Netanjahu verprellt Reformjuden


Der Vorstoß, einen Abschnitt der Klagemauer für Juden aller Glaubensrichtungen – Frauen wie Männer – zu öffnen, wurde von Netanjahu auf Eis gelegt. Foto: epa
Israels Premier Benjamin Netanjahu drückt Gesetze im Sinne orthodoxer Gläubiger durch. Mit gleich zwei Entscheidungen verprellt er Reformjuden.

Von Inge Günther | Frankfurter Rundschau

Es hat schon größere Demonstrationen vor der Jerusalemer Premierresidenz gegeben als die tausend Leute, die am Samstagabend dort Protestschilder hochrecken. „Bibi, teile nicht das jüdische Volk“ steht darauf. Ihre Vorwürfe kann Israels Regierungschef, Spitzname „Bibi“, schwerlich ignorieren. Schließlich präsentiert er sich gerne als „Premier aller Juden“. Aber diese Rolle nehmen ihm Millionen Menschen in Israel und noch mehr in der Diaspora nicht mehr ab, seitdem Benjamin Netanjahu mit gleich zwei Entscheidungen die Reformjuden verprellte.

So ausgeprägt sein Machtinstinkt ist, an Gespür hat es ihm diesmal gemangelt. Um die Gunst seiner ultraorthodoxen Koalitionspartner zu erhalten, ließ Netanjahu vor einer Woche einen alten Kabinettsschluss im Sinne eines pluralistischen Judentums auf Eis legen. Dabei hatte er das Vorhaben, an der Fortsetzung der Klagemauer in Jerusalem einen eigenen Abschnitt für Juden aller Glaubensrichtungen zu schaffen, ursprünglich hochgelobt.

weiterlesen

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s