Türkei lässt ins Ausland geflohene Soldaten bespitzeln


Militärbündnis als Spionagebasis – der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan im Mai beim Nato-Gipfel in Brüssel. (Foto: Christian Hartmann/Reuters)
  • Türkische Offiziere erhielten im Juni den Befehl, ihre Kameraden in Deutschland auszuspionieren.
  • Der Fall zeigt, dass die Türkei nicht auf Proteste aus Deutschland reagiert.
  • Im März war bekannt geworden, dass die Türkei mehr als 300 Menschen in Deutschland ausspionieren ließ.

Von Georg Mascolo, Andreas Spinrath | Süddeutsche.de

Unmittelbar vor dem am Wochenende beginnenden G-20-Gipfel in Hamburgverschärft sich die deutsch-türkische Spionageaffäre. Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR wies der türkische Generalstab in Ankara seine im Ausland stationierten Offiziere an, geflohene türkische Soldaten gezielt auszuforschen.

Ein Befehl vom 9. Juni dieses Jahres fordert die Offiziere auf, alle Informationen über ihre ehemaligen Kollegen zu beschaffen. Unter anderem will Ankara wissen, wo diese wohnen, ob sie Asylanträge gestellt haben und ob sie in Kontakt zu westlichen Regierungen oder Medien stehen. Die Spionage-Order ging an alle türkischen Militärattachés im Ausland und an türkische Offiziere in Nato-Stützpunkten. Insgesamt sollen es mehrere Hundert Befehlsempfänger sein. Das türkische Verteidigungsministerium und die Botschaft in Berlin äußerten sich auf Anfrage nicht zu dem Thema.

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