Besitzen und verschlingen


Cover: randomhouse.de

„Wer zu viel braucht, hat zu viel.“ – Der deutsche Bauingenieur und Aphoristiker Erhard Horst Bellermann (*1937) schlägt mit diesen Worten in die Kerbe der Konsumkritik, die besonders seit der Weltwirtschaftskrise 2008 sehr beliebt ist. Angesichts des Wohlstands, in dem die Menschen der westlichen und zunehmend auch der östlich/fernöstlichen Welt leben, liegt der Gedanke nahe, den Konsum als solchen anzufechten, da er in dem Ruf steht, mehr oder minder alle großen Probleme dieser Welt zu verursachen.

Von Maxime Pasker | Spektrum.de

Eine solche Kritik vorzutragen, ohne die einschlägigen historischen Zusammenhänge zu verstehen, läuft allerdings Gefahr, zu ideologisieren. Das Werk „Herrschaft der Dinge“ von Frank Trentmann versucht, der Debatte ein neutrales Fundament zu geben. Durch den gewaltigen Umfang von rund 1050 Seiten und durch wissenschaftlich-distanzierte Vorgehensweise vermittelt der Autor tatsächlich jenen anspruchsvollen historischen Überblick, den eine differenzierte Betrachtung des medial aufgeladenen Themas erfordert.

Trentmann, der mit Forschungsschwerpunkt Konsum am Birkbeck College in London lehrt und unter anderem Preisträger des Humboldt-Forschungspreises ist, schreibt gleichermaßen für Laien wie für ausgebildete Historiker. Es scheint allerdings fraglich, ob Fachfremde sich an einen solch mächtigen Band trauen.

weiterlesen

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s