Geheimbericht: Das BKA will schon dieses Jahr Messenger-Apps wie WhatsApp hacken


„Die Polizei hat vollen Zugriff auf das Ziel-Telefon.“ – Werbung der vom BKA gekauften Software. All rights reserved FinFisher
Das Bundeskriminalamt will noch in diesem Jahr seinen Staatstrojaner erweitern, um Smartphones zu hacken und Messenger mitzulesen. Das geht aus einem geheimen Bericht des Innenministeriums hervor, den wir veröffentlichen. Ein zweiter, gekaufter Staatstrojaner kann dagegen immer noch mehr als gesetzlich erlaubt.

Von Andre Meister | Netzpolitik.org

Vor einem Monat hat der Bundestag den Einsatz von Staatstrojanern massiv ausgeweitet. Bisher durfte das BKA Geräte hacken, um internationalen Terrorismus zu verhindern. Jetzt kann die Polizei immer dann in Geräte eindringen, wenn sie ein Telefonat abhören darf – also tausendfach. Dafür rüsten die Behörden ihre Spionage-Software weiter auf.

Das Innenministerium berichtet regelmäßig über die Entwicklung der Staatstrojaner, leider als „nur für den Dienstgebrauch“ eingestufte Verschlusssache. Wir haben trotzdem die ersten beiden Ausgaben publiziert, jetzt veröffentlichen wir an dieser Stelle auch den dritten Bericht im Volltext.

Vom Kompetenzzentrum zur Zentralstelle

Schon vor über zehn Jahren wurde der BND beim Hacken erwischt, das BKA darf seit 2009 in Geräte eindringen. Aufmerksamkeit bekam das Thema vor allem, als der Chaos Computer Club 2011 nachwies, dass die eingesetzte Software der Firma DigiTask technisch mehr konnte als sie rechtlich durfte.

Einen Monat nach diesem PR-Desaster hatte das Bundeskriminalamt ein „Kompetenzzentrum IT-Überwachung“ eingerichtet, um einen eigenen Staatstrojaner zu programmieren. Obwohl Landes-Polizeien und Zoll Mitarbeiter entsendet haben, konnten erst letztes Jahr alle 30 Stellen besetzt werden.

Zeitgleich zur Fertigstellung hat Innenminister Thomas de Maizière die „Zentrale Stelle für IT im Sicherheitsbereich“ (ZITiSins Leben gerufen, die Staatstrojaner für alle Behörden von Bund und Ländern entwickeln soll. Dieses Jahr sind 120 Angestellte und zehn Millionen Euro eingeplant, in den nächsten fünf Jahren soll ZITiS auf 400 Mitarbeiter wachsen.

weiterlesen

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s