Türkische Journalisten vor Gericht


Ein Plakat mit den Gesichtern der inhaftierten Cumhuriyet-Mitarbeiter am Gebäude der regierungskritischen türkischen Zeitung in Istanbul. (Foto: dpa)
Von heute an wird 17 Mitarbeitern der regierungskritischen türkischen „Cumhuriyet“ in Istanbul der Prozess gemacht. Ihr Ex-Chefredakteur verfolgt das Geschehen notgedrungen aus dem Exil. Auch er ist angeklagt.

Von Can Dündar | Süddeutsche.de

Die Polizei kam in aller Frühe. Jeder schlief noch … Es war im Morgengrauen …

Die Wohnungen von 13 Journalisten wurden am frühen Morgen des 31. Oktober überfallen. Der Chefredakteur der Zeitung lebte in einer dieser Wohnungen. Der CEO in einer anderen. Kolumnisten in vier, Juristen in drei … Der Reporter, der Ombudsmann, der Redakteur des Bücherressorts, der Karikaturist, der Buchhalter …

Sie alle waren in leitenden Positionen bei Cumhuriyet, der ältesten und prestigeträchtigsten Zeitung der Türkei. Während sie versuchten, ihre verängstigten, verschlafenen Kinder zu beruhigen, mussten sie mit ansehen, wie ihre Wohnungen und Archive auf den Kopf gestellt und ihre Computer beschlagnahmt wurden. Sie wurden erst zur Polizeizentrale gebracht, dann ins Krankenhaus für eine medizinische Untersuchung und schließlich ins größte Gefängnis des Landes. Sie wurden in Einzelzellen gesperrt, ohne eine Idee davon zu haben, was ihnen vorgeworfen wurde. Wie sich herausstellte, mussten sie 151 Tage warten, um es herauszufinden. Die Anklagepunkte wurden am 151. Tag verkündet: Unterstützung und Anstiftung bewaffneter terroristischer Organisationen.

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