Die Basis der Kirche bröckelt leise


Gläubige im Dom St. Petri in Bautzen (Sachsen). (Foto: dpa)
  • Die Austrittszahlen in der evangelischen und der katholischen Kirche sind im vergangenen Jahr gesunken.
  • Dennoch treten immer noch weit mehr Menschen aus der Kirche aus als vor knapp zehn Jahren.
  • Durch den kleinen Babyboom in Deutschland gab es jedoch mehr Taufen, und auch die Einnahmen durch die Kirchensteuer liegen auf einem Rekordhoch.

Von Matthias Drobinski | Süddeutsche.de

Man kann die Zahlen positiv sehen: Das kirchliche Leben in Deutschland habe sich „im vergangenen Jahr als weitgehend stabil erwiesen“, erklärt erfreut die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD). Die evangelische und die katholische Kirche haben ihre Daten zum kirchlichen Leben veröffentlicht, im zweiten Jahr in ökumenischer Verbundenheit am gleichen Tag.

Tatsächlich sind die Austrittszahlen beider Kirchen gesunken: Verließen 2015 noch 210 000 Menschen die evangelische Kirche, waren es ein Jahr später nur noch 190 000. Bei den Katholiken gab es 2015 noch 182 000 Austritte und 2016 noch 162 000. 21,9 Millionen Menschen gehören nun der evangelischen Kirche an, 23,6 Millionen der katholischen; rechnet man noch die ungefähr drei Millionen freikirchlichen, orthodoxen und sonstigen Christen hinzu, sind 58,3 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen Christen. Dass Deutschland einem „Prozess forcierter Entchristlichung“ ausgesetzt sei, wie Kardinal Gerhard Ludwig Müller in der italienischen Zeitung Il Foglio klagte, lässt sich mit diesen Zahlen nicht belegen.

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