Quelle des Terrors: Wie der saudische Wahhabismus die islamische Welt beeinflusst


Partner. US-Präsident Franklin Roosevelt und König ibn Saud im Jahr 1945. Die USA setzen auf Saudi-Arabien als Rohstofflieferant.FOTO: UNITED ARCHIVES/MAURITIUS
Im Jahr 1744 verbündeten sich ein Prediger und ein Stammesführer zu einer neuen Macht. Dieser Pakt besteht bis heute.

Von Daniel Steinvorth | DER TAGESSPIEGEL

Das Grauen kam aus der Wüste. Als Tausende auf Pferden und Kamelen heranpreschten, begleitet von wildem Kriegsgeschrei. Es kam mit gezückten Pistolen und Gewehren, Säbeln und Schwertern. Sein Ziel war Kerbela, die heilige Stadt der Schiiten, heute im Irak gelegen. Niemand hatte die Menschen dort vorgewarnt, niemand hatte ihnen den Krieg erklärt. Die Einwohner und die schiitischen Pilger, die an jenem Tag ein Fest zu Ehren des Märtyrers Ali feierten, wähnten sich in göttlicher Sicherheit. Sie ahnten nicht, dass ihre Wallfahrt in einem Blutbad enden würde.

Laut einem Augenzeugenbericht fand das Massaker von Kerbela am 21. April 1802 statt. Ein Feldherr aus dem Nadschd, dem Landesinneren der Arabischen Halbinsel, kommandierte den Überfall. Sein Name: Saud ibn Abd al-Aziz ibn Mohammed al-Saud. Al-Saud war der Herrscher eines damals noch jungen, aber rasch expandierenden Wüstenreiches – des ersten saudischen Staats –, und er hatte es schon lange auf Kerbela abgesehen. Von der Stadt am Unterlauf des Euphrat hieß es, sie berge sagenhafte Schätze. Persische Schahs und schiitische Pilger hatten den Ort reich beschenkt.

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