Amerikas Rechte führt einen kulturellen Propagandakrieg

Nicht ohne meine Waffe: Die National Rifle Association macht Lobbyarbeit in den USA. (Foto: Bloomberg)
Die Waffen-Lobbyisten der National Rifle Association attackieren in zwei neuen Werbespots Kunst, Film und deren Stars als „Waffen“ der Linken.

Von Jens-Christian Rabe | Süddeutsche.de

In den sich weiter verhärtenden ideologischen Kampf zwischen Liberalen und Konservativen in den USA hat sich mal wieder die notorisch libertär-rechtskonservative National Rifle Association (NRA) eingeschaltet, eine der einflussreichsten Interessengruppen Amerikas, die traditionell erfolgreich jede Art gesetzlicher Waffenkontrolle bekämpft. Die beiden neuen, hochprofessionell produzierten NRA-Videos, die auch als Fernsehspots verbreitet wurden, sind allerdings nicht wie üblich nur Werbevideos für Waffenbesitz. Sie sind allgemeiner politischer Aktivismus.

Das erste, durch das die konservative Radio-Talkshow-Moderatorin führt, trägt den mittelschwer Bud-Spencer-haften Titel „The Clenched Fist of Truth“ (Die geballte Faust der Wahrheit) und wirft der liberalen Gegenseite vor, ihre mediale Macht dazu zu missbrauchen, zum gewalttätigen Widerstand gegen die Regierung aufzurufen. Diese müsse dann Sicherheitskräfte und Polizei energisch durchgreifen lassen, was die Liberalen wiederum als Bestätigung ihrer Vorbehalte gegenüber dem Staat verwendeten.

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Kirchlicher Sektenbeauftragter: Nur unsere Esoterik ist ungefährlich, alles andere nicht

Bild: svz.de

Von Bachblüten-Tropfen bis Pendeln: Das Millionengeschäft Esoterik boomt. So die Prognose der aktuellen Folge des WDR-Formats „daheim + unterwegs“. Um über das Thema „Esoterik“ zu diskutieren, wurde auch Andreas Hahn, früherer Pfarrer in Verl und Halle sowie Religionslehrer in Bielefeld, eingeladen. Der Sektenbeauftragte der evangelischen Kirche von Westfalen berät auch Esoterik-Aussteiger.

Von Melanie Wigger | Neue Westfälische

Der Kult ist im Trend. „Wir leben in einer hochindividualisierten Gesellschaft“ und in dieser könne man sich seine Religion wie an einem Buffet zusammenstellen. „So kann ich Yoga als Entspannungstechnik betreiben, ohne Buddhist zu werden.“

Zudem bieten die esoterischen Angebote Wege zur Selbstoptimierung: „Ich kann wecken, was in mir steckt – das ist natürlich hochattraktiv in unserer Gesellschaft. Es bietet Erlebnisqualitäten, die nur positiv besetzt sind.“

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Standesämter bekommen bundesweit Anfragen zur „Ehe für alle“

Bild: bpb.de
Der Bundestagsbeschluss zur „Ehe für alle“ führt in den Standesämtern vieler deutscher Großstädte bereits jetzt zu vielen Anfragen.

evangelisch.de

Schon vor dem Inkrafttreten der „Ehe für alle“ melden sich bundesweit Interessierte bei den Standesämtern. Wie eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) ergab, liegen in vielen deutschen Großstädten Anfragen von schwulen und lesbischen Paaren vor, die eine Ehe eingehen oder ihre eingetragene Lebenspartnerschaft in eine Ehe umwandeln wollen. Der Bundestag hatte am 30. Juni ein Gesetz beschlossen, nach dem die Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet wird. Den Bundesrat passierte das Gesetz eine Woche später.

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Was es braucht, den Islam mit der säkularen freien Gesellschaft kompatibel zu machen

Koran essen
Aussagen des Koran zur Schönheit der Schöpfung sind vorhanden. Ob es gelingt, daraus eine Schöpfungstheologie zu formen, welche Säkularität nicht als Abfall von Gott zu verstehen vermag, ist offen

Von Martin Grichting | Neue Zürcher Zeitung

Der Islamische Staat und dessen Terror-Ableger in Europa haben liberal gesinnte Muslime auf den Plan gerufen. Sie finden mit ihren Aufrufen nach einer Neuinterpretation des Islam zu Recht im Feuilleton Resonanz, bilden jedoch keineswegs den Mainstream der muslimischen Welt ab. Hinzu kommt, dass reformerische Forderungen, religiös motivierte Aufrufe zu Mord, Versklavung und Verstümmelung nicht länger wörtlich zu nehmen, nicht ausreichen, um den Islam mit der säkularen freien Gesellschaft kompatibel zu machen.

Aufrufe zu Gewalt und entsprechende Taten sind freilich nicht ein Problem des Islam allein. Auch das Christentum und die Aufklärung haben diesbezüglich bekanntlich keine reine Weste. Und in hinduistisch sowie buddhistisch geprägten Ländern bekundet man heute noch Mühe, Andersgläubigen ihre vollen bürgerlichen Rechte zuzugestehen.

Letztlich vermögen Anhänger einer Religion nur friedlich und konstruktiv in einer freien und offenen Gesellschaft zu leben, wenn ihre Religion aus den eigenen Ressourcen diese Gesellschaftsform legitimiert. Judentum und Christentum gelingt dies, weil die Aufklärung ihr Kind ist, auch wenn sie dieses Kind lange als illegitim betrachtet haben mögen.

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Bis zu 80 Prozent weniger Insekten in Deutschland

© DPA Ein Distelfalter sitzt auf einer Blüte.
In der deutschen Natur findet ein großes Insektensterben statt. Als Ursache gilt vor allem die intensive Landwirtschaft. Das Umweltministerium warnt vor den Folgen für andere Arten.

Frankfurter Allgemeine

Das Bundesumweltministerium warnt vor einem fortschreitenden Insektensterben in Deutschland. In Teilen des Landes habe sich der Bestand von Insekten seit dem Jahr 1982 um bis zu 80 Prozent verringert, heißt es in einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorlag.

Es zeichne sich keine Entspannung der Situation ab, „sodass sich die gegenwärtigen Bestandsabnahmen vieler Insektenarten fortsetzen dürften“. Besonders gefährdet sind laut Ministerium Falter, Heuschrecken und Schwebefliegen. Einige Arten seien vom Aussterben bedroht.

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Hexenjagd in Homburg

Die Initiatorin Dagmar Scherf legt eine Rose auf der neuen Gedenktafel ab. Foto: Michael Schick
Eine neue Gedenktafel neben dem Rathausturm in Bad Homburg erinnert an 76 unschuldige Opfer der Homburger Hexenjagd. Die meisten starben zwischen 1652 und 1654.

Von Torsten Weigelt | Frankfurter Rundschau

„Gerechtigkeit nach 400 Jahren“ steht auf der Gedenktafel neben dem alten Rathausturm. Sie erinnert an eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte Bad Homburgs – und macht gleichzeitig deutlich, dass „Fake News“ keine Erfindung von Facebook, Twitter und Co. sind.

Mindestens 76 unschuldige Menschen wurden während des 17. Jahrhunderts in der damaligen Landgrafschaft Homburg wegen Hexerei hingerichtet, die meisten in der kurzen Zeitspanne zwischen 1652 und 1654.

„Das geschah nicht im finsteren Mittelalter“, sagt Dagmar Scherf, die sich seit den 70er Jahren intensiv mit der „Homburger Hexenjagd“ – so der Titel eines ihrer Bücher – beschäftigt. Seitdem hat die Friedrichsdorfer Autorin auch zahlreiche Einzelschicksale recherchiert.

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Vatikan: Kritik an ultrakonservativen US-Katholiken

Headquarter des Konzerns.

Fremdenfeindlichkeit, Islamophobie, Schwarzweißmalerei: Der „Osservatore Romano“ macht einem Teil der konservativen US-Katholiken schwere Vorwürfe – und verweist dabei auf Papst Franziskus.

katholisch.de

Im Vatikan regt sich Kritik an  ultrakonservativen Katholiken im Lager von US-Präsident Donald Trump. Derzeit äußerten sich in den Staaten bisweilen „manche, die sich als Katholiken bezeichnen, in einer Art und Weise, die bis vor kurzem ihrer Tradition noch fremd war und sehr nah an evangelikalen Tönen ist“, heißt es in der aktuellen Ausgabe der vatikanischen Tageszeitung „Osservatore Romano“ (Freitag). Beide verbinde Fremdenfeindlichkeit, Islamophobie, Schwarzweißmalerei und eine apokalyptische Weltsicht. So entwickele sich eine „Ökumene des Hasses“ zwischen evangelikalen und katholischen Fundamentalisten.

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So mordeten Glaubenskrieger beim ersten Kreuzzug in Jerusalem

„Es lagen überall Haufen abgehauener Köpfe umher“, heißt es in einer Chronik über die Eroberung Jerusalems Quelle: picture alliance / Photo Josse/L
Nachdem die Kreuzfahrer im Juli 1099 Jerusalem erobert hatten, veranstalteten sie ein Massaker, dem 70.000 Menschen zum Opfer gefallen sein sollen. Neue Forschungen zeigen ein anderes Bild.

Von Florian Stark | DIE WELT

Nach sechswöchiger Belagerung fällt Jerusalem am 15. Juli 1099 den Rittern des Ersten Kreuzzuges unter Führung von Gottfried von Bouillon und Raimund von Toulouse in die Hände. Umgehend veranstalten die Kreuzfahrer ein Massaker, dem weite Teile der Bevölkerung zum Opfer fallen.

1096 hatten sich die christlichen Ritter und Pilger auf den Weg gemacht, im Juni 1099 waren sie vor Jerusalem angelangt. Die Versorgung war schlecht, das Klima drückend, an der Befestigung der Stadt scheiterten die ersten Angriffe. Zudem wurde bekannt, dass ein Entsatzheer aus Ägypten im Anmarsch sei.

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Themar wartet auf „Stahlgewitter“ und „Blutzeugen“

© DPA In Themar bereiten sich viele Bürger auf die Ankunft der Rechten vor. Es werden auch heftige Krawalle befürchtet.
Wie bereitet man sich auf Deutschlands größte Rechtsrock-Veranstaltung vor – inklusive der erwarteten Ausschreitungen? Eine Frage, die sich nun eine Kleinstadt in Thüringen stellen muss.

Von Stefan Locke | Frankfurter Allgemeine

Sein Telefon klingelt permanent, auch E-Mails kommen am Freitag beinahe im Minutentakt, und es sind „viele sehr hässliche“ dabei, wie der Bürgermeister sagt. Gerade eben etwa habe er Folgendes lesen müssen: „Du rechtsoffenes Arschloch gehörst wie 80 Prozent der Deutschen ausgerottet!“ Hubert Böse ist parteilos und seit 17 Jahren Oberhaupt der Kleinstadt Themar im Süden Thüringens, doch so etwas wie in den vergangenen Tagen hat er noch nicht erlebt.

Seit bekannt ist, dass an diesem Wochenende auf einer Wiese am Ortseingang sogenannte Rechtsrock-Bands beim bundesweit wohl größten Neonazi-Konzert des Jahres spielen und sich dazu Anhänger aus Deutschland und Europa treffen werden, ist es mit der Beschaulichkeit des Ortes vorbei. „Seit letztem Wochenende fürchten viele Einwohner auch noch, dass es hier zu Zuständen wie in Hamburg kommen könnte“, sagt Böse. Die Polizei rechnet mit 5000 Rechtsrock-Anhängern und etwa 2000 Teilnehmern bei Gegenveranstaltungen.

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„Judensau“: Luther-gefällige Schmähskulptur

Bild: Peter Laskowski/FB
Die älteste hängt am Dom zu Brandenburg, eine andere gut sichtbar an dem von Köln, von Erfurt, von Regensburg. Im Jahr des 500. Reformationsjubiläums ist aber die Wittenberger „Judensau“ Ausgangspunkt der Debatte: dranlassen oder abnehmen?

Von Christina Özlem Geisler | evangelisch.de

Es ist um die Wende vom 12. auf das 13. Jahrhundert, als sie die Steinfigur in die Höhe hieven und an der Wittenberger Stadtkirche befestigen. Das Relief zeigt eine Sau, an deren Zitzen sich Menschen laben. Sie sollen Juden sein. Auch der Mann, der dem weiblichen Schwein unter dem Schwanz in den After blickt. Die Skulptur will Juden vor dem Niederlassen in der Stadt abschrecken und Christen vor den Juden als mutmaßlich verworfenes Volk warnen.

Rund 700 Jahre später versammeln sich Menschen mit Transparenten auf dem Wittenberger Marktplatz. „Was würde Jesus sagen wenn er die Judensau sehen würde?“, steht da etwa. Wer das Schmährelief im Mittelalter veranlasst hat, ist in der Geschichte verloren. Fest steht für die etwa 60 Teilnehmer der Mahnwache: Die „Judensau“ muss weg. Zuerst diese hier, dann auch die anderen. Und der Rummel im Reformationssommer 2017 ist ein guter Anlass, um Blicke und Kameralinsen auf dieses Anliegen zu lenken.

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AKW Fukushima: Betreiber will mit Tritium belastetes Wasser ins Meer ablassen

Wassertanks im AKW Fukushima. Bild: Tepco
In Fukushima 1 haben sich hunderttausende Tonnen an weitgehend gereinigten, aber weiterhin kontaminierten Wasser in Tanks angesammelt

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Vor mehr als 6 Jahren wurde das japanische AKW Fukushima 1 durch ein von einem Erdbeben ausgelösten Tsunami überflutet, der die Stroimversorgung und die Generatoren zum Ausfall brachte. In drei der Reaktoren kam es zu einer Kernschmelze. Um die Reaktoren und die Brennstäbe in den Abklingbecken zu kühlen, wurden sie mit Wasser geflutet, was aber schnell zum Problem wurde, weil das hochkontaminierte Wasser teils ins Meer und ins Grundwasser floss und dann, wo weit es ging, in Tanks gepumpt wurde, um es dann zu kontaminieren.

In den drei Reaktoren sollen sich um die 1500 Gebinde mit jeweils 60 Brennelementen befunden haben, in Reaktor 3 auch MOX-Brennelemente, die mehr Plutonium als die normalen enthalten. Tepco kann nur schätzen, wie es im Inneren der Sicherheitsbehälter aussieht. Bislang sind Erkundungsversuche mit Robotern wegen der hohen Strahlenbelastung und Problemen mit Hindernissen gescheitert.

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Wie oft deutsche Polizisten wirklich zur Waffe greifen

Wie oft schießen Polizisten in Deutschland bei ihren Einsätzen? Quelle: dpa/Arne Dedert
Polizisten kommen immer wieder in die Situation auch auf Menschen schießen zu müssen. Elf Menschen starben im vergangenen Jahr dadurch. Ein Kriminologe fordert Konsequenzen – vor allem im Umgang mit einer Personengruppe.

Von Michael Kieffer | DIE WELT

Im Fernsehen schießen Polizisten quasi täglich, im echten Leben machen die Beamten deutlich seltener von der Waffe Gebrauch. Doch wenn sie es tun, erregt jeder einzelne dieser Fälle viel Aufsehen – wie vor wenigen Tagen, als ein Spezialeinsatzkommando (SEK) in Sachsen-Anhalt einen 28-Jährigen erschoss, nachdem ein Familienstreit eskaliert war. Fragen und Antworten zum Schusswaffengebrauch der deutschen Polizei:

Wie oft schießen Polizisten in Deutschland bei ihren Einsätzen?

Im vergangenen Jahr hat die Polizei in 52 Fällen auf Menschen geschossen, rechnerisch gesehen also jede Woche einmal. Elf Menschen starben, weitere 28 wurden verletzt. Hinzu kamen Warnschüsse. Wie aus den Zahlen der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster zudem hervorgeht, schießen Polizisten vor allem, um gefährliche, kranke oder verletzte Tiere zu töten. 12.656 Fälle dieser Art wurden vergangenes Jahr in Deutschland registriert.

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Mehr Asylentscheidungen in Deutschland als in übriger EU zusammen

In Deutschland wurde im ersten Halbjahr 2017 einem Bericht zufolge über mehr Asylverfahren entschieden als in den übrigen EU-Staaten zusammen.

evangelisch.de

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge traf in diesem Zeitraum 408.147 Entscheidungen, wie die „Welt“ am Freitag (online) unter Berufung auf Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat berichtete. Die übrigen EU-Staaten entschieden demnach zusammen über 104.755 Verfahren.

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„Niemand anders ist berechtigt, Gewalt anzuwenden“

Auch eine Woche später beschäftigen die Kanzlerin die Ausschreitungen zum G-20-Gipfel. Kein anderer als der Staat sei berechtigt, Gewalt anzuwenden, unterstreicht Merkel zu Beginn ihrer Sommertour

DIE WELT

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nach den massiven Ausschreitungen beim G-20-Gipfel das alleinige Gewaltmonopol des Staates betont. Es könne keine Erklärung geben für die Gewalt, wie man sie in Hamburg gesehen habe. „Nicht umsonst hat der Staat das Gewaltmonopol, und niemand anders ist berechtigt, Gewalt anzuwenden“, sagte die CDU-Bundesvorsitzende am Freitag zum Auftakt ihrer Sommertour im ostfriesischen Nordseeheilbad Neuharlingersiel.

Währenddessen schlägt die Aufarbeitung der G-20-Krawalle an der Elbe weiter hohe Wellen. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) verneint weiter die Polizeigewalt und handelt sich damit neuen Ärger mit seinem Koalitionspartner, den Grünen, ein.

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Eine Feministin sieht anders aus

FOTO: AFP PHOTO SAUL LOEB
Konservative Politikerinnen schaden feministischen Interessen, statt sie zu fördern. Ihr naives Verständnis von Feminismus dient nur einigen wenigen. Ein Kommentar.

Von Antonia Zimmermann | DER TAGESSPIEGEL

Wer heute seine „Girl Power“ in die Welt tragen will, muss sich lediglich zwischen gelben oder rosa Socken entscheiden. Feministische Kleidung liegt aktuell voll im Trend. Theresa May, die britische Premierministerin, trug auch einmal so ein T-Shirt. 2006 war das, lange bevor das modern wurde. Doch schaut man nach einem Jahr Amtszeit auf Mays Bilanz in Sachen Frauenrechte, wird deutlich, dass die Kluft zwischen Shirt und Haltung, zwischen der Symbolkraft einer weiblichen Regierungschefin und dem politischen Ertrag für die Frauen, größer kaum sein könnte. An Theresa May zeigt sich, wie schlecht der Feminismus oft in den Händen konservativer Politikerinnen aufgehoben ist – und warum man nicht allein damit zufrieden sein kann, dass immer mehr Frauen politische Spitzenämter bekleiden.

„This is what a feminist looks like“ lautete die hoffnungsstiftende Aussage des T-Shirts, in dem sie sich fotografieren ließ. Als eine Reporterin der US Vogue sie im März dieses Jahres darauf ansprach, lachte sie verlegen und witzelte, sie wisse gar nicht so recht, ob sie sich noch als Feministin bezeichnen würde. Was hat sich getan? Oder eher: Hat sich überhaupt etwas getan?

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Saarland: Landtagsvizepräsident warnt vor Einfluss der Homosexuellen

Entschiedener Gegner der Ehe für alle: Günter Heinrich, Jahrgang 1957, ist seit 1999 Mitglied des Saarländischen Landtages (Bild: Saarländischer Landtag)
„In 20, 30 Jahren werden sie bestimmen, was Familienpolitik ist“, meinte der saarländische CDU-Politiker Günter Heinrich – die LSU fordert seinen Rücktritt.

QUEER.DE

Der Vizepräsident des Saarländischen Landtags Günter Heinrich (CDU) warnt davor, dass in Zukunft Homosexuelle zu großen Einfluss bekommen könnten: „In 20, 30 Jahren werden sie bestimmen, was Familienpolitik ist“, erklärte der 60-Jährige gegenüber der „Saarbrücker Zeitung“. „Das ist eine Gefahr, die ich sehe.“

Als Reaktion forderte die LSU Saar am Dienstag in einer Pressemitteilung den Rücktritt des Politikers. „Die Aussagen von Herrn Heinrich sind beschämend, absurd und homophob. Nach der Entscheidung für die Eheöffnung vor zu großem Einfluss von Homosexuellen zu warnen, entbehrt jeder Grundlage und lässt jedwedes Taktgefühl vermissen“, sagte der LSU-Landesvorsitzende Christian Düppre. „Wir erwarten eine öffentliche Entschuldigung und fordern Herrn Heinrich auf, sein Amt als Landtagsvizepräsident mit sofortiger Wirkung zur Verfügung zu stellen.“

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Ein Jahr nach dem Putschversuch: So geht es der Gülen-Bewegung in Deutschland

Deutschland könnte das neue Zentrum der Gülen-Bewegung werden. (Symbolbild) (Foto: dpa)
Morddrohungen, Schulschließungen, zerbrechende Familen: Die deutsche Gülen-Bewegung kämpft seit dem Umsturzversuch in der Türkei um ihren Ruf – und ums Überleben.

Von Deniz Aykanat, Hakan Tanriverdi | Süddeutsche.de

Hanife Tosun klopft an die Tür. Hier müsste der Treffpunkt sein, sagt sie. Zweiter Stock in einem Bürokomplex, fernab der Kölner Innenstadt, ein Ort, an den man nicht zufällig gelangt. Tosun wählt eine Nummer. Irgendwo schrillt ein Smartphone. „Da sind sie“, sagt Tosun. Plötzlich huscht ein Mann an ihr vorbei die Treppe hinunter und verlässt fluchtartig das Haus.

Zehn Minuten und zwei Anrufe von Tosun später sperrt ebendieser Mann die Tür auf, an der Tosun gerade noch gewartet hatte. Er hat fünf weitere Personen mitgebracht, die sich in der Umgebung versteckt hielten.

Es sind unbeholfen wirkende Versuche, unentdeckt zu bleiben. „Entschuldigen Sie, dass wir so vorsichtig sein müssen“, sagt einer von ihnen. Jeder muss sein Smartphone abgeben, der Mann bringt sie in das Nebenzimmer. Er fürchtet, dass der türkische Geheimdienst eines der Geräte geknackt haben könnte und aus der Ferne das Mikrofon einschaltet.

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Überraschung im Erdkern

Das Erdmagnetfeld entsteht durch komplexe Strömungen im äußeren Erdkern. Doch warum es diese gibt, ließ sich bisher nur teilweise erklären. © TU Wien Zoom
Diskrepanz erklärt? Entscheidend für das Erdmagnetfeld ist offenbar nicht nur das Eisen im Erdkern, sondern vor allem der Nickelanteil. Erst dieses Metall könnte die Konvektionsströme im äußeren Erdkern überhaupt möglich machen. Der Grund: Während Eisen bei Hitze und hohem Druck Wärme zu gut leitet, wirkt Nickel eher als Bremser – und könnte so die nötigen Temperaturunterschiede erzeugen, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Communications“ berichten.

scinexx

Ohne das schützende Magnetfeld hätte unser Planet möglicherweise nie Leben hervorgebracht. Denn erst dieser planetare Schutzschild bewahrt uns vor tödlicher Strahlung aus dem All. Angetrieben wird das Magnetfeld von Konvektionsströmen im flüssigen äußeren Erdkern, so viel scheint klar. Doch warum diese Strömungen überhaupt existieren und wie sie in Gang kamen, lässt sich bisher nur in Teilen erklären.

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Niedersachsen plant Burka-Verbot für Schülerinnen

Vollverschleierte Schülerinnen im Unterricht? In Niedersachsen soll das bald nicht mehr möglich sein. Eine Burka oder ein Nikab seien ein „objektives Unterrichtshindernis“.

evangelisch.de

Die Gesetzesnovelle solle rückwirkend zum Beginn des neuen Schuljahres in Kraft treten, das am 3. August startet, teilte der Sprecher mit. Der neue Paragraf 58 im Schulgesetz soll Schülerinnen verbieten, eine gesichtsbedeckende Kleidung wie eine Burka oder einen Nikab zu tragen.

Niedersachsen will zum kommenden Schuljahr die Vollverschleierung von Schülerinnen im Unterricht verbieten. Der Landtag soll möglichst noch im August über eine entsprechende Änderung des Schulgesetzes abstimmen, wie ein Sprecher des Kultusministeriums am Freitag in Hannover sagte. Er bestätigte damit einen Bericht der „Braunschweiger Zeitung“. Die Fraktionen des Landtags hätten gemeinsam einen Vorschlag für die Gesetzesänderung formuliert.

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Hamas, Islamic Jihad lavish praise on ‘heroic’ Temple Mount shooting

Israeli police prevent Muslims from entering the al-Aqsa compound following a terror attack on July 14, 2017. (Screen capture: Twitter video)
Fatah calls police response ‘an attempt to exploit what happened to carry out an Israeli plan prepared in advance’

By Dov Lieber and TIMES OF ISRAEL STAFF

Palestinian terror groups praised the deadly shooting attack at Jerusalem’s Temple Mount on Friday, while Palestinian social media was rife with accolades for the killers.

Two Israeli police officers were killed and a third was wounded in the shooting attack, carried out by three Arab Israelis, just outside the Temple Mount complex in Jerusalem’s Old City. According to police, the attackers came from the Temple Mount shortly after 7:00 in the morning. They walked toward the Lions Gate exit, then opened fire at the Israelis.

After the shooting, the terrorists fled toward the Temple Mount and police gave chase. The officers then opened fire, shooting the terrorists dead inside the complex.

Sami Abu Zouhri, a senior spokesman for the Hamas terror group, said in a statement on Twitter that “the Jerusalem operation is a natural response to Israeli terrorism and the desecration of the Al-Aqsa Mosque,” and insisted that it proves “that the intifada continues and our people are united behind the resistance.”

The Islamic Jihad terror group also praised the “heroic attack.”

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