„Judensau“: Luther-gefällige Schmähskulptur


Bild: Peter Laskowski/FB
Die älteste hängt am Dom zu Brandenburg, eine andere gut sichtbar an dem von Köln, von Erfurt, von Regensburg. Im Jahr des 500. Reformationsjubiläums ist aber die Wittenberger „Judensau“ Ausgangspunkt der Debatte: dranlassen oder abnehmen?

Von Christina Özlem Geisler | evangelisch.de

Es ist um die Wende vom 12. auf das 13. Jahrhundert, als sie die Steinfigur in die Höhe hieven und an der Wittenberger Stadtkirche befestigen. Das Relief zeigt eine Sau, an deren Zitzen sich Menschen laben. Sie sollen Juden sein. Auch der Mann, der dem weiblichen Schwein unter dem Schwanz in den After blickt. Die Skulptur will Juden vor dem Niederlassen in der Stadt abschrecken und Christen vor den Juden als mutmaßlich verworfenes Volk warnen.

Rund 700 Jahre später versammeln sich Menschen mit Transparenten auf dem Wittenberger Marktplatz. „Was würde Jesus sagen wenn er die Judensau sehen würde?“, steht da etwa. Wer das Schmährelief im Mittelalter veranlasst hat, ist in der Geschichte verloren. Fest steht für die etwa 60 Teilnehmer der Mahnwache: Die „Judensau“ muss weg. Zuerst diese hier, dann auch die anderen. Und der Rummel im Reformationssommer 2017 ist ein guter Anlass, um Blicke und Kameralinsen auf dieses Anliegen zu lenken.

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