Gotteswahn: 21 Glockenschläge zum G20-Gipfel

Beim G20-Gipfel in Hamburg wird nicht nur diskutiert, gestritten und demonstriert, sondern auch viel gebetet. Besonders lang ist das Gebet im Ökumenischen Forum Hafen-City: Am Freitag (7. Juli), dem ersten Gipfeltag, beginnt um 18 Uhr ein 24-Stunden-Gebet mit Liedern, Meditationen, Lesungen und Zeiten der Stille.

Von Thomas Morell | evangelisch.de

Mehr als ein Dutzend Gemeinden feiern am Freitag (18 Uhr) Friedensandachten. Eingeladen wird mit 21 Glockenschlägen: 20 für die Gipfelteilnehmer und einer für alle anderen Staaten, die nicht eingeladen sind.

Eine Open-Air-Andacht ist am Verlagsgebäude von Gruner+Jahr in Sichtweite der Elbphilharmonie geplant. Bevor das G20-Konzert dort beginnt, blasen Posaunen für den Frieden. Es sprechen der Theologe Eugen Drewermann und der Philosoph Hartmut Rosa.

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Italien legt Verhaltenskodex für Flüchtlingsretter vor

Italien hat einen Verhaltenskodex für Nichtregierungsorganisationen (NGOs) vorgelegt, die im südlichen Mittelmeer Flüchtlinge retten. Die Beachtung der neuen Regeln sei künftig Voraussetzung für die Erlaubnis zum Einlaufen der Rettungsschiffe in italienische Häfen, berichtet die Tageszeitung „Die Welt“.

evangelisch.de

Der 11-Punkte-Katalog, der der Zeitung vorliegt, soll den EU-Innenministern an diesem Donnerstag bei ihrem Treffen im estnischen Tallinn vorgelegt werden. Italien hatte damit gedroht, seine Häfen für Rettungsschiffe von NGOs ganz zu schließen. Nach dem Verhaltenskodex dürften Rettungsinitiativen künftig nur in absoluten Notfällen in libysche Gewässer fahren. Kontakte über Telefonate oder Lichtsignale mit den Schleusern, die das Einschifften von Flüchtlingsbooten an der libyschen Küste motivierten, seien demnach verboten.

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Atheismus in Saudi-Arabien: Angst vor Ketzern und Dämonen

Atheisten werden in Saudi-Arabien bis heute gesellschaftlich geächtet und unterdrückt, bisweilen sogar als Terroristen diskreditiert und hingerichtet. Die Bemühungen, das Verhältnis zwischen ihnen und den gläubigen Muslimen im Königreich zu normalisieren, waren bislang vergebens.

Von Hakim Khatib | Qantara.de

Obwohl die Religionsführer in Saudi-Arabien immer wieder vor der „Gefahr des Atheismus“ oder dem „Zweifel an Gott“ warnen, wenden sich viele Bürger des Königreichs vom Islam ab. Diese Abkehr von der Religion könnte unter anderem an den strengen saudischen Gesetzen im Namen des Islam oder am leichten Zugang zu Informationen im Zeitalter der Massenkommunikation liegen. Leider müssen diejenigen, die diesen Weg tatsächlich beschreiten, mit drakonischen Strafen rechnen oder ein Doppelleben führen.

Vor Kurzem erst wurde im saudischen Königreich erneut ein Atheist zum Tode verurteilt, weil er ein Video veröffentlicht hatte, in dem er dem Islam entsagte. Sein Name ist der junge Ahmad al-Shamri aus Hafar al-Batin, einer Kleinstadt im Osten des Landes. In seiner Videobotschaft schwörte Al-Shamri dem Islam ab und äußerte sich abschätzig über den Propheten Mohammed. Nachdem er 2014 in den sozialen Medien einige Videos hochgeladen hatte, um seine Ansichten zu teilen, wurde er wegen „Atheismus und Blasphemie“ angeklagt.

Da die Abkehr vom Islam in Saudi-Arabien mit der Todesstrafe geahndet wird, wurde Al-Shamri am 25. April 2017 vom Obersten Gerichtshof des Landes tatsächlich zum Tode verurteilt. Auch wenn sich solche Gerichtsverhandlungen über Monate hinziehen können, steht im Fall von Blasphemie, Atheismus oder Homosexualität das Urteil häufig schon vorher fest.

Richter und Henker

2014 hatte die Regierung in Riad einige Gesetze verabschiedet, die es unter Strafe stellen, „atheistisches Gedankengut“ zu verbreiten oder die „Grundlagen der islamischen Religion“ in Frage zu stellen. Laut Informationen von Amnesty International fanden in Saudi-Arabien bisher mindestens 154 Hinrichtungen statt, bei denen die „Todesstrafe aufgrund von Prozessen vollstreckt wurde, die nicht den internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren entsprechen“. Hierzu einige Beispiele:

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Fall Amri: Manipulationen durch die Polizei ziehen immer weitere Kreise

Bild: heise.de/tp
Hätte der Anschlag in Berlin verhindert werden können? Am Donnerstag Einsetzung des Untersuchungsausschusses

Von Thomas Moser | TELEPOLIS

Die Manipulationen in den Ermittlungsakten der Polizei zum Attentäter Anis Amri sind noch weitreichender und schwerwiegender als zuletzt bekannt. Das hat der vom Berliner Senat eingesetzte Sonderbeauftragte herausgefunden. Danach wurden Erkenntnisse über bandenmäßigen Drogenhandel Amris erst geheim gehalten und später verharmlost. Was sollte vertuscht werden? Eigene „Schlampereien“ – oder, dass man den Tunesier gewähren ließ, obwohl man ihn hätte festnehmen müssen? Hätte der Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin am 19. Dezember 2016 mit zwölf Toten demnach verhindert werden können?

Das ganze Ausmaß der Manipulationen ist noch nicht aufgedeckt. Nach Abschluss seiner Untersuchung sei ihm ein weiteres verändertes Schriftstück bekannt geworden, so Sonderermittler Bruno Jost bei der Vorstellung seines Berichtes am Montag vor dem Innenausschuss des Berliner Parlaments.

Außerdem fand er Hinweise auf mindestens einen weiteren Beteiligten innerhalb der Polizei. Auf Aktenmanipulationen war kürzlich auch das TV-Magazin Kontraste des RBB gestoßen. Danach hat das Landeskriminalamt eine Observation Amris vorgetäuscht, die nicht stattfand.

Für die Bundesanwaltschaft (BAW) spielen all diese Widersprüche keine Rolle. Wie Thomas Beck, Leiter der Abteilung Terrorismus in Karlsruhe, den Abgeordneten schilderte, war Amri ein islamistischer Einzeltäter, der sich mit dem IS (Islamischer Staat) verbunden fühlte. Allerdings kann auch die oberste Ermittlungsbehörde eine Reihe von Fragen bisher nicht beantworten. Die, welchen Umgang die Sicherheitsbehörden mit Amri zu seinen Lebzeiten wie nach seinem Tode pflegten, stellt sie sich nicht. Ihr Bericht passt nicht so richtig zu dem des Sonderermittlers.

Bekannt geworden waren die Vertuschungen in den Reihen der Polizei Mitte Mai. Der Innensenator persönlich ging damit an die Öffentlichkeit. Gleichzeitig erstattete er Strafanzeige gegen mehrere Polizeibeamte wegen Strafvereitelung.

In der Folge kam es Hausdurchsuchungen bei mindestens fünf Beamten des Landeskriminalamtes (LKA). Darüber hinaus wurde beim Polizeipräsidium eine sogenannte Task Force eingerichtet, die den Ungereimtheiten innerhalb der Polizei nachgehen soll. Deren Ergebnisse stehen noch aus.

Innensenator Andreas Geisel (SPD) wurde von Berufsverbänden der Polizei, Politikern und Medien für sein Vorgehen angegriffen. Der Bericht des Sonderermittlers Jost gibt ihm jetzt Recht. Der Verdacht auf die Aktenmanipulationen wird nicht nur bestätigt, sondern erweist sich als noch schwerwiegender: Die Fälschungen wurden von einem Kreis von Beamten systematisch und planvoll betrieben. Immer noch ist nicht alles klar, die Untersuchungen halten an.

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Pflaster zeigt Wundheilung an

Im UV-Licht zeigt das Sensor-Pflaster an, ob die Wundheilung normal verläuft. © Empa
„Sprechendes“ Pflaster: Künftig muss ein Pflaster nicht erst entfernt werden, um den Status der Wundheilung zu überprüfen. Stattdessen zeigen fluoreszierende Farbsignale an, ob die Wunde normal heilt oder ob sich eine Infektion oder Wundheilungsstörung anbahnt. Möglich wird dies durch integrierte Sensoren im Trägermaterial des Pflasters. Vor allem die Pflege chronischer Wunden könnte verbessert werden.

scinexx

Wunden heilen am besten, wenn man sie dabei nicht stört. Doch gerade bei größeren oder chronischen Wunden muss regelmäßig kontrolliert werden, ob sich nicht eine Infektion anbahnt. Dafür ist bisher ein Verbandswechsel unumgänglich. Dieser jedoch reizt den Wundbereich und erhöht zudem das Risiko, dass Erreger von außen auf die Wunde gelangen.

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Christen und Muslime für neue Staatsdoktrin im arabischen Raum

Die Errichtung von arabischen „Staaten ziviler Natur“, mit gleichen Rechten und Pflichten für alle Bürgerinnen und Bürger – was de facto einer totalen Neupositionierung des arabischen Raums in der Frage nach dem staatlichen Selbstverständnis gleichkommt -, haben hochkarätige christliche und muslimische Religionsführer am Wochenende bei einer Tagung an der katholischen Université Notre-Dame-de Louaizé in Zouk Mosbeh bei Beirut gefordert. Das berichtet die Stiftung „Pro Oriente“ am Dienstag. Eingeladen hatte der maronitische Patriarch Kardinal Bechara Boutros Rai.

kathpress

Ausgangspunkt des Kolloquiums war die „Erklärung von Al Azhar“ (Kairo) vom 1. März über Bürgerschaft und Zusammenleben. In der „Erklärung von Louaizé“ von 2. Juli wird das Votum von Al Azhar für einen „nationalen Verfassungsstaat“ auf der Grundlage der rechtlichen Gleichstellung aller Bürger, für die Hochschätzung der kulturellen und religiösen Pluralität und für die Verwendung des Begriffs „Bürgerschaft“ anstelle von „Mehrheit“ und „Minderheit“ ausdrücklich gewürdigt. Der „nationale Verfassungsstaat“ wird in der „Erklärung von Louaizé“ durch den „Staat ziviler Natur“ ersetzt, um die Trennung zwischen Staat und Religion, die rechtliche Gleichstellung aller Bürgerinnen und Bürger unabhängig vom Religionsbekenntnis, noch deutlicher herauszuarbeiten.

Sowohl die „Erklärung von Al Azhar“ als auch die „Erklärung von Louaizé“ bedeuten den endgültigen Abschied vom Konzept des „islamischen Staates“ – in extremistischer Form wie im „IS“, aber auch in gemäßigter Form. Auch Scheich Abbas Choumane, der Stellvertreter des Al-Azhar-Großimams Ahmad al-Tayyeb, verwendete bei seinem Beitrag zum Auftakte des Kolloquiums in Zouk Mosbeh/Louaizé den Begriff „Staat ziviler Natur“.

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Teilchenbeschleuniger FAIR: Spatenstich für Universums-Labor

Die Baustelle für den neuen FAIR-Beschleuniger liegt direkt neben der bisherigen Anlage des GSI.
Bei der GSI in Darmstadt hat der Bau eines riesigen Ringbeschleunigers begonnen. Mit ihm wollen Forscher herausfinden, wie sich die Materie nach dem Urknall vor 13,8 Milliarden Jahren entwickelt hat.

Von Fabian Schmidt | DW

FAIR ist ein Gemeinschafts-Mega-Projekt. Mit dabei sind unter anderen Indien, Finnland, Frankreich, Polen, Rumänien, Russland Slowenien, Schweden, Großbritannien und Deutschland. Heute erfolgte der erste Spatenstich – wobei das nicht ganz stimmt, denn die Bagger auf der riesigen Baustelle rollen bereits seit Jahren. Am Helmholtz Zentrum für Schwerionenforschung (GSI) bereiten sie das Gelände für den Bau eines neuen unterirdischen Beschleunigerrings vor.

2025 soll die Facility for Antiproton and Ion Research (FAIR) in Betrieb gehen – eine Anlage für die Forschung mit Antiprotonen und Ionen. FAIR wird nicht eigenständig arbeiten sondern vielmehr eine massive Erweiterung des bestehenden GSI Teilchenbeschleunigers sein. Er wurde in den letzten Jahrzehnten hauptsächich für kernphysikalische und plasmaphysikalische Forschung,  Materialforschung   und  medizinische Forschung genutzt.

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Islamistische Moralwächter terrorisieren Berliner

Die Polizei ermittelt wegen „Störung des Rechtsfriedens“. Details will sie nicht nennen.FOTO: PICTURE ALLIANCE / DPA
Tschetschenische Islamisten sollen in Berlin Landsleute und deren Kontakte wegen „moralischer Verfehlungen“ angegriffen und schwer verletzt haben.

Von Hannes Heine, Dimitri Vachedin | DER TAGESSPIEGEL

Eine Gruppe von islamistischen Schlägern soll in Berlin lebende Tschetschenen, insbesondere Frauen und deren Kontakte wegen vermeintlichen Verstößen gegen ihre archaischen Moralvorstellungen bedroht und angegriffen haben. Einige Opfer sollen schwer verletzt worden sein. Nun ermittelt nach Informationen des Tagesspiegels der Staatsschutz des Landeskriminalamtes gegen Unbekannt wegen „Störung des Rechtsfriedens durch Androhung von Straftaten“.

Auslöser ist ein Video, das dem Tagesspiegel vorliegt und seit Mai in der tschetschenischen Community kursiert. Es zeigt das Foto eines Mannes mit Sturmhaube, der mit einer Pistole in die Kamera zielt. Auf tschetschenisch sagt eine Stimme: „As-salamu alaykum, muslimische Brüder und Schwestern, ihr wisst es, ich weiß es, jeder weiß es.“ In Europa täten einige „tschetschenische Frauen – und Männer, die wie Frauen aussehen – unaussprechbare Dinge“.

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Wie hat sich der Islamische Staat auf das Ende des „Kalifats“ vorbereitet?

NIcht nur in Raqqa oder Mosul wird gekämpft, auch in anderen Teilen des Irak oder von Syrien wie hier in al-Tanf sind noch IS-Kämpfer am Werk.
Die Gruppe dürfte nicht wirklich geglaubt haben, ein Territorium mit Großstädten lange kontrollieren zu können. Mosul und Raqqa werden demnächst eingenommen sein

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Während in Raqqa die kurdischen SDF bereits erste Stadtviertel eingenommen haben, ist das Ende des Islamischen Staates in Mosul nach fast neunmonatigen Kämpfen besiegelt. Siegessicher hatte der irakische Regierungschef al-Abadi bereits vor einigen Tagen das „Ende des Fake-IS-Kalifats“ verkündet.

Erwartet wird, dass Mosul, wenn auch teilweise zu einer Ruinenlandschaft geworden, in wenigen Tagen vom IS befreit sein wird. Nach Berichten sollen sich vielleicht noch 200-300 Kämpfer, vermutlich aus dem Ausland, in einigen Bezirken der Altstadt aufhalten. Tausende sollen bei den Kämpfen getötet worden sein, Hunderte haben sich in Selbstmordmissionen in die Luft gesprengt. Auch die letzten Verbliebenen werden vermutlich bis zuletzt kämpfen und sich nicht ergeben.

Berichte, dass die irakischen Streitkräfte, zu denen auch offiziell die schiitischen Milizen gehören, aus Mosul flüchtende Männer, auch männliche Jugendliche, aussondern, schlagen, foltern, verschwinden lassen oder exekutieren, nehmen zu. Der Verdacht besteht, dass diejenigen, die bis zuletzt in Mosul waren, zumindest mit dem IS sympathisiert haben, oder dass IS-Kämpfer versuchen, sich unter die Flüchtlinge zu mischen, um zu entkommen. Zuletzt berichtete die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch darüber.

Bekannt ist nicht, dass die irakische Justiz den Vorwürfen nachgeht. Misshandlungen, Folter, Exekutionen und andere Repressionen werden so dafür sorgen, dass der IS im Untergrund oder andere sunnitische bewaffnete Gruppen gedeihen können. Aber abgesehen davon, ist die große Frage, was die IS-Führungsebene für die Zeit nach dem Fall von Raqqa und Mosul und der territorialen Auflösung des „Kalifats“ geplant hat. Es muss allen klar gewesen sein, dass sich der IS als territoriale Macht, der Städte und Regionen beherrscht, nicht auf Dauer halten können wird. Man muss also davon ausgehen, dass der IS trotz aller Propaganda sich nicht nur in Raqqa oder Mosul auf die Offensiven vorbereitet, sondern auch auf die militärische Niederlage vorbereitet hat.

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Gottesanbeterinnen als Vogelfänger entlarvt

Erfolgreiche Jagd: Eine Gottesanbeterin (Tenodera sinensis) mit einem Rubinkehlkolibri (Archilochus colubris) als Beute. © Randy Anderson, „What’s That Bug?“
Ertappt: Gottesanbeterinnen fressen nicht nur Insekten und Spinnen, sie schrecken selbst vor Angriffen auf Vögel nicht zurück. 147 solcher Fälle in aller Welt haben Biologen nun aufgedeckt. In den USA lauern die Fangschrecken sogar gezielt an Kolibri-Tränken und töten dann die gefiederten Nektarsucher. Doch auch in Europa und auf den anderen Kontinenten gehören Vögel offenbar weitaus häufiger zum Speiseplan der Raubinsekten als bisher angenommen.

scinexx

Gottesanbeterinnen sind furchteinflößende Lauerjäger – und scheuen auch vor Kannibalismus nicht zurück. Erspähen diese Fangschrecken eine Beute, schnellen ihre dornenbewehrten Fangbeine blitzschnell vor und packen die Beute. Für die Männchen der Gottesanbeterinnen kann allerdings auch eine Paarung unfreiwillig früh und fatal enden: Bei einigen Arten beißt das Weibchen ihrem Partner nach dem Sex den Kopf ab und verspeist ihn.

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Feminismus: Das Kopftuch-Dilemma

Themenbild
Seit beinahe zwei Jahrzehnten beschäftigt das Kopftuch Politik und Öffentlichkeit. Ausgerechnet Frauenverbände meiden das Thema seit Jahren. Dafür gibt es Gründe.

Von Andrea Dernbach | DER TAGESSPIEGEL

Das Kopftuch beschäftigt Deutschland seit bald zwei Jahrzehnten. Spätestens seit die baden-württembergische Lehramtsreferendarin Fereshta Ludin klagte,weil sie mit bedecktem Kopf nicht in den Schuldienst übernommen werden sollte – das Bundesverfassungsgericht urteilte dazu 2003 –, reden sich unbedeckte wie bedeckte Köpfe praktisch pausenlos heiß über das Thema. Das Kopftuch war Gegenstand von acht Landesgesetzen, mehreren höchstrichterlichen Entscheidungen und einigen Arbeitsgerichtsprozessen.

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Neandertaler und Mensch hatten schon sehr früh Sex

Fundstätte. 1937 wurde bei Ausgrabungen in der Hohlenstein-Stadel-Höhle auf der Schwäbischen Alb der Oberschenkelknochen eines…FOTO: PHOTO MUSEUM ULM
Frühe Zuwanderung: Deutsche Forscher finden im Erbgut eines Neandertaler-Knochens aus einer Höhle der Schwäbischen Alb Spuren von Menschen aus Afrika.

Von Roland Knauer | DER TAGESSPIEGEL

Es ist ein Knochen mit Geschichte. 70 Jahre nachdem er in der Hohlenstein-Stadel-Höhle auf der Schwäbischen Alb gefunden wurde, gibt der Oberschenkelknochen des Neandertalers nun ein überraschendes Geheimnis preis. Einer neuen Erbgut-Analyse zufolge hatten die Vorfahren des Neandertalers Sex mit Menschen, die Afrika schon vor 470 000 bis 220 000 Jahren verlassen hatten.

Ob das der moderne Homo sapiens oder eine bisher unbekannte „Seitenlinie“ war, ist noch ungeklärt. Nach bisheriger Lehrmeinung entstand der moderne Mensch vor 300 000 Jahren in Afrika, verließ den Kontinent vor 100 000 Jahren und erreichte vor 40 000 Jahren das von Neandertalern bewohnte Europa. Diese starben kurz danach aus.

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„Wunderheiler“ Hamer ist tot

Ryke Geerd Hamer – (c) Reuters Pool New
In Österreich war Ryke Geerd Hamer 1995 bekannt geworden, als er den Eltern der sechsjährigen krebskranken Olivia von einer schulmedizinischen Behandlung abriet.

Die Presse.com

Der ehemalige deutsche Arzt und selbst ernannte Wunderheiler Ryke Geerd Hamer ist tot. Das berichtete am Dienstagabend die Online-Ausgabe der Tageszeitung „Der Standard“. In Österreich war Hamer 1995 durch den „Fall Olivia“ bekannt geworden.

Hamer riet damals den Eltern der sechsjährigen krebskranken Niederösterreicherin Olivia Pilhar von einer schulmedizinischen Behandlung ihrer Tochter ab. Sie flüchteten mit dem Kind nach Spanien, um die Chemotherapie zu verhindern. Nach der Rückkehr nach Österreich wurde das Mädchen schulmedizinisch mit Operation und Chemotherapie behandelt und letztlich geheilt.

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Seehofer lässt Klage gegen ‚Ehe für alle‘ prüfen

Bayern lässt eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die „Ehe für alle“ prüfen.

kath.net

Bayern lässt eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die „Ehe für alle“ prüfen. Dies erklärte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) bei der gemeinsamen Vorstandssitzung von CDU und CSU am Montag in Berlin, wie die in Düsseldorf erscheinende „Rheinische Post“ aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Man wolle Rechtsgutachten einholen, erklärte Seehofer demnach. Ob es vor der Bundestagswahl noch eine Entscheidung gibt, ist offen. Eine Prüfung könne „einige Monate“ dauern, betonte Seehofer Teilnehmern zufolge.

Blaue Wechselsterne geben Rätsel auf

Eine neuentdeckte Klasse von veränderlichen Sternen gibt den Astronomen Rätsel auf. © Makalo86/ thinkstock
Mysteriöse Himmelslichter: Astronomen haben eine ganz neue Klasse von veränderlichen Sternen entdeckt. Die sehr heißen und blau leuchtenden Objekte ändern ihre Helligkeit schneller und stärker als alle bekannten Veränderlichen. Worum es sich bei diesen sogenannten Blue Large-Amplitude Pulsators handelt, ist bislang noch rätselhaft. Auch wie sie zu diesen blauen Blinklichtern wurden, können die Forscher noch nicht erklären, wie sie im Fachmagazin „Nature Astronomy“ berichten.

scinexx

Veränderliche Sterne sind die Leuchttürme des Kosmos: Ähnlich wie die Warnlichter an der Meeresküste werden sie in einem regelmäßigen, charakteristischen Takt heller und dunkler. Der Grund für dieses Blinken ist dabei jedoch ganz unterschiedlich. In einigen Fällen handelt es sich um Doppelsterne, deren Partner sich abwechselnd verdecken. Einen solchen Fall beobachteten sogar schon die alten Ägypter. In anderen Fällen pulsiert der Stern selbst, wie bei den Cepheiden.

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This Jurassic Predator Had the Body of a Crocodile and the Teeth of a T. Rex

Concept art of Razanandrongobe sakalavae. Image: Fabio Manucci
The Mahajanga Basin produces yet another evolutionary weirdo.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

What has the teeth of a tyrannosaur, the frame of a crocodile, and a „ghost lineage“ that dates back over a million years? The extinct Jurassic predator Razanandrongobe sakalavae, a mysterious extinct species unearthed in northwestern Madagascar that has finally found its place in the evolutionary tree of life, according to new research published Tuesday in the open access journalPeerJ.

Nicknamed „Razana,“ this large carnivore was first identified in a 2006 paperauthored by paleontologists Cristiano Dal Sasso and Simone Maganuco of the Museo Civico di Storia Naturale di Milano (Natural History Museum of Milan), along with researcher Giovanni Pasini. Based on the fossils, which consisted of large serrated teeth and some jawbone fragments, the researchers concluded that this was a major predator in this Madagascan ecosystem some 166 million years ago.

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Neues Bestattungsgesetz soll Patientenschutz stärken

Mit einem neuen Bestattungsrecht will Niedersachsen künftig die Aufklärung von Todesursachen erleichtern. Die rot-grüne Landesregierung beschloss dazu am Dienstag, eine Novelle des Bestattungsgesetzes in den Landtag einzubringen.

evangelisch.de

Die Verbesserung des Patientenschutzes sei eine wichtige Zukunftsaufgabe, sagte Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD). Mit der Novelle reagierte das Kabinett auf die Mordserie des Krankenpflegers Niels H. in Oldenburg und Delmenhorst. Der Pfleger hatte zahlreichen Patienten lebensgefährliche Medikamente gespritzt, um sich anschließend als Reanimateur beweisen zu können. Der Gesetzentwurf verschärft deshalb unter anderem die Bestimmungen für die Leichenschau, um Todesursachen genauer erkennen zu können. Für die äußere Leichenschau sollen ärztliche Meldepflichten eingeführt werden.

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Türkei lässt ins Ausland geflohene Soldaten bespitzeln

Militärbündnis als Spionagebasis – der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan im Mai beim Nato-Gipfel in Brüssel. (Foto: Christian Hartmann/Reuters)
  • Türkische Offiziere erhielten im Juni den Befehl, ihre Kameraden in Deutschland auszuspionieren.
  • Der Fall zeigt, dass die Türkei nicht auf Proteste aus Deutschland reagiert.
  • Im März war bekannt geworden, dass die Türkei mehr als 300 Menschen in Deutschland ausspionieren ließ.

Von Georg Mascolo, Andreas Spinrath | Süddeutsche.de

Unmittelbar vor dem am Wochenende beginnenden G-20-Gipfel in Hamburgverschärft sich die deutsch-türkische Spionageaffäre. Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR wies der türkische Generalstab in Ankara seine im Ausland stationierten Offiziere an, geflohene türkische Soldaten gezielt auszuforschen.

Ein Befehl vom 9. Juni dieses Jahres fordert die Offiziere auf, alle Informationen über ihre ehemaligen Kollegen zu beschaffen. Unter anderem will Ankara wissen, wo diese wohnen, ob sie Asylanträge gestellt haben und ob sie in Kontakt zu westlichen Regierungen oder Medien stehen. Die Spionage-Order ging an alle türkischen Militärattachés im Ausland und an türkische Offiziere in Nato-Stützpunkten. Insgesamt sollen es mehrere Hundert Befehlsempfänger sein. Das türkische Verteidigungsministerium und die Botschaft in Berlin äußerten sich auf Anfrage nicht zu dem Thema.

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Creationist blames dreadful attendance at Ark theme park on tax-starved city not supplying ‘tourist services’

Die nachgebaute Arche Noah in Grant County, Kentucky. bild: arkencounter
The creationist behind Kentucky’s failing “Ark Encounter’ theme park is at it again.

By Noor Al-Sibai | RawStory

Ken Ham, the president and CEO of “Christian apologist ministry” Answers in Genesis, penned an op-ed that once again deflects the blame for the failure of his Noah’s Ark replica theme park. This time, Ham argued that the culprit is Williamstown which footed the $92 million bill for the park that now graces their city for not providing enough infrastructure to accommodate visitors to their new “attraction.”

“Williamstown, where the Ark is located, doesn’t have the tourist-related services that Dry Ridge [a neighboring tourist trap] has, so it needs more businesses like hotels and restaurants if it hopes to experience the growth that Dry Ridge is now enjoying,” Ham wrote.

There are a slew of problems with Ham’s reasoning. As Hemant Mehta at The Friendly Atheist points out, Williamstown has received no financial incentives to stoke growth in the area because Ham negotiated a “ridiculously low” 30-year property tax rate for the taxpayer-funded park. Ham is also garnishing his employees’ paychecks to help repay the loans taken out to complete the park.

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