Drei Viertel der Deutschen für Gleichstellung Homosexueller

Bild: bpb.de

Der Bundestag beschäftigt sich am Freitagmorgen mit der „Ehe für alle“. Wie die Pressestelle des Parlaments am Donnerstag mitteilte, ist das Thema erster Tagesordnungspunkt der Sitzung, die bereits um acht Uhr beginnt.

evangelisch.de

Ob es tatsächlich zu einer Abstimmung über die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare kommt, ist noch nicht ganz sicher. Zunächst stimmen die Parlamentarier über einen Antrag zur Erweiterung der Tagesordnung ab. Nur wenn es eine Mehrheit dafür gibt, wird danach über die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe debattiert und abgestimmt.

SPD, Grüne und Linke hatten am Mittwoch im Rechtsausschuss gegen die Stimmen der Union durchgesetzt, dass das Thema noch in dieser letzten Sitzungswoche vor der Sommerpause auf die Tagesordnung des Bundestagsplenums kommt. Die drei Fraktionen haben dort eine knappe Mehrheit von 320 der insgesamt 630 Stimmen.

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Bistum Essen: Katholiken treten wegen fehlender Bindung aus

Eine fehlende Bindung zur Kirche und eine fortschreitende Entfremdung sind die Hauptgründe für Kirchenaustritte im Bistum Essen.

FOCUS ONLINE

Das sind erste Ergebnisse einer Studie mit 3000 Teilnehmern, die das Bistum am Donnerstag veröffentlicht hat. Nach Angaben aus Essen, verlassen pro Jahr 4000 Christen die katholische Kirche im Ruhrbistum. Zwar spiele auch die gesparte Kirchensteuer eine Rolle, das Finanzielle sei aber oft nur der Auslöser für den Austritt. Ein weiterer Austrittsgrund sei der Eindruck, die Kirche vertrete eine nicht mehr zeitgemäße Haltung. Der Kirchenaustritt sei meist ein langfristiger Prozess.

Palästinensische Schulbücher: Lektionen in Hass

© EPA Eindeutige Botschaften: Bei der Al-Quds-Demonstration vor ein paar Tagen in Berlin.
Wer Antisemitismus sehen will, muss in Berlin nur auf die Straße gehen oder in palästinensischen Schulbüchern blättern, mit denen auch an UN-Schulen gelehrt wird. Israel kommt dort nicht vor. Auch nicht der Holocaust. Dafür wird der Terror verherrlicht.

Von Regina Mönch | Frankfurter Allgemeine

Schulbücher sollen zum Verständnis der eigenen und anderer Kulturen beitragen, indem sie gesichertes Wissen und humanistische Werte vermitteln, so wünscht es sich die Unesco. Wer in Schulbücher schaut, die vom Bildungsministerium der palästinensischen Autonomiebehörde herausgegeben werden, der wird eines Schlechteren belehrt. Fünfzehn dieser Schulbücher – für die Fächer Geschichte, Geographie, Mathematik und Nationale Erziehung – hat das „Mideast Freedom Forum Berlin“ (MFFB) im Auftrag von Bundestagsabgeordneten untersucht.

Einmal abgesehen davon, dass in diesen Büchern der Geschichte der Palästinenser eine antike Dimension verliehen wird, kommt der Staat Israel in keinem vor, weder als Gebiet, etwa auf Karten, noch mit dem Lebensalltag seiner Bevölkerung. Zweitausend Jahre jüdische Kultur und Religion werden genauso ignoriert wie die Schoa. Die Zwei-Staaten-Lösung gehört eindeutig nicht zum Lernziel, dafür wird der „Märtyrertod“ von Palästinensern und damit der Terror verherrlicht.

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Australien: Immer mehr Bewohner sind Atheisten

Die Oper von Sydney – REUTERS
Zum ersten Mal hat die Anzahl der Australier, die sich keiner Religion zugehörig fühlen, alle anderen Religionsgruppen übertroffen. Der Zensus im vergangenen Jahr ergab, dass 30,1 Prozent der Menschen in Australien sich als „nicht religiös“ sehen, teilte das Statistikamt des Landes mit.

Radio Vatikan

Das entspricht knapp sieben Millionen Bewohnern. 1966 waren es nur 0,8 Prozent der Australier, im Jahr 2011 waren es bereits 21,8 Prozent, die sich als Atheisten benannten.

Das Christentum bleibt auch weiterhin die größte Religionsgemeinschaft in „Down Under“. Als Katholiken bezeichneten sich bei der Erhebung im vergangenen Jahr 22,6 Prozent der Australier (2011: 25,3%). Die Anglikaner hatten im Langzeitvergleich die meisten Einbußen zu verzeichnen. 1921 fühlten sich noch 41 Prozent der Menschen der anglikanischen Kirche zugehörig, sind es jetzt nur noch 13,3 Prozent.

Der Zensus zeigt auch, dass die Zahl der Hindus in Australien zugenommen hat: Es sind 1,9 Prozent. Noch davor liegen Muslime (2,6%) und Buddhisten (2,4%).

Schwerkraftriesen im Todestanz

So könnten die beiden sich umkreisenden supermassereichen Schwarzen Löcher aussehen. © Josh Valenzuela/ University of New Mexico
Giganten vor der Verschmelzung: Astronomen haben erstmals zwei supermassereiche Schwarze Löcher in einer Galaxie entdeckt, die einander eng umkreisen. Beide zusammen umfassen 15 Milliarden Sonnenmassen, sind aber nur noch 24 Lichtjahre voneinander entfernt, wie die Forscher berichten. Irgendwann in der Zukunft werden beide Schwarzen Löcher miteinander verschmelzen – zu einem einzigen gewaltigen Galaxienkern.

scinexx

Kleinere, aus Sternen entstandene Schwarze Löcher verschmelzen häufiger miteinander – das man spätestens seit dem ersten Nachweis von Gravitationswellen. Denn die inzwischen bereits dreimal registrierten Erschütterungen der Raumzeit wurde jeweils von der Verschmelzung zweier stellarer Schwarzer Löcher verursacht.

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Kognitive Dissonanzen: ‚Wieviel wir Johannes Paul II. für die deutsche Einheit verdanken‘

Heiner Koch. Bild: wikimedia.org. CC-BY-SA 4.0 – Martin Rulsch

Erzbischof Koch/Berlin predigt im polnischen Posen: „Für Johannes Paul II. und Helmut Kohl war das Brandenburger Tor ein Symbol der Einheit Europas und ein Symbol der Freiheit“

kath.net

Aus dem Erzbistum Berlin, auf dessen Gebiet die Bundeshauptstadt Berlin, das Land Brandenburg und der Landesteil Vorpommern, grüße ich Sie herzlich. Ich danke Herrn Erzbischof Stanisław Gądecki sehr für die Ehre der Einladung, heute am Patrozinium Ihres Domes mit Ihnen diesen Gottesdienst feiern und das Wort Gottes verkündigen zu dürfen.

Berlin ist eine pulsierende, facetten- und spannungsreiche Stadt. Wenn Sie glauben, dass etwas unmöglich ist, dann fahren Sie nach Berlin, und Sie werden oft das schier unmöglich Geglaubte als Wirklichkeit erleben. Das gilt auch für das Feld des Glaubens und der Religion in seiner bunten Vielfalt. Zehn Prozent der Bevölkerung Berlins gehören der Katholischen Kirche an und neunzehn Prozent der Evangelischen. Die Katholische Kirche in Berlin wächst! Einerseits sind da die Zuzüge aus anderen Teilen Deutschlands und der ganzen Welt. Ich bin auch froh und dankbar, eine starke polnische Gemeinde in ihrer ganzen Vitalität in unserem Erzbistum erleben zu dürfen. Und wir freuen uns über eine große Zahl von Erwachsenentaufen; in der zurückliegenden Osternacht wurde mehr als 135 Erwachsenen das Sakrament der Taufe in Berlin gespendet.

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Notorischer Eheverweigerer Voderholzer und die Ehe für alle

Apostel Voderholzer appelliert an Bundestagsabgeordnete, bei einer Abstimmung „ihrer historischen Verantwortung gerecht zu werden und an der vom Grundgesetz besonders geschützten Ehe als einer Verbindung von einem Mann und einer Frau festzuhalten“.

kath.net

Aller Voraussicht nach wird dem Bundestag am kommenden Freitag, 30. Juni, ein Gesetzentwurf zur Abstimmung vorgelegt, der homosexuelle Partnerschaften in allem mit der Ehe gleichstellt.

Sollte dieses Gesetz verabschiedet werden, bedeutete dies die Abkehr von einer in der Menschheitserfahrung seit unvordenklichen Zeiten hochgehaltenen und vom Grundgesetz ausdrücklich geschützten Institution: vom Verständnis von „Ehe“ als dauerhafter Gemeinschaft von Mann und Frau, offen auf Nachkommenschaft und als einziger Ort, an dem Menschen auf natürliche Weise gezeugt und zur Welt gebracht werden.

Niemand wird diskriminiert, wenn die Ehe als Lebensgemeinschaft von Mann und Frau als der Ort der Zukunftseröffnung einer Gesellschaft privilegiert und besonders geschützt wird.

Das Gesetz ginge nur einen kleinen Personenkreis unmittelbar an. Mittelbar aber betrifft es die ganze Gesellschaft. Gesetze sind immer auch norm- und bewusstseinsbildend. Wir sind daher überzeugt, dass wir der heranwachsenden Generation einen besseren Dienst erweisen, wenn wir ihr die Ehe weiterhin als besonders geschützte Gemeinschaft von Mann und Frau und damit als Orientierungspunkt und Wegweiser zu einem gelingenden Leben gerade auch im Dienst an der Zukunft der Gesellschaft vor Augen stellen.

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Chancen für Religion in „inhaltsleerer säkularer Gesellschaft“

Nicht erst die weitgehend ohne Inhalte auskommende Wahlauseinandersetzung um das Weiße Haus in den USA hat eine tiefgehende System- und Repräsentationskrise der modernen säkularen Gesellschaft offenkundig gemacht.

kathpress

Diese Diagnose war laut dem Wiener Fundamentaltheologen Prof. Kurt Appel von der veranstaltenden Forschungsplattform „Religion and Transformation in Contemporary Society“ Ausgangspunkt der „Tagung „The Crisis of Representation“ von Sonntag bis Dienstag in Melk (NÖ.). Auch die Religion sei von dieser Krise erfasst – und habe doch viel kritisches Potenzial, einem inhaltsleeren Streben nach „Macht um der Macht willen“ zu widerstehen, sagte Appel am Mittwoch gegenüber „Kathpress“.

An der interdisziplinären Konferenz über Phänomene wie Neoliberalismus, „Ethnonationalismus“ oder durch die Neue Rechte politisch missbrauchte Religion nahmen Fachleute aus Politikwissenschaft, Ökonomie, Philosophie, Theologie und Islamwissenschaft teil. Der an der Uni Wien lehrende Appel widmete sich in seinem Vortrag Selbstentfremdungsprozessen wie der Todesverdrängung aus dem öffentlichen Raum und Bewusstsein. Der Religion komme hier eine wesentliche Bedeutung zu, diesem Symptom schwindender Subjekthaftigkeit des Menschen widerständig zu begegnen.

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Nato-Generalsekretär Stoltenberg: Cyberangriff kann Artikel 5 auslösen

Stoltenberg weist auf Artikel 5 bei Cyberangriff hin. Bild: Nato
Nato-Generalsekretär Stoltenberg fordert Ausbau der Cyber-Verteidigung und erinnert, dass ein Cyberangriff Artikel 5 auslösen kann

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Die WannaCry-Epidemie vor zwei Monaten hat bereits gezeigt, welche Macht Hacker mit Erpressungstrojaner ausüben können. Jetzt rollt die nächste Ransomware-Welle mit einem anfänglichen Schwerpunkt in der Ukraine und Russland um die Welt. Ausgangspunkt soll eine Schwachstelle des Steuerprogramms Me.doc der Ukraine sein. Nicht mit Phishing-Mails, sondern mit einem Update des Programms soll der Trojaner verbreitet worden sein. Allerdings weist der Hersteller der Software dies zurück.

Kaspersky bezeichnet den Trojaner als NotPetya, da es sich nicht, wie berichtet wurde, um die Petya-Ransomware handelt, sondern um ein neues Schadprogramm. Fraglich ist, ob der neue Angriff politisch motiviert ist, wovon manche ausgehen.

Die Angst ist groß, dass ähnliche weltweite Angriffe gehäuft geschehen und zu einem Modus von Hackerangriffen werden können. Der neue Angriff war zwar weniger massiv als der Angriff mit WannaCry, aber man kann damit rechnen, dass solche Erpressungswellen häufiger stattfinden werden. Auch wenn wie jetzt nur 300 US-Dollar gefordert werden, ist es die Masse der blockierten Computer, die für die Hacker Geld in die Kassen spült.

Pikant war, dass bei WannaCry Angriffsmittel der NSA benutzt wurden. Das zeigt, dass das Interesse der Geheimdienste sich mit demjenigen deckt, das kriminelle Hacker haben und ausbeuten können. Jede Sicherheitslücke, die nicht aufgedeckt wird, ist eben nicht nur für Geheimdienste ein Einfallstor.

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Gabriel will Erdogan in Deutschland nicht auftreten lassen

Der türkische Präsident habe offiziell einen Auftritt am Rande des G-20-Gipfels in Hamburg beantragt. Das sei nicht angemessen, meint der deutsche Außenminister.

Die Presse.com

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat offiziell einen Auftritt in Deutschland am Rande des G-20-Gipfels beantragt. „Wir haben seit gestern eine offizielle Anfrage der Türkei, die uns mitgeteilt hat, dass der türkische Staatspräsident Erdogan rund um den G-20-Gipfel … zu seinen Landsleuten sprechen möchte“, sagte Außenminister Sigmar Gabriel am Donnerstag bei einem Russland-Besuch.

Er halte dies jedoch angesichts des aktuellen Konflikts zwischen Deutschland und der Türkei für nicht angemessen, meinte Gabriel in Krasnodar. Dies sei auch abgestimmte Meinung der deutschen Bundesregierung.

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Facebook und das „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“: Das große Löschen beginnt

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) versucht, Facebook zu regulieren. (Foto: AFP)
Was tun gegen Hass im Netz? Heiko Maas will Facebooks Mitarbeiter innerhalb von zehn Sekunden entscheiden lassen, welche Beiträge gelöscht werden. Das ist der falsche Weg.

Von Markus Beckedahl | Süddeutsche.de

Es begann mit einem gut inszenierten Streit in der Öffentlichkeit: Heiko Maas, der Bundesjustizminister und ein Hoffnungsträger der SPD, kämpft gegen den Hass im Netz und gegen die scheinbar unregulierte Willkür der Betreiber von sozialen Netzwerken. Es wurde eine Taskforce eingerichtet, die hinter verschlossenen Türen tagte. Nach zwei Jahren erklärte Maas, dass zu wenig vom Hass gelöscht werde. Als ich den Minister damals fragte, wie viele strafbare Inhalte denn zur Anzeige und vor ein deutsches Gericht gebracht würden, konnte er darauf nicht antworten. Wegen des Bundestagswahlkampfs stieg der Druck auf Maas, etwas zu tun. Was fiel ihm ein? Ein „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“ im letztmöglichen Moment dieser Legislaturperiode.

Die Verbesserung der Rechtsdurchsetzung bei strafbarer „Hasskriminalität“ war das Ziel, Morddrohungen und Volksverhetzung wurden als Beispiele genannt. In der finalen Version des Gesetzentwurfs waren es 19 weitere Straftatbestände.

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Nachtschicht hemmt die DNA-Reparatur

Wer nachts arbeitet, bremst offenabr auch seine DNA-Reparatur aus – und könnte so das Krebsrisiko erhöhen. © moodboard/ thinkstock
Fataler Mangel: Schichtarbeit bringt nicht nur unseren Biorhythmus durcheinander, sie erhöht auch das Krebsrisiko. Den Grund dafür könnten Forscher nun aufgedeckt haben. Demnach senkt die Nachtschicht den Spiegel des Schlafhormons Melatonin und dies wiederum bremst die Aktivität wichtiger zellulärer Reparaturmechanismen aus. Nachweisen lässt sich dies an einer um 80 Prozent verringerten Abgabe bestimmter Biomarker im Urin von Schichtarbeitern.

scinexx

Schon länger ist bekannt, dass Schichtarbeit auf Dauer nicht gesund ist. Das ständige Arbeiten gegen die innere Uhr und der damit verbundene Schlafmangel fördern Übergewicht und Diabetes, können Herz und Kreislauf schaden und möglicherweise sogar den geistigen Abbau fördern. Zudem deuten Studien darauf hin, dass ständige Nachtschichten auch das Krebsrisiko erhöhen.

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Überraschung: Gegen Finanzchef des Vatikans wird wegen Kindesmissbrauchs ermittelt

  • Die australische Polizei leitet wegen des Vorwurfs des Kindesmissbrauchs ein Ermittlungsverfahren gegen den Finanzchef des Vatikans ein.
  • Kurienkardinal George Pell gilt als Nummer drei in der Hierarchie des Vatikans. Er soll sich in den 1970er und 1980er Jahren an Jungen vergangen haben.
  • Pell bestreitet alle Vortwürfe als „völlig unwahr“. Er soll sich aber angeblich dem Verfahren in Australien stellen.

Süddeutsche.de

Gegen den Finanzchef des Vatikans, Kurienkardinal George Pell, ist in seiner australischen Heimat ein Ermittlungsverfahren wegen Kindesmissbrauchs eingeleitet worden. Das bestätigte die Polizei im australischen Bundesstaat Victoria. Pell ist im Vatikan für den Haushalt zuständig und damit die inoffizielle Nummer drei der katholischen Hierarchie. Er ist damit der höchste katholische Würdenträger, der sich je wegen Missbrauchsvorwürfen verantworten musste.

Der 76-Jährige war früher Erzbischof von Melbourne und Sydney. Ihm wird zur Last gelegt, als junger Priester in den 1970er und 1980er Jahren mehrere Jungen sexuell belästigt zu haben.

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IS-Frauen aus Raqqa: Enttäuschte Dschihad-Groupies

Screenshot eines Clips des Interviews von Jenan Moussa (rechts im Bild) mit IS-Frauen. Quelle: Akhbar al-An, Twitter
Militärisch wird der IS in Syrien und Irak in die Enge getrieben. Die Erwartung, dass in Mosul und Raqqa demnächst Jubelfeiern anstehen, ist unübersehbar. Auch wenn es hohe Verluste und große Mühen gibt, die Vertreibung der IS-Milizen aus den beiden Städten wird als Gewissheit behandelt, als bloße Frage der Zeit. Inwieweit die IS-Ideologie weiter ihre Kreise zieht, ist ein dagegen ein ganz anderes Feld.

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Aus Mosul wird von einem beständigen, aber sehr mühsamen und verlustreichen Vormarsch der irakischen Streitkräfte berichtet. Es gibt Rückschläge. IS-Milizen sollen am Sonntag mit Schläferzellen Gegenoffensiven in bereits eroberten Stadtvierteln unternommen haben, die die irakischen Streitkräfte überraschten und die Rückeroberung der Altstadt aufhielten. Der Widerstand des IS wird als erheblich bezeichnet, die andauernden Kämpfe in der Altstadt als schwer und brutal.

Dennoch gab es gestern Jubelbilder, Bilder von Feiern im Osten der Stadt und die offizielle Meldung, dass die irakischen Anti-Terror-Einheiten, die Bundespolizei und die 16. Division der irakischen Armee 50 Prozent der Altstadt befreit haben, was die Hoffnung schürt, dass sich die Kämpfe der Stadt bald beendet sind.

Auch aus Raqqa gibt es Erfolgsmeldungen, doch auch sie sind voll mit bitteren Erfahrungen, auch dort sind die Verluste für die Angreifer der SDF beträchtlich. Die von kurdischen Truppen geführte Offensive kommt im Westen der Stadt voran, ihr stehen aber Autobomben und Selbstmordattentäter entgegen. Die Kämpfe werden sich aller Wahrscheinlichkeit nach auch in Raqqa länger hinziehen, als die Generäle Journalisten gegenüber prognostiziert haben.

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Edelgase gehen „unmögliche“ Bindung ein

Das Edelgas Xenon ist ziemlich reaktionsträge, es bindet fast nur an Partner mit starkem Elektronenmangel – so dachte man bisher. © Jurii/CC-by-sa 3.0
„Verbotene“ Reaktion: Chemiker haben Edelgase erstmals zu einer bisher als unmöglich geltenden Reaktion gebracht: Spontan und bei Raumtemperatur reagierten Xenon und Krypton mit einem negativ geladenen Anion – einem aus Bor- und Chloratomen bestehenden Molekülkomplex. Das Besondere daran: Bisher galt die Bindung von Edelgasen mit Anionen als unmöglich, weil diese einen Elektronenüberschuss besitzen.

scinexx

Schon in der Schule lernen wir, dass Edelgase „bindungsscheu“ sind: Xenon, Helium und Co reagieren freiwillig so gut wie gar nicht mit anderen Elementen. Der Grund dafür ist die mit Elektronen vollbesetzte Außenschale ihrer Atome, durch die die Edelgase bereits einen energetisch optimalen Zustand erreicht haben. Für eine Reaktion sind daher besonders Umstände nötig, beispielsweise ein extrem hoher Druck.

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Darwins merkwürdiges Tier enträtselt

Das „Langhalsige Lama“ war Darwin ein Rätsel.BILD: AFP/AMERICAN MUSEUM OF NATIONAL HISTORY/JORGE BLANCO
Die Knochen eines höckerlosen Kamels mit Nashornfüßen, die einst Charles Darwin in Patagonien fand, gehörten zu einer ausgestorbenen Lama-Art.

DER TAGESSPIEGEL

Als Charles Darwin auf einer seiner Reisen in Patagonien die Knochen eines seltsamen Tiers fand, war der Biologe und spätere Entdecker der Evolutionsprinzipien ratlos. Die Fossilien hätten „anders ausgesehen als alles, was er kannte“, sagt Michael Hofreiter von der Universität Potsdam. „Stellen Sie sich ein Kamel ohne Höcker vor mit Füßen wie ein schlankes Nashorn und einem Kopf wie ein Saiga“, einem Huftier mit einer Art Rüssel. Zweihundert Jahre lang konnten Paläontologen den Fund nicht eindeutig zuordnen. Jetzt hat Hofreiter das laut Darwin „merkwürdigste Tier, das jemals gefunden wurde“, mithilfe einer Analyse weniger Erbgutreste aus den Knochen identifizieren können.

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«Durch Hände auflegen kann Aids geheilt werden»

Ein Treffen der John G. Lake Ministries. (Bild: Facebook)
Die Organisation John G. Lake Ministries missioniert derzeit im Rheintal. Stephan Kovacs, der die Lehre verbreitet, glaubt sogar an die Heilung von Aids. Sektenexperten warnen.

20min.ch

«Das kann es doch nicht sein, dass die hier missionieren und die Notlage von schwächer gestellten Menschen der Gesellschaft schamlos ausnutzen», so eine Mitarbeiterin einer Lebensmittelabgabestelle Schweizer Tafel im Rheintal zu 20 Minuten. Vor zwei Wochen sei Stephan Kovacs von der John G. Lake Ministries das erste Mal vor der Abgabestelle aufgetaucht. Er war nicht allein. «Sie haben die längste Zeit auf unsere Klienten eingeredet», so die Frau. Als sie ihn zur Rede gestellt habe, bekam sie zur Antwort: «Geht es Ihnen gut, haben Sie Schmerzen?» und «Jesus liebt dich». Nur schwer hätten sich die Missionare vertreiben lassen.

Vor einer Woche das gleiche Spiel. «Ich wurde wütend. Was sie auf der Strasse machen, ist mir egal – aber nicht bei der Abgabestelle auf Privatgrundstück», so die Frau. Zumal den «Besuchern» klar gesagt wurde, dass sie dort nicht erwünscht seien. Ihre Klienten hätten sich bedrängt gefühlt. Einige seien aber auch sehr empfänglich für alles, wenn ihnen einmal jemand zuhört. «Mich stört vor allem, dass diese Gemeinschaft nicht klar gesagt hat, was sie eigentlich will.» Auf konkrete Fragen sei stets mit Floskeln geantwortet worden.

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Dalai Lama eröffnet neues Tibethaus für Deutschland

Foto: brightsblog
Der Dalai Lama eröffnet am 12. September das neue Tibethaus für Deutschland in Frankfurt am Main. Die ehemalige Villa der Goethe-Universität, einen Steinwurf vom Congress Center der Messe entfernt, wurde für drei Millionen Euro aus Vereinsmitteln, Zustiftungen und Spenden erworben, wie der Geschäftsführende Vorstand Puntsok Tsering am Mittwoch erklärte.

evangelisch.de

Auf 600 Quadratmetern Nutzfläche biete das Tibethaus 300 Veranstaltungen im Jahr zu Kultur, Meditation, Achtsamkeit und Stressbewältigung, dazu Gespräche mit Schulklassen und Wechselausstellungen.

Das Tibethaus ist nach den Worten von Tsering das einzige in Deutschland. Nur die Tibethäuser in Frankfurt und New York seien vom Mutterhaus in Neu Delhi anerkannt und stünden unter der Schirmherrschaft des Dalai Lamas. Die zehn in Frankfurt angestellten Mitarbeiter würden von 600 ehrenamtlichen Mitarbeitern unterstützt.

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Staatsgeld für Kirche in Spanien: Illegale Klerusfinanzierung

Skyline von Getafe, 14 Kilometer südlich von Madrid Foto: wikimedia/Miguel303xm (CC3.0
Die Kirche hat in Spanien zahlreiche Privilegien. Doch staatliche Zuschüsse oder Steuerbefreiungen können illegale Beihilfe sein.

Von Reiner Wandler | taz.de

Steuerbefreiungen für die katholische Kirche können eine unzulässige staatliche Beihilfe sein. Das sei etwa dann der Fall, wenn damit eine wirtschaftliche Tätigkeit unterstützt wird. Dieses weitreichende Urteil hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Dienstag in Luxemburg (Rechtssache C-74/16) gefällt.

Die Katholiken hatten den Rechtsstreit selbst ausgelöst. Ein kirchlicher Orden in Getafe, nahe der Hauptstadt Madrid, hatte für den Ausbau der Aula seiner Schule 24.000 Euro an kommunalen Abgaben für die Baugenehmigung bezahlt. Da die Katholische Kirche in Spanien dank eines 1979 zwischen Madrid und dem Vatikan geschlossenen Vertrags von Steuern befreit ist, verlangte der Orden den Betrag zurück. Das zuständige Madrider Verwaltungsgericht hatte infolge des Verfahrens Luxemburg angerufen. Der EuGH sollte klären, ob der von der Kirche geforderte Steuererlass rechtmäßig sei. Das Verwaltungsgericht sah in einem Steuererlass eine Wettbewerbsverzerrung.

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Sea Level Rise Will Completely Reshape Canada by 2100

Halifax Harbour. Image: Anson Chappell/Flickr
Vancouver, Halifax, and Tuktoyaktuk are on the front lines.

By Kate Lunau | MOTHERBOARD

In the past year, the Inuit community of Tuktoyaktuk in the Canadian Arctic, perched on the edge of the Beaufort Sea, has had to move five houses and a warehouse away from the shoreline because they were threatened by erosion, according to Mayor Darrel Nasogaluak.

„One was an emergency,“ Chukita Gruben, the community’s 22-year-old former climate change coordinator, told me over the phone. „The other ones were about to fall.“

Tuktoyaktuk, in the Northwest Territories—its population is around 900 people—is grappling with the effects of climate change. Permafrost melt is liquefying the ground under its buildings and roads. Sea levels are rising. The ice is melting earlier, and freezing later, meaning more open water and more storms. All this is contributing to the erosion that’s eating away at the coast.

„Climate change is something the community’s living with daily,“ Nasogaluak told me, and Tuk, as locals call it, is moving to adapt as quickly as it can.

Canadians, at least in the south, can sometimes feel smug about climate change. We read about places like the Maldives or even Miami being flooded by the rising seas, and it’s scary—but for many of us, this feels far off from our own reality. Yet Canada is being reshaped by the same forces. In the next century, our coastline will look much different than it does today. The western Arctic, southeastern Atlantic Canada, and Vancouver are on the front lines.

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