Über falsch verstandenen Lifestyle-Feminismus


Bild: heise.de/tp
Seit einiger Zeit sind in vielen Magazinen Porträts junger Start Up-Gründerinnen, Freiberuflerinnen und Frauen in Führungspositionen zu sehen. Sie stehen für die Vision einer neuen modernen Frau, die alles machen kann, was sie will. Fälschlicherweise meinen einige, dass es sich hierbei um eine neue Form des Feminismus handeln würde.

Von Marina Ahne | TELEPOLIS

Doch blickt man hinter die z. T. tatsächlich beeindruckenden Geschichten dieser Frauen, erfährt man, dass sich die meisten mitnichten als „Feministinnen“ bezeichnen würden – aus den verschiedensten Gründen. Zu grau, zu verhüllt, zu lesbisch, zu männerfeindlich; der Feminismus hat viele Imageprobleme. Dennoch wird er diesen Frauen zugeschrieben, wenn auch in einer soften, vermeintlich „erträglicheren“ Version.

Da gibt es zum Beispiel bauchfreie Shirts mit dem Aufdruck „Fem-Power“ oder ähnlicher Bekennerschrift, denn inzwischen sind auch die großen Marken auf den Modefeminismus aufmerksam geworden und schwimmen ganz oben auf der Welle mit. Diese „neue Form“ des Feminismus ist viel schöner, bunter, schriller, freizügiger und für viele auch alltagstauglicher. Feminismus zum Anziehen (und auch wieder Ausziehen). Damit erspart man sich auch gleich die Debatte über Frauenrechte, denn die Trägerinnen der Fem-Mode sind – nach eigenen Angaben – schon befreit genug. Der Lifestyle-Feminismus suggeriert jungen Frauen, dass sie alles ausprobieren, sein und machen können und auch machen sollten.

weiterlesen

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s