„Frauen sind in der katholischen Kirche schon weit gekommen“


Frauen in der katholischen Kirche – es gibt kleine Schritte nach vorne (picture-alliance / dpa / Riccardo De Luca)
Die Juraprofessorin Charlotte Kreuter-Kirchhof setzt sich dafür ein, dass mehr Frauen in kirchliche Führungspositionen kommen. „Wir haben an den Universitäten sehr viele hochqualifizierte Frauen“, sagte sie im Dlf, „da muss die Kirche zugreifen und sagen: Euch brauchen wir!“

Charlotte Kreuter-Kirchhof im Gespräch mit Christiane Florin | Deutschlandfunk

Christiane Florin: Morgen steht Maria von Magdala im Heiligenkalender, besser bekannt als Maria Magdalena. Jahrhundertelang galt sie als DIE Sünderin, zu Unrecht, wie man heute weiß. Im vergangenen Jahr hat Papst Franziskus sie in den Stand einer Apostelin der Apostel erhoben und ihren Tag, den 22. Juli, zum gebotenen Festtag aufgewertet. Im Jenseits macht die Gleichstellung von Mann und Frau Fortschritte. Im Diesseits – nun ja. Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, sagte kürzlich, es müsse mehr Frauen in kirchlichen Leitungspositionen geben.

Damit der fromme Wunsch Wirklichkeit wird, muss noch eine zweite Heilige eingreifen: Hildegard von Bingen. Ein Verein, nach ihr benannt, will etwas dafür tun, dass mehr Frauen in kirchliche Führungspositionen kommen. Er bietet ein spezielles Mentoring-Programm für angehende Chefinnen an, die ersten Absolventinnen gibt es seit wenigen Wochen. Charlotte Kräuter-Kirchof ist stellvertretende Vorsitzende des Hildegardis-Vereins, im Hauptberuf hat sie einen Lehrstuhl für Öffentliches Recht an der Universität Düsseldorf. Frau Kreuter-Kirchhof, was machen katholische Frauen bisher falsch, warum brauchen die besondere Hilfe?

Charlotte Kreuter-Kirchhof: Die machen gar nichts falsch, sondern im Moment ist es so, dass wir mit unserem Mentoring-Programm des Hildegardis-Vereins versuchen, Frauen zu ermutigen, Führungspositionen in der Kirche anzustreben. Und dass gleichzeitig die Kirche sozusagen die Arme öffnet und sagt: Wir wollen diese Frauen und wir wollen diese Frauen in Führungspositionen begleiten. Dass es im Moment noch nicht genauso viele Frauen wie Männer in Führungspositionen in der katholischen Kirche gibt, ist ehrlich gesagt kein rein kirchliches Phänomen, sondern das erleben wir ja in vielen Bereichen der Gesellschaft. Da machen wir uns auf den Weg, um Frauen Mut zu machen und zu sagen: Übernimm Verantwortung.

Florin: Was bezeichnen Sie als Führungspositionen in der katholischen Kirche?

Kreuter-Kirchhof:  Da muss man einen weiten Begriff nehmen. „Führungsposition“ ist für mich vor allen Dingen eine Gestaltungsmöglichkeit. Ein Bereich, in dem man selber Akzente setzen kann, Ziele mitbestimmen kann. Dann aber natürlich auch Personalverantwortung: dass man für andere Menschen Verantwortung übernimmt und mit einem Team gemeinsam den Weg bestimmt. Das gilt wohl in der katholischen Kirche, das gilt aber auch darüber hinaus in anderen Bereichen.

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