Özdemir: Habe der Kirche viel zu verdanken

Cem Özdemir (2016). Bild: wikimedia.org/GFDL 1.2 – Ralf Roletschek

Als Kind sei er von seiner Mutter zum evangelischen Religionsunterricht geschickt worden, so Cem Özdemir. Diese und andere Erfahrungen mit der Kirche hätten den Grünen-Vorsitzenden viel gelehrt.

katholisch.de

Der Grünen-Parteivorsitzende Cem Özdemir hat als Kind am evangelischen Religionsunterricht teilgenommen. Es sei kein muslimischer Unterricht angeboten worden, und seine Mutter habe ihn dann dorthin geschickt, sagte Özdemir in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Freitag in Berlin. Auch darüber hinaus sei er in der evangelischen Kirche engagiert gewesen, so der Politiker, der sich selbst als nicht praktizierenden Muslim bezeichnet. So sei er in seiner Freizeit etwa beim evangelischen Jugendwerk, aber auch beim württembergischen Brüderbund aktiv gewesen. Zudem habe er an einer evangelischen Fachhochschule Sozialpädagogik studiert, so der Grünen-Spitzenkandidat.

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Diakonisches Werk erschüttert über Enthüllung zu Diakoniewerk Bethel

Bild: tilly
Das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz hat sich erschüttert über Enthüllungen zum Diakoniewerk Bethel und dessen Vorstand Karl Behle geäußert. In einer dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegenden Stellungnahme dringen Direktorin Barbara Eschen und Vorstandsmitglied Martin Matz auf die Erfüllung von vier konkreten Forderungen bis zum 31. Juli. Andernfalls könne das Diakoniewerk Bethel nicht Mitglied im Diakonischen Werk bleiben. Die Rechercheplattform „correctiv.org“ hatte vor wenigen Tagen berichtet, dass Vorstand Behle in den vergangenen Jahren das Diakoniewerk Bethel komplett unter seine Kontrolle gebracht haben soll.

evangelisch.de

Eschen und Matz schreiben dazu: „Die aufgedeckten Vorgänge wären in keiner Weise vereinbar mit den Grundsätzen der Arbeit der Diakonie.“ Unter dem heute 68 Jahre alten Vorstand Behle soll laut „correctiv“ 2011 der ursprüngliche Verein per Satzungsänderung in eine gemeinnützige GmbH überführt worden sein. Begründet worden sei dies seinerzeit damit, dass die Diakonissen von der Verantwortung für den unternehmerischen Teil entlastet werden wollten. Ersetzt wurde die ursprüngliche Konstruktion durch die Eduard-Scheve-Stiftung und die Berta-Scheve-Stiftung als Gesellschafter der neuen, gemeinnützigen GmbH. Inzwischen habe Behle zugegeben, dass er selbst der Stifter sei, schrieb „correctiv“.

Behle verantworte damit alle wesentlichen Gremien und kontrolliere sich faktisch selbst. Für Unruhe sorgte in den vergangenen Jahren unter anderem der Umgang mit den Pensionsansprüchen von drei ausgeschlossenen Diakonissen. Auch soll das Jahresgehalt von Behle bei bis zu 720.000 Euro liegen und damit fast das Zehnfache dessen betragen, dass Diakoniechefs nach Tarif erhalten. Die Umstände eines Villenerwerbs in Berlin-Lichterfelde seien ebenfalls merkwürdig.

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Israels Polizei nimmt Großmufti von Jerusalem fest

Israelische Sicherheitskräfte verstärkten nach Attentat ihre Präsenz – APA/AFP/AHMAD GHARABLI
Nach einem Anschlag auf Polizisten in der Altstadt Jerusalems wird das geistliche Oberhaupt der Muslime in der Stadt in Gewahrsam genommen. Der Tempelberg wurde abgeriegelt. Die Attentäter waren nach ihrem Angriff getötet worden.

Die Presse.com

Nach dem tödlichen Angriff auf Polizisten in Jerusalem hat die israelische Polizei nach Angaben der Familie den obersten muslimischen Geistlichen der Stadt festgenommen. Wie dessen Sohn am Freitag bekannt gab, wurde Großmufti Muhammad Ahmad Hussein von der Polizei in Gewahrsam genommen. Zuvor hatten drei Angreifer in der Altstadt von Jerusalem zwei Polizisten durch Schüsse tödlich verletzt.

Nach ihrer Flucht in Richtung Tempelberg seien die Angreifer getötet worden, teilte die israelische Polizei mit. Drei Menschen seien von den Attentätern getroffen worden, zwei Menschen seien lebensgefährlich verletzt.

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Erdogans persönliche Geisel – Deniz Yücel

Deniz Yücel sitzt seit fünf Monaten in der Türkei in Isolationshaft. Foto: dpa
Fünf Monate sitzt Deniz Yücel nun schon in Isolationshaft. Erschreckend ist aber auch, was Präsident Erdogan in der Sache zum Besten gibt. Die Kolumne.

Von Harry Nutt | Frankfurter Rundschau

Das elektronische Banner, das wochenlang auf dem Dach des Springer-Hochhauses in Berlin-Kreuzberg „Free Deniz“ forderte, ist wieder verschwunden. Selbst der Verlag, der seinen in der Türkei inhaftierten „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel wochenlang mit Engagement unterstützt hat, ist irgendwann zur Normalität zurückgekehrt. Deniz Yücel aber sitzt noch immer im Gefängnis, seit er am 14. Februar 2017 von der türkischen Polizei in Istanbul unter einem bis heute nicht nachgewiesenen Terrorverdacht in Gewahrsam genommen wurde.

„Free Deniz“ fordert der Springer-Verlag

Fünf Monate ist das nun her. Deniz Yücel hat im Gefängnis geheiratet, und als Ausdruck einer kollegialen Solidarität wurde ihm am 21. Juni der unter Journalisten begehrte „Theodor-Wolff-Preis“ verliehen. Yücel kommentierte das mit dem ihm eigenen Humor. Für seine Texte, ließ er die wenigen wissen, die ihn bisher besuchen konnten, sei er bislang eher gar nicht bis selten ausgezeichnet worden. Nun aber bekomme er einen Preis für’s Herumsitzen.

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Quecksilber-Rätsel der Arktis gelöst

Warum ausgerechnet die Arktis so stark mit Quecksilber belastet ist, war lange rätselhaft. © Yannick Agnan
Verborgenes Reservoir: Forscher haben herausgefunden, warum ausgerechnet die Arktis so stark mit Quecksilber belastet ist. Das giftige Schwermetall gelangt nicht über Regen oder Schnee dorthin, sondern wird von den Pflanzen der Tundra direkt aus der Luft aufgenommen und angereichert. Dadurch enthalten die Permafrostböden inzwischen eine enorme Menge Quecksilber, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin „Nature“ berichten. Der Klimawandel könnte diese Giftstoffe verstärkt freisetzen.

scinexx

Quecksilber ist bekanntermaßen hochgiftig: Es blockiert Enzyme, schädigt das Nervensystem und führt durch schleichende Anreicherung zu schweren Gesundheitsschäden. Umso besorgniserregender ist es, dass dieses Schwermetall immer häufiger in der Umwelt vorkommt. Der Grund dafür sind neben natürlichen Quellen vor allem anthropogene Emissionen – unter anderem aus Kohlekraftwerken,  Waldbränden, Müllfeuern oder der Zementproduktion. Als Folge reichert sich Quecksilber vor allem in Fischen, Meeressäugern und anderen Bewohner der Ozeane an.

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Bayernweite Islamstudie: Salafisten erfolgreiche Sozialarbeiter

Themenbil. Salafisten in Deutschland (Bild: DW)
Was bewegt Muslime in Bayern? Wie sieht ihre religiöse Lebenswirklichkeit aus? Darüber wird viel diskutiert, aber meist nicht mit den Muslimen, sondern nur über sie. Die breit angelegte Studie erhebt zum ersten Mal Daten für ganz Bayern.

Von Antje Dechert | BR

Wissenschaftler am Zentrum für Recht und Islam in Europa der Universität Erlangen-Nürnberg wollen es wissen: Ihre breit angelegte Studie, die von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften gefördert wird, ist deutschlandweit die erste, die Daten rund um das islamische Leben flächendeckend für ein ganzes Bundesland erhebt.

Salafisten in Bayern

Im Fokus der Erlanger Wissenschaftler ist auch die salafistische Szene in Bayern. Was macht die Ideologie der Extremisten aus? Wie gelingt es Ihnen, vor allem Jugendliche zu überzeugen?

Die Antwort ist einfach: Sie wissen sehr genau, was bei den Jugendlichen ankommt. Die salafistische Propaganda kommt bunt und lustig auf Facebook daher, zum Beispiel als Comicstreifen, die unauffällig die eigene Ideologie transportieren. Die Botschaft: Die böse Gesellschaft will Euch nicht, weil ihr Muslime seid. Wir dagegen – die Guten – bieten Euch eine Heimat.

„Ich finde, das ist eine sehr gefährliche Botschaft für Integration und für das Zusammenleben zwischen den Muslimen und Nichtmuslimen.“

Mahmoud Jaraba, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Erlanger Zentrum für Recht und Islam in Europa

Knapp zwei Jahre lang war Mahmoud Jaraba inkognito unterwegs bei Bayerns Salafisten. Als Palästinenser spricht er perfekt Arabisch. Er hat Moscheen und konspirative Treffs der Salafisten besucht und unzählige Freitagspredigten dokumentiert. Um herauszufinden, wie die Extremisten ticken und wer Ihre Angebote nutzt.

Die katholische Kirche muss sich reformieren

Themenbild
Wo sich die Lebenswelt der Menschen immer mehr dynamisiert, scheint die katholische Kirche immer abgehobener. Nur schon was die Menschenrechte ihrer Mitglieder betrifft, drängen sich Reformen auf.

Von Heribert Franz Köck | Neue Zürcher Zeitung

Die «Neue Zürcher Zeitung» hat am 12. Juni eine Leserdebatte zum Thema «Wie gelingt eine Modernisierung der katholischen Kirche, ohne dass diese daran zerbricht?» angestossen. Das Thema ist von hohem Interesse, betrifft es doch zwei wichtige Fragen der Kirchenreform-Debatte: Droht bei einer «Modernisierung» der katholischen Kirche eine Kirchenspaltung? Und: Müsste wegen einer drohenden Kirchenspaltung die angestrebte «Modernisierung» der katholischen Kirche unterbleiben?

Innerkirchliche Reformbewegungen verwenden Schlagworte wie «Modernisierung» ungern, um Gegen-Schlagworten wie «Keine Anpassung an den Zeitgeist!» oder «Ewige Wahrheiten kann man nicht ‹modernisieren›!» nicht unnötig Vorschub zu leisten. Natürlich birgt jede Kirchenreform auch eine «Modernisierung» in sich; diese besteht aber darin, die kirchliche Lehre und das kirchliche Recht, die sich beide vor einem früheren Erkenntnis- und Verständnishorizont herausgebildet haben, unter veränderten Gegebenheiten neu zu interpretieren und in ihrer Aussage beziehungsweise Regelung der neuen Situation anzupassen. Dabei kann dieses Neue auch ein Rückgriff auf etwas Altes, aber zu Unrecht Verschüttetes sein.

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Die untergetauchten Weißen Haie des Mittelmeers

foto: picturedesk / science photo library / davic fleetham, visuals unlimited Verborgen im unendlichen Blau des Meeres: Der Weiße Hai tritt immer wieder auch an europäischen Küsten auf. Das Risiko für Badegäste ist aber extrem gering. –
Auch in mediterranen Gewässern leben Weiße Haie, aber kaum jemand bemerkt sie. Die anscheinend isolierte Population ist womöglich stark bedroht, berichten Forscher

Von Kurt de Swaaf | derStandard.at

Die Begegnung hätte wohl fast jedem einen gewaltigen Schreck eingejagt. Vor etwa sechs Jahren war weit draußen vor der Südküste Mallorcas ein Boot mit Speerfischern unterwegs. Sie suchten nach Beute wie Thunfischen oder Bonitos. Unter Wasser jedoch traf einer der Männer auf etwas viel Größeres. Plötzlich näherte sich ihm eine mehrere Meter lange Kreatur. Der erfahrene Taucher erkannte das Tier sofort: Da vor ihm schwamm tatsächlich ein Weißer Hai. Die Situation war nicht ganz ungefährlich, aber der Raubfisch zeigte kein weiteres Interesse. Er drehte ab und verschwand wieder in den blauen Weiten des Mittelmeers.

Der Speerfischer berichtete dem Meeresbiologen Gabriel Morey von der Organisation Asociación Ondine über den Vorfall. Morey ist Experte für die mediterrane Fischfauna und hat auch die dort vorkommenden Haiarten seit langem im Blick. Weiße Haie tauchen immer wieder vor den Balearen auf, erzählt er. Meistens blieben sie auf hoher See, ihrem Hauptlebensraum.

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AfD fühlt sich im „Lügenrundfunk“ unterrepräsentiert – Aufmerksamkeitsdefizite

Jörg Meuthen als gute Christin. Bild: bb

Die AfD will gegen ARD und ZDF klagen, weil sie sich in Talkshows zu wenig vertreten fühlt. Ganz im Gegenteil boten sich der Partei schon zu viele Gelegenheiten, sich zur besten Sendezeit zu präsentieren. Ein Kommentar.

Von Patrick Schlereth | Frankfurter Rundschau

Der morgendliche Nachrichtenkracher kommt heute wieder mal von den besorgten Bürgern ganz rechtsaußen. „Wir überlegen gerade, ob wir uns in die Talkshows einklagen.“ Wie bitte? Einklagen? In die Talkshows?

Solcherlei Unfug kann eigentlich nur von einer Partei kommen: der AfD. Deren Vorsitzender Jörg Meuthen jammert gegenüber dem „Focus“, dass unter den 162 Politikern bei den vier großen Talkshows Plasberg, Illner, Maischberger und Will nach einer parteiinternen Auswertung im ersten Halbjahr 2017 nur vier AfD-Politiker gewesen seien. Bestimmte Themen würden eben „von den öffentlich-rechtlichen Medien nicht transportiert“, übersetzt: Der gleichgeschaltete Systemrundfunk steckt mit den Systemparteien unter einer Systemdecke und verschweigt dem Volk die Wahrheit. Klingt soweit nach dem Lieblingsslogan der AfD, doch das daraus abgeleitete gesetzlich festgeschriebene Recht auf Talkshowpräsenz für rechte Hetze erklimmt den Gipfel der Lächerlichkeit. Zumal die AfD den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, für den sie eine Auftrittsgarantie fordert, in dieser Form am liebsten abschaffen würde.

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Bürgen sollen länger für Flüchtlinge zahlen als gedacht

Geld © Bankenverband – Bundesverband deutscher Banken @ flickr.com (CC 0), bearb. MiG
Etliche Deutsche haben syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen als Bürgen die Aufnahme in Deutschland ermöglicht. Viele erhalten jetzt hohe Geldforderungen von Behörden: Auch wenn die Flüchtlinge anerkannt sind, sollen die Bürgen weiterhin zahlen.

Von Thomas Krüger | MiGAZIN

Christine Emmer-Funke (61) aus Minden kann es nicht glauben: 22.000 Euro an Sozialleistungen soll sie zurückzahlen, die ein aus Syrien geflüchtetes Ehepaar bekommen hat. Sie hatte 2014 für das Paar gebürgt, nur dadurch konnte es sich aus dem Krieg nach Deutschland retten.

Wie Emmer-Funke erhalten zurzeit viele Menschen, die in den Jahren 2014/15 Verpflichtungserklärungen für den Lebensunterhalt syrischer Flüchtlinge unterschrieben haben, Zahlungsaufforderungen von Sozialämtern oder Jobcentern. „Es kann nicht sein, dass der Staat die Unterstützung für anerkannte Flüchtlinge privatisiert“, sagt Emmer-Funke. Sie und andere Betroffene haben Klage gegen die Bescheide eingereicht, hoffen aber zugleich auf eine politische Lösung.

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Raben: Schlaue Vögel schneiden in Tests sogar besser als als vierjährige Kinder

Kolkraben können vorausschauend handeln und für die Zukunft planen. © Accipiter (R. Altenkamp)/ CC-by-sa 3.0
Raben beherrschen eine weitere „typisch menschliche“ Fähigkeit: Sie können vorausplanen – und dies sogar in für sie ungewohnten Situationen. Im Experiment verschmähten sie ein Leckerli zugunsten eines Werkzeugs oder einer Wertmarke, obwohl diese erst mit Zeitverzögerung nützlich und futterbringend waren. Dieses vorausschauende Handeln hat man bisher nur bei Menschen und Menschenaffen beobachtet, wie die Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten.

scinexx

Lange Zeit glaubte man, dass nur der Mensch die Fähigkeit besitzt, für die Zukunft zu planen. Denn egal, ob wir überlegen, welche Dinge wir auf eine Reise mitnehmen oder beim Mittagessen weniger essen, damit wir uns später noch ein Eis gönnen können – all dies erfordert komplexe geistige Leistungen. Wir müssen uns in zukünftige Situationen versetzen und unmittelbare Bedürfnisse zugunsten des langfristigen Ziels zurückstellen können.

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Dodo Marx für Verfassungsklage gegen ‚Ehe für alle‘ – warum betet er nicht

Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,

DBK-Vorsitzender unterstützt im „Augsburger Allgemeinen“-Interview Überlegungen der Bayrischen Staatsregierung zur Verfassungsklage – Er halte eine solche Klage unabhängig von ihren Ausgang „für den Rechtsfrieden in Deutschland“ gut.

kath.net

DBK-Vorsitzender Reinhard Kardinal Marx würde eine Verfassungsklage der Bayrischen Staatsregierung gegen die vom Deutschen Bundestag beschlossene „Ehe für alle“ „sehr begrüßen“. Das sagte der Münchner Erzbischof im Interview mit der „Augsburger Allgemeinen“. Er erläuterte weiter, dass eine solche Klage unabhängig von ihren Ausgang „für den Rechtsfrieden in Deutschland“ gut wäre.

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Gebet im Oval Office – Pastor legt Trump die Hand auf

Picture: Tiffany Trump/Facebook
Dear Lord, I pray in the Mighty name of Jesus, that you would give Donald J Trump wisdom and that you would protect him and fill him with Your Spirit and help him to withstand the fiery darts of the enemy
Das Weiße Haus hat eine Gruppe evangelikaler Führer empfangen. Im Oval Office traf die Gruppe auch auf US-Präsident Donald Trump. Und dann wurde das Präsidenten-Büro zum Gebetsraum.

DIE WELT

Göttlicher Beistand kann nicht schaden. Das sah der US-Präsident offenbar genauso, als er eine Gruppe evangelikaler Führer im Oval Office empfing. Beim gemeinsamen Gebet ließ sich Trump von einem Pastor die Hand auflegen.

Die religiöse Gruppe hatte sich am Montag mit Jennifer Korn getroffen, die im Weißen Haus zuständig ist für den Kontakt zu verschiedenen Interessengruppen. Unter den etwa 30 eingeladenen Gästen waren auch viele Mitglieder des Sachverständigenrates zu Religions- und Glaubensfragen, den Trump während seiner Wahlkampagne einberufen hatte. Beim ganztätigen Meeting wollten sie über verschiedene Themen wie Religionsfreiheit, eine Reform des Strafrechtssystems und die Unterstützung Israels sprechen.

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Deutschland liefert Waffen an Katar-Gegner

Ein Modell des U-Bootes Typ 218SG , das Deutschland nun nach Ägypten verkauft. Foto: afp
Mitten in der Krise zwischen Katar und mehreren arabischen Staaten genehmigt die Bundesregierung Waffenexporte an die Konfliktparteien.

Von Joachim Frank | Frankfurter Rundschau

Mitten in der Auseinandersetzung zwischen dem Emirat Katar und mehreren arabischen Staaten hat die Bundesregierung Rüstungslieferungen an die Konfliktparteien Ägypten und Saudi-Arabien genehmigt. Das geht aus einer Mitteilung von Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries an den Bundestagsausschuss für Wirtschaft und Energie hervor.

Dem Schreiben zufolge, das dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ vorliegt, hat der für Waffenexporte zuständige Bundessicherheitsrat der Ausfuhr eines von Thyssen-Krupp gebauten U-Boots an Ägypten zugestimmt. Saudi-Arabien erhält vier Patrouillenboote der 40-Meter-Klasse sowie 110 ungepanzerte Schwerlastkraftwagen.

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Wie die Bild-Zeitung den Rechtspopulismus bedient

Die G20-Proteste und vor allem die Kiezaufstände rund ums Schanzenviertel haben wieder einmal gezeigt, wie dünn der Firnis von Zivilisation und Rechtsstaatlichkeit in Deutschland ist und dass die Gefahr aus der Mitte der Gesellschaft kommt.

Von Peter Nowak | TELEPOLIS

So veröffentlichte die Boulevardzeitung Bild am vergangenen Montag unter der reißerischen Überschrift Wer kennt diese G20-Verbrecher Bilder von 18 Personen, die sich an den Riots beteiligt haben sollen.

Dabei agiert das Blatt jenseits jeglicher rechtsstaatlicher Grundsätze. Danach soll ohne juristische Verurteilung niemand eines Delikts bezichtigt werden.

„Auch Idioten haben Persönlichkeitsrechte“

Auf Bild-Blog, das sich seit Jahren kritisch mit der Berichterstattung des Boulevardblattes auseinandersetzt wird die mediale Selbstjustiz kritisiert.

Auch für Idioten gilt die Unschuldsvermutung. Auch Idioten müssen sich keine Vorverurteilung gefallen lassen. Auch Idioten sind nicht gleich „Verbrecher“, nur weil jemand ein Foto von ihnen gefunden hat, aus dem man ableiten könnte, dass sie eine Straftat begangen haben. Auch Idioten haben Persönlichkeitsrechte. Auch Idioten haben ein Recht am eigenen Bild.

Bild-Blog

Auch die Fotos sind keineswegs so eindeutig, wie es scheint.

Manche von ihnen sind beim Werfen eines Steins zu sehen, manche beim Tragen eines Steins. Eine Frau ist kurz davor, eine leere Cola-Flasche wegzuschleudern. Eine andere hat zwei volle Flaschen Kindersekt unter den Arm geklemmt. Was die Leute davor gemacht haben oder danach, wohin die Steine und Flaschen fliegen, die sie in den Händen halten, ob sie bei manchen überhaupt fliegen oder nicht doch wieder fallen gelassen werden — nichts davon ist bekannt, und nichts davon lösen „Bild“ oder „Bild.de“ auf.

Bild-Blog

Stefan Niggemeier hat auf dem Blog Übermedien den rechtspopulistischen Kern der BILD-Denunziationskampagne auf dem Punkt gebracht:

Das Vorgehen von „Bild“ hat eine gefährliche innere Logik: Der Staat hat in Hamburg versagt. Er hat es nicht geschafft, die Bürger zu schützen, und er scheint es nicht einmal zu schaffen, die Verdächtigen dingfest zu machen. Also muss „Bild“ übernehmen.

Stefan Niggemeier

Mit ihren Steckbrief knüpft die Bild-Zeitung an ihre demokratiefeindliche Rolle an, die sie bereits vor ca. 50 Jahren hatte, als sich die Außerparlamentarische Bewegung etablierte. Die Aktivisten wurden auch damals als Kriminelle vorgeführt, für die es keine Grundrechte zu geben scheint. Dass haben Neonazis wie der Dutschke-Attentäter Bachmann als Auftrag verstanden, das Recht in die eigene Hand zu nehmen.

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Scientists Used Light to Enhance Memories in Mice While They Slept

When it comes to the role of sleep in memory formation, it’s all about the timing.

By Daniel Oberhaus | MOTHERBOARD

Back in high school, when tests were an unfortunately regular aspect of my life, I figured out a way to avoid as much studying as possible while also still getting a passing grade: sleep. I realized that when I would study just before going to bed, I would wake up in the morning with the information from the night before still fresh in my mind and ready to be regurgitated for the exam. My evidence for this „brain hack“ was anecdotal, but as it turns out there is quite a bit of researchthat buoys my hunch: Sleep does help fortify memories.

The question, however, is whether the role of sleep in consolidating memoriescan be enhanced, paving the way for controlled memory manipulation in the future. According to new research from the Institute for Basic Science in South Korea, the answer appears to be yes.

As detailed in Neuron, researchers at the IBS Center for Cognition and Sociality demonstrated for the first time that they were able to affect the memory of mice—for better and worse—by artificially modulating certain types of brainwaves called spindles using optogenetics, a method of manipulating neurons with light.

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Der Scheinriese Erdogan

Bild: Magazin „The Economist“
Dem türkischen Präsidenten geht es nur um den Machterhalt. Doch die Wirtschaft bricht zusammen und die besten Köpfe fliehen. Ein Kommentar.

Von Susanne Güsten | DER TAGESSPIEGEL

Ein Jahr nach dem Putschversuch in der Türkei sieht auf den ersten Blick alles nach einer dauerhaften Zementierung der Macht von Präsident Recep Tayyip Erdogan und dessen Regierungspartei AKP aus. Doch der Eindruck täuscht. Erdogans Türkei gleicht immer mehr einer nahöstlichen Despotie, die ohne den Mann an der Spitze nicht existieren kann. Sein Land und er selbst sind isoliert.

Die Kernbestandteile jeder Demokratie – der freie Wettstreit der Ideen und die wirksame Kontrolle der Macht – sind in der Türkei außer Kraft gesetzt. Seit dem Umsturzversuch, der sich am Samstag jährt, sind alle Befugnisse auf die Person Erdogans konzentriert. Der Staatschef ist Oberbefehlshaber der Armee, Chef der Regierung, Vorsitzender der Regierungspartei AKP und gebärdet sich außerdem als oberster Richter.

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G-20-GIPFEL: Auf der „Schwarzen Liste“ standen 66 Namen

32 Journalisten wurde der Zugang zum G-20-Gipfel trotz Akkreditierung verweigert. Darüber hinaus wurden 34 Personen aus anderen Berufsgruppen gar nicht erst zugelassen. Auch sie galten als Sicherheitsrisiko.

Von Florian Flade | DIE WELT

Plötzlich war die Tür zu. Beim G-20-Gipfel in Hamburg war in der vergangenen Woche kurzfristig und völlig überraschend mehreren Journalisten die Akkreditierung für die Veranstaltung entzogen worden. Und das, obwohl die Medienvertreter tags zuvor noch eine Zutrittserlaubnis hatte. Die Begründung für den Ausschluss: Sicherheitsbedenken.

Nach WELT-Informationen erhielten schließlich insgesamt 66 Personen keine Akkreditierung für den G-20-Gipfel. Neben den 32 Journalisten, denen die Zugangserlaubnis erst im Nachhinein entzogen worden war, befanden sich auf der „Schwarzen Liste“ auch 34 Personen, die aus Sicherheitsgründen nie eine solche Akkreditierung erhalten hatten. Es soll sich dabei um Mitarbeiter von externen Sicherheitsfirmen, Servicekräften und Techniker handeln.

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Austro-Türken distanzieren sich von „Darwinismus“-Bann in Türkei

Darwin-Büste im Naturkunde-Museum Berlin. Bild: BB

Der türkisch-islamische Verein ATIB hat sich von der Entscheidung der türkischen Regierung distanziert, die Evolutionstheorie von Charles Darwin aus den gesetzlichen Schullehrplänen zu streichen.

Salzburger Nachrichten

Man sei in dieser Frage „überhaupt nicht“ einer Meinung, sagte ATIB-Sprecher Selfet Yilmaz gegenüber dem „Neuen Volksblatt“.

„Wir wollen Wissenschaft und Religion nicht gegeneinander ausspielen“, so Yilmaz weiter. „Die Evolutionstheorie gehört unserer Meinung nach dazu und sollte auch gelehrt werden.“

Der Dachverband ATIB, zu dem in Österreich Dutzende Moscheevereine gehören, ist eine Einrichtung der staatlichen türkischen Religionsbehörde Diyanet.

Auch die Islamische Glaubensgemeinschaft (IGGiÖ) sprach sich für die Evolutionstheorie als festen Bestandteil des Unterrichtes aus. „Der Islam steht immer für einen überzeugten, durch Wissenschaft belegten Glauben“, erklärte Präsident Ibrahim Olgun.

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Israel: PM says corruption insinuations are a left-wing plot against him

Prime Minister Benjamin Netanyahu attends the weekly cabinet meeting on July 9, 2017. (Ohad Zweigenberg/Flash90)
As probes into Netanyahu’s confidants reverberate around him, his political allies insist on his innocence.

BY Stuart Winer and TIMES OF ISRAEL STAFF

Prime Minister Benjamin Netanyahu on Thursday told a gathering of his political allies that a series of corruption allegations linked to him and his associates are the consequence of “a coordinated campaign of leftists who want to undermine my government.”

In a meeting with cabinet ministers and lawmakers viewed as his closest allies, the prime minister insisted that he has “evidence for everything.”

“It’s all lies,” he reportedly said, in the closed-door meeting, of the various scandals to which he is being linked.

Netanyahu was referring, in particular, to the fast-escalating “Case 3000” inquiry into alleged corruption in the purchase of German-made naval boats and submarines for the IDF, and a new state comptroller report that alleges violations of transparency rules related to regulating the Bezeq telecom giant.

Netanyahu is not officially a suspect in the submarines affair, but his long-time attorney David Shimron and other associates are. Shimron has been questioned for several successive days. Similarly, there are no criminal suspicions directed at the prime minister in the Bezeq report, but the state watchdog did accuse the prime minister of failing to disclose his close ties with Bezeq head Shaul Elovitz in time to avoid the appearance of a conflict of interest while he was also serving as minister of communications.

“I’ve been wronged by the media. They’re trying to connect my name with two investigations that have nothing to do with me — Elovitz and the submarines,” Netanyahu said.

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