Eine Feministin sieht anders aus


FOTO: AFP PHOTO SAUL LOEB
Konservative Politikerinnen schaden feministischen Interessen, statt sie zu fördern. Ihr naives Verständnis von Feminismus dient nur einigen wenigen. Ein Kommentar.

Von Antonia Zimmermann | DER TAGESSPIEGEL

Wer heute seine „Girl Power“ in die Welt tragen will, muss sich lediglich zwischen gelben oder rosa Socken entscheiden. Feministische Kleidung liegt aktuell voll im Trend. Theresa May, die britische Premierministerin, trug auch einmal so ein T-Shirt. 2006 war das, lange bevor das modern wurde. Doch schaut man nach einem Jahr Amtszeit auf Mays Bilanz in Sachen Frauenrechte, wird deutlich, dass die Kluft zwischen Shirt und Haltung, zwischen der Symbolkraft einer weiblichen Regierungschefin und dem politischen Ertrag für die Frauen, größer kaum sein könnte. An Theresa May zeigt sich, wie schlecht der Feminismus oft in den Händen konservativer Politikerinnen aufgehoben ist – und warum man nicht allein damit zufrieden sein kann, dass immer mehr Frauen politische Spitzenämter bekleiden.

„This is what a feminist looks like“ lautete die hoffnungsstiftende Aussage des T-Shirts, in dem sie sich fotografieren ließ. Als eine Reporterin der US Vogue sie im März dieses Jahres darauf ansprach, lachte sie verlegen und witzelte, sie wisse gar nicht so recht, ob sie sich noch als Feministin bezeichnen würde. Was hat sich getan? Oder eher: Hat sich überhaupt etwas getan?

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