Nur wenige IS-Rekruten aus Mitteldeutschland

Mehr als 900 Deutsche sind nach Syrien oder in den Irak gezogen, um die Terrormiliz IS zu unterstützen. Nur wenige Rekruten kommen dabei aus Mitteldeutschland. Bildrechte: dpa
Über 900 deutsche Islamisten haben sich in den letzten Jahren dem sogenannten Islamischen Staat (IS) in Syrien und im Irak angeschlossen. Darunter sind auch Jugendliche. Die Mehrzahl von ihnen kommt aus den westdeutschen Bundesländern. Doch auch in Mitteldeutschland sind radikalisierte junge Menschen der Propaganda des IS gefolgt. Was auffällt: Aus Sachsen und Sachsen-Anhalt sind es meist Mädchen. So wie Linda aus Pulsnitz, die angeblich bei der Rückeroberung von Mossul gesehen wurde.

Von Niklas Ottersbach | MDR AKTUELL

Linda W. aus Pulsnitz ist eine von insgesamt drei islamistischen Ausreisern aus Sachsen. Die anderen beiden kommen aus Dippoldiswalde. Drei im Vergleich zu 900 Ausreisern aus ganz Deutschland, da wird deutlich: Der Freistaat ist kein islamistischer Hotspot. Ähnlich sehen die Zahlen für Thüringen und Sachsen-Anhalt aus.

Was auffällt: Sowohl in Sachsen als auch in Sachsen-Anhalt sind es auch junge Mädchen, die nach Syrien und in den Irak ausgereist sind. Kein Zufall, sagt David Aufsess. Der Streetworker aus Bremen arbeitet mit radikalisierten Jugendlichen und sagt: Islamismus ist kein reines Männer-Phänomen. „Tatsächlich ist die Szene auch sehr stark von Frauen und von Mädchen geprägt, die aber nach außen viel weniger sichtbar sind. Die sind dann über soziale Netzwerke organisiert, also Whatsapp-Gruppen oder Telegram-Kanälen. Der IS ist ja mittlerweile zurückgedrängt, deshalb ist auch der Propaganda-Output weniger geworden.“

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Warum Eltern ihre Kinder nicht impfen lassen

Themenbild: BR24
Viele Eltern lassen ihre Kinder nicht impfen. Und das, obwohl die Masern auch gefährlich verlaufen können. Aktuelle Zahlen zeigen, gerade in Bayern gibt es Regionen, in denen Menschen nicht zum Impfen gehen.

Von Jeanne Turczynski | BR24

Tom heißt im wirklichen Leben anders. Er lebt in München, hat drei Kinder, fünf, sieben und neun Jahre alt. Sie sind weitestgehend nicht geimpft:

„Ich denk, das ist vielleicht ein bisschen naiv, aber dass Kinder durch gute Ernährung und Selbstheilungskräfte des Körpers nicht krank werden. Aber wenn so eine Krankheit kommt, gerade die Kinderkrankheiten, dann stärkt es das Kind auch.“Tom,
Vater von drei Kindern

Tom ist mit seiner Meinung nicht alleine. Der aktuelle Versorgungsatlas Bayern zeigt, dass etwa in den Regionen Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz und Rosenheim nicht einmal die Hälfte aller Kinder beide Impfungen gegen Masern bekommen. Viele Eltern misstrauen den Impfungen, halten sie nicht für sicher – oder haben das Gefühl, nicht wirklich beraten zu werden – so wie Tom:

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Röhrenwürmer sind wahre Methusalems

Neues Mitglied im Klub der Ältesten: die Röhrenwurm-Spezies Escarpia laminata © Chemo III project/ BOEM/ NOAA OER
Neues Mitglied im Klub der Ältesten: Röhrenwürmer gehören zu den langlebigsten Tieren der Welt. Wie Forscher nun herausgefunden haben, kann eine im Golf von Mexiko heimische Art mehr als 250 Jahre alt werden. Damit schlagen die Würmer in Sachen Lebensdauer nicht nur einige ihrer engeren Verwandten. Sie werden auch älter als der Grönlandwal, der als langlebigster Meeressäuger rund 200 Jahre erreicht.

scinexx

Seit dem 20. Jahrhundert steigt die durchschnittliche Lebenserwartung des Menschen nahezu kontinuierlich – und die Ältesten unter uns brechen immer wieder Rekorde: Die Bestleistung in Sachen Lebensdauer liegt derzeit bei stolzen 122 Jahren. Doch das ist nichts im Vergleich zu dem Alter, das manche Spezies im Tierreich erreichen.

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Straffreiheit für knutschende Teenies

Da war das Sexualstrafrecht noch nicht geändert: Demonstranten fordern 2016 vor dem Berliner Landgericht in Moabit eine Reform. (Foto: Christian Mang/imago)
  • An diesem Mittwoch legt eine Kommission ihren Abschlussbericht vor, die 2015 beauftragt worden war, das Sexualstrafrecht grundlegend zu überarbeiten.
  • Das 1400 Seiten starke Werk, das der Süddeutschen Zeitung vorliegt, greift weit über die „Nein heißt Nein“-Reform hinaus.
  • Auch an die eilig verabschiedete „Nein heißt Nein“-Regelung sollte der Gesetzgeber den Experten zufolge noch einmal Hand anlegen.
  • Differenzierte Vorschläge legen sie für den Bereich des sexuellen Missbrauchs von Kindern vor.

Von Wolfgang Janisch | Süddeutsche.de

Dieses Mal sollte es wirklich ein Stück Rechtspolitik vom alten Schlag werden. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hatte im Frühjahr 2015 eine Kommission aus etwa zwei Dutzend Fachleuten einberufen, die mit langem Atem das unübersichtlich gewordene Sexualstrafrecht grundlegend überarbeiten sollte. Gibt es noch Strafbarkeitslücken? Oder auch Paragrafen, in denen ein veralteter Sittenkodex mitschwingt? Sind Kinder ausreichend gegen bedrohliche Entwicklungen im Internet geschützt?

Dann kam die Silvesternacht von Köln, und im Jahr 2016 ging alles ganz schnell. Im Juli verabschiedete der Bundestag eine Reform des Vergewaltigungsparagrafen – „Nein heißt Nein“ stand mit einem Mal im Gesetz. Da hatte die Kommission gerade ein Viertel ihrer 28 Sitzungen hinter sich.

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Professor hetzt gegen „Ehe für alle“

Ulrich Kutschera, 2010. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 – X. Wang

Ein Professor der Universität Kassel diffamiert Homosexuelle mit Pädophilie-Vorwürfen. Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) rät der Uni, Disziplinarmaßnahmen gegen den Mann zu erlassen.

Von Pitt von Bebenburg | Frankfurter Rundschau

Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) hat der Universität Kassel nahegelegt, Disziplinarmaßnahmen gegen einen Professor zu ergreifen.

Der Evolutionsbiologe Ulrich Kutschera hatte sich in einem Interview gegen die Homo-Ehe gewandt und hinzugefügt: „Sollte das Adoptionsrecht für Mann-Mann- bzw. Frau-Frau-Erotikvereinigungen kommen, sehe ich staatlich geförderte Pädophilie und schwersten Kindesmissbrauch auf uns zukommen.“ Wenn homosexuelle Paare Kinder adoptieren dürften, eröffne sich damit „ein mögliches Horror-Kinderschänder-Szenario, über das man nicht weiter nachdenken möchte – die ,Ehe für alle drei’ wird dann kommen.“

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Dodo Müller kritisiert „scheinheilige Papstdevotion“

Gerhard L. Müller links im Bild
Die Amtszeit von Kardinal Müller hat Franziskus überraschend nicht verlängert. Die Gründe sind unklar. Doch nun tritt Müller nach, spricht von „höfischem Gehabe“. Den Papst kritisiert er nur zwischen den Zeilen.

DIE WELT

Es ist Anfang Juli in Rom und glühend heiß. Die Klimaanlage brummt. Kardinal Gerhard Ludwig Müller sitzt vor einer großen Bücherwand in seiner Wohnung unweit des Vatikans und deutet auf die Anlage. „Ich bin drei Mal umgezogen, bis ich hier in die Wohnung einziehen konnte. Dann die Renovierung, die Klimaanlage, das alles auf eigene Kosten“, sagt er. Drei Mal umziehen für einen der wichtigsten Posten der katholischen Kirche – den er jetzt allerdings verloren hat.

Der ehemalige Regensburger Bischof war fünf Jahre lang Chef der Glaubenskongregation im Vatikan und gehörte zu den mächtigsten Männern im Kirchenstaat. Bis Papst Franziskus seine Amtszeit Anfang Juli überraschend nicht verlängerte. „Ich bin alleine für dieses Amt nach Rom gegangen“, sagt der 69-Jährige. „Es ist nicht so wie wenn man bei einer Regierung berufen wird oder bei internationalen Organisationen, wo alles bezahlt wird. Da hat sich niemand um mich gekümmert.“ Und: „Wir Deutschen kriegen die Wohnungen, in die man am meisten investieren muss. Mehr will ich dazu nicht sagen.“

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Neue Alzheimer-Medikamente in Sicht?

In den nächten fünf Jahren werden gleich 35 neue Wirkstoffe gegen Alzheimer in klinischen Studien der Phasen II und III getestet. © Thomas Northcut/ thinkstock
Hoffnung für Alzheimer-Patienten: In den nächsten Jahren werden gleich 35 neue Wirkstoffe gegen Alzheimer am Menschen getestet. 27 dieser Mittel kommen bereits in klinische Studien der Phase III – den letzten großen Test vor der Zulassung. Forscher sind daher vorsichtig optimistisch, dass es bald Medikamente geben könnte, die wenigstens das Fortschreiten der Demenz effektiv bremsen oder gar stoppen.

scinexx

Alzheimer ist heute eine der häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen weltweit. Allein in Deutschland sind rund 1,3 Millionen Menschen von der fortschreitenden Demenz betroffen – Tendenz steigend. Doch ein Heilmittel oder eine Möglichkeit, den Ausbruch der Krankheit zu verhindern, gibt es bisher nicht. Man kann nur versuchen, die Symptome ein wenig zu lindern, aufhalten lässt sich das Fortschreiten der Demenz aber nicht.

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Bioplastik aus Zitronen

Das unter anderem in Zitronen enthaltene Limonen könnte der Schlüssel zu einer neuen Generation von Bioplastik sein. © Public domain
Biobasierter Kunststoff: Wissenschaftler haben ein Plastik entwickelt, das auf dem in Zitronen und Orangen enthaltenen Naturstoff Limonen basiert. Ihr Polycarbonat zeichnet sich durch eine besonders gute Hitzebeständigkeit aus und ist dank des nachwachsenden Rohstoffs umweltverträglicher als normale Kunststoffe. Außerdem kommt es ohne den umstrittenen Weichmacherzusatz Bisphenol A aus. Das Limonen könnte nach Ansicht der Forscher daher auch als BPA-Ersatz bei der herkömmlichen Plastikherstellung Anwendung finden.

scinexx

Ob Handyhülle, PET-Flasche oder Plastiktüte: Kunststoffe begegnen uns im Alltag nahezu an jeder Ecke. Sie scheinen unverzichtbar – doch gleichzeitig geraten sie zunehmend in Verruf. Denn zum einen werden Materialen wie Polycarbonate aus dem immer knapper werdenden Rohstoff Erdöl hergestellt. Zum anderen landen sie oft nach kurzem Gebrauch bereits wieder in der Tonne und ihre nur schwer abbaubaren Überreste belasten die Umwelt.

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Streit auf Facebook endet in Pakistan mit Todesurteil

Kreuzigung in Syrien. Themenbild. Bild: RMC
In dem Land gibt es bereits strenge Gesetze gegen Blasphemie, doch nun ist auch das Internet betroffen

Von Agnes Tandler | derStandard.at

Taimoor Raza hält sich für unschuldig. Der 30-jährige Pakistaner hatte sich vor einem Jahr auf Facebook mit einem anderen Nutzer über den Islam gestritten. Doch während normalerweise solche Facebook-Auseinandersetzungen allenfalls mit kindischen Beleidigungen oder Blockierungen enden, könnte Raza diesen Streit mit seinem Leben büßen. Ein Gericht im ostpakistanischen Bahawalpur verurteilte den Mann wegen Gotteslästerung zum Tod am Galgen. Es ist das erste Mal, dass in Pakistan wegen blasphemischer Äußerungen im Internet die Todesstrafe über jemanden verhängt wurde.

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Frau in Saudi-Arabien nach Minirock-Video festgenommen

Dass eine Frau in Minirock und Top durch Saudi-Arabien läuft, ist alles andere als alltäglich. Eine Feministin hat ein Video davon im Internet veröffentlicht – nun wurde die darin Gezeigte festgenommen.

stern.de

Ein bauchfreies Top ohne Ärmel und ein Minirock sind bei Temperaturen von über 40 Grad im Schatten nichts Besonderes. Doch dass eine Frau in Minirock und Top durch Saudi-Arabien läuft, ist alles andere als alltäglich. Nun hat eine Feministin das Video einer Frau in westlicher Sommerkleidung im Internet veröffentlicht und damit die Gemüter erregte.

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Dodo Müller zum Missbrauchsbericht: Priester werden auch a priori verdächtigt

Gerhard L. Müller links im Bild
Bisheriger Präfekt der Glaubenskongregation reagierte gemäß „Zeit online“ auf den Missbrauchsbericht des Bistums Regensburg

kath.net

Katholische Priester würden durchaus auch a priori verdächtigt werden, es sei offensichtlich, dass die katholische Kirche beim Missbrauchsthema härter angegangen werde als andere Institutionen. Das sagte Gerhard Ludwig Kardinal Müller, nachdem das Bistum Regensburg einen ausführlichen Bericht zu Missbrauchsfällen im Bistum vorgestellt hatte, wie „Zeit online“ berichtete. Müller war Präfekt der Glaubenskongregation gewesen, zuvor Bischof von Regensburg.

Außerdem wies er gemäß „Zeit online“ Vorwürfe zurück, wonach er als Präfekt der Glaubenskongregation die Aufklärung von Missbrauchsvorwürfen behindert habe.

Quelle des Terrors: Wie der saudische Wahhabismus die islamische Welt beeinflusst

Partner. US-Präsident Franklin Roosevelt und König ibn Saud im Jahr 1945. Die USA setzen auf Saudi-Arabien als Rohstofflieferant.FOTO: UNITED ARCHIVES/MAURITIUS
Im Jahr 1744 verbündeten sich ein Prediger und ein Stammesführer zu einer neuen Macht. Dieser Pakt besteht bis heute.

Von Daniel Steinvorth | DER TAGESSPIEGEL

Das Grauen kam aus der Wüste. Als Tausende auf Pferden und Kamelen heranpreschten, begleitet von wildem Kriegsgeschrei. Es kam mit gezückten Pistolen und Gewehren, Säbeln und Schwertern. Sein Ziel war Kerbela, die heilige Stadt der Schiiten, heute im Irak gelegen. Niemand hatte die Menschen dort vorgewarnt, niemand hatte ihnen den Krieg erklärt. Die Einwohner und die schiitischen Pilger, die an jenem Tag ein Fest zu Ehren des Märtyrers Ali feierten, wähnten sich in göttlicher Sicherheit. Sie ahnten nicht, dass ihre Wallfahrt in einem Blutbad enden würde.

Laut einem Augenzeugenbericht fand das Massaker von Kerbela am 21. April 1802 statt. Ein Feldherr aus dem Nadschd, dem Landesinneren der Arabischen Halbinsel, kommandierte den Überfall. Sein Name: Saud ibn Abd al-Aziz ibn Mohammed al-Saud. Al-Saud war der Herrscher eines damals noch jungen, aber rasch expandierenden Wüstenreiches – des ersten saudischen Staats –, und er hatte es schon lange auf Kerbela abgesehen. Von der Stadt am Unterlauf des Euphrat hieß es, sie berge sagenhafte Schätze. Persische Schahs und schiitische Pilger hatten den Ort reich beschenkt.

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Apokalyptische Bilder bei Bränden an der Adria

foto: afp/str Der Feuerwall an der kroatischen Küste war sogar von den Inseln aus zu sehen. Rund um Split brachen am Montag die Wasserversorgung und das Stromnetz zusammen. Am Dienstag besserte sich die Lage.
Nach den bedrohlich werdenden Waldbränden rund um die kroatische Hafenstadt Split am Montag brachte die Feuerwehr nun die Lage einigermaßen unter Kontrolle

Von Adelheid Wölfl | derStandard.at

In der Früh war der Himmel noch klar und blau. „Aber bei den ersten Schwimmzügen spürten wir ganz knapp über der Wasseroberfläche einen deutlichen Brandgeruch. Beim Frühstück auf der Terrasse mit Blick Richtung Festland, also Split, hat sich ein Schleier über das Land gelegt, niedrig noch, fast wie Nebel, aber schon fremd“, erzählt Carolin Culen von ihrem Urlaub auf der Insel Brac in Kroatien.

Die Waldbrände, die schon am Wochenende begonnen hatten, breiteten sich rasant vom Berg Mosor, durch den Nord-Ost-Wind angetrieben, aus und kamen Split immer näher. „Ab Mittag färbte sich der Himmel zunehmend ein, das Licht wurde gelblich, die Sonne war wie hinter einem Schleier. Auf dem Wasser sammelten sich weiße Flankerln“, erzählt die Psychologin, „wie kleine Fetzchen Seidenpapier. Der Gedanke, dass das Asche ist, kam mir aber noch sehr absurd vor.“

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Oktoberfestattentat: Bundesregierung muss Auskunft über V-Männer geben

Bild: heise.de/tp
Bundesverfassungsgericht sieht Bündnis90/Die Grünen, Die Linke und den Bundestag in Rechten verletzt

Von Marcus Klöckner | TELEPOLIS

Wieder einmal hat das Bundesverfassungsgericht der Bundesregierung mit seinem Urteilein paar klare Worte ins Stammbuch geschrieben: „Die Bundesregierung [hat] die Bundestagsfraktionen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und DIE LINKE sowie den Deutschen Bundestag teilweise in ihren Rechten verletzt […], indem sie unter Berufung auf das Staatswohl und die Grundrechte verdeckt handelnder Personen die vollständige Beantwortung von Anfragen zu nachrichtendienstlichen Erkenntnissen zum Oktoberfestattentat verweigert hat.“

Mit anderen Worten: Nun hat die Bundesregierung es schriftlich von höchster Stelle aus Karlsruhe, dass sie bei einem der schwersten Terroranschläge in Deutschland, bei dem am 26. September 1980 13 Menschen getötet und 211 verletzt wurden, sich rechtswidrig weigert, dem Parlament notwendige Auskünfte zu erteilen.

Im Jahr 2014 hatten Bündnis90/Die Grünen und die Linkspartei eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung zum Münchner Anschlag gestellt. Darin ging es auch um die Rolle von Heinz Lembke, der im Zusammenhang mit dem Attentat verhaftet und sich schließlich 1981 in seiner Haftzeit angeblich selbst das Leben genommen hat. In der Antwort der Bundesregierung an die beiden Parteien heißt es: „Lembke ist nach den Erkenntnissen des Generalbundesanwalts freiwillig aus dem Leben geschieden.“

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Benedikt gegen Franz

Papst Franziskus (l.) und sein zurückgetretener Vorgänger Benedikt XVI. (r.) bei der Feier des 65. Priesterjubiläums von Benedikt im Apostolischen Palast im Vatikan im Juni 2016. (Foto: imago/epd)
Der alte Papst hat eine wohlkalkulierte Grabrede für Kardinal Meisner entworfen. Sie ist zugleich eine Warnung an Benedikts Nachfolger Franziskus: Verrate mein Erbe nicht.

Von Matthias Drobinski | Süddeutsche.de

Es ist doch nur ein Grußwort, könnte man sagen. Der emeritierte Papst Benedikt XVI. und der verstorbene Kardinal Joachim Meisner kannten sich ein halbes Leben lang, sie teilten die Sorge, dass die katholische Kirche dem Zeitgeist Tür und Tor öffnen könnte. Warum also sollte Benedikt nicht aus seiner römischen Klause heraus dem toten Amtsbruder einen letzten Gruß schicken, warmherzig und persönlich formuliert?

Die Worte aber, die Benedikt gewählt hat, zeigen: Dem alten Papst geht es nicht um ein paar warme Sätze am Sarg des Freundes. Das Grußwort ist ein Programm. Benedikt spricht von der „Diktatur des Zeitgeistes“, der Kardinal Meisner widerstanden habe; er vergleicht den Zustand der katholischen Kirche mit einem Schiff im Sturm, das „schon fast zum Kentern angefüllt ist“.

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„No Publicity“: Enthüllende Briefe vom Mitbegründer der Evolutionstheorie

stereoscopic & photographic company Alfred Russel Wallace auf einem Foto aus dem Jahr 1895. Der etwas mürrische Herr war der vielen Medaillen „müde“, er wollte sich für die Überreichung des Order of Merit keinen neuen Anzug kaufen. Und ein Grab in der Westminster Abbey lehnte er ab, weil er „gegen unnötige Zeremonien“ war.

Am Mittwoch werden 24 Schriftstücke des Naturforschers Alfred Russel Wallace versteigert, die erhellen, warum er weniger berühmt ist als Charles Darwin

derStandard.at

Wissen Sie, wer den Begriff „Origin of Species“ – also „Entstehung der Arten“ – erfand? Nein, das war nicht Charles Darwin, sondern sein Zeitgenosse Alfred Russel Wallace (1823 –1913), der zumindest in Fachkreisen gemeinsam mit Darwin als gleichberechtigter Mitbegründer der Evolutionstheorie gilt. Wallace, der in den 1850er Jahren in Indonesien forschte, informierte Darwin über seine revolutionäre Idee, was 1858 dazu führte, dass beide ihre Versionen der Evolutionstheorie den Mitgliedern der Linnean Society präsentierten. Doch wie kam es, dass der Name Darwins den von Wallace heute so sehr überstrahlt? Liegt es womöglich daran, dass sich Wallace später mit seinen seltsamen Interessen für den Spiritismus schadete?

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Deutsche Regierung verschiebt U-Boot-Geschäft mit Israel

INS „Rahav“, Israels fünftes Boot der Dolphin-Klasse, bei der Überstellung in den Hafen von Haifa, Jänner 2016. – APA/AFP/JACK GUEZ
Der beabsichtigte, von Deutschland massiv subventionierte Kauf dreier weiterer Boote der „Dolphin“-Klasse wurde wegen einer Korruptionsaffäre in Israel auf Eis gelegt. Die Dolphins sind Gerüchten zufolge auch atomwaffentauglich.

Die Presse.com

Die deutsche Bundesregierung hat die Unterzeichnung eines U-Boot-Geschäfts mit Israel offenbar verschoben. Dies verlautete am Dienstag aus einer Quelle im israelischen Nationalen Sicherheitsrat. Die Unterzeichnung einer Absichtserklärung über Bau und die Lieferung von drei dieselelektrisch/brennstoffzellenbetriebenen U-Booten der Dolphin-2-Klasse sei eigentlich für kommende Woche in Berlin geplant gewesen, berichteten israelische Medien.

Grund für die Verschiebung ist eine Korruptionsaffäre um das U-Boot-Geschäft in Israel. Ein Regierungssprecher in Berlin wollte die Informationen nicht kommentieren. Die israelische Zeitung „Yediot Ahronot“ hatte als erste über eine Verschiebung des Deals berichtet. Sie zitierte israelische Regierungsvertreter mit den Worten, Deutschland sei nicht aus dem Geschäft ausgestiegen, wolle aber die Ermittlungen in der Affäre abwarten.

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Diakonie kritisiert Lage der Flüchtlinge in Griechenland

Die Diakonie Deutschland hat die Lage der Flüchtlinge in Griechenland scharf kritisiert.

evangelisch.de

Wie Unterstützer der Menschen in den sogenannten Hotspots auf den griechischen Inseln am Dienstag in Berlin berichteten, sind die Auffanglager überfüllt und genügen kaum menschenrechtlich gebotenen Mindeststandards. Ankommende Flüchtlinge müssten in Zelten schlafen oder auf der Straße, die psychischen Belastungen seien enorm hoch und Kinder akut gefährdet, Opfer sexueller Gewalt zu werden.

Helfer der Initiative „Refugee Law Clinics Abroad„, die von der Diakonie Deutschland unterstützt wird, sind derzeit auf der Insel Chios tätig. Der Hotspot ist für rund 1.100 Flüchtlinge ausgelegt. Derzeit leben den Angaben zufolge mindestens 2.000 Menschen in dem Lager. Die Juristen informieren die Flüchtlinge über die Verfahren und ihre rechtliche Situation.

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Anthroposoph Götz Werner erklärt, warum uns das Grundeinkommen nicht zu Faulpelzen macht

Götz Werner spricht über das Grundeinkommen © picture alliance / dpa
Der Chef der Drogeriekette dm, Götz Werner, ist Verfechter des Grundeinkommens. In einem Interview erklärt er, warum das Geld für alle nicht faul macht – und ungeliebte Jobs wie Toiletten putzen besser bezahlt werden müssten.

stern.de

Über kaum eine gesellschaftliche Theorie wird derzeit so sehr gestritten wie über das bedingungslose Grundeinkommen (BGE). 1000 Euro pro Monat soll jeder Bürger bekommen, ohne dafür arbeiten gehen zu müssen. Kinder bekommen die Hälfte des Betrags. Finanziert werden soll das System dadurch, das staatliche Leistungen wie Hartz IV oder Kindergeld gestrichen und die Steuern angehoben werden. Ein großer Verfechter dieser Idee ist der dm-Chef Götz Werner. Im Interview mit der „Frankfurter Rundschau“ erklärt er, warum er so fest ans Grundeinkommen glaubt.

Ein großer Kritikpunkt am BGE ist die Frage, wie es mit miesen, aber notwendigen Jobs weitergehen würde. Wenn jeder genug Geld zum Leben hätte, wären Jobs wie Toiletten reinigen oder körperlich anstrengende Arbeit schwer zu besetzen.

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Tyrannosaurus Rex Would Break Its Own Legs if It Chased Jeff Goldblum IRL

Image: MaxPixel/CC0
Two independent studies show that the king of the dinosaurs was much slower than we thought.

BY Becky Ferreira | MOTHERBOARD

„We clocked the T. rex at 32 miles an hour,“ John Hammond, played by Richard Attenborough, casually informs his guests in Jurassic Park. Later, when the T. rex inevitably breaks out of her paddock, this speed limit is put to the test as the intimidating predator bears down on a Jeep in one of the most iconic chase scenes in film history.

This popular image of light-footed tyrannosaurs running after targets—which was recently rehashed in Jurassic World—has defined our view of how this extinct carnivore looked and lived.

But according to two unrelated studies published this week, in the journalsNature Ecology & Evolution and PeerJT. rex could not have come close to running 32 miles per hour. In contrast to its sporty depiction in movies, this animal appears to have been a bonafide slowpoke, sidling along at estimated top speeds of 12 to 17 miles per hour (20 to 29 kilometers per hour). By contrast, Usain Bolt can run nearly 28 miles per hour, cheetahs can top 60 miles per hour, and 1992 Jeep Wranglers, like those used in Jurassic Park, can accelerate to over 90 miles per hour.

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