Der Irrgarten der arabischen Intrigen


Der Grund für die Katar-Blockade ist eine arabische Obsession: die Angst um die eigene Macht. Mit Trump haben die Golfmonarchen einen US-Präsidenten gefunden, der sich instrumentalisieren liess.

Von Christian Weisflog | Neue Zürcher Zeitung

Beim ersten Eindruck verhält es sich mit der Isolierung Katars wie mit einem überstürzten Abenteuer. Je mehr man sich damit rückblickend beschäftigt, desto unverständlicher erscheint der Entschluss. Für den Westen jedoch verbergen sich hinter der Krise ganz grundsätzliche Fragen: Gibt es so etwas wie einen moderaten politischen Islam, der mit liberalen Werten vereinbar ist? Oder handelt es sich auch bei der Muslimbruderschaft, die sich für demokratische Wahlen offen zeigt, aber das Endziel eines islamischen Kalifats verfolgt, letztlich um eine extremistische Organisation? Und welchen arabischen Regimen trauen wir zu, die Demokratie in der muslimischen Welt voranzubringen? Wenn man die Konfliktparteien in der jüngsten Auseinandersetzung am Persischen Golf betrachtet, lautet die Antwort auf die letzte Frage leider: niemandem so richtig. Während sich Saudiarabien und die Vereinigten Arabischen Emirate als verlässliche Kämpfer gegen den islamistischen Terrorismus präsentieren, rühmt sich Katar mit seinem Satellitensender al-Jazeera als Verteidiger der Meinungsfreiheit und Triebkraft des demokratischen Wandels. Beides trifft nicht ganz zu.

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