Vom barbarischen Staat zur barbarischen Gesellschaft

Bild: qantara.de
Der syrische Publizist Maurice Ayiq beschreibt in seinem Essay, wie es den repressiven arabischen Staaten gelungen ist, eine Gesellschaft nach ihrem Vorbild und Antlitz zu schaffen.

Von Maurice Ayiq | Qantara.de

„Der barbarische Staat“, so lautete der Titel von Michel Seurats Studie über das Syrien Hafiz al-Assads, und Seurat sollte schon bald selbst Opfer dieser von ihm untersuchten Barbarei werden, als er 1985 im Libanon entführt und ein Jahr später umgebracht wurde.

Seine Beschreibung zielte auf bestimmte Merkmale eines Staates, der in seinem Vorgehen und seiner Machtausübung nicht kontrolliert wird durch Gesetze oder institutionelle Vorgaben und sich im Verhältnis zu den eigenen Bürgern, ganz gleich, ob es sich dabei um Gegner handelt oder nicht, durch ein gewissen- und skrupelloses Verhalten auszeichnet.

Und vielleicht entscheidend ist, dass der Lebensnerv von Macht und Autorität in einem solchen Staat auf Fanatismus im Sinne eines Stammesbewusstseins beruht, und zwar in der von Ibn Khaldun definierten Bedeutung: in anderen Staaten kann solcher auch die Form von Konfessionalismus oder Tribalismus annehmen.

Der barbarische Staat als grenzübergreifendes Phänomen

Der barbarische Staat indes ist kein Phänomen, das sich auf Syrien beschränkt. Er findet sich auch im Irak und in Libyen, in abgeschwächter Form auch in Ägypten und anderen arabischen Staaten. Barbarei von staatlicher Seite ließ sich 1982 beim Massaker von Hama beobachten oder in der Anfal-Operation der Truppen Saddam Husseins und im Giftgasangriff von Halabdscha 1988.

Doch der Ort schlechthin, an dem sich die Barbarei manifestiert, ist und bleibt das Gefängnis, und nicht von ungefähr sind die Namen einiger Gefängnisse zu Meilensteinen in unseren Staaten geworden, angefangen vom syrischen Tadmur-Gefängnis über die Abu-Zaabal-Haftanstalt in Ägypten bis hin zum Hochsicherheitsgefängnis Abu Salim in Libyen und dem berühmt-berüchtigten Abu Ghreib in Bagdad.

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Freie Fahrt durchs Eismeer

In der Arktis werden womöglich bald deutlich mehr Schiffe unterwegs sein. (Foto: Gerald Haenel/laif)
Weil das Eis in der Arktis schmilzt, entstehen neue Handelsrouten für Schiffe. Vor allem Russland hofft auf den Aufschwung entlang der Nordostpassage, doch Umweltschützern bereitet der Boom große Sorgen.

Von Susanne Götze | Süddeutsche.de

Lange hat die Menschheit eine der unwirtlichsten Gegenden des Planeten in Ruhe gelassen. Nur wenige Abenteurer und Forscher wagten sich in die menschenfeindliche Kälte. Das ewige Eis blieb unberührt, und relativ unbehelligt von der Gier nach Rohstoffen und Lebensraum. Doch das ändert sich. In 30 Jahren schon, prophezeien britische Wissenschaftler der University of Reading, würden doppelt so viele Schiffe die Arktis passieren können wie heute – und das auch ohne Eisbrecher. Übersteigt die globale Durchschnittstemperatur das magische Zweigradlimit, könnten bis Ende dieses Jahrhunderts ganzjährig Schiffe von Europa über den arktischen Seeweg nach Asien fahren. Wird die abgeschiedene Region bald zum Verkehrsknotenpunkt?

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Kurios: Der Milliardär, der Genetiker und das Mammut

Woolly mammoths (Mammuthus primigenius) in a late Pleistocene landscape in northern Spain. (Information according to the caption of the same image in Alan Turner (2004) National Geographic Prehistoric Mammals, Washington, D.C.: National Geographic. Image: Wikimedia Commons
Klingt zu verrückt um wahr zu sein: Die Verfilmung eines Buchs, über den Versuch wieder Mammuts in die Welt zu setzen.

futurezone.at

Im August vergangenen Jahres kaufte Fox die Filmrechte für das neue Buch des amerikanischen Bestseller-Autors Ben Mezrich mit dem etwas sperrigen Titel Woolly: The True Story of the Quest to Revive One of History’s Most Iconic Extinct Creatures. Obwohl das Buch zu diesem Zeitpunkt noch nicht erschienen war (offizieller Verkaufsstart war der 7. Juli 2017), kein allzu ungewöhnlicher Deal, denn Filmadaptionen von Mezrichs Büchern haben sich bewährt: Bringing Down the House über eine Gruppe von MIT-Studenten, die durch Kartenzählen enorme Gewinne mit Black Jack machten, wurde 2008 als 21 verfilmt, The Social Network, basierend auf Mezrichs The Accidential Billionaires gewann 2011 sogar mehrere Oscars.

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Biologistischer Populismus

Ulrich Kutschera, 2010, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Vor 12 Jahren verweigerte Ulrich Kutschera dem Ministerpräsidenten von Thüringen die Gefolgschaft. In der Staatskanzlei sollte der umstrittene Münchner Mikrobiologe Siegfried Scherer über die Evolution und den Schöpfungsakt Gottes diskutieren. Kutscheras Rückzug war eine schallende Ohrfeige für Dieter Althaus(CDU), welcher damals in den Höhen des Intelligent Design schwebte und wohl eine Kooperation anstrebte. Althaus ist Geschichte und Kutschera veröffentlicht heute Interviews auf eben jenen Plattformen, die der Weltsicht des Kreationismus und Intelligent Design frönen. Zur Prominenz-Liste seiner Veröffentlichungen kann er nun kath.net hinzufügen.
Am 05. Juli 2017 veröffentlich die Plattform ein Interview mit Prof. Dr. Ulrich Kutschera.
Inhaltlich wird der Versuch unternommen, die Entscheidung des Bundestages zur „Ehe für alle“, biologistisch zu kontern, während Kutschera Politikern Naivität im Umgang mit biologischen Begriffen vorwirft, enthüllt er sein äußerst fragwürdiges Menschenbild.

„Unsere naiven Politiker benutzen Begriffe aus der Biologie, ohne zu wissen, was diese überhaupt bedeuten.“Dr. Ulrich Kutschera

Man könnte wohlmeinend feststellen, naiver Evolutionsbiologe mit rudimentären Kenntnissen der Politik, Soziologie, Kultur ist „mausgerutscht.“

Die wichtigste Aufgabe von Staatsführern besteht darin, die ihnen anvertraute Population aufrecht zu erhalten; daher ist die Ehe zwischen einem Mann (Spermien-Produzent) und einer Frau (Eizellen-Bereitstellerin mit Gebärfähigkeit) vom Grundgesetz unter besonderen Schutz gestellt.
[…]
Der Staat hat nichts davon, wenn er sterile Homo-Pärchen privilegiert, denn die Rente dieser Menschen muss von den Kindern aus fertilen Mann-Frau-Ehen aufgebracht werden – eine Ungerechtigkeit ersten Ranges.
[…]
Sollte das Adoptionsrecht für Mann-Mann- bzw. Frau-Frau-Erotikvereinigungen kommen, sehe ich staatlich geförderte Pädophilie und schwersten Kindesmissbrauch auf uns zukommen.
[…]
Warum sollte ein 40jähriger Homo-Mann nicht z. B. den 15jährigen Adoptivling begehren, da zu diesem Kind überhaupt keine direkte erbliche Verwandtschaft besteht? Eine instinktive Inzucht-Abscheu existiert hier nicht. Betrachten wir ein Homo-Männerpaar mit Adoptivsohn im Detail. Mit 95 %iger Wahrscheinlichkeit ist der adoptierte Jüngling heteronormal veranlagt und daher mit einer erblich fixierten (instinktiven) Homophobie ausgestattet. Wie soll er dieses evolutionäre Erbe, verbunden mit einer massiven emotionalen Abscheu dessen, was er täglich mit ansehen muss, überwinden?
ebenda

Der Mensch ist mehr als nur ein trockennasiger Nacktaffe. Ein wesentliches Kriterium ist unsere Kultur, die uns letztlich dazu gebracht hat, nicht unter allen Umständen einem evolutionärem Selektionsdruck zu unterliegen. Die Ehe für alle ist keine Privilegierung Homosexueller, das Privileg Heterosexueller wird abgeschafft und die grundgesetzliche Norm, dass alle Menschen gleich sind gleichberechtigt durchgesetzt. Kutschera reduziert Homosexualität alleinig auf den sexuellen Aspekt, da er aber nicht soziologisch, kulturell argumentiert entgeht ihm dieser Punkt.

Zum Schluß seines Interviews lässt er die Katze aus dem Sack:

Mutige Personen, die ihre Ansicht darlegen und sachlich begründen, sind unerwünscht, z. B. wie die am „schwarzen Freitag“ vom Bundestagspräsidenten gleich einer Aussätzigen abqualifizierte ehemalige CDU-Politikerin Erika Steinbach (https://philosophia-perennis.com/2017/07/02/offener-brief-lammert/).ebenda

Hier wird deutlich wohin die Reise geht. Die Verlinkung Philosophie-Perennis.com führt uns auf die Seite von David Berger, schwuler Ex-Kirchenlehrer, der sich zwischenzeitlich tränenreich beim emeritus pappa für seine bösen Worte entschuldigt hat. Neuerdings sind Anzeichen zu erkennen die auf einen Erlöserwahn hindeuten. Seine Klagen über mangelnde Meinungsfreiheit sind ohne Zweifel Blödsinn, letztlich vertritt er einen gepflegten Narzissmus.
Alternativen für Evolutionsbiologie sind deutlich erkennbar.

Die Tatsache, dass Sex mehr als nur der Fortpflanzung dient, ganz einfach Spaß macht, wird wohl nur von einer Institution vehement bestritten, der katholischen Kirche. Bonobos regulieren ihre Konflikte mittels Sex, vielleicht…

Jupiter: Juno soll Großen Roten Fleck enträtseln

NASA Raumsonde Juno wird heute Nacht nahe am größten Sturm des Sonnensystems vorbeifliegen – dem Großen Roten Fleck des Jupiter. © NASA/JPL
So nah wie nie zuvor: Heute Nacht wird die NASA-Raumsonde Juno erstmals nahe über den Großen Roten Fleck des Jupiter hinwegfliegen. Dies soll dabei helfen, die vielen Rätsel um diesen gigantischen Wirbelsturm zu lösen. Denn obwohl der Sturm seit Jahrhunderten bekannt ist, weiß man über sein Inneres, seinen Motor und seine Details kaum etwas. Die Daten der Sonde könnten nun klären, was ihn antreibt und wie tief ins Planeteninnere seine Wurzeln reichen.

scinexx

Der Große Rote Fleck ist eine echte Ausnahmeerscheinung: Kein anderer Sturm im Sonnensystem ist so groß und so konstant wie er. Schon vor mehr als 300 Jahren beobachteten Astronomen diesen Wirbelsturm, der zwischen zwei Sturmbändern südlich des Jupiter-Äquators steht. Der leicht elliptische Wirbel ist so groß, dass die Erde dreimal nebeneinander in ihn hineinpassen würde.

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„Die etablierten Parteien verirren sich im Wust des Populismus“

Der Sozialpsychologe Harald Welzer über die offene Gesellschaft, den „Seehofer-Effekt“ und die Krise der Grünen

Von Manuel Schumann | TELEPOLIS

Die Politik der Angst bestimme die öffentliche Meinung, es sei es an der Zeit, den verrückten Marsch nach rückwärts aufzuhalten, sagt der Sozialpsychologe Harald Welzer. In seinem Buch „Wir sind die Mehrheit“ warnt er vor einer Hysterisierung von Diskussionen und appelliert zugleich an jeden Einzelnen, sich mehr einzumischen. Denn: „Offene Gesellschaften geraten nicht in Gefahr, weil sie zu viele Feinde haben, sondern weil sie zu wenige Freunde haben, die sich zu ihr bekennen.“

Herr Welzer, haben Sie lange darüber nachgedacht, ob Sie Horst Seehofer in Ihrem Buch derart viel Raum geben?
Harald Welzer: (lacht) Da mich die politischen Interventionen von Horst Seehofer und seiner Partei schon seit geraumer Zeit beschäftigen, habe ich darüber nicht lange nachgedacht, nein.
Sie schreiben Sätze wie: „Seehofer bildet den personifizierten Tiefpunkt der politischen Kultur der heutigen Bundesrepublik“ und: „Er gehört zu den Totengräbern der Demokratie“…
Harald Welzer: Was keine Übertreibung ist. Dem Mann fehlt jeder Anstand, ja sogar das ganz normale moralische Grundgerüst.
Nennen Sie bitte ein Beispiel.
Harald Welzer: Wer wenige Tage nach dem Terroranschlag am Berliner Breitscheidplatz in seiner Trauerrede sagt, wir seien es den Opfern und der gesamten Bevölkerung schuldig, unsere Zuwanderungs- und Sicherheitspolitik zu überdenken und neu zu justieren, der handelt schlicht bösartig.
 Kann man die offene Gesellschaft verteidigen, indem man diejenigen, die man als eine Gefahr betrachtet, auf diese Art attackiert?
Harald Welzer: Ich bin ein historisch arbeitender Wissenschaftler und beschäftige mich schon lange damit, wie Gesellschaften ins Rutschen geraten. Die historische Erkenntnis ist, dass die Radikalen dabei nicht das große Problem sind, sondern diejenigen, die die Themen und Begriffe der radikalen Ränder in die Mitte der Gesellschaft tragen. Und genau das hat die CSU in einem geradezu obszönen Ausmaß getan – immer und immer wieder. Und zwar ohne dass dafür irgendein Grund vorgelegen hätte. Gegen diese Form der populistischen Instrumentalisierung von Inhalten muss man sich als Demokrat wehren. Und das ist, wie ich finde, bislang nicht mit der notwendigen Vehemenz geschehen.

Spanien droht größte Dürre seit Jahrzehnten

foto: afp Die Trockenheit belastet die Landwirtschaft. Die Regierung sagte 200 Millionen Euro Nothilfe zu.
Die extreme Trockenheit führte bereits zu massiven Ausfällen bei der Getreideernte. Doch das Schlimmste steht dem Land noch bevor, warnen Experten

Von Jan Marot | derStandard.at

Die heftigen Unwetter, die sich über Zentralspanien am Wochenende entluden, sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Landesweit herrscht extreme Trockenheit. Klimaforscher wie Jorge Olcina von der Universität Alicante warnen vor einer „großen iberischen Dürrekatastrophe“, wie sie Spanien seit Dekaden nicht mehr erlebt habe. Er erinnert dabei an die Jahre 1981–1985 oder 1992–1995: „Die Prognosen für den Sommer sind nicht vielversprechend. Es ist ein Teufelskreis, der nun durch die hohe Verdunstung über die heißesten Monate beschleunigt wird.“

Nach dem heißesten Frühling seit Beginn der Aufzeichnungen 1965 markieren die Stauseen Spaniens einen besorgniserregenden Tiefststand. Sie hielten Mitte Juni bei 56 Prozent ihrer Kapazität, ein Fünftel unter dem Mittel seit 2007, Tendenz rapide sinkend – forciert durch die extreme, frühe Hitzewelle im Juni. Zugleich verbuchte die staatliche Wetterbehörde Aemet um 13 Prozent weniger Niederschläge im Frühjahr.

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Kritik an Facebook: Regenbogenflagge, aber kein Kreuz

Bild: Leipziger Blatt
Das soziale Netzwerk zog sich Kritik von Christen zu – Christen forderten nach der Verwendung einer Regenbogenflagge, auch ein Kreuzsymbol bereitzustellen.

kath.net

Christen in den USA hatten das soziale Netzwerk Facebook darum gebeten, auch ein christliches Kreuz in die Auswahl seiner Emojis aufzunehmen. Facebook lehnte die Bitte ab. Das berichtete die evangelische Nachrichtenagentur „idea“. Vorausgegangen war, dass Facebook für einige Tage eine Regenbogenflagge zur Verfügung gestellt hatte, die als Symbol der Homosexuellenbewegung gilt. Dem folgten lebhafte Diskussionen über die Bildschriftsymbole.

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Keine Liberalen für Beirat des Berliner Islam-Institut

Humboldt Universität zu Berlin © MiG
Im Beirat des Instituts für Islamische Theologie an der Humboldt-Universität Berlin werden keine Vertreter von sogenannten liberal muslimischen Strömungen sitzen. Ein Antrag der CDU wurde abgelehnt. Grund: Den Liberalen fehlt die Akzeptanz in der muslimischen Community.

MiGAZIN

Sogenannte liberale muslimische Strömungen werden vorerst nicht im Beirat des künftigen Berliner Instituts für Islamische Theologie vertreten sein. Das Berliner Abgeordnetenhaus lehnte am Donnerstag mit den Stimmen der Regierungskoalition und von FDP- und AfD-Fraktion einen entsprechenden Dringlichkeitsantrag der CDU-Fraktion ab und verwies ihn in den Wissenschaftsausschuss zur weiteren Behandlung. Das Institut für Islamische Theologie an der Humboldt-Universität soll zum Wintersemester 2018/2019 seinen Studienbetrieb aufnehmen.

In dem theologischen Beirat sind nach dem bisherigem Eckpunktepapier der Senatswissenschaftsverwaltung unter anderem fünf Vertreter muslimischer Religionsgemeinschaften vorgesehen. Die CDU fordert, zusätzlich zwei weitere Vertreter liberaler Ausrichtungen des Islams für das Gremium zu benennen, etwa des Liberal-Islamischen Bundes oder der neu gegründeten Ibn-Rushd-Goethe-Moschee. Der theologische Beirat soll bei der inhaltlichen und personellen Ausgestaltung des Instituts mitwirken.

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Atlantik: Wirbel als Treibhausgas-Schleudern

Von der Westküste Afrikas lösen sich große Wirbel, die nicht nur extrem wenig Sauerstoff enthalten, sondern auch vermehrt Lachgas ausstoßen. © European Geosciences Union
Wandernde Lachgas-Quellen: Im Atlantik existieren riesige wandernde Wasserwirbel, die extrem wenig Sauerstoff enthalten. Gleichzeitig jedoch produzieren sie überraschend viel Lachgas – und damit ein potentes Treibhausgas. Entdeckt haben dies Meeresforscher, als sie erstmals einem dieser wandernden Wirbel auflauerten und so Proben aus seinem Zentrum entnehmen konnten. Wie sie im Fachmagazin „Scientific Reports“ berichten, werfen ihre Ergebnisse nun ein neues Licht auf die Stoffkreisläufe im Atlantik.

scinexx

Ob im Indischen Ozean, im Schwarzen Meer oder in der Ostsee: In vielen Ozeanen gibt es inzwischen sauerstoffarme Zonen. Typischerweise liegen sie am Meeresgrund der küstennahen Bereiche, wie dort warme Temperaturen und Nährstoffreichtum das Wachstum sauerstoffzehrender Bakterien fördern.

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Vatikan-Finanzchef nach Missbrauchsvorwürfen zurück in Australien

Der ranghohe Kardinal George Pell ist nach Vorwürfen des Kindesmissbrauchs in seine Heimat Australien zurückgekehrt. Im lokalen Fernsehen war zu sehen, wie Pell am frühen Morgen den Flughafen von Sydney mit einer Polizeieskorte verließ.

Frankfurter Rundschau

Pell muss in Melbourne vor Gericht erscheinen, nachdem australische Behörden ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eröffnet hatten. Der 76-jährige Pell ist als Finanzchef inoffiziell die Nummer drei im Vatikan. Ende Juni hatte er sich vorübergehend von Papst Franziskus beurlauben lassen. Gegen den hohen Würdenträger wird wegen Kindesmissbrauchs ermittelt.

Austria: Kurz verbietet türkischem Minister Einreise zum Putschgedenken

Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci darf aktuell nicht nach Österreich einreisen. – (c) REUTERS (Wolfgang Rattay)
Es bestehe „Gefahr für öffentliche Ordnung und Sicherheit“, heißt es vom Außenministerium. Zu einem bilateralen Besuch wäre der Wirtschaftsminister willkommen.

Die Presse.com

Der türkische Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci darf aktuell nicht nach Österreich einreisen. Es geht dabei konkret um den Besuch der Gedenkfeiern zum Anlass des Putschversuchs in der Türkei vor einem Jahr, teilte das Außenministerium am Montag in einer Aussendung mit. Das habe Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) entschieden.

Die Entscheidung sei darin begründet, dass der türkische Minister „ausschließlich zum Zwecke eines öffentlichen Auftritts“ hierherkommen wollte: „Es besteht Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit in Österreich.“ Zu einem bilateralen Besuch wäre Zeybekci hingegen „natürlich willkommen“, hielt die Aussendung weiter fest.

Qur’an Teacher Who Sexually Abused Young Girls Gets 13 Years in Jail

Image: Friendly Atheist
Mohammed Haji Sadiq, a part-time imam who taught young kids about the Qur’an at a mosque in Wales, was just sentenced to 13 years in jail for his repeated assaults of four girls between the ages of 5 and 11. He reportedly abused them when they made a mistake in class.

By David G. McAfee | Friendly Atheist

In sentencing Sadiq, who made at least one of his victims attempt suicide, Judge Stephen Hopkins QC said the defendant took advantage of his position:

“Children called you ‘uncle’ as a mark of respect. You are a man in my judgement of some cunning… Beneath the veneer there is a dark and deviant side.”

For those who thought this was only a problem among Catholic priests, this should be a wake-up call. Sexual assaults are all too common within the Muslim tradition, too, and for many of the same reasons as we see in other institutionalized faiths without proper regulation.

For one, a number of Sadiq’s victims reportedly said they couldn’t tell anyone about the abuse because of cultural and religious taboos.

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Imame setzen an Gedächtniskirche Zeichen gegen Terrorismus

Teilnehmer am «Marsch der Muslime gegen den Terrorismus» stehen am 09.07.2017 in Berlin an der Gedenkstätte des Terroranschlages…FOTO: PAUL ZINKEN/DPA
Muslime selbst sind oft Opfer von Anschlägen angeblicher Glaubensbrüder. Eine Initiative will die Distanz zu solchen „Barbaren“ deutlich machen. Sie schlägt dabei den Bogen von Paris nach Berlin – und umgekehrt.

DER TAGESSPIEGEL

Als Zeichen gegen religiös begründeten Terror haben sich am Sonntag rund 30 Imame aus mehreren europäischen Ländern an der Berliner Gedächtniskirche versammelt. Es waren unter anderem Teilnehmer aus Frankreich, Spanien und Portugal dabei, wie Gedächtniskirchenpfarrer Martin Germer sagte.

Sie touren derzeit mit dem Bus durch Europa. Ihr „Marsch der Muslime gegen den Terrorismus“ wurde in Berlin mit einem großen Polizeiaufgebot begleitet.

Unter den Zuschauern am Breitscheidplatz waren hauptsächlich Touristen. Der Imam Houcine Drouiche aus Nîmes sagte, es gehe um eine „Botschaft der menschlichen Brüderlichkeit gegen den Terrorismus“. Die Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirchengemeinde verstehe sich „als besonderen Ort des Friedens und der Versöhnung“, betonte Pfarrer Germer.

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Ethik bei autonomen Autos und das Trolley-Problem: Was tut der Weichensteller?

Weichensteller in Chicago (Bild: Library of Congress)
Die Debatte um selbstfahrende Autos machte ein philosophisches Gedankenexperiment populär, das Weichensteller- oder Trolley-Problem. Es behandelt die Wahl zwischen zwei moralisch bedenklichen Aktionen. Wir haben uns die Geschichte des Dilemmas angeschaut.

Von Ralf Bülow | heise online

Dichter Nebel. Ein Eisenbahnwaggon oder eine Straßenbahn macht sich selbständig und rast auf mehrere Menschen zu, die auf den Schienen stehen. Retten könnte sie ein Weichensteller, der das Gefährt auf ein Nebengleis ablenkt. Auf diesem sitzt nun ein Gleisarbeiter, was dem Weichensteller ebenfalls bekannt ist. Was soll er tun?

Das ist die Essenz des Trolley-Problems, benannt nach dem amerikanischen Wort für Straßenbahn. Seitdem autonome Autos auf den Straßen rollen, wird es diskutiert, wobei jetzt das Handeln der künstlichen Intelligenz im Mittelpunkt steht. Das Problem erscheint auch im Bericht der Ethik-Kommission zum automatisierten Fahren, den Bundesverkehrsminister Dobrindt unlängst vorstellte. Regel 8 des Berichts behandelt „echte dilemmatische Entscheidungen“, und Regel 9 fordert: „Die an der Erzeugung von Mobilitätsrisiken Beteiligten dürfen Unbeteiligte nicht opfern.“

Ein alte Frage

Über Opfer grübelten schon antike Philosophen nach. Denn das Problem stellt natürlich grundsätzliche philosphische Fragen, ob man einer konsequentialistischen Ethik folgt, die Handlungen allein anhand ihrer Ergebnisse beurteilt, oder einer deontologischen Ethik, nach der bestimmte Handlungen unabhängig von ihren Ergebnissen gut oder schlecht sind. Es lohnt sich aber, die Geschichte des Trolley-Problems und seiner Logik zu untersuchen – und das, was als reale Beispiele zur Illustration der Problematik herangezogen wird.

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Gewalt in der Pflege: So viel Wut in ihm

© PLAINPICTURE/R. MOHR „Du findest erst Ruhe, wenn deine Mutter tot ist“
Wenn Menschen einen Angehörigen pflegen, ergibt sich oft ein dichtes Gestrüpp aus Bedürftigkeit, Verbitterung, Verunsicherung – und Aggression. Dann kann es sein, dass selbst die gutmütigste Pflegeperson zuschlägt.

Von Katrin Hummel | Frankfurter Allgemeine

Es war einer dieser Tage, an denen Bernd Bober weder ein noch aus wusste. Der 77-Jährige hatte die Beschimpfungen seiner Frau mit den Worten pariert: „Du bist nicht normal.“ Seine Frau, mit der er 55 Jahre lang glücklicher war als viele andere Männer in ihren Ehen, „keine Auswüchse, nichts Negatives“, wie er sagt, ist durch einen Schlaganfall vor fünf Jahren nicht nur halbseitig gelähmt, sondern auch aufbrausend und hochaggressiv geworden. Sie fährt bei der kleinsten Kleinigkeit aus der Haut, bespuckt ihn und wirft Sachen nach ihm. Und als er das gesagt hatte, dieses „Du bist nicht normal“, da fuhr sie vor lauter Wut mit dem Rollstuhl über seine Füße.

Bober, Betriebswirt und ehemaliger Abteilungsleiter, sagte: „Wenn du das noch mal machst, passiert was.“ Und dann, so erzählt er es, sei seine Frau mit dem Rollstuhl in den Hausflur gefahren, habe ihren Gehstock geholt, sei auf ihn zugefahren, habe ausgeholt und ihm, der auf dem Sofa saß und Zeitung las, mit dem Stock auf Nase und Lippen geschlagen. „Ich sank blutüberströmt zu Boden, sie kann richtig zuschlagen, sie war früher Kugelstoßerin und Diskuswerferin.“ Die Polizei, die ironischerweise nicht er, sondern seine Frau gerufen hatte, damit sie Bober des Hauses verweise, riet ihm, seine Frau anzuzeigen. „Ich habe das natürlich nicht gemacht“, sagt Bober. Und dann fügt er leise hinzu: „Aber manchmal habe ich Angst, dass ich ihr was antun könnte. Dass mir die Hand ausrutscht.“

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Unesco ernennt Höhlen in Baden-Württemberg zum Weltkulturerbe

Die Eiszeithöhlen bei Schelklingen (Baden-Württemberg) sind nun Unesco-Weltkulturerbe. (Foto: dpa)
  • Sechs Höhlen der Eiszeitkunst auf der Schwäbischen Alb sind zum Unesco-Weltkulturerbe ernannt worden.
  • In den Höhlen wurden einige der ältesten Zeugnisse für eine bewusste künstlerische Betätigung des frühen Menschen gefunden.
  • Unter anderem fanden Forscher dort die älteste bekannte Menschenfigur der Welt, die „Venus vom Hohle Fels“.

Süddeutsche.de

Die Unesco hat die Höhlen der ältesten Eiszeitkunst in Baden-Württemberg zum Weltkulturerbe ernannt. Das gab das Unesco-Komitee am Sonntag in Krakau bekannt.

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IS-Milizen fliehen aus Mossul

Ein Scharfschütze der irakischen Armee blickt auf Mossul. Foto: Ahmad al-Rubaye/afp
Die irakischen Truppen sollen die ehemalige IS-Hochburg Mossul vom sogenannten Islamisten Staat befreit haben. Doch der IS ist damit nicht am Ende. Experten erwarten, dass sich die Milizen neu formieren.

Von Martin Gehlen | Frankfurter Rundschau

Die letzten Gotteskrieger versuchten noch, sich unter die Flüchtlinge zu mischen. Andere Versprengte wurden erschossen, als sie sich durch den Tigris zum anderen Ufer retten wollten. Die Straßen von Mossul gehörten am Sonntag den jubelnden irakischen Soldaten und Polizisten, die Freudensalven in die Luft feuerten, während der Leichengestank bei 50 Grad durch die Trümmergassen waberte.

Nach acht Monaten erbitterter Gefechte verkündete die irakische Armeeführung den Sieg über den „Islamischen Staat“. Doch der Triumph ist teuer erkauft. Ein Drittel des historischen Westteils von Mossul mit der Altstadt liegt in Trümmern. Ihre beiden Wahrzeichen, die Al-Nuri Moschee und das schiefe Minarett, jagte der IS noch kurz vor seiner Kapitulation in die Luft. „Das sieht ja aus wie Dresden“, hörten Augenzeugen einen US-Offizier murmeln, als er durch die Ruinenlandschaft tourte.

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Großkundgebung der türkischen Opposition gegen Erdogan

foto: afp / ozan kose Am Ende allein: Kemal Kiliçdaroglu, der Vorsitzende der größten türkischen Oppositionspartei, marschierte zu Fuß 430 Kilometer, um ein Signal für die Rückkehr zum Rechtsstaat zu setzen.
Zum Abschluss des „Gerechtigkeitsmarschs“ versammelten sich Hunderttausende. Offen bleibt, welchen Effekt er hat

Von Markus Bernath | derStandard.at

Den letzten Kilometer geht er allein, ein Meer aus roten und weißen Fahnen wartet auf Kemal Kiliçdaroglu. Zum Istanbuler Stadtteil Maltepe, zur Uferpromenade am Marmarameer, wo der „Gerechtigkeitsmarsch“ des türkischen Oppositionsführers zu Ende geht, strömen am Sonntagnachmittag Hunderttausende. Manche singen den Izmir-Marsch aus dem Unabhängigkeitskrieg, ein Lobpreis auf Mustafa Kemal Atatürk, den Gründer der Republik, und auf das Türkentum. Es dürfte die größte Versammlung von Regierungskritikern außerhalb von Wahlzeiten in bald 15 Jahren Herrschaft Tayyip Erdogans und dessen konservativ-islamischer Partei sein.

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160 rabbis, including top US Orthodox leaders, on Israeli Rabbinate ‘blacklist’

Rabbi Avi Weiss during a memorial service on June 17, 2014, outside the UN in New York, for the three Israeli teenagers kidnapped in the West Bank. (AP/John Minchillo)
List of those not recognized to authenticate Jewish identities of immigrants includes Avi Weiss of Riverdale, dozens of Reform and Conservative leaders

By Ben Sales | The Times of Israel

Some 160 rabbis, including several prominent American Orthodox leaders, appear on a list of rabbis whom Israel’s ultra-Orthodox-dominated Chief Rabbinate does not trust to confirm the Jewish identities of immigrants.

Rabbis from 24 countries, including the United States and Canada, are on the list. In addition to Reform and Conservative rabbis, the list includes Orthodox leaders like Avi Weiss, the liberal Orthodox rabbi from the Riverdale section of New York, and Yehoshua Fass, the executive director of Nefesh B’Nefesh, a group that encourages and facilitates American immigration to Israel.

The Chief Rabbinate controls all Jewish marriage in Israel, and immigrants who wish to wed there must first prove they are Jewish according to Orthodox law. This proof often comes via a letter from a community rabbi attesting to the immigrant’s Jewish identity. One midlevel bureaucrat at the rabbinate, Rabbi Itamar Tubul, handles every claim.

The publication of the list comes on the heels of a clash between American Jewish leaders and the Chief Rabbinate over how to determine Jewish identity. In June, Israel’s Cabinet advanced a bill that would give the Chief Rabbinate authority over all official Jewish conversions within Israel. Following an outcry from Jewish leaders in America, the bill was shelved for six months.

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