Atheisten sind immer Klugscheißer – beten soll helfen

Ich habe seit Kurzem einen völlig neuen Lieblingstalkshowgast: Philipp Möller. Funktion: Klugscheißer! Das ist nicht etwa böswillige Polemik, er bezeichnet sich selbst als solchen, und ich habe selten ein so hohes Maß an Selbsterkenntnis bei einem Menschen erlebt.

Von Sebastian Moll | Die Tagespost

Möller wird derzeit mit Vorliebe in Sendungen eingeladen, bei denen es im weitesten Sinne um das Thema Religion und Kirche geht. Seine Rolle dabei ist die des atheistischen Klugscheißers, wobei dies im Grunde ein Pleonasmus ist. Atheisten sind immer Klugscheißer, das unterscheidet sie von den Agnostikern. Agnostiker und Atheisten verbindet ihre Ablehnung religiöser Institutionen. Doch während der Agnostiker die Beschränktheit des menschlichen Erkenntnisvermögens betont und somit eine gewisse intellektuelle Demut offenbart, ist der Atheist restlos von sich und seinem überlegenen Intellekt überzeugt, was ihm nach seiner Überzeugung das Recht gibt, jede Form von Religiosität in den Dreck zu ziehen.

Natürlich kann und will ich Herrn Möller sein Recht auf arrogante Selbstinszenierung nicht absprechen. Fraglich ist für mich allerdings, wie er darauf kommt, dass sich irgendjemand im Bereich der Kirche für seine Meinung interessieren könnte. Für gewöhnlich ist ein Verein, und letztlich ist die Kirche nichts anderes, in erster Linie seinen Mitgliedern verantwortlich. Was Außenstehende über ihn denken, kann dem Verein zunächst einmal egal sein.

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RatzeBene und der Zeitgeist

Bild: bb
Die Kirche muss sich öffnen. Tradition alleine wird dem Katholizismus nicht hochhalten, nicht in Europa. Ein Brückenschlag zur übrigen Welt ist nötig. Ein Kommentar.

Von Stephan-Andreas Casdorff | DER TAGESSPIEGEL

Es ist ein Kreuz. Da gibt es nun schon zwei Päpste – und jetzt streiten die auch noch. Ja, nicht so, wie sich gewöhnliche Leute streiten. Aber was Benedikt, der Abgedankte, auf der Beisetzungsfeierlichkeit für den ehemaligen Berliner und Kölner Erzbischof, Kardinal Joachim Meisner, in seinem Namen hat verlesen lassen, ist eine Botschaft in mehrerlei Hinsicht. Einmal, dass es den großen Kirchen(ober)lehrer Benedikt noch gibt, zum anderen, dass er sich nicht gerade am Kurs seines Nachfolgers ergötzt.

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„Unser Interesse gilt den Strukturen, die sexuellen Missbrauch begünstigt haben“

Dem mit der Untersuchung der Missbrauchsfälle in der katholische Kirche beauftragten Forschungskonsortium gehe es vor allem um die Strukturen und Dynamiken, die so etwas begünstigt hätten, sagte der Psychiater Harald Dreßing im Dlf. Alle Daten würden anonymisiert ausgewertet. „Wir können das nicht auf Personen zurückführen.“

Harald Dreßing im Gespräch mit Benedikt Schulz | Deutschlandfunk

Benedikt Schulz: Und wir bleiben beim Thema, das natürlich nicht auf das Bistum Regensburg beschränkt ist. Auch in anderen katholischen Einreichungen kam es zu Missbrauchsfällen, gepaart mit einigem Unwillen zur Aufklärung. 2011 hatte die Deutsche Bischofskonferenz beschlossen, die Missbrauchsfälle aufklären zu lassen durch das kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen beziehungsweise durch dessen damaligen Leiter Christian Pfeiffer. Das Projekt ist gescheitert bekanntermaßen, die Bischöfe hatten die Zusammenarbeit mit Pfeiffer aufgekündigt Anfang 2013, und über die Gründe dafür gibt es unterschiedliche Ansichten, vorsichtig ausgedrückt. Der Kriminologe Pfeiffer erklärte unter anderem, dass die Kirche den ausgehandelten Vertrag habe nachträglich ändern wollen und sich das Recht vorbehalten, die Veröffentlichung von Texten zu verbieten. Die Deutsche Bischofskonferenz hat vor einiger Zeit schon eine neue Studie in Auftrag gegeben, und ein Forschungskonsortium soll diesmal die Missbrauchsgeschichte aufklären. Koordinator des Konsortiums ist der forensische Psychiater Harald Dreßing, den ich jetzt am Telefon begrüße. Guten Morgen, Herr Dreßing!

Harald Dreßing: Guten Morgen!

Schulz: Herr Dreßing, Ihr Forschungsvorhaben wurde vor Kurzem noch verlängert, und zwar um neun Monate bis September 2018. Das heißt also, dass die Zusammenarbeit mit der Deutschen Bischofskonferenz in Ihrem Fall reibungslos verläuft?

Dreßing: In der Tat können wir diesbezüglich nicht klagen. Die Daten, die wir aus den Diözesen anfordern, und das sind gewaltige Datenmengen, die wir anfordern, gewaltige Erhebungen, die wir durchführen, die bekommen wir bisher.

Schulz: Ihr Quasi-Vorgänger, Herr Pfeiffer, hatte ja damals schwere Vorwürfe erhoben gegen die Deutsche Bischofskonferenz. Haben Sie denn die Zusicherung, dass Sie Ihre Ergebnisse ganz unabhängig veröffentlichen dürfen?

Dreßing: Wir haben nicht nur die Zusicherung, sondern das war eine Grundbedingung, dass wir dieses Projekt überhaupt begonnen haben. Wir sind alle renommierte Wissenschaftler, und wir würden kein Projekt eingehen, bei dem wir nicht alles das publizieren können, was wir letztendlich auch erforschen. Und das ist eine ganz klare vertragliche Formulierung, dass wir alles publizieren werden, was aus unserer Sicht wissenschaftlich bedeutsam ist.

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Die Geschichte von Australiens unheimlicher Sekte „The Family“ – die weibliche Jesus-Reinkarnation

Bild: VICE.com
LSD, Kindesentführungen und Gewalt: Zwei Journalisten zeigen, wie eine Yoga-Lehrerin in den 60ern Hunderte Menschen in ihren Bann zog.

Von Maddison Connaughton | VICE.com

961 klopfte eine Yoga-Lehrerin unangekündigt an der Tür des Rektors des Queens College in Melbourne. Obwohl die beiden sich nicht kannten, konnte die Frau den angesehen Psychologen Raynor Johnson bei einer Tasse Tee davon überzeugen, dass sie ein spirituelles Wesen mit hellseherischen Fähigkeiten sei. In den darauffolgenden drei Jahrzehnten zog Anne Hamilton-Bryne noch viele weitere Menschen in ihren Bann und baute so eine religiöse Sekte um sich herum auf. Für die Mitglieder dieser Sekte, die als „The Family“ bekannt wurde, war Hamilton-Bryne die weibliche Reinkarnation von Jesus.

Über die unheimliche Geschichte von The Family haben Rosie Jones und Chris Johnston nun ein gleichnamiges Buch geschrieben. Die Filmemacherin und der Journalist befassen sich schon seit Jahren getrennt voneinander mit der Sekte – Jones für ihre Dokumentation The Family und Johnston für eine Artikelreihe. Sie versuchen, die Geschichte von Hamilton-Bryne und ihren bis zu 500 Gefolgsleuten zu rekonstruieren.

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Darf Religion berufliche Anforderung sein?

Das Kreuz mit den Religionen
Erstmals behandelt der Europäische Gerichtshof einen Fall, der die besondere Stellung der Kirchen in Arbeitsverhältnissen betrifft. Das Urteil könnte für Deutschland eine maßgebliche Bedeutung haben.

Von Franziska Broich | katholisch.de

In Deutschland ist das Selbstverwaltungsrecht der Kirchen in Artikel 140 des Grundgesetzes verankert. Das bedeutet zum Beispiel, dass Kirchen entscheidenkönnen, wen sie einstellen. Das sei eine Besonderheit in Europa, sagt die Expertin für Religions- und Rechtsfragen Doris-Maria Schuster. In den meisten anderen EU-Staaten sei die Position der Kirchen nicht verfassungsrechtlich geschützt. Während das Bundesarbeitsgericht in Deutschland die Sonderstellung der Kirchen bereits in mehreren Urteilen bestätigte, ist das auf europäischer Ebene nicht der Fall.

Zum ersten Mal verhandelt am Dienstag der Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg darüber, ob es nach europäischen Recht eine Diskriminierung darstellt, wenn ein Bewerber bei einem kirchlichen Arbeitgeber wegen seiner Konfessionslosigkeit ausgeschlossen wird.

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547 Regensburger Domspatzen missbraucht

„Gefängnis, Hölle und Konzentrationslager“: Ein Abschlussbericht zeigt das Ausmaß der Misshandlungen bei den Regensburger Domspatzen.

SpON

Es handelt sich um einen der größten Missbrauchsskandale der katholischen Kirche in Deutschland: Bei den weltberühmten Regensburger Domspatzen sind über Jahrzehnte insgesamt 547 Kinder Opfer von körperlicher und sexueller Gewalt geworden. Das geht aus dem Abschlussbericht zum Missbrauchsskandal bei dem katholischen Chor hervor, der sieben Jahre nach Bekanntwerden der ersten Fälle nun vorgestellt worden ist. Demnach wurden 500 Kinder Opfer körperlicher Gewalt, 67 Kinder zusätzlich auch Opfer sexueller Gewalt.

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Saudi-Arabien: Junge Frau in kurzem Rock statt Abaya sorgt für Eklat

Skandalträchtig: Dieser Ausschnitt aus einem Video zeigt eine junge Frau im Minirock in Saudi-Arabien Quelle: Screenshot Die Welt
Ein Video sorgt in Saudi-Arabien für einen Aufschrei. Zu sehen ist eine Frau im kurzen Rock in einem historischen Fort. Für die einen ist es ein Akt der Befreiung, die anderen wollen sie im Gefängnis sehen.

DIE WELT

Man will es nicht glauben mit westlicher Weltsicht, aber im Jahr 2017 rufen auf dieser Welt tatsächlich noch Menschen „Ins Gefängnis mit ihr“, wenn eine Frau einen Minirock trägt. Im vielleicht konservativsten Land der Welt, Saudi-Arabien, postet eine beliebte Snapchat-Nutzerin unter dem Namen Khulood ein gerade mal sechs Sekunden langes Video auf dem Instant-Messaging-Dienst. Wer genau sich hinter dem Nutzernamen verbirgt, ist nicht bekannt.

Zu sehen ist darauf sie, wie sie im knappen Shirt und im Minirock durch ein leeres historisches Fort in Uschaiager läuft, einer Ortschaft nördlich der Hauptstadt Riad. Aus der Gegend stammen viele der besonders konservativen Clans.

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Erste „Tempoformel“ für tierische Sprinter

Der Gepard ist der schnellste Laufer im Tierreich – obwohl es Tiere mit viel längeren Beinen und mehr Muskeln gibt. © Saddako/ thinkstock
Eine Formel für alle: Warum sind die größten Tiere nicht auch die schnellsten? Auf diese Frage könnten Forscher nun eine allgemeingültige Antwort gefunden haben. Demnach kommt es darauf an, wie schnell die Muskeln das Tier auf Touren bringen können. Ist es zu schwer, sind die Energievorräte erschöpft, bevor das Maximaltempo erreicht wird. Eine einfache Formel beschreibt dies und ermöglicht so, das Maximaltempo verschiedenster Tiere auszurechnen – egal ob sie fliegen, schwimmen oder laufen.

scinexx

Eine Spinne oder ein Käfer kommen langsamer voran als eine Maus oder gar ein Pferd. Das erscheint logisch, denn mit ihren viel längeren Beinen können die größeren Tiere bei jedem Schritt einfach mehr Strecke zurücklegen als die Winzlinge. Doch dieser einfache Zusammenhang „größer = schneller“ stimmt nur bis zu einer gewissen Grenze: Elefanten sind langsamer als Antilopen oder gar Geparden.

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13.000 Mädchen in Deutschland droht Genitalverstümmelung

Mädchen aus dem Nahen Osten und vielen afrikanischen Ländern sind von dem grausamen Ritual bedroht © Maya Alleruzzo/DPA
Die Zahl klingt erschreckend: Nach Schätzungen der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes sollen in Deutschland mehr als 13.000 Mädchen von Genitalbeschneidungen bedroht sein. Die Zahl sei durch Flüchtlinge stark angestiegen.

stern.de

Die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes schätzt, dass in Deutschland aktuell mehr als 13.000 Mädchen von Genitalverstümmelung bedroht sind. Das sind rund 4000 mehr als noch vor einem Jahr. „Bedingt durch den Zuzug aus Ländern wie Eritrea, Somalia und dem Irak verzeichnen wir einen enormen Anstieg bei der Zahl der betroffenen Frauen und gefährdeten Mädchen“, berichtete Terre-des-Femmes-Mitarbeiterin Charlotte Weil der Deutschen Presse-Agentur. Die Autorin einer Dunkelzifferstudie zu dem Thema geht davon aus, dass in Deutschland inzwischen rund 58.000 Frauen leben, die Opfer der sogenannten Mädchenbeschneidung sind.

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Deutsche IS-Anhängerinnen von irakischer Armee festgenommen

APA/AFP/BULENT KILIC
Die Frauen hatten sich in einem Tunnelsystem versteckt und wurden bei einer Militäroperation nahe Mosul entdeckt.

Die Presse.com

Bei einer Militäroperation in der irakischen Stadt Mosul sind offenbar fünf IS-Anhängerinnen aus Deutschland festgenommen worden. Ein Offizier der irakischen Anti-Terror-Kräfte berichtete von 20 Kämpferinnen, die am vergangenen Donnerstag in der Altstadt festgenommen worden seien, darunter fünf deutsche.

Auch die „Welt“ schreibt unter Berufung auf Sicherheitskreise darüber. Nach ihren Angaben befindet sich möglicherweise auch eine 16-jährige Schülerin aus Sachsen darunter, die im Sommer 2016 eine Vollmacht der Eltern gefälscht haben soll, um sich dann von Frankfurt am Main mit dem Flugzeug nach Istanbul abgesetzt haben soll. Eine internationale Fahndung verlief bis dato erfolglos. Noch wird die Identität des Mädchens geprüft.

Aufarbeitung des Missbrauchsskandals spaltet die früheren Domspatzen

Alexander Probst als Domspatz, er gehört zu den Opfern. Heute spricht er öffentlich für sie, fordert Verantwortung von der Kirche. (Foto: Privat)
  • Seit vergangenem Jahr arbeitet ein Gremium aus Kirchen- und Opfervertretern den jahrzehntelangen Missbrauch bei den Regensburger Domspatzen auf.
  • Am Dienstag wird der Opferanwalt Ulrich Weber seinen Abschlussbericht vorlegen.
  • Weber hatte 2016 mit einem Zwischenbericht für Entsetzen gesorgt, weil er weit mehr Opfer aufzählte, als die internen Aufklärer des Bistums.

Von Andreas Glas | Süddeutsche.de

Er ist, wie man so sagt, das Sprachrohr der Opfer: Alexander Probst, 57, Bart, Brille, Glatze. Seit sieben Jahren redet er in Talkshows, seit ein paar Monaten liegt seine Autobiografie in den Buchhandlungen. Auf dem Umschlag ein Foto, das ihn als Bub zeigt, rotes Kleid, weißer Umhang, im Hintergrund der Regensburger Dom. Titel: „Von der Kirche missbraucht“. Seit sieben Jahren also kämpft Probst dafür, dass er doch noch so etwas erfährt wie späte Genugtuung. Das Buch, sagt er, „ist mein persönlicher Abschluss“ mit der Gewalt und dem Missbrauch, den er Anfang der Siebzigerjahre als Domspatz erlebte. Und wenn Opferanwalt Ulrich Weber an diesem Dienstag seinen Abschlussbericht vorlegt, dann soll der Skandal auch sein offizielles Ende finden, das ist jedenfalls der Wunsch: gemeinsam abschließen zu können. Aber so einfach ist das nicht.

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Italien blockiert weiteren EU-Einsatz vor Libyens Küste

© MINISTRY/HAN/REX/SHUTTERSTOCK Die spanische Fregatte Canarias bei einem Einsatz im Rahmen der Operation „Sophia“
Die EU-Außenminister wollten die gemeinsame Mission gegen Schleuser im Mittelmeer verlängern. Doch Rom meldete zu „Sophia“ weiteren Prüfbedarf an. Denn der Einsatz ist für Italien eher Problem als Hilfe.

Frankfurter Allgemeine

Italien blockiert die Verlängerung des EU-Militäreinsatzes vor der libyschen Küste. Weil die Regierung in Rom kurzfristig weiteren Prüfbedarf ankündigte, konnten die EU-Außenminister am Montag nicht wie geplant ein erweitertes Mandat für die Operation „Sophia“ beschließen. Es sei nicht auszuschließen, dass Italien mit der Blockade Zugeständnisse anderer Staaten bei der Aufnahme von Migranten erzwingen wolle, hieß es aus Diplomatenkreisen.

Für Italien ist der EU-Einsatz bereits seit einiger Zeit mehr Problem als Hilfe. Das liegt vor allem daran, dass sich die Regierung 2015 damit einverstanden erklärt hatte, dass am Rande des Einsatzes gerettete Migranten in italienische Häfen gebracht werden.

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Richter verbietet Syrerin das Tragen ihres Kopftuchs im Saal

Themenbild
Eine Syrerin will sich am Amtsgericht Luckenwalde von ihrem Mann scheiden lassen. Der Richter untersagt ihr laut Bericht das Tragen eines Kopftuchs. Das Neutralitätsgebot gilt hier nicht. Das Gericht hat eine simple Erklärung.

DIE WELT

Ein Familienrichter aus Brandenburg hat einer Muslimin das Tragen eines Kopftuchs im Gerichtssaal untersagt. Das berichtet der „Tagesspiegel“. „Religiös motivierte Bekundungen wie Kopftuch werden im Gerichtssaal und während einer Verhandlung nicht erlaubt“, zitiert das Blatt ein richterliches Schreiben an die Anwältin Najat Abokal, die die syrische Frau vertreten soll.

Dem Bericht nach kam die Frau als Flüchtling nach Deutschland und will sich nun am Amtsgericht Luckenwalde im Landkreis Teltow-Fläming von ihrem Mann, ebenfalls Muslim, scheiden lassen. Der Richter schrieb demnach in der Ladung für die auf den 27. Juli angesetzte Verhandlung, dass bei Nichtbefolgen mit Ordnungsmaßnahmen zu rechnen sei.

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Das Wasser kam in Schlammbällen aus dem All

Wasserträger. Im „Miller Range“ der Antarktis liegen H2O-reiche Asteroide.FOTO: NASA/CINDY EVANS
Große Teile der Meere, Flüsse und Seen stammen ursprünglich von halbflüssigen Asteroiden.

Von Roland Knauer | DER TAGESSPIEGEL

Das Wasser der Ozeane, der Eiskappen, Flüsse und Seen des „blauen“ Planeten Erde stammen offenbar von Asteroiden, die einst als Schlammbälle durchs Sonnensystem flogen. Das schreiben Philip Bland von der Curtin University of Technology im australischen Perth und Bryan Travis vom Planetary Science Institute in Tucson im US-Bundesstaat Arizona im Fachblatt „Science Advances“. Da Wasser die Grundlage allen Lebens auf der Erde ist, verdankt daher wohl auch der Mensch seine Existenz diesem Urschlamm aus dem Weltall.

Wasserträger von jenseits des Mars

Als sich vor rund 4,6 Milliarden Jahren das Sonnensystem bildete, ballten sich in der Umgebung der gerade entstehenden Sonne aus Weltraumstaub bald unzählige Gesteinsbrocken zusammen. In vielen Millionen Jahren verschmolzen sie zu größeren Gebilden, die schließlich zu den heutigen Planeten Erde, Venus und Mars heranwuchsen.

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Bessere Ausbildung für islamische Religionslehrer

Die Schüler zu einer kritischen Auseinandersetzung mit ihrer Religion befähigen und radikalen Sichtweisen vorbeugen – das sieht Islam-Experte Rauf Ceylan als Aufgabe islamischer Religionslehrer. Dafür müsse in der Ausbildung aber dringend nachgebessert werden.

Von Martina Schwager | evangelisch.de

Der Osnabrücker Islam-Experte Rauf Ceylan fordert Nachbesserungen bei der Ausbildung der islamischen Religionslehrer an Universitäten. Die Studierenden müssten besser darauf vorbereitet werden, Schüler zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Religion zu befähigen, sagte Ceylan dem Evangelischen Pressedienst (epd). Sie sollten zudem einen Betrag dazu leisten, radikalen Sichtweisen vorzubeugen.

Nach einer neuen Studie, die erstmals in Deutschland Einstellungen von angehenden islamischen Religionslehrern erfasst, begreife sich ein Großteil der Lehramtsanwärter für den islamischen Religionsunterricht jedoch als bloße Wissensvermittler.

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Hilft Ökostrom im Kampf gegen den Klimawandel?

Seit der Industrialisierung hat der CO2-Ausstoß stark zugenommen. © pixavbay.com, SD-Pictures
Ökostrom ist schon seit Jahren auf dem Vormarsch. Weltweit ist der Verbrauch an regenerativen Energien angestiegen. Doch gleichzeitig schreitet auch der Klimawandel mit großen Schritten voran. Fraglich ist, ob ein zeitnaher Total-Umstieg auf alternative Energien den Wandel noch aufhalten kann.

scinexx

Um über 1.500 Terawattstunden hat sich weltweit der jährliche Verbrauch an Ökostrom gesteigert. Die technologische Nutzung der Energie aus Sonne, Windkraft, Wasser und Geothermie entwickelt sich stetig weiter. Aktuell liegt Deutschland bei einer Stromerzeugung aus regenerativen Quellen von durchschnittlich gut 32 Prozent. Doch immer noch ist der Anteil an Strom aus Stein- und Braunkohle zu hoch. Jedes Jahr werden somit hierzulande tausende Tonnen an C02 in die Luft gestoßen.

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„Spielt nicht beim Juden“

Roger Waters, Mitbegründer von Pink Floyd.FOTO: REUTERS
Am Mittwoch spielt die Band Radiohead in Tel Aviv und wird deshalb heftig angefeindet. Es scheint ein neues Gesellschaftsspiel zu geben: „Spielt nicht beim Juden“. Eine Glosse.

Von Bernd Matthies | DER TAGESSPIEGEL

Was soll man von einem Musiker halten, der bei seinen Auftritten gelegentlich einen Ballon in Schweineform aufsteigen lässt, auf dem überdeutlich ein Davidstern zu sehen ist? Bei irgendeiner Nazi-Rockband aus Thüringen wäre die Sache klar, da haben solche Leute ja angeblich ihr Ökotop. Allerdings kommen die gar nicht auf derartige Ideen, da würde ihnen schon der Anwalt abraten. Der Musiker ist vielmehr Roger Waters, der einstige musikalische Leiter der Gruppe Pink Floyd. Ihm brummt und wummst es ein wenig im Kopf, das kann man verstehen, er hat zu viel Pink-Floyd-Musik gehört, und deshalb widmet er sein Leben nun der Obsession, andere Musiker von Israel fernzuhalten – irgendwie muss dieses verhasste Land doch kleinzukriegen sein.

Damals, als die Rolling Stones unter riesigem Jubel in Israel auftraten, hat das nicht funktioniert, wofür allein man die alten Knacker schon lieben muss. Aktuell betrifft es die nicht ganz so überlebensgroße Band Radiohead, die am morgigen Mittwoch in Tel Aviv spielen wird. Ihr Frontmann Thom Yorke ist deshalb scharfer Kritik ausgesetzt, auf einem anderen Konzert protestierten neulich Palästinenser, oder solche, die sich dafür halten.

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Türkei will gezielt Spitzel im Verfassungsschutz platzieren

Mehrere Bewerber beim Inlandsnachrichtendienst hatten enge Kontakte zum türkischen Geheimdienst. Der Verfassungsschutz reagierte mit einer Maßnahme, die unter Nato-Partnern höchst ungewöhnlich ist.

Von Dirk Banse, Uwe Müller | DIE WELT

Das Verhältnis zwischen deutschen und türkischen Geheimdiensten ist traditionell schwierig. Seit einem halben Jahrhundert operieren die von der Staatsmacht in Ankara hierher entsandten Agenten so, als ob es sich bei der Bundesrepublik um ihr Land handeln würde. Nach dem Putschversuch vor einem Jahr sind jetzt die ohnehin angespannten Beziehungen auf einem neuen Tiefpunkt angelangt.

Nach Informationen der WELT versucht der türkische Geheimdienst MIT offenbar, gezielt Spitzel im Verfassungsschutz zu platzieren, um den Inlandsnachrichtendienst zu unterwandern. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) teilte der WELT dazu mit: „Das BfV ist wie jeder andere Nachrichtendienst Ziel von strategischen Einschleusungsversuchen ausländischer Geheimdienste. Deshalb müssen wir als Sicherheitsbehörde besonders wachsam in Bezug auf Bewerber sein.“ Zu Details des heiklen Sachverhalts äußert sich die Kölner Behörde nicht.

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Militärbischof lobt Mut von widerständigen Wehrmachtssoldaten

Sigurd Rink, die Apocalypse. bearb. BB

Der evangelische Militärbischof Sigurd Rink hat den Widerstand von einzelnen Soldaten gegen den Nationalsozialismus gewürdigt. „Ihr Widerstand als Angehörige der Wehrmacht ist für die Bundeswehr traditionswürdig“, erklärte der Bischof am Montag in Berlin.

evangelisch.de

Sie seien wie die Attentäter des 20. Juli mit ihrem Leben für Menschlichkeit und Recht eingestanden und in die Fänge eines willfährigen, dem Recht entfremdeten Staatsapparates geraten. Jeder, der in Wehrmachtsuniform den Zielen des NS-Regimes widerstanden, verbrecherische Befehle nicht befolgt und so Zeugnis für ein besseres Deutschland abgelegt habe, gebe der Bundeswehr heute ein Vorbild, erklärte Rink.

Dass hingegen bis zum Kriegsende insbesondere hohe Offiziere der Wehrmacht „falschen Gehorsam“ geleistet hätten, sei „mahnendes Beispiel für die Bedeutung persönlichen Mutes“, sagte der Bischof für die Seelsorge in der Bundeswehr. So sei der 20. Juli ein Appell, „eigene kritische Positionen gegen jeden ‚Führer‘ zu vertreten“. Das verpflichte alle mit einem Leitungsamt in der Bundeswehr zu besonderer „Courage nach oben“.

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Nanomesh On-Skin Electronics Are a New Biointerface Frontier

Takao Someya Group/University of Tokyo
New sensors are basically temporary tattoos that act as electronics interfaces.

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

You can learn a lot about the goings-on of the human body just through the skin. The electrical activity of the heart, for example, is reflected in tiny electrical changes on the skin, which can be observed through electrocardiography. Electromyography reveals the electrical activity of muscles, which may then reveal neuromuscular diseases. Electroencephalography (EEG) gives us a viewport into the workings of the brain. All are powerful tools, but every one of them involves the pasting of unwieldy pads to the skin in a hospital setting.

In a paper published Monday in Nature Nanotechnology, Akihito Miyamoto and colleagues offer an alternative in the form of ultrathin meshes that offer direct integration with the soft surface of the skin. They involve virtually no mechanical footprint while allowing skin to breathe and sweat as normal. Medical uses aside, the new nanomesh technology offers a crucial advance in wearables, generally—a seamless interface between skin and and electronics. In other words, where skin essentially becomes electronics.

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