„Frauen sind in der katholischen Kirche schon weit gekommen“

Frauen in der katholischen Kirche – es gibt kleine Schritte nach vorne (picture-alliance / dpa / Riccardo De Luca)
Die Juraprofessorin Charlotte Kreuter-Kirchhof setzt sich dafür ein, dass mehr Frauen in kirchliche Führungspositionen kommen. „Wir haben an den Universitäten sehr viele hochqualifizierte Frauen“, sagte sie im Dlf, „da muss die Kirche zugreifen und sagen: Euch brauchen wir!“

Charlotte Kreuter-Kirchhof im Gespräch mit Christiane Florin | Deutschlandfunk

Christiane Florin: Morgen steht Maria von Magdala im Heiligenkalender, besser bekannt als Maria Magdalena. Jahrhundertelang galt sie als DIE Sünderin, zu Unrecht, wie man heute weiß. Im vergangenen Jahr hat Papst Franziskus sie in den Stand einer Apostelin der Apostel erhoben und ihren Tag, den 22. Juli, zum gebotenen Festtag aufgewertet. Im Jenseits macht die Gleichstellung von Mann und Frau Fortschritte. Im Diesseits – nun ja. Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, sagte kürzlich, es müsse mehr Frauen in kirchlichen Leitungspositionen geben.

Damit der fromme Wunsch Wirklichkeit wird, muss noch eine zweite Heilige eingreifen: Hildegard von Bingen. Ein Verein, nach ihr benannt, will etwas dafür tun, dass mehr Frauen in kirchliche Führungspositionen kommen. Er bietet ein spezielles Mentoring-Programm für angehende Chefinnen an, die ersten Absolventinnen gibt es seit wenigen Wochen. Charlotte Kräuter-Kirchof ist stellvertretende Vorsitzende des Hildegardis-Vereins, im Hauptberuf hat sie einen Lehrstuhl für Öffentliches Recht an der Universität Düsseldorf. Frau Kreuter-Kirchhof, was machen katholische Frauen bisher falsch, warum brauchen die besondere Hilfe?

Charlotte Kreuter-Kirchhof: Die machen gar nichts falsch, sondern im Moment ist es so, dass wir mit unserem Mentoring-Programm des Hildegardis-Vereins versuchen, Frauen zu ermutigen, Führungspositionen in der Kirche anzustreben. Und dass gleichzeitig die Kirche sozusagen die Arme öffnet und sagt: Wir wollen diese Frauen und wir wollen diese Frauen in Führungspositionen begleiten. Dass es im Moment noch nicht genauso viele Frauen wie Männer in Führungspositionen in der katholischen Kirche gibt, ist ehrlich gesagt kein rein kirchliches Phänomen, sondern das erleben wir ja in vielen Bereichen der Gesellschaft. Da machen wir uns auf den Weg, um Frauen Mut zu machen und zu sagen: Übernimm Verantwortung.

Florin: Was bezeichnen Sie als Führungspositionen in der katholischen Kirche?

Kreuter-Kirchhof:  Da muss man einen weiten Begriff nehmen. „Führungsposition“ ist für mich vor allen Dingen eine Gestaltungsmöglichkeit. Ein Bereich, in dem man selber Akzente setzen kann, Ziele mitbestimmen kann. Dann aber natürlich auch Personalverantwortung: dass man für andere Menschen Verantwortung übernimmt und mit einem Team gemeinsam den Weg bestimmt. Das gilt wohl in der katholischen Kirche, das gilt aber auch darüber hinaus in anderen Bereichen.

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Dodo Gloria von Thurn und Taxis relativiert Missbrauchsskandal

Bild. Süddeutsche.de

Gloria von Thurn und Taxis hat den Missbrauchsskandal bei den Regensburger Domspatzen relativiert. Auf die Frage, ob die Institution der Domspatzen den Missbrauch ermöglicht habe, sagte sie: „Das ist totaler Schmarrn.“ Die Opfervertreter reagieren mit Fassungslosigkeit.

Von Guido Fromm, Andreas Schrank | BR24

Am Rande der Regensburger Schlossfestspiele äußerte Gloria von Thurn und Taxis sich zum Skandal bei den Domspatzen – hier Auszüge aus dem Abschlussbericht – und sagte dem Bayerischen Rundfunk, dass auch sie als Kind geschlagen wurde. Die 57-Jährige relativierte dies zugleich mit einem Verweis auf andere Zeiten: „In meiner Jugend war Schläge ein ganz normales pädagogisches Mittel, um mit frechen Kindern, wie ich eines war, fertig zu werden.“ Gloria betonte auch, sie fände es unfair, heutige Maßstäbe auf frühere Dekaden anzuwenden. „Das geht nicht. Die Welt hat sich verändert.“

„Sexuellen Missbrauch gibt es überall“

Beim Thema sexueller Missbrauch wies sie darauf hin, dass dieser in vielen Bereichen geschehe. Es sei Aufgabe der Eltern, ihre Kinder darauf hinzuweisen. Auf die Frage, ob die Institution den Missbrauch ermöglicht habe, reagierte Gloria von Thurn und Taxis empört:

„Das ist totaler Schmarrn. Das ist einfach richtig gemein. In jeder Schule, in jedem Sportverein gibt es dieses Phänomen und das wird es auch immer geben. Man geht gerne auf die Kirche los und das ist ein gefundenes Fressen.“Gloria von Thurn und Taxis

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Kirchenaustritte 2016: 162.093 Katholiken, 190.000 Protestanten

Bild: tilly
Verantwortliche und Interessierte warten jedes Jahr mit Spannung auf die aktuellen Zahlen des kirchlichen Lebens. Am Freitag wurde die Statistik vorgestellt – und dürfte zumindest teilweise für Erleichterung sorgen. Katholisch.de präsentiert die wichtigsten Zahlen für 2016.

katholisch.de

Im zweiten Jahr in Folge ist die Zahl der Austritte aus der katholischen Kirche zurückgegangen. 2016 erklärten insgesamt 162.093 Menschen in Deutschland ihren Austritt, wie die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) am Freitag in Bonn bekanntgab. Das entspricht einem Rückgang von ungefähr 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr(2015: 181.925). Im Vergleich zum „Rekordjahr“ 2014 ist die Zahl der Kirchenaustritt gar um ein Viertel zurückgegangen. Fast unverändert war die Zahlen bei den Wiedereintritten (6.461; 2015: 6.474). Den größten Anteil der 2.574 Eingetretenen(2015: 2.685) stellten ehemals protestantische Konvertiten.

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Neonazi-Marine auf großer Fahrt

Das Schiff „Vos Hestia“ der NGO „Save the Children“ im Mittelmeer. Foto: rtr
Identitäre wollen im Mittelmeer Seenotretter sabotieren und Flüchtlingsboote blockieren. Argumentativ kommen ihnen konservative Politiker ungewollt zu Hilfe.

Von Melanie Reinsch | Frankfurter Rundschau

Vorm Himmelsblau flattert eine gelbe Fahne, am Horizont die Silhouette eines Tankers. Gemacht wurde das Foto auf der „C-Star“, einem Schiff, das Aktivisten der rechtsextremen „Identitären Bewegung“ gehört. Am Mittwoch haben die Kulturrassisten das Bild mit der Unterschrift „Auf dem Weg“ via Twitter verbreitet. Alles ganz harmlos? Dahinter steckt aber eine geschmacklose und gefährliche Idee.

Denn der Weg der „C-Star“ soll sie vor die libysche Küste führen, wo die Rechten dann eine selbstverordnete Mission mit Namen „Defend Europe“ starten wollen, „Europa verteidigen.“ Das steht auch auf den Hemden der Schiffsbesatzung.

Die Identitären wollen „Europa verteidigen“, indem sie Flüchtlingsboote auf dem Meer stoppen und die libysche Küstenwache alarmieren, damit die dann die Trawler, Pinassen und Schlauchboote aufbringt und die Migranten zurückschickt. Sie wollen zudem die vielen aktiven Hilfsorganisationen stören, wenn diese Geflüchtete aus Seenot retten.

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Abkehr von Kirchen hat tiefwurzelnde Gründe

Bild: tilly
Der stetige Mitgliederschwund der Kirchen in Deutschland hat aus Sicht des Religionssoziologen Detlef Pollack tiefer gehende Gründe als akuter Ärger über die Kirchensteuer oder Skandale.

Westfälische Nachrichten

«Die Kirchensteuer ist über Jahrzehnte eines der wichtigsten Motive, aus der Kirche auszutreten. Aber das kann man nicht isoliert sehen. Die Kirchensteuer wird von vielen als Belastung angesehen, weil sie sich schon komplett von der Kirche entfremdet haben», sagte Pollack der Deutschen Presse-Agentur. «Es ist der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.» Auf einen Kirchenaustritt hätten aber vor allem langfristige Faktoren Einfluss.

«Der entscheidende Punkt ist, dass Eltern ihre Kinder heute viel weniger religiös erziehen und taufen lassen. Der wesentliche Abbruch erfolgt zwischen den Generationen», sagte Pollack. Es gebe für viele Menschen heute schlicht Wichtigeres als Religion. Für die Kirchen sei es wichtig, «die Kontaktflächen zur Gesellschaft» aufrechtzuerhalten – sei es bei der Hilfe in Katastrophenfällen oder bei der Flüchtlingsarbeit.

Katholische und Evangelische Kirche veröffentlichen am Freitag (12 Uhr) Zahlen zu Austritten und zur Mitgliederentwicklung. 2015 war die Zahl der Katholiken und Protestanten in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um über eine halbe Million auf rund 46 Millionen gesunken.

Elfriede Jelinek: „Religiöser Fanatismus zieht Sadisten an“

REUTERS
Fundamentalismus würde einen Raum schaffen, in dem Sadisten ihren Trieben freien Lauf lassen können, sagt die Literaturnobelpreisträgerin. Terrorismus könne nur mit Freiheit bekämpft werden.

Die Presse.com

Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, deren Stück „Wut“ am kommenden Dienstag im Rahmen des Theaterfestivals der Biennale von Venedig gezeigt wird, ist der Ansicht, dass religiöser Fanatismus Sadisten anlockt. „Fundamentalisten sind engstirnig, verdorrt und bösartig, wie es Sadisten sind“, so Jelinek im Interview mit der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ am Donnerstag.

„Es ist wahrscheinlich, dass religiöser Fundamentalismus Sadisten anzieht, indem er ihnen einen Raum gibt, in dem sie ihren Trieben freien Lauf lassen können“, so Jelinek. Wut gegen den islamischen Terrorismus sei sinnlos, Terrorismus könne nur mit Freiheit bekämpft werden. „Wir können all das tun was wir wollen, solange wir nicht die Freiheit der anderen beschränken. Islamische Fundamentalisten dürfen nur das tun, von dem sie glauben, Gott verlange es von ihnen“, sagte die Schriftstellerin.

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Indien: Ein Hindufaschist an der Staatsspitze

Ram Nath Kovind in Neu-Delhi. Foto: dpa
Ram Nath Kovind, ein Dalit, ist zum neuen indischen Präsidenten gewählt worden. Er gehört dem extrem hindunationalistischen Reichsbürgerkorps an. Ein Porträt.

Von Willi Germund | Frankfurter Rundschau

Am Sieg des 71-jährigen Ram Nath Kovind bei der Wahl zum indischen Staatspräsidenten bestanden angesichts der Mehrheitsverhältnisse in den Parlamenten des Landes und der Bundesstaaten wenig Zweifel. Und tatsächliche setzte er sich bei der Wahl zwischen zwei Angehörigen der unteresten Stufe des Kastenwesens, die früher als „Unberührbare“ galten und heute Dalits genannt werden, mit knapp 66 Prozent der Stimmen durch. Das teilte Wahlleiter Anup Mishra am Donnerstag mit. Kovind wird nun Indiens Staatsoberhaupt, hat aber aber vor allem repräsentative Aufgaben. Die Macht liegt beim Premierminister.

Der gelernte Rechtsanwalt Kovind, der seine legalen Kenntnisse seit Jahrzehnten in den Dienst der gegenwärtig regierenden Hindunationalisten stellte, hatte vor der Wahl lieber nichts dem Zufall überlassen wollen. Am liebsten sprach der Dalit, wie einst die Unberührbaren in Indien hießen, hinter verschlossenen Türen vor ausgesuchten Gremien. Öffentlich ließ er sich nur zu einem markanten Satz bewegen: „Alle sollten so hart arbeiten wie ich, um Erfolg zu haben.“

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Steinmeier unterzeichnet Gesetz zur Ehe für alle

Frank-Walter Steinmeier 2014.

Die Ehe für alle kann kommen. Der Bundespräsident hat das Gesetz zur Gleichstellung unterschrieben.

DER TAGESSPIEGEL

Die Ehe für alle kann in Kraft treten: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat das entsprechende Gesetz am Donnerstag unterzeichnet. Das teilte eine Sprecherin des Bundespräsidialamts am Freitag in Berlin mit. Zuletzt war spekuliert worden, dass der Bundespräsident abwartet, weil es verfassungsrechtliche Bedenken gab.

Wird das Gesetz noch im Juli im Bundesgesetzblatt verkündet, könnten ab Oktober vor den Standesämtern Homo-Ehen geschlossen werden

Geheimbericht: Das BKA will schon dieses Jahr Messenger-Apps wie WhatsApp hacken

„Die Polizei hat vollen Zugriff auf das Ziel-Telefon.“ – Werbung der vom BKA gekauften Software. All rights reserved FinFisher
Das Bundeskriminalamt will noch in diesem Jahr seinen Staatstrojaner erweitern, um Smartphones zu hacken und Messenger mitzulesen. Das geht aus einem geheimen Bericht des Innenministeriums hervor, den wir veröffentlichen. Ein zweiter, gekaufter Staatstrojaner kann dagegen immer noch mehr als gesetzlich erlaubt.

Von Andre Meister | Netzpolitik.org

Vor einem Monat hat der Bundestag den Einsatz von Staatstrojanern massiv ausgeweitet. Bisher durfte das BKA Geräte hacken, um internationalen Terrorismus zu verhindern. Jetzt kann die Polizei immer dann in Geräte eindringen, wenn sie ein Telefonat abhören darf – also tausendfach. Dafür rüsten die Behörden ihre Spionage-Software weiter auf.

Das Innenministerium berichtet regelmäßig über die Entwicklung der Staatstrojaner, leider als „nur für den Dienstgebrauch“ eingestufte Verschlusssache. Wir haben trotzdem die ersten beiden Ausgaben publiziert, jetzt veröffentlichen wir an dieser Stelle auch den dritten Bericht im Volltext.

Vom Kompetenzzentrum zur Zentralstelle

Schon vor über zehn Jahren wurde der BND beim Hacken erwischt, das BKA darf seit 2009 in Geräte eindringen. Aufmerksamkeit bekam das Thema vor allem, als der Chaos Computer Club 2011 nachwies, dass die eingesetzte Software der Firma DigiTask technisch mehr konnte als sie rechtlich durfte.

Einen Monat nach diesem PR-Desaster hatte das Bundeskriminalamt ein „Kompetenzzentrum IT-Überwachung“ eingerichtet, um einen eigenen Staatstrojaner zu programmieren. Obwohl Landes-Polizeien und Zoll Mitarbeiter entsendet haben, konnten erst letztes Jahr alle 30 Stellen besetzt werden.

Zeitgleich zur Fertigstellung hat Innenminister Thomas de Maizière die „Zentrale Stelle für IT im Sicherheitsbereich“ (ZITiSins Leben gerufen, die Staatstrojaner für alle Behörden von Bund und Ländern entwickeln soll. Dieses Jahr sind 120 Angestellte und zehn Millionen Euro eingeplant, in den nächsten fünf Jahren soll ZITiS auf 400 Mitarbeiter wachsen.

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Berlin in Sorge vor Aktionen des türkischen Geheimdiensts

Bild: Magazin „The Economist“
„Wir haben Kenntnis über Einflussnahme der türkischen Regierung in Richtung türkische Gemeinschaft hier in Deutschland“

derStandard.at

Der deutsche Verfassungsschutz zeigt sich alarmiert über die Aktivitäten des türkischen Geheimdienstes und türkischer extremistischer Gruppen in Deutschland. „Wir haben Kenntnis über Einflussnahme der türkischen Regierung in Richtung türkische Gemeinschaft hier in Deutschland“, sagte Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Der türkische Geheimdienst habe sich außerhalb des deutschen Rechts bewegt und nachrichtendienstliche Informationen über Personen gesammelt. Maaßen sprach von Versuchen, die türkischstämmige Bevölkerung in Deutschland einzuschüchtern, sofern diese gegen den türkischen Präsidenten Tayyip Erdogan eingestellt sei. „Für uns ist es wichtig, dass das in Deutschland thematisiert wird und dass dies in Deutschland auch als Problem wahrgenommen wird“, sagte Maaßen.

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Experte: Zulässigkeit gentechnisch veränderter Jesus-Kekse klären

Jesus-Keks. Themenbild

Generalsekretär des Liturgischen Instituts, Freilinger: Vatikanische Richtlinie über eucharistisches Brot hat ethisch unbedenkliche Zulassung gentechnisch veränderter Organismen im Blick

kath.net

Aus den jüngsten vatikanischen Richtlinien kann keine volle Erlaubnis zur Verwendung von „gentechnisch veränderten Organismen“ (GVO) für Brot und Wein bei der Eucharistie abgeleitet werden. Das hat der Generalsekretär des Österreichischen Liturgischen Institutes, Christoph Freilinger, betont. Eine völlige Freigabe von genmanipuliertem Weizen oder gentechnisch veränderten Weintrauben für die Messfeier läge wohl nicht im Kompetenzbereich der vatikanischen Gottesdienstkongregation und erscheine zudem unter Papst Franziskus kaum denkbar. „Aber hier wäre durchaus noch eine ausdrückliche und eindeutige Klärung wünschenswert“, so der Theologe in einem aktuellen Beitrag in der Rubrik „mein.STAND.PUNKT“ auf der Internetseite „katholisch.at“.

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Nanopartikel: Mitschuld an Darmentzündungen?

Titandioxid wird bereits vielen Lebnensmitteln als Nanopartikel zugesetzt. © gemeinfrei
Titandioxid-Nanopartikel sind in Lebensmitteln und Medikamenten fast allgegenwärtig. Doch diese Partikel können offenbar chronische Darmentzündungen fördern, wie eine Studie nahelegt. In Zellkulturen und bei Mäusen drangen die Nanopartikel in Darmzellen ein und lösten dort eine Entzündungsreaktion aus. Menschen mit Neigung zu Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sollten daher darauf achten, möglichst keine Nahrungsmittel mit Titandioxid (E171) zu essen, empfehlen die Wissenschaftler.

scinexx

Nanopartikel stecken heute in unzähligen Alltagsprodukten – von der Sonnencreme über Verpackungen bis hin zu Lebensmitteln. Doch sie haben eine Schattenseite: Die winzigen Teilchen dringen über die Atemluft oder die Nahrung bis in unsere Zellen und sogar ins Gehirn. Dadurch können sie Entzündungen fördern, das Immunsystem schwächen und sogar noch über Generationen Schaden anrichten. Zudem fördern Nanopartikel wahrscheinlich die Resistenzbildung bei Krankheitserregern.

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Männer unter 50 Jahren dürfen Jerusalems Altstadt nicht betreten

Sicherheitskräfte neben dem Eingang zum Tempelberg in Jerusalem – imago/UPI Photo
In der Nacht wurden am Tempelberg mehr als 20 Palästinenser verletzt. Steine und Glasflaschen wurden auf Polizisten geworfen.

Die Presse.com

Auf dem Tempelberg in Jerusalem ist es erneut zu Ausschreitungen gekommen: In der Nacht auf Freitag wurden dort mehr als 20 Palästinenser verletzt. Nach Angaben des palästinensischen Roten Halbmonds wurden zwei Menschen mit schweren Schussverletzungen ins Krankenhaus gebracht. Eine israelische Polizeisprecherin teilte mit, Dutzende Muslime hätten in der Altstadt Steine und Glasflaschen auf Polizisten geworfen.

Und noch eine Bekanntgabe tätigte die israelitische Polizei: Sie untersagte Männern unter 50 Jahren den Zugang für die heutigen Freitagsgebete. Der Zugang zur Altstadt und zum Tempelberg sei nur Männern ab dem Alter von 50 Jahren sowie allen Frauen gestattet, wurde mitgeteilt.

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Sektenexperte: Tausende Angebote für den Umstieg in die Parallelwelten

Bild: Die Tagespost/Symbolbild
Sektenexperte warnt, dass immer mehr Österreicher sich in Parallelwelten zurückziehen. Es entstünden zunehmend mehr kleine sektenartige, fundamentalistische religiöse und politisch radikale Gruppen

Von Walter Müller | derStandard.at

Es sei zuletzt etwas ruhiger geworden um die Sektenszene in Österreich, wohl auch, weil sie sich in „ein wild wucherndes Feld mit tausenden Angeboten“ aufgesplittet habe, sagt der steirische Sektenexperte Roman Schweidlenka. Es entstünden immer mehr kleine Gruppen, die Sektenmerkmale aufwiesen, das gelte für die breit gefächerte Esoterikabteilung ebenso wie für fundamentalistische religiöse, aber auch radikale politische Gruppen.

Schweidlenka ortet ein immer stärkeres Abgleiten in Parallelwelten, „die sich abkapseln und die mit dem Rest der Gesellschaft nichts mehr zu tun haben wollen“, sagte der Sektenfachmann am Donnerstag bei der Präsentation des steirischen „ESO“(Esoterik, Sekten und Okkultismus)-Jahresberichts in Graz.

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Christ hat vermutlich seine Tochter getötet, weil sie konvertieren wollte

Die 17-jährige Henriette Karra soll von ihrem Vater erstochen wurden sein Quelle: Screenshot Die Welt
Weil seine Tochter für ihren Freund zum Islam übertreten wollte, fühlte sich ein christlicher Israeli offenbar so gedemütigt, dass er seine Tochter erstach. Die Anklageschrift offenbart die Details des Familiendramas.

DIE WELT

Es geht um verletzte Gefühle, um Schande und offenbar auch um Religion: In Israel soll ein Vater seine Tochter getötet haben. Der christliche Israeli soll nicht damit einverstanden gewesen sein, dass die 17-Jährige mit einem Muslim zusammen war und für ihn zum Islam konvertieren wollte. Nun wurde Anklage gegen ihn erhoben.

Seit etwa einem Jahr hatte Henriette Kara eine Beziehung mit einem arabischen Israeli. In den Augen ihrer christlichen Familie war die Beziehung zu dem Muslim eine Schande. Das berichtet die „Washington Post“. Karas Freund saß im Gefängnis. Als ihr Vater am 13. Juni erfuhr, dass er freikommen und seine Tochter zum Islam konvertieren wolle, soll er sie erstochen haben.

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Ankara wirft Bundesregierung Verfolgungswahn vor

Der Ankündigung des deutschen Außenministers zu einer „Neuausrichtung“ der Türkeipolitik, folgt die Reaktion aus Ankara auf dem Fuße. Vor allem die verschärften Reisehinweise ziehen dabei den Unmut Erdogans auf sich.

Frankfurter Allgemeine

Nach der Verschärfung der Reisehinweise für die Türkei hat Ankara der Bundesregierung „große politische Verantwortungslosigkeit“ vorgeworfen. Der Sprecher des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, sagte am Donnerstag in Ankara: „Wir akzeptieren das nicht.“ Er kritisierte damit die „Botschaft“ der Bundesregierung an deutsche Touristen, dass „es nicht sicher ist, in die Türkei zu reisen“. Von einer Gefährdung von Deutschen in der Türkei könne „gar keine Rede sein“.

Terrorverdächtige Deutsche und rechtskonforme Bundesbürger in der Türkei „in einen Topf zu werfen“, sei „politische Verantwortungslosigkeit“, kritisierte er. „So etwas akzeptieren wir nicht. Wir hatten immer gute Beziehungen zu Deutschland und wollen sie auch weiterhin haben.“ Mit rechtskonformen Deutschen „haben wir überhaupt keine Probleme. Sie sind hier unsere Gäste, und wir wollen hier noch mehr deutsche Touristen sehen“.

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Kalaschnikovs neuer Kampfroboter entscheidet selbst, ob er schießt – oder nicht

So sieht das Modul derzeit aus. © Kalaschnikov
Eine Maschine, die selbst entscheiden kann, ob sie einen Menschen tötet oder leben lässt: Das ist nicht länger gruselige Science-Fiction. Ende August will Kalaschnikov sein autonomes Kampfmodul vorführen.

Von Gernot Kramper | stern.de

Russland prescht in Sachen Kampfroboter voran –ob es sich um ferngesteuerte Drohnen-Fahrzeuge oder eigenständig handelnde Maschinen handelt. Der Kreml sieht in den tödlichen Robotern eine militärische Schlüsseltechnologie.

Software und Sensoren

Nun hat auch die weltbekannte Marke Kalaschhnikov eine eigene Entwicklung vorgestellt. Es handelt sich um eine Art automatisierten Geschützturm – ein Kampfmodul, wie es die Firma nennt. Denkbar wäre ein stationärer Einsatz oder der Einbau in einem Mini-Panzer.

Über die Bewaffnung wurde nichts gesagt. Dem Firmenfoto nach zu schließen verfügt das Modul über ein schweres MG und einen automatisierten Granatwerfer. Die offene Zufuhr der Munition deutet darauf hin, dass es sich um ein reines Demonstrationsmodell handelt.

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Enge Steinzeit-Verwandte

Der Eingang zur Denisova-Höhle im sibirischen Altai-Gebirge, wo die Überreste des Denisova-Menschen gefunden wurden. Foto: Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie
Die Denisova-Höhle im Altai Gebirge Sibiriens ist die Heimat eines unserer Steinzeit- Vorfahren, der nach ihr als erstem Fundort benannt wurde. 2008 gruben Paläontologen dort ein winziges Fingerknöchelchen aus, gerade mal 7 mal 5 mal 2 mm groß. Es stammte von einem Mädchen, das vor mehr als 30.000 Jahren gelebt hat, wie der Fundzusammenhang ergab.

Von Andrea Naica-Loebell | TELEPOLIS

Die Höhle im südlichen Sibirien war seit mindestens 125.000 Jahren immer wieder der Aufenthaltsort von Menschen, sowohl der Neandertaler als auch der Homo sapiens hinterließen dort ihre Spuren.

Die große Überraschung kam mit der Analyse des Erbguts der als Kind verstorbenen „X-Woman“, wie die Forscher sie liebevoll tauften, denn sie gehörte zu einer bis zu diesem Zeitpunkt unbekannten Form des Menschen, nur weitläufig verwandt mit dem Neandertaler, der gleichzeitig im Altai-Gebirge lebte.

Der anatomisch moderne Mensch – unser direkter Vorfahre – wanderte vor circa 40.000 Jahren in die Gegend. Es ist wahrscheinlich, dass alle drei Menschenformen auf der Jagd parallel die Täler durchstreiften und sich begegneten.

Die Untersuchung des Erbgut aus den Mitochondrien, den „Kraftwerken der Zelle“, und der Vergleich mit der mitochondrialen DNS sowohl von Neandertalern als auch von heute lebenden Menschen ergab, dass das Denisova-Mädchen eindeutig zu keiner dieser beiden Menschenformen gehörte (vgl. Ein neuer Mensch).

Bei weiteren Grabungen in der Höhle wurden zwei weitere Fossilien von Denisovanern gefunden, zwei Zähne (Denisova 4 und 8) von unterschiedlichen Individuen. Keiner davon stammte von dem Mädchen, dessen Finger die erste Spur der neuen Menschenform darstellte (vgl. Video: Die rätselhaften Ur-Menschen aus der Denisova-Höhle. Mit Kommentar von Bence Viola vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig).

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Was die Türken vom Streit mit Deutschland halten

Ganz im Alltag. Viele Menschen in der Türkei messen dem Streit keine große Bedeutung bei.FOTO: IMAGO/HOCH ZWEI STOCK/ANGERER
Die Türkei wirft Berlin vor, im Bundestagswahlkampf die guten Beziehungen dem Populismus zu opfern. Die Verhaftung eines deutschen Menschenrechtlers erscheint aus Sicht Ankaras völlig legitim.

Von Susanne Güsten | DER TAGESSPIEGEL

Abdullah schüttelt den Kopf. „Das ist doch nur Gerede“, sagt der Istanbuler Ladeninhaber über den jüngsten Streit zwischen der Türkei und Deutschland. „Erdogan will seine eigenen Anhänger bei der Stange halten, weiter nichts“, sagt er über den türkischen Staatschef. Ein grundsätzliches Zerwürfnis zwischen Deutschen und Türken vermag der Mittvierziger nicht zu erkennen.

Das sieht Erdogans Regierung allerdings ganz anders. Präsidentensprecher Ibrahim Kalin wirft Berlin vor, die guten Beziehungen zwischen beiden Ländernim Bundestagswahlkampf dem Populismus zu opfern. Dass die Verhaftung des deutschen Menschenrechtlers Peter Steudtner aus Sicht Ankaras völlig legitim erscheint, zeigt das Ausmaß der Entfremdung zwischen beiden Ländern.

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Wildfires Are on the Rise and Technology Can’t Stop Them

Darin Minnabarriet at his house on the Ashcroft First Nation as a distant fire burns near Ashcroft, B.C. on July 9. Image: THE Canadian Press/Darryl Dyck
We’re getting better at tracking and predicting fires. But when it comes to the biggest, deadliest blazes, there isn’t much to do but evacuate.

By Jacob Dubé | MOTHERBOARD

Wildfires are raging in British Columbia on the west coast of Canada, causing over 40,000 people to evacuate their homes. With the hotter, drier conditions brought on by climate change, fires are expected to get bigger and more intense in years to come.

Surely there must be something we can do to fight these out-of-control fires—some kind of technological fix. Maybe send in a remote-controlled, firefighting mini-tank?

Canada has made progress in technology that tracks and prevents wildfires, Tim Lynham, Forest Fire Research Project Leader with Natural Resources Canada, told me. A suborbital drone is under development that would help firefighters track blazes, he said, and they’re refining a danger rating system that helps identify fires‘ potential to rage out of control.

Even so, our frontline firefighting tools haven’t changed very much in yearsbecause, when it comes to battling the biggest, most dangerous blazes, there’s nowhere else to go. Experts told me that, in this sense, our firefighting tech has reached a ceiling.

University of Alberta professor Mike Flannigan co-authored a recent studyhighlighting how climate change will impact fires in the future. While Canada’s firefighters are able to manage nearly all the fires in their provinces, he said, just 3 percent of fires are responsible for 97 percent of area burned. These powerfully destructive blazes are a real challenge.

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