AfD fühlt sich im „Lügenrundfunk“ unterrepräsentiert – Aufmerksamkeitsdefizite


Jörg Meuthen als gute Christin. Bild: bb

Die AfD will gegen ARD und ZDF klagen, weil sie sich in Talkshows zu wenig vertreten fühlt. Ganz im Gegenteil boten sich der Partei schon zu viele Gelegenheiten, sich zur besten Sendezeit zu präsentieren. Ein Kommentar.

Von Patrick Schlereth | Frankfurter Rundschau

Der morgendliche Nachrichtenkracher kommt heute wieder mal von den besorgten Bürgern ganz rechtsaußen. „Wir überlegen gerade, ob wir uns in die Talkshows einklagen.“ Wie bitte? Einklagen? In die Talkshows?

Solcherlei Unfug kann eigentlich nur von einer Partei kommen: der AfD. Deren Vorsitzender Jörg Meuthen jammert gegenüber dem „Focus“, dass unter den 162 Politikern bei den vier großen Talkshows Plasberg, Illner, Maischberger und Will nach einer parteiinternen Auswertung im ersten Halbjahr 2017 nur vier AfD-Politiker gewesen seien. Bestimmte Themen würden eben „von den öffentlich-rechtlichen Medien nicht transportiert“, übersetzt: Der gleichgeschaltete Systemrundfunk steckt mit den Systemparteien unter einer Systemdecke und verschweigt dem Volk die Wahrheit. Klingt soweit nach dem Lieblingsslogan der AfD, doch das daraus abgeleitete gesetzlich festgeschriebene Recht auf Talkshowpräsenz für rechte Hetze erklimmt den Gipfel der Lächerlichkeit. Zumal die AfD den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, für den sie eine Auftrittsgarantie fordert, in dieser Form am liebsten abschaffen würde.

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