Insektizide tragen zum Bienensterben bei

Über die Gefährlichkeit bestimmter Insektizide für Bienen streiten Hersteller, Agrarverbände, Naturschützer und Imker seit Jahren. (Foto: dpa)
  • Zwei Studien zeigen, dass bestimmte Insektenvernichtungsmittel Bienen gefährden.
  • Die Arbeiten unterstützen die Forderung nach einem Verbot der sogenannten Neonics.
  • Die Europäische Lebensmittelbehörde Efsa soll noch in diesem Jahr über ein Verbot dieser Mittel entscheiden.

Von Kathrin Zinkant | Süddeutsche.de

Es ist still geworden an den Feldrändern. Kaum ein Summen ist zu hören, wo früher dicke Hummeln und Bienen von Blüte zu Blüte flogen. Kaum ein Flattern, wo man mal Dutzende von Schmetterlingen sah. Woran es liegt, dass die Zahl der Insekten immer weiter abnimmt, fragen sich Wissenschaftler seit Jahren.

Wie zwei Studien im Wissenschaftsjournal Science jetzt darlegen, ist eine wichtige Gruppe von Tätern nun wohl dingfest gemacht: sogenannte Neonicotinoide, kurz Neonics genannt. Die Gifte werden als Insektenvernichter weltweit auf Äcker verbracht. Die Studienergebnisse sind nach Aussage zahlreicher unbeteiligter Experten eindeutig. Neonics wirken sich negativ auf die Fortpflanzung und das Überleben von Honigbienen und Hummeln aus.

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Militärapostel Rink wider besseren Wissens – Militärseelsorge sei unabhängig

Sigurd Rink, die Apocalypse. bearb. BB

Militärbischof Sigurd Rink hat bei der Ausstellung „Mit Schwert und Talar. Drei Pastoren zwischen Kirche und Marine“ die Unabhängigkeit der Militärseelsorge hervorgehoben. Im Deutschen Marinemuseum sagte der evangelische Bischof für die Soldaten in der Bundeswehr, die Kirche wolle kritischer Partner sein, denn Claqueure im Betrieb der Streitkräfte brauche es nicht.

EKD

Rink sprach damit zugleich die schlimmen Erfahrungen aus der Wehrmacht des Nationalsozialismus mit Kadavergehorsam und militärischer Hierarchie an, die die Gräueltaten des verbrecherischen Regimes erst ermöglicht hätten. Als kritisch wertet Rink auch weiter zurückliegende Zeiten, in denen preußischen Infanterieoffizieren nahe gelegt wurde, einen Soldaten, der nicht spure, zum Pfarrer zu schicken.

Heute gebe es mit der Inneren Führung ein Instrument, das gerade in einer Einsatzarmee wie die Bundeswehr kultiviert werden müsse. Urteilsvermögen und gegenseitigen Austausch, kritisch-konstruktives Mitdenken und Mut könnten damit gestärkt werden. „Der Ernstfall ethischer Bildung liegt vor jedem Einsatz“, äußerte Rink. Die kirchliche Arbeit sorgt vor allem dafür, dass Menschen innerlich gestärkt und ermutigt ihren Weg gehen können und kritisch, engagiert wie loyal Verantwortung übernehmen, so der EKD-Bischof für die Soldaten zu den demokratischen Tugenden.

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Hans-Jürgen Papier: Ex-Verfassungsrichter hält Ehe für alle für grundgesetzwidrig

Hans-Juergen Papier (CC-by-sa/3.0/de from Church of emacs, 2008)
Mit deutlicher Mehrheit haben die Abgeordneten die Ehe für schwule und lesbische Paare geöffnet. Doch geht das ohne Grundgesetzänderung? Hans-Jürgen Papier sagt im SPIEGEL dazu klar Nein.

SpON

Der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, hält die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare für verfassungswidrig. „Wenn man die Ehe öffnen will, muss man das Grundgesetz ändern“, sagte Papier dem SPIEGEL, „das kann der einfache Gesetzgeber nicht machen.“

Das Bundesverfassungsgericht hat bis zuletzt in seinen Entscheidungen betont, dass eine Ehe im Sinne des Grundgesetzes nur die „Vereinigung eines Mannes mit einer Frau zu einer auf Dauer angelegten Lebensgemeinschaft ist“. Der gewandelte Zeitgeist andere dieses Verfassungsverständnis nicht, so Papier gegenüber dem SPIEGEL.

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30. Juni 1905: Einsteins erstes Erdbeben

foto: picturedesk Albert Einstein auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1905. In diesem Jahr veröffentlichte der noch weitgehend unbekannte Physiker einige seiner wichtigsten Arbeiten, die Anerkennung dafür folgte erst später.

1905 revolutionierte Einstein die Physik mehrfach. Den Höhepunkt des „Wunderjahres“ reichte er am 30. Juni ein: die Grundlage der speziellen Relativitätstheorie

Von David Rennert | derStandard.at

Die erste Ankündigung des wissenschaftlichen Erdbebens erfolgte am 18. Mai 1905: Albert Einstein schrieb an seinen Freund Conrad Habicht, der im Jahr zuvor Bern verlassen hatte, dass er die baldige Veröffentlichung von vier Arbeiten beabsichtige. Seit knapp drei Jahren begutachtete der 26-jährige Familienvater werktags Erfindungen im Schweizer Patentamt in Bern, doch seine Gedanken waren ganz woanders. An Selbstbewusstsein mangelte es ihm nicht: Er hatte nicht weniger im Sinn als eine Revolution.

Die erste Arbeit, so schrieb er Habicht, handle „über die Strahlung und die energetischen Eigenschaften des Lichtes und ist sehr revolutionär, wie Sie sehen werden. Die zweite Arbeit ist eine Bestimmung der wahren Atomgröße aus der Diffusion und inneren Reibung. Die dritte beweist, dass unter Voraussetzung der molekularen Theorie der Wärme in Flüssigkeiten suspendierte Körper eine wahrnehmbare, ungeordnete Bewegung ausführen müssen. Die vierte Arbeit liegt erst im Konzept vor und ist eine Elektrodynamik bewegter Körper unter Benützung einer Modifikation der Lehre von Raum und Zeit.“

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Ehe für alle – Aufschrei zölibaterer Greise

Heiner Koch. Bild: wikimedia.org. CC-BY-SA 4.0 – Martin Rulsch

DBK nach Bundestagsentscheidung zur Ehe für alle – DBK-Familienbischof Heiner Koch: „Ich bedauere, dass der Gesetzgeber wesentliche Inhalte des Ehebegriffs aufgegeben hat, um ihn für gleichgeschlechtliche Partnerschaften passend zu machen.“

kath.net

„Ich bedauere, dass der Gesetzgeber wesentliche Inhalte des Ehebegriffs aufgegeben hat, um ihn für gleichgeschlechtliche Partnerschaften passend zu machen. Gleichzeitig bedauere ich, dass mit dem heutigen Beschluss eine differenzierte Wahrnehmung unterschiedlicher Partnerschaftsformen aufgegeben wird, um die Wertschätzung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften hervorzuheben. Differenzierung aber ist keine Diskriminierung.“ Das stellte der Berliner Erzbischof und Vorsitzende der Kommission für Ehe und Familie der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Koch, zur Entscheidung im Deutschen Bundestag für die „Ehe für alle“ (30. Juni 2017) fest. Dies ist einer Pressemeldung der Deutschen Bischofskonferenz zu entnehmen. „Eine Wertschätzung gleichgeschlechtlichen Zusammenlebens kann auch durch eine andere institutionelle Ausgestaltung ausgedrückt werden. Sie muss nicht in der Öffnung des Rechtsinstituts der Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften in Erscheinung treten. Die Väter des Grundgesetzes gaben der Ehe einen so herausragenden Platz in unserer Verfassung, weil sie diejenigen schützen und stärken wollten, die als Mutter und Vater ihren Kindern das Leben schenken wollen. Wird jetzt vor allem der Schutz von Beziehungen und die Übernahme gemeinsamer Verantwortung als Begründung für die Öffnung der Ehe vorgebracht, so bedeutet dies eine wesentliche inhaltliche Umgewichtung und eine Verwässerung des klassischen Ehebegriffs.

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Österreich: VfGH bestätigt Enteignung von Hitlers Geburtshaus

Hitlers Geburtshaus – APA/MANFRED FESL
Das Höchstgericht hat den Antrag der früheren Eigentümerin abgewiesen. Die Enteignung des Hauses sei nicht verfassungswidrig.

Die Presse.com

Die Enteignung des Geburtshauses von Adolf Hitler in Braunau ist nicht verfassungswidrig, hat der Verfassungsgerichtshof entschieden. Das Höchstgericht wies damit den Antrag der früheren Eigentümerin ab, wie VfGH-Präsident Gerhart Holzinger am Freitag verkündete. Nur die Enteignung stelle die volle Verfügungsgewalt der Republik sicher.

Die Enteignung des Geburtshauses von Adolf Hitler durch ein entsprechendes Gesetz war demnach im öffentlichen Interesse geboten, verhältnismäßig und nicht entschädigungslos, sie sei daher nicht verfassungswidrig.

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Die vertraulichen Sprachregelungen der ARD

Screenshot aus dem YouTube-Video der Sendung.
Tagesschau-Redakteure sind beim Formulieren ihrer Texte an interne Richtlinien gebunden, die offenbar auch politische Wertungen vorgeben. Nun äußert sich Chefredakteur Kai Gniffke dazu.

Von Paul Schreyer | TELEPOLIS

Im Rahmen der ARD-Aktion „Sag’s mir ins Gesicht“ standen kürzlich einige Redakteure des Senders den Zuschauern Rede und Antwort. Auch Kai Gniffke, Chefredakteur von ARD-aktuell, und damit verantwortlich für Tagesschau und Tagesthemen, nahm sich eine Stunde Zeit, um persönlich und direkt auf Zuschauerfragen und Beschwerden zu reagieren. Anlass war die andauernde Welle der Medienkritik, die auch die ARD weiterhin beschäftigt.

Im Rahmen dieser Aktion beschwerte sich ein Zuschauer bei Gniffke, dass in der Ukraine-Berichterstattung rechtsradikale Kämpfer, die offen mit Nazi-Symbolik auftraten, von der ARD verharmlosend als „nationalkonservativ“ bezeichnet worden seien. In seiner Antwort widersprach Gniffke und erwähnte nebenbei die eigenen Sprachregelungs-Richtlinien:

Ich weiß, dass das ein Punkt ist, der extrem polarisiert und die Emotionen hochgehen lässt. Wir reden über dieses Asow-Regiment, eine Einheit, die wir in der Tagesschau ‚ultranationalistisch‘ nennen. (…) Bei der Tagesschau gibt es fast nichts, für das es keine Richtlinie gibt. Und es gibt eine Richtlinie, die heißt, wir nennen diese Einheit ‚ultranationalistisch‘.

Kai Gniffke

Links das Emblem des Bataillon Asow und rechts 2. SS-Panzer-Division „Das Reich

Daraufhin erkundigte ich mich bei Gniffke nach diesen Richtlinien. Seit wann existieren sie? Wer verfasst sie? Kann man sie einsehen? Dazu der Chefredakteur in seiner Antwort an mich:

Die so genannten Richtlinien wurden meiner Kenntnis nach vor mehr als 20 Jahren von der Redaktion ARD-aktuell eingeführt, da die Zahl der Sendungen und Plattformen zugenommen hat. Es geht dabei um die Einheitlichkeit von Bezeichnungen und Schreibweisen sowie um die Verwendung korrekter Begriffe. Heißt es z. B. ‚Kilometer pro Stunde‘ oder ‚Stundenkilometer‘, ist ‚Hann Münden‘ die korrekte Ortsangabe oder ‚Hannoversch Münden‘?

‚Richtlinien zu einheitlicher Sprache bei politischen Wertungen‘, wie Sie schreiben, gibt es nicht. Politischer Wertungen enthalten sich die Sendungen von ARD-aktuell (mit Ausnahme des Kommentars in den ‚Tagesthemen‘). (…) Die Inhalte (der Richtlinien; Anmerkung P.S.) entstehen auf der Basis gesicherter Rechercheergebnisse. Sie werden in der Redaktion kontinuierlich diskutiert und ggf. modifiziert. Um die regelmäßige Pflege kümmert sich ein Chef vom Dienst.

Kai Gniffke

Geht es also ganz harmlos nur um richtige Schreibweisen und die Einheitlichkeit bei Bezeichnungen? So einfach ist es wohl nicht. Denn betrachtet man die ARD-Berichterstattung, so fallen eine ganze Reihe fester Attribute auf, die durchaus politische Wertungen transportieren. So wird der syrische Präsident Assad regelmäßig als „Machthaber“ bezeichnet, der IS als „Terrormiliz“, Hamas und Taliban als „radikalislamisch“ etc. Eine „Terrormiliz“ ist eindeutig etwas Negatives, das rechtmäßig bekämpft wird.

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Löschorgie droht: Bundestag beschließt Netzwerkdurchsetzungsgesetz

Bild: heise online
Nach einer ernsten Debatte hat das Parlament schärfere Regeln für soziale Netzwerke wie Facebook im Umgang mit Hassäußerungen und Falschmeldungen verabschiedet. Der Löschreiz sei zu groß, beklagte die Opposition.

Von Stefan Krempl | heise online

Der Bundestag hat am Freitag kurz vor der Sommerpause den Weg freigemacht für eine der am stärksten umstrittenen gesetzgeberischen Initiativen der vergangenen Monate. Mit der Mehrheit von CDU/CSU und SPD stimmte das Parlament für den Entwurf für ein Netzwerkdurchsetzungsgesetz, das Facebook, Google, Twitter und Co. im Kampf gegen Hasskommentare und „Fake News“ deutlich stärker in die Pflicht nimmt. Die Linke und eine Abgeordnete der Unionsfraktion votierten gegen das Vorhaben, die Grünen enthielten sich.

Betroffene Plattformbetreiber müssen offensichtlich strafbare Inhalte innerhalb von 24 Stunden löschen. Andernfalls drohen Bußgelder bis zu 50 Millionen Euro. Kritiker sehen diese Auflagen als Kernproblem an, da damit im Zweifelsfall vorauseilend auch rechtmäßige Äußerungen entfernt würden und der Schaden für die Meinungsfreiheit so groß sei. Bei komplexeren Fällen soll in der Regel eine Sieben-Tages-Frist gelten, um über eine Löschung zu entscheiden.

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Zählung: Mehr als zehn Millionen Ausländer in Deutschland

Damit erhöhte sich die Zahl binnen zweier Jahre um fast 1,9 Millionen 

derStandard.at

In Deutschland leben so viele Ausländer wie noch nie. Ende 2016 waren es gut zehn Millionen, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Binnen zweier Jahre erhöhte sich die Zahl damit um fast 1,9 Millionen oder 23 Prozent. In dieser Statistik werden nur Menschen berücksichtigt, die ausschließlich eine ausländische Staatsbürgerschaft besitzen.

Ein Grund für die Entwicklung ist der starke Zuzug von Flüchtlingen: Seit Anfang 2015 kamen fast 520.000 Syrer, 178.100 Afghanen und 138.500 Iraker nach Deutschland. Dagegen spielt die Zuwanderung aus den EU-Staaten – etwa den von der Eurokrise betroffenen Mittelmeerstaaten Griechenland, Italien, Portugal und Spanien – eine geringere Rollen als in den Vorjahren.

Heute ist Asteroid Day!

Es nicht die Frage ob, sondern nur wann ein Asteroid auf Kollisionskurs mit der Erde gehen wird. © Pitris/ thinkstock
Asteroiden gibt es in unserer kosmischen Umgebung reichlich, entsprechend real ist die Gefahr einer Kollision. Doch bisher sind wir auf diese Bedrohung kaum vorbereitet. Der heutige „Asteroid Day“ soll aufzeigen, wie wichtig die Überwachung erdnaher Asteroiden und die Forschung an möglichen Abwehrmethoden ist – bei beidem hapert es noch. Immerhin sind bereits einige Testmissionen zur Asteroidenforschung und -abwehr geplant oder sogar schon unterwegs.

scinexx

Nach Schätzungen der NASA gibt es Millionen von erdnahen Asteroiden, die potenziell irgendwann die Erde treffen könnten. Um rechtzeitig gewarnt zu sein, werden rund 15.000 dieser Brocken bereits kontinuierlich überwacht – allerdings sind dies fast nur größere Asteroiden von mehreren hundert Metern bis zu rund einem Kilometer Durchmesser. Kleinere Objekte dagegen sind bisher noch kaum erfasst, obwohl auch sie verheerende Schäden anrichten können.

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Bundestag beschließt „Ehe für alle“

Bild: bb
Der Bundestag hat für die Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare gestimmt. Damit wird die gleichgeschlechtliche Ehe in Deutschland zulässig.

evangelisch.de

Nach 38-minütiger Debatte haben die Abgeordneten namentlich über die „Ehe für alle“ abgestimmt. Bei 623 abgegebenen Stimmen sprach sich eine Mehrheit von 393 Abgeordneten für eine völlige rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat gegen die Ehe für alle gestimmt. Das sagte sie am Freitag nach der Abstimmung im Bundestag.

Bisher konnten gleichgeschlechtliche Paare nur eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen, die der Ehe weitgehend gleichgestellt ist. Sie durften gemeinsam aber keine Kinder adoptieren.

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„Die Diskussion über Atomwaffen ist von Legenden und Mythen bestimmt“

The „Baker“ explosion, part of Operation Crossroads, a nuclear weapon test by the United States military at Bikini Atoll, Micronesia, on 25 July 1946. United States Department of Defense/PD
Interview mit Dieter Deiseroth zur nuklearen Bedrohung und einer U.N.-Konferenz, die derzeit einen Atomwaffenverbotsvertrag ausarbeitet

Von Markus Klöckner | TELEPOLIS

Bei den Vereinten Nationen in New York findet derzeit eine Konferenz statt, die sich zum Ziel gesetzt hat einen Atomwaffenverbotsvertrag zu erarbeiten. 134 Staaten nehmen an der Konferenz teil, aber nur ein Mitgliedsland der NATO befindet sich darunter: die Niederlande.

Im Interview mit Telepolis erklärt Dieter Deiseroth, Richter a.D. am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig und Mitglied von IALANA Deutschland, was es mit dieser Initiative auf sich hat und verweist auf die gefährlichen Irrtümer und Gefahren, die die Diskussion zum Thema Abschaffung von Atomwaffen im öffentlichen Diskurs bestimmen. Deiseroth sagt: Das Prinzip der Abschreckungslogik greife nicht. In den vergangenen 70 Jahren sei die Welt mindestens 20 Mal nur durch Zufall und glückliche Fügungen einer nuklearen Katastrophe entkommen.

Derzeit findet bei den U.N. eine internationale Konferenz statt, bei der es um nichts Geringeres geht als darum, einen Atomwaffen-Verbotsvertrag zu erstellen. Das Ziel ist es, alle Atomwaffen abzuschaffen. An dieser Konferenz nehmen 134 Staaten teil. Wie schätzen Sie diese Initiative ein? Welche Bedeutung hat sie?
Dieter Deiseroth: Diese Konferenz über einen Atomwaffen-Verbotsvertrag ist die überfällige Reaktion der großen Mehrheit der Nicht-Atomwaffenstaaten auf einen skandalösen und zudem höchst gefährlichen völkerrechtlichen Vertragsbruch, der bis heute andauert. Das, was zur Zeit in New York stattfindet, ist seit dem 1970 erfolgten Inkrafttreten des Nichtverbreitungsvertrags (NPT), auch Atomwaffensperrvertrag genannt, die wichtigste Staateninitiative zur nuklearen Abrüstung. Es geht dabei letztlich um das Überleben der Menschheit und dieses Planeten.
Können Sie das näher erläutern?
Dieter Deiseroth: 1968 wurde der Nichtverbreitungsvertrag abgeschlossen. Man fürchtete damals zu Recht, dass es ohne diesen Vertrag aufgrund der expandierenden Entwicklung der Atomwirtschaft und der mit dem Besitz von Nuklearwaffen verbundenen politischen Aussichten auf erheblichen Machtgewinn bald weltweit mehr als 30 Atomwaffen-Staaten geben würde, darunter unter anderem die früheren Achsenmächte Deutschland, Japan und Italien sowie eine Reihe von damals diktatorischen Regimen wie Brasilien, Argentinien und Südafrika.
Um dies zu verhindern, sind die damals bestehenden fünf Atomwaffenstaaten USA, Sowjetunion/Russland, Frankreich, China und das Vereinigte Königreich, die zugleich ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrates waren und sind, eine zentrale bindende völkerrechtliche Verpflichtung eingegangen.
Sie haben im NPT rechtsverbindlich zugesagt, „in redlicher Absicht Verhandlungen zu führen über wirksame Maßnahmen zur Beendigung des nuklearen Wettrüstens in naher Zukunft und zur nuklearen Abrüstung sowie über einen Vertrag zur allgemeinen und vollständigen Abrüstung unter strenger und wirksamer internationaler Kontrolle“ (Art. VI NPT). Sie erklärten sich damit also 1968/70 für die „nahe Zukunft“ zur Aufnahme von redlichen Verhandlungen und deren Abschluss über die Abschaffung ihrer eigenen Atomwaffen, also für eine „atomare Nulllösung“ bereit. Der Internationale Gerichtshof hat dazu in seinem von der UN-Generalverstammlung 1996 erstellten Rechtsgutachten ausgeführt: „Es besteht die völkerrechtliche Verpflichtung, Verhandlungen in redlicher Absicht aufzunehmen und zu einem Abschluss zu bringen, die zu atomarer Abrüstung in allen ihren Aspekten unter strikter und effektiver internationaler Kontrolle führen.“

Papst Franz sollte konsequenter sein

Die Ermittlungen gegen den australischen Kardinal Pell werfen ein Licht auf den Umgang mit dem Thema Kindesmissbrauch. Nulltoleranz wird öffentlich propagiert, die Umsetzung hinkt aber hinterher.

Von Stefan Reis Schweizer | Neue Zürcher Zeitung

Der Vatikan wird das Thema Kindesmissbrauch nicht los. Noch immer herrscht grosse Intransparenz, gibt es viele Ungereimtheiten und Widersprüche, die nicht zur Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche beitragen. Wie in einem Brennglas zeigt sich das bei der vatikanischen Kinderschutzkommission, die Papst Franziskus vor über drei Jahren ins Leben gerufen hat. Die Irin Marie Collins zog sich dort vor wenigen Monaten zurück. Aus «Frustration» über die mangelnde Zusammenarbeit mit der Römer Kurie lege Collins das Amt nieder, teilte die Kommission ungewöhnlich offen mit.

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Dodo Hahne: „Mitarbeiten ist die einzig legitime Kritik“

Der ZDF-Moderator und Theologe Peter Hahne hat die Feiern zum 500. Reformationsjubiläum in der evangelischen Kirche kritisiert.

evangelisch.de

„Mir ist da zu viel Politik und Allotria. Vor allem: viel zu defensiv, akademisch und voller Selbstmitleid über das, was Luther angeblich alles falsch gemacht hat“, sagte Hahne der in Weimar erscheinenden Mitteldeutschen Kirchenzeitung „Glaube+Heimat“. Er verdanke Luther hingegen das Wichtigste: die Bibel und den Blick aufs Kreuz, sagte der Journalist.

Er kritisiere die Kirche, weil er sie noch nicht aufgeben wolle, sagte Hahne, der 18 Jahre lang dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angehörte. „Mitarbeiten ist die einzig legitime Kritik“, fügte er hinzu. Er leiste bis heute in Kirchengemeinden seinen Beitrag mit Klartext aus der Bibel, wie Luther es lehrte. „Ich will weder ein Wohlfühl- und Wellness-Evangelium à la Kirchentag noch diese alles infrage stellende Theologie der leeren Kirchenbänke!“, sagte er der Kirchenzeitung.

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„Er hat mich als Ungläubigen beschimpft“

Mit 15 Jahren nach Deutschland gekommen: Der Iraker Amed Sherwan sieht sich als Atheist Quelle: Privat
In einer Flensburger Hilfsorganisation soll ein Muslim einem Atheisten mit Mord gedroht haben. Der Atheist bekam Hausverbot, der Beschuldigte arbeitet jetzt dort. Doch der Fall ist alles andere als eindeutig.

Von Ann-Kathrin Jeske | DIE WELT

Amed Sherwan glaubt nicht an Gott. Im Irak soll er dafür gefoltert worden sein, als er noch ein Teenager war. Mit 15 Jahren floh der Ex-Muslim deshalb nach Deutschland. Doch auch hier fühle er sich nicht mehr sicher: In einem Verein, in dem er ein Praktikum machte, wurde der inzwischen 18-Jährige laut eigener Aussage von einem anderen Flüchtling bedroht – weil er ein Atheist ist.

Der Vorfall ereignete sich laut Sherwan bereits im April in der Flüchtlingshilfe Flensburg, einem gemeinnützigen Verein, der für sich damit wirbt, dass er für „Offenheit, Toleranz und Vielfalt“ stehe und „gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ kämpfe. Laut Sherwans Schilderungen griff der 34-Jährige ihn an, nachdem der junge Iraker einen Artikel in dem Magazin für Migranten, „Moin Flensburg“, veröffentlicht hatte. In dem Text hatte Amed Sherwan erklärt, warum er nicht an Gott glaubt.

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Schädelkult im Steinzeit-Heiligtum

Dieser „Gabenbringer“ auf einem Steinpfeiler von Göbekli Tepe trägt einen abgetrennten Kopf – ein Indiz für einen steinzeitlichen Schädelkult? © Deutsches Archäologisches Institut (DAI)
Rituelle Verstümmelung: Im Steinzeit-Heiligtum von Göbekli Tepe könnten Menschen schon vor 10.000 Jahren einem Schädelkult gehuldigt haben. Archäologen haben dort zahlreiche abgetrennte Menschenschädel, sowie mit Löchern und Gravuren verzierte Schädelfragmente entdeckt. Dies spricht dafür, dass die Steinzeitmenschen den Schädeln eine rituelle Bedeutung zusprachen – möglicherweise im Rahmen eines Ahnenkults, wie die Forscher im Fachmagazin „Science Advances“ berichten.

scinexx

Die Steinkreise von Göbekli Tepe in Anatolien sind das älteste bekannte Monument der Menschheit. Schon vor 10.000 bis 12.000 Jahren richteten hier steinzeitliche Jäger und Sammler tonnenschwere Steine zu 20 Steinkreisen auf – eine erstaunliche Leistung. Viele dieser Pfeiler sind zudem zurechtgehauen und mit Tierreliefs und Figuren verziert.

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Bagdad erklärt IS-„Kalifat“ im Irak für besiegt

Bild: Die Presse.com
Eliteeinheiten der irakischen Armee meldeten am Donnerstag die Rückeroberung der zerstörten Großen Moschee von Mossul – ein wichtiger symbolischer Sieg gegen die Extremisten.

Die Presse.com

Drei Jahre nach Ausrufung des IS-Kalifats haben irakische Eliteeinheiten die weitgehend zerstörte Große Moschee von Mossul eingenommen, das bisherige Symbol für die Macht der Terrormiliz Islamischer Staat. Die Einnahme gilt daher als wichtiger Sieg für das Militär.

„Ihr fiktiver Staat ist gefallen“, erklärte daraufhin ein Sprecher des irakischen Militärs, Yahya Rasool, im Staatsfernsehen. Seit mehr als acht Monaten läuft eine Offensive zur Rückeroberung Mossuls. Inzwischen ist nur noch ein Gebiet von einem Quadrat(k)meter in der Hand der Extremisten, weniger als ein Prozent des gesamten Stadtgebiets.

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Neue liberale Moschee kritisiert ägyptische Fatwa

Bild: HP Dar Al-Ifta, Screenshot: bb

Nur Allah könne Gebete annehmen oder ablehen; keine Institution oder Person könne für den Allmächtigen sprechen – mit dieser Aussage verteidigte sich die liberale Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin, in der Männer und Frauen gemeinsam beten, gegen die ägyptische Fatwa.

evangelisch.de

Die neue liberale Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin, in der Männer und Frauen gemeinsam beten, hat die ägyptische Fatwa gegen das Gotteshaus kritisiert. Auch zur Zeit des islamischen Propheten Mohammed hätten Frauen und Männer gemeinsam gebetet, erklärte die gemeinnützige Moschee-Gesellschaft am Donnerstag in Berlin. Gemischte Gebete entsprächen den islamischen Traditionen.

Die ägyptische Fatwa-Behörde hatte den Angaben zufolge kürzlich erklärt, gemischte Gebete, die von einer Frau ohne Kopfbedeckung und einem Mann geleitet werden, verstießen gegen die Regeln des Islam.

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Feast Your Eyes on These Artistic Visions of Earth’s Prehistoric Past

Image: MOTHERBOARD
Powerful adversaries embroiled in fights to the death. Tranquil tableaus of lush landscapes lost to time. Evolving artistic conceptions about the lifeforms that preceded us on Earth.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

These are a few of the captivating snapshots collected in Paleoart: Visions of the Prehistoric Past, a gorgeous visual history of artwork inspired by Earth’s extinct life written by Zoë Lescaze with a preface by Walton Ford, due out from TASCHEN on July 3.

Image: Courtesy of TASCHEN

Beginning with the 1830 watercolor „Duria Antiquior“ by Henry De la Beche, which is considered to be the first visual depiction of ancient life based on fossil evidence, Lescaze offers a whirlwind tour of paleontology-inspired paintings, mosaics, lithographs, sculptures, advertisements, and other creative renderings of bygone species from the past 200-odd years.

Her mission is to pull this enormous and diverse body of work from the shadows of academic interest and into the mainstream. „How does paleoart, with its flamboyant history spanning centuries and continents, remain an overlooked genre?“ Lescaze asks in the book.

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