der Historiker und Antisemitismusforscher Wolfgang Benz über die Verbreitung antijüdischer Verschwörungstheorien im Nahen und Mittleren Osten.

SZ: Herr Benz, die Dokumentation über Antisemitismus hat hohe Wellen geschlagen. Unter anderem wurden ihr handwerkliche Mängel und Einseitigkeit vorgeworfen. Wie beurteilen Sie den Film?

Wolfgang Benz: Es blieb der ARD ja nichts anderes übrig, als diesen Film auszustrahlen, nachdem von der Boulevardpresse ein gewaltiger Hype darum gemacht wurde – mit der schrecklichen Andeutung, dass der Film nicht gezeigt werden sollte, um Antisemitismus zu vertuschen. Nun war es ganz offensichtlich ein Film über Israelfeindschaft, nicht über europäischen Antisemitismus. Und er hat mehr an Emotionen appelliert, als das allgemeine Geschäft der Aufklärung zu betreiben. Über die Qualität des Films möchte ich nichts sagen.

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Zwei Milliarden Klimaflüchtlinge bis 2100?

Blick auf einen Teil des Mississippi-Deltas. Allein dieses wird durch den Meeresspiegelanstieg in den nächsten 50 Jahren rund 5.000 Quadratkilometer Landfläche verlieren. © Arthur Belala/ U.S. Army Corps of Engineers
Massenhafte Küstenflucht: Bis zum Jahr 2100 könnte ein Fünftel der Weltbevölkerung zu Klimaflüchtlingen werden – wenn der Klimawandel ungebremst weitergeht. Denn die steigenden Meeresspiegel könnten dann eine Massenflucht aus den dicht bevölkerten, aber zunehmend überfluteten Küstenregionen auslösen. Bereiten sich die Länder darauf nicht vor, könnten nutzbare Flächen im Landesinneren knapp werden, warnen Forscher.

scinexx

Dass es in Zukunft immer mehr Klimaflüchtlinge geben wird, ist nicht neu. Bereits im Jahr 2010 waren weltweit 42 Millionen Menschen auf der Flucht vor klimabedingten Naturkatastrophen – Tendenz stark steigend. Die Gründe sind dabei vielfältig: Vor Kurzen erst warnte die UN, dass allein der zunehmende Landverlust durch Bodenerosion in den nächsten zehn Jahren 50 Millionen Menschen zu Flüchtlingen machen wird. Teile des Nahen Ostens und Nordafrikas könnte zudem schlicht zu heiß für eine Besiedlung werden.

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Wie die Türkei deutsche Behörden in den Kampf gegen Kritiker einspannt

Die Regierung der Türkei hat nach Angaben der „Welt“ Listen von Oppositionellen an die Bundesregierung geschickt (hier eine Demonstration gegen die türkische Regierung im November in Köln) © Oliver Berg/DPA
Die Regierung der Türkei von Recep Tayyip Erdogan will einem Bericht zufolge deutsche Behörden im Kampf gegen Kritiker einspannen. Das Bundesinnenministerium hat sich an der Repression nach eigener Aussage nicht beteiligt.

stern.de

Deutsche Sicherheitsbehörden sollen laut einem Bericht auf Drängen der Türkei verstärkt gegen Kritiker wie etwa Anhänger der Gülen-Bewegung vorgehen. Zu diesem Zweck sollen türkische Behörden zuletzt weitere Listen mit entsprechenden Angaben übermittelt haben, wie die Zeitung „Die Welt“ berichtet. Die Regierung von Staatschef Recep Tayyip Erdogan macht den Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch in der Türkei Mitte 2016 verantwortlich.

„Dem Bundesinnenministerium ist insgesamt eine mittlere einstellige Anzahl solcher „Listen“ beziehungsweise Zusammenstellungen von Unterlagen zu Personen und Organisationen (Firmen) bekannt“, erklärte ein Sprecher von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) auf Anfrage der Zeitung.

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Stadt Zürich bewilligt umstrittene Koran-Verteilaktion «Lies!»

Entgegen einer Empfehlung der Zürcher Kantonsregierung hat die Stadt Zürich eine Koran-Verteilaktion in der Innenstadt am Samstag bewilligt. Sie hat nach eigenen Angaben keine konkreten Hinweise darauf, dass von den «Lies!»-Aktivisten eine Gefahr ausgeht.

Neue Zürcher Zeitung

Der Stadtzürcher Sicherheitsvorsteher Richard Wolff (AL) sagte dem SRF-Regionaljournal Zürich/Schaffhausen vom Dienstag, es gebe keine Beweise oder Gerichtsurteile gegen «Lies!»-Aktivisten, sondern nur Vermutungen. Ein Verbot würde die Grundrechte einschränken. «Wir müssen aufpassen, dass wir die Grundrechte schützen und nicht etwas verbieten, wofür wir keine Grundlage haben.»

EU nimmt fünf mal so viele Flüchtlinge aus Türkei wie vereinbart

„Öffnet die Grenzen“, fordern Flüchtlingskinder in Athen. – APA/AFP/LOUISA GOULIAMAKI
Als Hauptursache für die schleppende Überführung von gescheiterten Asylwerbern von Griechenland in die Türkei gelten langsame Asylverfahren.

Die Presse.com

Die EU-Staaten nehmen laut „Bild“-Zeitung fünfmal so viele Migranten aus der Türkei auf wie im Flüchtlingsabkommen mit Ankara vereinbart. Dies gehe aus neuen Zahlen der EU-Kommission hervor, berichtete die Zeitung am Dienstag.

Danach wurden seit Inkrafttreten der Vereinbarung mit Ankara am 20. März 2016 insgesamt 1210 Migranten, die über die Türkei auf die griechischen Inseln gelangt sind, wieder in die Türkei zurückgeschickt. Im gleichen Zeitraum hätten die EU-Staaten aber 6254 Syrer aus der Türkei auf bisher 15 EU-Länder verteilt. 2270 davon kamen demnach allein nach Deutschland.

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Ehe für alle – Abgeordnete fordern Abstimmung noch in dieser Wahlperiode

Bundeskanzlerin Angela Merkel äußert sich auf einer Veranstaltung der Brigitte zur Ehe für alle. (Foto: Getty Images for Brigitte)
  • Bei einer Veranstaltung in Berlin sagt Merkel, sie wolle im Bezug auf die Ehe für alle eine Diskussion „eher in Richtung einer Gewissenentscheidung“.
  • Damit rückt sie vom bisherigen Nein der CDU ab.
  • Viele Politiker loben Merkels Äußerungen – und fordern eine Abstimmung noch in dieser Legislaturperiode.

Süddeutsche.de

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist vom klaren Nein der CDU zur gleichgeschlechtlichen Ehe abgerückt. In einer Veranstaltung mit der Zeitschrift Brigitte in Berlin sagte sie, sie wünsche sich eine Diskussion, die „eher in Richtung einer Gewissenentscheidung geht“. Bei einer Abstimmung im Bundestag ohne Fraktionszwang gilt eine Mehrheit für die Ehe für alle als sicher.

SPD, Grüne und FDP machen die völlige Gleichstellung von Homosexuellen bei der Ehe zur Bedingung für eine Koalition. Auch die Linke fordert die Ehe für alle. Merkel sagte, sie habe natürlich zur Kenntnis genommen, wie jetzt alle Parteien außer der Union zu dem Thema stünden. Sie sei „bekümmert“, sagte die Kanzlerin, dass diese sehr individuelle Frage Gegenstand von „Parteitagsbeschlüssen und plakativen Dingen“ sei. Sie finde es seltsam, dass in der Koalition mit der SPD in vier Jahren darüber nicht richtig gesprochen worden sei und es „plötzlich holterdiepolter“ gehen solle.

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Wasser besteht aus zwei Flüssigkeiten

Flüssiges Wasser ist in Wirklichkeit ein Gemisch zweier Wasserformen mit unterschiedlicher Dichte, wie Rötgenanalysen belegen. © Mattias Karlén
Verborgenes Doppelleben: Physiker haben entdeckt, dass flüssiges Wasser in zwei unterschiedlichen Varianten existiert. Die vermeintliche einheitliche Flüssigkeit besteht in Wirklichkeit aus zwei verschiedenen, miteinander interagierenden Flüssigkeiten. Bisher wurden diese beiden Wasservarianten zwar nur bei sehr tiefen Minustemperaturen nachgewiesen, die Forscher halten es aber für wahrscheinlich, dass sie auch bei Raumtemperatur existieren.

scinexx

Wasser ist nicht nur eine Voraussetzung für das Leben, es ist auch ein extrem exotischer Stoff: Es weicht in mindestens 70 Eigenschaften von den meisten anderen Flüssigkeiten ab. Die vielleicht bekanntesten sind die Wärmekapazität und die Dichteanomalie – die Tatsache, dass Wasser sich beim Gefrieren ausdehnt. Im flüssigen Zustand bildet Wasser zudem ein hochkomplexes Gemenge von „Molekülklumpen„, die blitzschnell ihre Struktur und Anordnung ändern.

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NSU-Untersuchungsausschuss bescheinigt Behörden systematische Fehler

Die Drei-Täter-Theorie wird zunehmend unglaubwürdiger © MiG
Deutliche Worte hat der 2. NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages in seinem Abschlussbericht gefunden. Er wirft den Sicherheitsbehörden systematische Fehler vor. Besonders die hessischen Behörden stehen in der Kritik. Das Menschenrechtsinstitut fordert Umsetzung des 1. NSU-Berichts.

MiGAZIN

Der NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestags kritisiert „in der lückenhaften Aktenvorlage des Landes Hessen eine erhebliche Beeinträchtigung“ seiner Aufklärungsarbeit. Zudem hätten hessische Ermittler nach dem Mord an Halit Yozgat am 6. April 2006 in Kassel auch einen „nicht reparablen“ Fehler im Umgang mit dem damals verdächtigen Verfassungsschutz-Beamten Andreas Temme gemacht, berichtet die Frankfurter Rundschau. Die Zeitung bezieht sich auf den zweiten Abschlussbericht des Gremiums, der vergangene Woche Donnerstag beschlossen wurde und ihr vorliegt.

Die schweren Vorwürfe des Bundestages waren am Montag auch Thema im Hessischen Landtag. Dort stellte sich der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) den Fragen der Abgeordneten des NSU-Untersuchungsausschusses des Landtags und wies die Vorwürfe zurück. In seiner ganztägigen Anhörung ging es am Montag vor allem um den Umgang mit dem Verfassungsschützer Andreas Temme, der seinerzeit kurz vor oder während des Mordes in dem Internetcafe war.

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Dem Erdboden gleich gemacht

Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ hat jüngst die große Al-Nuri-Moschee in Mossul gesprengt. Das gesamte Ausmaß der Verwüstungen der Terrormiliz wird sich aber wohl erst nach der endgültigen Befreiung der Stadt feststellen lassen.

Von Joseph Croitoru | Qantara.de

Die Zerstörungen durch Kämpfer des sogenannten „Islamischen Staats“ hören nicht auf: Selbst das Ausmaß der Schäden im bereits zurückeroberten Ostteil Mossuls ist noch nicht erfasst. Und die andauernde Befreiungsoffensive in West-Mossul bringt weitere Zerstörungen mit sich: So wurde am 21. Juni, als die Befreier noch tiefer in die Altstadt vordrangen, die große Al-Nuri-Moschee gesprengt. Dort hatte 2014 der IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi das „Kalifat“ der Dschihadisten ausgerufen.

Die Moschee ist nach dem türkisch-sunnitischen Herrscher Nur al Din Zengi (1118–1174) benannt, der sie unmittelbar nach seiner Eroberung der Stadt im Jahr 1170 erbauen ließ. Al Din war ein militanter Verfechter des Dschihad. Er bekämpfte nicht nur eifrig die Kreuzfahrer, sondern ließ auch eine ganze Reihe von Moscheen und Koranschulen bauen, die die Muslime an ihre Pflicht, in den „Heiligen Krieg“ zu ziehen, erinnern sollten. Auch deshalb hatte die Al-Nuri-Moschee für die IS-Miliz eine – vor allem symbolische – Bedeutung.

Symbol für den Dschihad: Die Al-Nuri-Moschee

Wenig bekannt ist allerdings, dass sie vor siebzig Jahren fast vollständig abgerissen und unter Verwendung eines Teils der antiken Bauelemente neu aufgebaut wurde. Das berühmte schiefe Minarett, das der Zerstörung jetzt ebenfalls zum Opfer fiel, hatte man damals bei der Neugestaltung unverändert gelassen.

Der IS macht die Amerikaner für die Zerstörung der Moschee verantwortlich, doch ist davon auszugehen, dass die Terrormiliz selbst dafür verantwortlich war: Die am Gebäude platzierten Sprengsätze sollten zugleich auch die Angreifer treffen – eine Taktik, die von den Dschihadisten beim Rückzug häufig verwendet wird.

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Steuerpopulismus der Spitzenpolitiker

FDP-Politiker Christian Lindner macht Politik für Hochvermögende, sagt unser Gastautor. Foto: dpa
Wer Menschen mit geringem Einkommen entlasten will, der muss die Mehrwertsteuer senken. Alles andere ist nicht sonderlich hilfreich.

Von Christoph Butterwegge | Frankfurter Rundschau

Auf keinem anderen Politikfeld werden die Normalbürger durch komplizierte Regelungen und eine Vielzahl gesetzlicher Ausnahmetatbestände, aber auch mittels falscher Informationen und irreführender Parteipropaganda, so oft hinters Licht geführt wie in der Steuerpolitik. Sieht man vom Gesundheitswesen mit der in dieser Hinsicht besonders rührigen Pharmabranche ab, ist sie auch als Tummelplatz der Lobbyisten rekordverdächtig. Zumindest wer sehr reich ist, ist auch politisch einflussreich und stark an niedrigen Steuern auf hohe Einkommen, Riesenvermögen und große Erbschaften interessiert, wenn er nicht sogar am liebsten vom Zugriff des Fiskus verschont bleibt.

Immer dann, wenn die etablierten Parteien oder deren Spitzenpolitiker größere Steuerentlastungen für untere und mittlere Einkommensbezieher in Aussicht stellen, ist ein Höchstmaß an Skepsis geboten. Denn entweder wurde das Versprechen im Regierungsalltag ohne Rücksicht auf die Wähler gebrochen oder Höchsteinkommensbezieher profitierten von den beschlossenen Steuerentlastungen am Ende viel stärker als Gering- und Normalverdiener.

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München: 21 Stolpersteine für die Opfer der Nationalsozialisten

245 Stolpersteine hat der Münchner Unterstützer-Verein in einem Keller gelagert. Auf Gehwegen dürfen sie in München nicht verlegt werden – nur auf Privatgrund wie Hofeinfahrten. (Foto: Florian Peljak)
  • Der Verein „Stolpersteine für München“ verlegt am Dienstag für 21 Opfer des Nationalsozialismus Gedenksteine.
  • Das Erinnern wird in München höchst unterschiedlich gehandhabt. Die Stadt will mit Stelen, Wandtafeln und einem zentralen Mahnmal an die Ermordeten erinnern.
  • Viele Angehörigen lassen dagegen Stolpersteine auf privatem Grund verlegen, um das Gedenken dezentral zu gestalten.

Von Wolfgang Görl | Süddeutsche.de

Sie wollen der Opfer des Nationalsozialismus an ihren einstigen Wohnorten namentlich gedenken, doch dabei gehen Stadt und private Akteure sehr unterschiedlich vor – und auch unterschiedlich schnell. An diesem Dienstag verlegt der Verein „Stolpersteine für München“ insgesamt 21 Gedenksteine. Wie immer auf privatem Grund, weil die Stadt sich gegen diese Form des Erinnerns auf öffentlichem Grund nicht zuletzt wegen des Widerstands der Israelitischen Kultusgemeinde sperrt.

Das städtische Alternativprojekt, mit Stelen, Wandtafeln und einem zentralen Mahnmal an die Ermordeten zu erinnern, ist insofern vorwärts gekommen, als eine Wettbewerbsjury die Sieger gekürt hat. Während des Sommers aber wird sich erst einmal nichts tun, im September geht der Entscheidungsprozess im Stadtrat weiter.

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Auf US-Flughäfen werden nun auch Bücher kontrolliert

Bild: dhs.gov
Neue Computertomografen werden für das Handgepäck getestet, Bücher und Lebensmittel müssen in einen Extrakorb gelegt werden

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Die Transportation Security Administration (TSA), zuständig für die Kontrollen an Flughäfen, baut diese weiter aus. Am Phoenix Sky Harbor International Airport (PHX) und am Logan International Airport werden neue Computertomografen (CT) nun auch für das Handgepäck getestet. Bislang wird nur das aufgegebene Gepäck auf „Bedrohungen“ untersucht. „Ausgeklügelte Algorithmen“ sorgen angeblich für die Entdeckung von Explosivstoffen.

Überdies werden von neuen Systemen Ausweise automatisch überprüft, um gefälschte zu erkennen. Dadurch werde der Boarding Pass entfallen. Aber man hat bei der TSA nicht nur Angst vor Explosivstoffen und gefälschten Pässen, sondern offenbar neuerdings auch vor Gedruckten und vor Lebensmitteln. Schon letzte Woche startete die Behörde, bei der immer wieder Probleme gibt und über die sich viele wegen Schikanen beschweren, eine neue Regelung in Missouri und nun auch in Sacramento.

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Würdigung für ungarischen Hitler-Verbündeten Orbán wagt den Tabubruch

Miklós Horthy. Bild: wikimedia.org/PD
In Ungarn startet der Wahlkampf – und Viktor Orbán fischt am extrem rechten Rand: Der Premier würdigte Miklós Horthy als „Ausnahmestaatsmann“. Dabei war Hitlers Verbündeter für schwere Verbrechen mitverantwortlich.

Von Keno Verseck | SpON

Er war ein erklärter Antisemit und lange Zeit treuer Verbündeter Adolf Hitlers. Er unterzeichnete zahlreiche spezifisch antijüdische Gesetze. Und er war mitverantwortlich für die Deportation von rund 600.000 ungarischen Juden in deutsche Vernichtungslager: der Reichsverweser Miklós Horthy, Ungarns autoritäres Staatsoberhaupt der Zwischenkriegszeit. Ihn offen zu verherrlichen, wagte der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán bisher nicht.

Verdacht auf Schleusung: Ermittlungen gegen Seenotretter-Verein

Themenbild. dpa
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zwei Mitglieder des Dresdner Flüchtlingshilfe-Vereins „Mission Lifeline“. Mit dem Verfahren gehe die Behörde einer Strafanzeige wegen des Verdachts möglicher Einschleusungen nach, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden am Montag.

evangelisch.de

Die Ermittlungen führe die Bundespolizei. Zuvor hatte der Berliner „Tagesspiegel“ über die Ermittlungen berichtet. Der Vorsitzende des Vereins, Axel Steier, sagte dem epd, die Anzeige richte sich gegen ihn und seinen Stellvertreter Sascha Pietsch. Der Verein habe sich im Mai 2016 gegründet und plane, ab September per Boot von Malta aus schiffbrüchige Flüchtlinge aus dem Mittelmeer zu retten. Derzeit würden Spenden gesammelt. Die künftigen Besatzungsmitglieder befänden sich zur Ausbildung bei anderen Hilfsorganisationen.

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Sexueller Missbrauch in Kirche – will man überhaupt aufklären

Die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester gerät ins Stocken. Es ist nicht das erste Problem des Projekts.

Westfälische Rundschau

Eigentlich wollten die Forscher Ende 2017 die Ergebnisse vorlegen – nun wurde die Frist für die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs innerhalb der katholischen Kirche bis September 2018 verlängert. „Aufgrund des Umfangs und auch der Komplexität ist dieser Schritt notwendig.“, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Bischofskonferenz vom Montag.

Die katholische Kirche hatte sich mit dem Zugang zu den internen Akten, die über den sexuellen Missbrauch „durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige“ Aufschluss geben sollen, lange schwer getan. Ein erstes Forschungsprojekt mit dem Kriminologen Christian Pfeiffer war gescheitert, weil dieser der Kirche vorwarf, seine Forschung zensieren und kontrollieren zu wollen. Das Angebot der Kirche, Opfer finanziell zu entschädigen, wurde zudem lange als Strategie verstanden, sich der Aufklärung zu entziehen.

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In first-ever direct challenge, Jewish Agency urges Israel to reinstate Western Wall deal

Jewish worshipers performing the annual priestly blessing at the Western Wall in the Old City of Jerusalem on October 19, 2016. (AFP/Gil Cohen-Magen)
Hours after disinviting Netanyahu from gala dinner in protest at ‘deplorable’ move, board of governors calls on government to reinstate previous compromise that would formalize a pluralistic prayer area

By Raphael Ahren | The Times of Israel

The Jewish Agency on Monday passed a resolution calling on the Israeli government to rescind its decision to halt the creation of a pluralistic prayer pavilion at the Western Wall, saying that the government’s move contradicts the vision of Israel’s founding fathers and the spirit of Zionism.

The resolution, passed unanimously by the agency’s Board of Governors in an emergency meeting in Jerusalem, marked the first time the institution — which predates the existence of the State of Israel — has explicitly called on the Israeli cabinet to walk back a decision.

“We deplore the decision of the [Government of Israel] which contradicts the vision and dream of Herzl, Ben-Gurion and Jabotinsky and the spirit of the Zionist movement and Israel as a national home for the entire Jewish people and the Kotel as a unifying symbol for Jews around the world,” the agency said.

“We declare that we cannot and will not allow this to happen,” the resolution vowed. “We call on the GOI to understand the gravity of its steps and accordingly reverse its course of action.”

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