Illegales Labor an der Uni: Nicht ganz ohne Tierversuche

Ein Rhesus-Affe mit einem Implantat wird im Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen (Baden-Württemberg) von einem Tierpfleger gefüttert. An der Uni Münster werden 40 Makaken und 120 Marmosetten gehalten. Foto: dpa
An der Universität Münster wurde kürzlich ein illegales Tierlabor entdeckt – Anlass zu einem Gespräch über die Regeln für Tierexperimente. Ein Gespräch mit einem Forscher und dem Tierschutzbeauftragen der Hochschule.

Von Karin Völker | Westfälische Nachrichten

Die Entdeckung eines illegalen Tierlabors an der Universität Münster hat die Hochschule aufgeschreckt. Den Fall untersuchen jetzt eine uni-interne Kommission und die Behörden. Tierversuche in der Wissenschaft unterliegen normalerweise einem komplizierten Genehmigungsverfahren und strengen Kontrollen. Dr. Joachim Kremerskothen, Tierschutzbeauftragter der Universität, und Prof. Dr. Stefan Schlatt, Vorstandssprecher der „Zen­tralen Tierexperimentellen Einrichtung“ des Universitätsklinikums, sprachen mit unserer Redakteurin Karin Völker über Tierversuche an der Universität.

Wie viele Forschungsprojekte mit Tieren werden derzeit an der Universität durchgeführt?

Kremerskothen: Das ist nicht leicht zu beantworten. Tierversuche sind ja auch Versuche etwa mit Fliegen. Dem Tierschutzgesetz unterliegen nur Versuche mit höheren Tieren. Dazu gehören Säugetiere, Frösche, Vögel und Krebse, nicht aber Insekten. Ich begleite die Wissenschaftler an der Naturwissenschaftlichen Fakultät, vor allem in der Biologie, bei Tierversuchen. Das sind zurzeit etwa zehn laufende Projekte, die genehmigungspflichtig sind. Es sind Versuche vorwiegend mit Mäusen, Stichlingen und Meerschweinchen.

Schlatt: An der Medizinischen Fakultät werden deutlich mehr Forschungsprojekte mit Tieren durchgeführt. Wir unterhalten dafür die „Zentrale tierexperimentelle Einrichtung“. In der Medizin gibt es etwa 300 Projekte mit Tierversuchen, etwa 1000 Mitarbeiter sind dabei involviert, darunter viele Tierpfleger.

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„Terrorismus ist kein Privileg des Islam“

Pankaj Mishra. Bild. Frankfurter Rundschau
Die Demokratie ist kein Produkt der Aufklärung, der Terrorismus ist nicht der Feind der Moderne. Er ist ihr Begleiter. Fast von Anfang an. So blickt der indische Autor Pankaj Mishra auf unsere Weltlage.

Von Arno Widmann | Frankfurter Rundschau

Herr Mishra, was ist falsch an unseren Ansichten über die Weltlage?
Wir neigen dazu, in falschen Gegensätzen zu denken: Islam gegen den Westen, Liberalismus gegen Fundamentalismus, Demokratie gegen Diktatur. Das ist keine Analyse. Das ist nichts anderes als Futter für unser Selbstbewusstsein. Damit wollen wir uns klarmachen, dass wir den anderen überlegen sind. Die sind, so sagen wir uns, eben demokratieunfähig, suchen nach einem Führer und sind nicht in der Lage, das zu tun, was am besten für sie ist.

Was tun?
Wer das Durcheinander der heutigen Welt verstehen möchte, der muss sich andere Situationen ansehen, in denen es ähnlich zuging. Der Terrorismus ist kein Privileg des Islam. Er hat die europäische Geschichte des ausgehenden 19. Jahrhunderts deutlich geprägt. „Volksfeind“, „heimatloser Intellektueller“, „Landesverräter“, Begriffe, die Ausgang des 19. Jahrhunderts in Wien geprägt wurden, werden mir heute in Indien an den Kopf geworfen. Wie der fanatische Nationalismus damals alle beschimpfte, die nicht bereit waren, bei ihm mitzumachen, genau so, in derselben Sprache, werden heute überall auf der Welt diejenigen beschimpft, die auch nur im Verdacht stehen beim Hindunationalismus, beim muslimischen Rigorismus, beim Front National oder bei Trump nicht mitmachen zu wollen. Wenn wir das begreifen, entdecken wir, dass auch unsere eigene Geschichte voll jener Defekte ist, die wir so gerne fremden Religionen, fremden Völkern zuschreiben.

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Irakische Regierung verkündet Sieg in Mossul

© DPA Irakische Soldaten feiern am Sonntag einen Sieg in der einstigen IS-Hochburg Mossul.
Die IS-Hochburg Mossul ist nach Regierungsangaben geschleift. Ministerpräsident Haider al Abadi feiert einen „bedeutenden Sieg“.

Frankfurter Allgemeine

Die irakische Armee hat Mossul nach Angaben der Regierung vollständig von der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ zurückerobert. Ministerpräsident Haider al Abadi beglückwünsche die Armee zu diesem „bedeutenden Sieg“, wie Abadis Büro am Sonntag mitteilte. Auch der amerikanische Sonderbeauftragte für die Bekämpfung des IS, Brett McGurk, spricht von einem „Sieg“ in der ehemaligen IS-Hochburg.

Mossul ist die zweitgrößte Stadt im Irak. Der IS hatte die Metropole 2014 überrannt und von dort aus ein islamistisches „Kalifat“ in Teilen des Iraks und Syriens ausgerufen. Die irakischen Truppen hatten im Oktober mit der Rückeroberung von Mossul begonnen. Der Ostteil der Stadt wurde im Januar eingenommen; einen Monat später begann der Militäreinsatz im Westteil der Stadt.

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Landeskonservatorin: „Hitler-Glocke“ hängenlassen

Die Bronzeglocke mit Hakenkreuz und dem Spruch „Alles fuer’s Vaterland – Adolf Hitler dpa/Uwe Anspach
Was soll mit der sogenannten Hitler-Glocke aus der Kirche im pfälzischen Herxheim am Berg passieren?

FOCUS ONLINE

Der 240 Kilo schwere Klangkörper, der ein Hakenkreuz und einen Hitler-Spruch trägt, sorgt seit Wochen für Gesprächsstoff. Die rheinland-pfälzische Landeskonservatorin Roswitha Kaiser hat sich nun dafür ausgesprochen, die Glocke im Turm der 1000 Jahre alten Kirche hängenzulassen und sie auch weiter zu benutzen – als mahnendes Andenken an etwas, „was man lieber vergessen möchte“. Sie leitet die Direktion Landesdenkmalpflege der Generaldirektion Kulturelles Erbe. Die Glocke mit der Aufschrift „Alles fuer’s Vaterland Adolf Hitler“ und dem Hakenkreuz darunter hängt seit 1934 in der Kirche.

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Artensterben: Der leise Tod im Feld

Einer von vielen Gefährdeten: Der Ameisenbläuling findet zunehmend weniger Lebensraum vor. Foto: imago
Eine Untersuchung zeigt einen dramatischen Artenschwund. Die Landwirtschaft ist dafür der wichtigste Faktor.

Von Stefan Sauer | Frankfurter Rundschau

Sie zählen nicht zu den Beliebtesten im Tierreich. Dafür sind sie zahlreich. Mehr als 60 Prozent aller beschriebenen Tierarten sind Insekten. Nimmt man sämtliche Pflanzen und Pilze hinzu, machen Insektenarten immer noch 51 Prozent allen Lebens auf der Erde aus. Sie bestäuben Blüten, vertilgen Pflanzen und Kleinstlebewesen, lockern Böden auf, sind Nahrung für Vögel, Nager, Amphibien und Reptilien. Fragt sich nur, wie lange noch.

Die Frage drängt sich auf nach der Lektüre einer Studie mit dem Titel „Die (Un-)heimliche Artenerosion“, die der auf Agrar- und Naturschutzthemen spezialisierte Wissenschaftsjournalist Stephan Börnecke im Auftrag des Europa-Abgeordneten Martin Häusling (Grüne) verfasst hat. Er dokumentiert darin ein Insektensterben dramatischen Ausmaßes.

 

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Der IS stirbt, der Terror lebt weiter

Zivilisten fliehen vor schweren Kämpfen zwischen der irakischen Armee und dem IS in Mossul / picture alliance
Schöne Aussicht. Der nahende Untergang des IS ist ein Grund zur Freude. Doch der Terror wird weitergehen. Die internationale Staatengemeinschaft muss erkennen, dass das Problem kein regionales ist und sie selbst maßgeblich dazu beiträgt.

Von Matthias Heitmann | Cicero

Erinnern Sie sich noch an die Erschießung von Osama Bin Laden im Mai 2011 und an die Freude und die Hoffnungen, die diese Nachricht im Westen auslöste? Zusätzlichen Mut geschöpft hatten die Menschen im Westen durch die Ereignisse, die man als „arabischer Frühling“ oder „Arabellion“ bezeichnet. Eine Wende zum Positiven schien möglich. Schnell wurde jedoch klar: Mit Bin Laden hatte der islamistische Terror lediglich sein vertrautes Gesicht verloren – und die westliche Politik ihren Fokus: Schließlich war es bequem, die Ergreifung bin Ladens als oberstes Ziel des Anti-Terror-Krieges zu postulieren und sich sagen zu können, die von ihm gegründete Al Kaida sei eine klassische „Organisation“, die man dadurch schwächt, in dem man ihr den Kopf abschlägt.

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Forschen gläubige Wissenschaftler anders?

Headquarter des Konzerns.

Der neue Präsident der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften Joachim von Braun erforscht als Agrarökonom, was den Papst umtreibt: Hunger, Entwicklung, Armut. Der Protestant berichtet, wie die Akademie die Soziallehre der Kirche mitgestaltet.

Von Felix Neumann | katholisch.de

Frage: Herr Professor von Braun, wie haben Sie erfahren, dass Papst Franziskus Sie zum Präsidenten der Päpstlichen Akademie für die Wissenschaften berufen hat?

Joachim von Braun: Der Kanzler der Akademie, Bischof Marcelo Sánchez Sorondo, hat mich darüber informiert und die Urkunde des Papstes zugestellt, unterzeichnet in seinem Namen vom Kardinalstaatssekretär. Ich wurde natürlich vorher gefragt, ob ich bereit wäre, mich auf eine Liste setzen zu lassen, die dem Heiligen Vater vorgelegt wird. Dem hatte ich zugestimmt, und dann war das eine Entscheidung des Papstes.

Frage: Was erwartet der Papst von Ihnen in dieser Funktion?

von Braun: Ich bin seit fast sechs Jahren Mitglied der Akademie und habe mich in verschiedenen Stellungnahmen der Akademie engagiert, insbesondere zu Fragen der Welternährung, der Umwelt, der Marginalisierung und Ungerechtigkeit aus wissenschaftlicher Perspektive. Vielleicht ist das in der Nähe einiger wichtiger Punkte, mit der sich auch die Enzyklika „Laudato si“ befasst.

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Vatikan verbietet den glutenfreien Jesuskeks

Jesus-Keks. Themenbild

Angesichts heutzutage überall erhältlicher Produkte für das christliche Abendmahl maßregelt der Vatikan seine Bischöfe. Die sollen zukünftig ganz genau darauf achten, welche Produkte sie den Gläubigen überhaupt anbieten.

n-tv.de

In einem Rundbrief hat der Vatikan weltweit Bischöfe an die Bestimmungen für die Kommunion erinnert. Da Hostien und Wein heutzutage auch im Internet oder in Supermärkten angeboten würden, müssten Bischöfe die Qualität der notwendigen Produkte besonders überwachen, mahnt der Vatikan darin.

Der für das heilige Sakrament zuständige Geistliche Robert Sarah fordert deshalb auch Hersteller von Hostien zu „absolutem Respekt“ vor der Eucharistie auf. Die Produzenten von Hostien, deren Zutaten genetisch verändert wurden, dürfen aber aufatmen. „Die Kongregation hat entschieden, dass eucharistische Materie, die mit genetisch veränderten Organismen zubereitet wurde, als gültige Materie angesehen werden kann“, hieß es in der Erklärung.

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Türkei weist Aufruf zur Aussetzung der Beitrittsgespräche zurück

REUTERS
Für EU-Minister Ömer Celik ist die Entscheidung des Europaparlaments „null und nichtig“ und basiere auf „“haltlosen Behauptungen und Beschuldigungen“.

Die Presse.com

Die türkische Regierung hat die Aufforderung des EU-Parlaments für eine formale Aussetzung der Beitrittsgespräche mit der Türkei scharf zurückgewiesen. „Für uns ist diese Entscheidung null und nichtig“, teilte das türkische Außenministerium am Donnerstag mit. Sie basiere auf „haltlosen Behauptungen und Beschuldigungen“.

EU-Minister Ömer Celik sagte, die Abstimmung zeige das „fehlende Vertrauen“ zwischen der Türkei und der EU. Vor der Abstimmung im EU-Parlament hatte Celik betont, dass die Türkei weiter eine Vollmitgliedschaft in der EU anstrebe und sich nicht mit weniger zufrieden geben werde.

Das EU-Parlament in Straßburg stimmte parteiübergreifend für eine Aufforderung an die EU-Kommission, die Beitrittsgespräche mit der Türkei auszusetzen. Diese ist allerdings nicht rechtlich bindend.

Kinderpornos? Die schauen nicht nur Pädophile

ILLUSTRATION – Ein Screenshot einer Login-Seite der Kinderpornografie-Plattform „Elysium“ ist am 07.07.2017 am Rande einer Pressekonferenz von Bundeskriminalamt (BKA) und Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt in Wiesbaden (Hessen) auf dem Monitor eines Smartphones zu sehen. Beim Schlag gegen die europaweit größte Kinderpornografie-Plattform „Elysium“ im Darknet haben die Ermittler 14 Verdächtige festgenommen. Hauptbeschuldigter ist ein 39-Jähriger aus dem Kreis Limburg-Weilburg in Hessen, er war der mutmaßliche Administrator der international ausgerichteten Plattform. Foto: Arne Dedert/dpa +++(c) dpa – Bildfunk+++ Quelle: dpa
Etwa 87.000 Nutzernamen verzeichnete die jüngst aufgeflogenen Kinderporno-Plattform „Elysium“. Was aber treibt die Nutzer, sich am Missbrauch von Kindern zu weiden? Psychologen sehen mehrere Motive.

Von Fanny Jimenez | DIE WELT

Das internationale Kinderporno-Netzwerks „Elysium“, das Fahnder im Darknet aufgedeckt haben, dem dunklen Teil des Internets. In nur fünf Minuten hatte man die Software heruntergeladen, sich Benutzernamen und Passwort zugelegt – wenn man es wollte.

Anders als sonst auf solchen Plattformen üblich, musste man nicht selbst Material beisteuern, um zuzuschauen. Wie auf einem großen Marktplatz tauschten die rund 87.000 Nutzer Fotos und Videos von missbrauchten Kindern aus, verabredeten sich zum Missbrauch, der teils gleich wieder online gestellt wurde. Daten im zweistelligen Terabyte-Bereich stellten die Ermittler sicher.

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Bundeswehr startet Abzug aus der Türkei

Luftwaffenstützpunkt Incirlik. Bild: wikimedia.org/PD

Die Bundeswehr startet nach SPIEGEL-Informationen heute den Abzug von der türkischen Basis Incirlik nach Jordanien. Zurück bleibt ein offener Dissens mit dem Nato-Partner Türkei.

Von Matthias Gebauer | SpON

Der Abzug der Bundeswehr aus der Türkei beginnt heute um die Mittagszeit: Nach SPIEGEL-Informationen werden dann zunächst die Tankflugzeuge der Luftwaffe vom türkischen Incirlik zum Ausweichstandort Jordanien fliegen und von dort operieren.

Schritt für Schritt werden danach auch die Überwachungsjets und die entsprechende Technik zur Auswertung der hochauflösenden Bilder der „Tornados“ abgezogen. Dann ist der deutsche Einsatz für die Koalition gegen den IS von der Türkei aus Geschichte.

Kein zweites Gehirn im Bauch

Bild: Herder-Verlag

Wir wissen noch sehr wenig darüber, wie das Nervengeflecht des Verdauungssystems (das „enterische Nervensystem“) funktioniert, soviel macht dieses Buch klar. Der Psychologe Paul Enck, der klinische Neurogastroenterologe Thomas Frieling und der Humanbiologe Michale Schemann sind Experten auf dem Gebiet des „Bauchhirns“, wie sie es selbst nennen. Doch der Begriff wirkt nach der Lektüre wie eine unzulässige Verkürzung.

Von Eva Eismann | Spektrum.de

Viel schreiben die Autoren vom Fressen und Gefressenwerden; von den Bewegungen des Verdauungskanals, die Nahrung von einem Ende des Körpers zum andern befördern; von Funktionsstörungen im Gastrointestinaltrakt und dem Wirken der Bakterien in unserem Darm. Und sie tun das an vielen Stellen mit einfachen Worten, mit Zitaten aus der Popkultur und mit faszinierend unappetitlichen Episoden, unter anderem aus ihrem eigenen Forscherleben. Dass Paul, Thomas und Michael – wie sie sich selbst nennen – von ihrer Arbeit und ihrem Thema begeistert sind, ist offenkundig. Was sonst könnte Wissenschaftler dazu verleiten, sich gegenseitig mit Sensorhandschuhen am Schließmuskel zu untersuchen? Ihr Fazit des Experiments: „Am Ende eines langen Tages tat dem Forschungsteam nicht nur der Finger weh…“!

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Sag mal, wo ist das C denn hin?

Angela Merkel ermöglichte die Ehe für alle. Das freut liberale Protestanten und macht fromme Katholiken depressiv. Doch von denen scheint die CDU eh nichts mehr zu erwarten. Die Geschichte einer Trennung

Von Raoul Löbbert | ZEIT ONLINE

Nun ist es offiziell. CDU und Katholizismus sind geschieden. Ihre Beziehung ist zerrüttet, der Bund für die Ewigkeit zerbrochen. Gekriselt hat es oft. Schon Helmut Kohl machte Adenauers C-Partei mit stark katholischer Schlagseite zur modernen ökumenischen Volksvertretung und schlachtete aus Sicht der Kirchen reihenweise heilige Christenkühe. Als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz löste Kohl die Konfessionsschulen auf. In seine Kanzlerschaft fallen die Abschaffung des Buß- und Bettags, die Streichung des sogenannten Schwulen-Paragrafen 175 sowie das Ende der Strafbarkeit bei Abtreibung.

Doch auch wenn der ehemalige Kölner Kardinal Meisner regelmäßig giftete, die CDU möge ihr C an der Garderobe abgeben, war der Zwist nie von Dauer und die konservativ-katholische Welt unter Kohl scheinbar in Ordnung. Und das, weil sich Kirche und Kanzler jedes Mal wieder zusammenrauften nach der Keilerei. Weil Kohl es verstand, die heiligen Kühe unter Mittäterschaft der ganzen Partei zu meucheln, und sich aus Kalkül, aber auch persönlicher Überzeugung regelmäßig und wohldosiert zum K bekannte – und das sogar post mortem. Bei Kohls Totenmesse im Dom zu Speyer konnte die Welt sich am vergangenen Wochenende ein letztes Mal davon überzeugen: Die CDU unter Kohl liebte den Weihrauch und der Weihrauch sie. Trotz allem.

G20-Gipfel endet mit klaren Dissens

Abflug aus Hamburg: US-Präsident Donald Trump folgt Ehefrau Melania in die Air Force One. Foto: afp
Üblicherweise werden die Ergebnisse nach G20-Treffen überaus positiv nach außen verkauft. In Hamburg ist das anders. Von Meinungsverschiedenheiten ist nicht nur die Rede – sie werden auch offen benannt.

Von Damir Fras, Thorsten Knuf | Frankfurter Rundschau

Donald Trump gegen den Rest der Welt: Die Differenzen zwischen den USA und der Staatengemeinschaft in Sachen Klimaschutz bleiben unüberbrückbar.

Auch am letzten Tag des G20-Gipfels der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in Hamburg gelang es den Teilnehmern am Samstag nicht, den US-Präsidenten beim Kampf gegen die Erderwärmung wieder ins Boot zu holen. Die Amerikaner bleiben dabei, das Pariser Welt-Klimaabkommen verlassen zu wollen.

Damit endete der Hamburger Gipfel mit einem klaren Dissens. Das ist bei G20-Treffen äußerst ungewöhnlich, denn normalerweise sind die Teilnehmer darauf bedacht, in allen Punkten gemeinsame Positionen zu finden.

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Handelspakt Ceta mit Kanada gilt ab September vorläufig

(Bild: Stefan Krempl), heise online
Das umstrittene Ceta-Handelsabkommen zwischen Kanada und Europa soll am 21. September 2017 vorläufig in Kraft treten.

heise online

Das lange umstrittene europäisch-kanadische Handelsabkommen Ceta geht am 21. September an den Start. Dann wird der Pakt in wesentlichen Teilen zunächst vorläufig angewendet, bis er in allen EU-Staaten ratifiziert ist.

Darauf habe er sich mit dem kanadischen Ministerpräsidenten Justin Trudeau geeinigt, teilte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Samstag über Twitter mit. Juncker lobte das Abkommen als neues Kapitel der beidseitigen Beziehungen und als Bekenntnis zu gemeinsamen Werten.

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Erdogan stellt Umsetzung von Pariser Klimaabkommen infrage

Bild: Magazin „The Economist“
Präsident pocht darauf, dass Türkei nicht als Industriestaat gilt

derStandard.at

Nach der Abkehr der USA stellt auch der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens durch sein Land infrage. Der damalige französische Präsident François Hollande habe ihm versprochen, dass die Türkei bei der Umsetzung des Abkommens nicht in die Gruppe der Industriestaaten eingestuft werde, sagte Erdogan am Samstag nach dem G-20-Gipfel in Hamburg.

Bei dem Treffen habe er Kanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron mitgeteilt: „Solange die Versprechen, die man uns gegeben hat, nicht gehalten werden, werden wir das in unserem Parlament auch nicht ratifizieren.“

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Sexroboter nicht revolutionär, sondern lediglich eine Masturbationshilfe für Männer

foto: abyss creations Abyss Creations stellen Sexpuppen her, die mit Sensoren und künstlicher Intelligenz ausgestattet werden.
Der technologische Fortschritt hat in den vergangenen Jahren für allerlei Innovation gesorgt. Ob selbstfahrende Autos, Smartphones oder Virtual-Reality-Brillen – die Technik vermittelt ein gewisses „Die Zukunft ist hier“-Gefühl. Nun sollen auch Sexroboter eine Revolution mit sich bringen. Mehrere Firmen stehen kurz vor dem Markstart und alle wollen den perfekten, künstlichen Sexualpartner entwickelt haben.

derStandard.at

Nur ein Spielzeug und für Männer

Allerdings werfen die Sexroboter auch einige ethische Fragen auf, die in einem ersten Bericht der Foundation for Responsible Robotics (FRR) beantwortet wurden. In dem Report wurde etwa verdeutlicht, dass Männer deutlich interessierter an Sex mit Robotern sind. Die künstlichen Sexualpartner würden zudem mehr als Spielzeug angesehen werden und nicht als Partner, mit dem eine emotionale Bindung aufgebaut wird.

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Hoffnung auf gemeinsames Abendmahl für konfessionsverbindende Ehen

Auch nicht schlecht!
Derzeit werde eine mögliche Öffnung der Eucharistiefeier für konfessionsverbindende Ehepaare von der Ökumenekommission der katholischen Bischofskonferenz geprüft, sagte Bedford-Strohm.

evangelisch.de

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hofft auf Fortschritte beim Abendmahl für konfessionsverbindende Ehen. Derzeit werde eine mögliche Öffnung der Eucharistiefeier für konfessionsverbindende Ehepaare von der Ökumenekommission der katholischen Bischofskonferenz geprüft, sagte Bedford-Strohm am Samstag vor Journalisten in Mannheim.

Wenn eine eucharistische Gastfreundschaft möglich wäre, sei das ein schönes Zeichen, fügte Bedford-Strohm hinzu, der auch bayerischer Landesbischof ist. Allerdings hänge der ökumenische Fortschritt nicht von solchen äußeren Schritten ab. In Mannheim eröffnete Bedford-Strohm gemeinsam mit Caritaspräsident Peter Neher den Ökumenischen Kirchentag Mannheim.

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Umstrittene Schleierfahndung auf Autobahnen möglich

(Bild: dpa, Patrick Seeger)
Die Ermittlungsmethode hat viele Gegner – in Thüringen wird die sogenannte Schleierfahndung trotzdem angewendet. Die Polizei erzielte damit Erfolge.

heise online

Ungeachtet der Debatte um die Zukunft der Schleierfahndung in Deutschland hat die Thüringer Polizei Erfolg mit den verdachtsunabhängigen Kontrollen. Grundsätzlich sei die Schleierfahndung in Thüringen auf Autobahnen und Europastraßen zulässig, sagte ein Sprecher der Landespolizeidirektion (LPD) auf Anfrage. Auf diesen Verkehrswegen könne die Polizei verdachtsunabhängige Kontrollen vornehmen, die gemeinhin als Schleierfahndung bezeichnet werden.

Eine eigene Statistik über Erfolge solcher Kontrollen führe die Polizei zwar nicht, sagte der Sprecher. Allerdings seien allein im Juni durch solche Fahndungsmaßnahmen mehrere Menschen gestellt worden, die von den Behörden gesucht worden waren.

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Netanyahu cuts $1 million more from UN budget after UNESCO Hebron vote

Prime Minister Benjamin Netanyahu leads the weekly cabinet meeting at the Prime Minister’s Office in Jerusalem on June 18, 2017 (Yonatan Sindel/Flash90)
Israel will now pay just $1.7m to UN out of required $11.7m following 4 cuts since Dec.; some funds to go instead to build a museum on Jewish heritage in Hebron

BY TIMES OF ISRAEL STAFF

Prime Minister Benjamin Netanyahu announced Friday that Israel would further reduce the amount it gives annually to the United Nations in membership fees by another $1 million following a decision by the United Nations Educational, Scientific, Cultural Organization (UNESCO) to list the Old City of Hebron in the West Bank as an endangered Palestinian world heritage site.

That decision was preceded by a UNESCO resolution Tuesday denying Israeli claims to the Old City of Jerusalem.

In a statement Friday after UNESCO passed its Hebron motion, Netanyahu said the funds would instead go toward “the establishment of a ‘Museum of the Heritage of the Jewish People in Kiryat Arba and Hebron’” and to other projects related to Jewish heritage in Hebron.

“In the face of UNESCO’s denial, the prime minister is determined to present to the whole world the historical truth and the thousands of years of deep Jewish roots in Hebron,” the Prime Minister’s Office said in a statement Friday.

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