Beten in der Pause – Stresstest für die Schulen?


© DPA Der Islam als Unterrichtsfach ist vielerorts etabliert. Aber wie präsent darf die Religion abseits des Bekenntnisfaches in der Schule sein?
Erst der Streit um Kruzifixe in Klassenräumen, jetzt der Zwist um islamische Gebete in der Schule – wie im Falle eines Wuppertaler Gymnasiums. Überfordern solche Konflikte Lehrer, Eltern und Schüler? Wie religiös darf Schule sein? Diskutieren Sie mit dem Autor.

Von Martin Benninghoff | Frankfurter Allgemeine

Als die paar Zeilen, die eigentlich nur für das Lehrerkollegium gedacht waren, den Weg in die sozialen Netzwerke fanden, brach ein Sturm der Entrüstung über die Wuppertaler Schulleiterin Christiane Genschel los. Fernsehsender standen vor der Tür des Gymnasiums Johannes Rau, Reporter versuchten, Schüler auf dem Schulhof zu interviewen, und es hagelte Zuschriften. Was war geschehen? Die Schulleitung hatte „zunehmend beobachtet, dass muslimische Schülerinnen und Schüler im Schulgebäude für andere deutlich sichtbar beten, signalisiert durch rituelle Waschungen in den Toiletten, das Ausrollen von Gebetsteppichen, das Einnehmen von entsprechenden Körperhaltungen“.

In einem Schreiben an die Lehrer schrieb sie: „Das ist nicht gestattet.“ Es endet mit der Aufforderung, betende Schüler freundlich auf das Verbot hinzuweisen, die Namen festzustellen und der Schulleitung zu melden. Für Empörung war gesorgt: Der proislamische Aktivist Martin Lejeune verbreitete die Nachricht im Netz („Lehrer sollen ihre Schüler bespitzeln“), ebenso die regierungsnahe türkische Zeitung „Daily Sabah“ („Deutsches Gymnasium bespitzelt betende Schüler“), der deutsche islamfeindliche Internetblog „Politically Incorrect“ feierte dagegen die Schulleitung mit den Worten: „Wuppertal: Schule verbietet Islam-Kampfbeten.“

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