Gute Nacht, LISA Pathfinder!

LISA Pathfinder hat die Schlüsselelemente eines Gravitationswellen-Observatoriums im Weltraum getestet. © ESA/ C.Carreau
Per Knopfdruck in den Ruhestand: Nach 16 Monaten erfolgreicher Arbeit hat der ESA-Satellit LISA Pathfinder seine Mission beendet. Ein letztes Kommando schaltete die Sonde am 18.Juli ab. LISA Pathfinder hat entscheidende Technologien für die Messung von Gravitationswellen im All getestet und so den Weg für die 2034 startende Nachfolgemission LISA bereitet.

scinexx

Ihr Job war es, ein Wegbereiter zu sein: Die im Dezember 2015 gestartete Raumsonde LISA Pathfinder sollte entscheidende Technologien testen, mit deren Hilfe Gravitationswellen direkt im Weltall nachgewiesen und gemessen werden können. Denn irdische Detektoren wie LIGO können nur bestimmte, höherfrequente Wellen der Raumzeit erfassen.

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„Das ist der lange Arm der CSU-Regierung in die Redaktionsstuben“

Bedient sich Ilse AIgner gezielt der Abhängigkeit der Privatsender, um CSU-Politik zu verbreiten? Das Ministerium dementiert. (Foto: dpa)
  • Die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hat privaten Radio- und Fernsehstadionen ausrichten lassen, dass auch sie Leitkultur vermitteln müssen.
  • Die Vermittlung der deutschen Sprache und Kultur sei eine „wichtige gesamtpolitische Aufgabe“, heißt es in dem Schreiben.
  • Grüne und SPD kritisieren, dass die CSU Abhängigkeiten der Sender ausnutzt, um ihre Politik zu verbreiten.

Von Dietrich Mittler | Süddeutsche.de

Eine Initiative von Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) sorgt derzeit für erhebliche Irritation innerhalb der Medienbranche und nicht minder im Oppositionslager. Aigner hatte in einem Schreiben an die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) darauf verwiesen, dass auch der private Rundfunk im Sinne des Bayerischen Integrationsgesetzes aktiv werden müsse. „Es soll ein Beitrag zur Vermittlung der deutschen Sprache und der Leitkultur geleistet werden“, teilte daraufhin – Aigners Impuls folgend – die BLM in einem Rundschreiben mit. Es ist adressiert an alle lokalen Hörfunk- und TV-Anbieter und Zulieferer in Bayern sowie an ausgewählte nationale TV-Anbieter.

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Britische Umfrage: 28% halten Jesus für einen Extremisten

democraticunderground.com

Die Umfrage zeige das Ausmaß der moralischen Verwirrung der Gegenwart. ‚Extremismus’ droht zum Kampfbegriff gegen unliebsame Ansichten und Glaubensinhalte zu werden, befürchtet die Evangelische Allianz in Großbritannien.

kath.net

28 Prozent der Briten halten Jesus Christus für einen „Extremisten“. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes ComRes, die im Auftrag der Evangelische Allianz Großbritanniens durchgeführt worden ist, berichtet der Catholic Herald.

25 Prozent halten Martin Luther King für einen Extremisten, eben so viele sind der Ansicht, dies treffe auf Nelson Mandela zu. Bei Mahatma Gandhi sind es 20 Prozent, beim Dalai Lama 13 Prozent.

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Frühere Mormonen-Bischöfe wegen Polygamie verurteilt

Winston Blackmore (60) soll 24 Frauen geheiratet haben. Foto: rtr
Ein Gericht in Kanada hat zwei Ex-Bischöfe einer Mormonen-Sekte der Polygamie für schuldig befunden. Einer der Männer soll 24 Frauen geheiratet und mehr als 145 Kinder gezeugt haben.

Frankfurter Rundschau

Ein Gericht in Kanada hat zwei Ex-Bischöfe einer Mormonen-Sekte der Polygamie für schuldig befunden. Winston Blackmore (60) soll 24 Frauen geheiratet haben, James Oler (53) fünf, wie der Sender CBC am Montag (Ortszeit) unter Berufung auf das Oberste Gericht in der westlichen Provinz British Columbia berichtete. Demnach soll Blackmore mehr als 145 Kinder gezeugt haben. Beide Männer sind Angehörige der Fundamentalistischen Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (FLDS).

Die Vielehe ist in Kanada verboten. Den beiden Männern drohen nun bis zu fünf Jahre Haft. Ein Termin für die Verkündung des Strafmaßes stand zunächst nicht fest.

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Eine neue „Denunzianten-Website“ – Aufschrei der Händefalter

HP agentin.org. Screenshot: bb
In Deutschland gibt es eine neue Denunzianten-Website, die wertkonservative Menschen im deutschen Sprachraum an den Pranger stellen möchte.

kath.net

In Deutschland gibt es seit einigen Tagen eine neue Denunzianten-Website, die offensichtlich wertkonservative Menschen im deutschen Sprachraum an den Pranger stellen möchte. Dies berichtet „Tichy Online“. Das Portal nennt sich http://www.agentin.org, verantwortlich dafür bei der Heinrich-Böll-Stiftung ist eine Art Unterabteilung, das Gunda-Werner-Institut. Verantwortlicher Leiter des „Instituts“ ist ein Henning von Bargen, ein selbsternannter Gendertrainer. Ziel des Projekts ist es laut „Tichy Online“, Personen, die den Machern durch von ihnen selbst behauptete „Angriffe gegen Feminismus, Gleichstellungspolitik, sexuelle Selbstbestimmung, gleichgeschlechtliche Lebensweisen und Geschlechterforschung“ auffallen, durch Verzerrung und konjunktivistische Unterstellungen unter dem Mantel eines seriös wirkenden Wikipedia-Klons zu diskreditieren, für die Debatte unglaubwürdig zu machen und als Stimmen im öffentlichen Diskurs auf Dauer auf stumm zu schalten.

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Quantensignal trotzt Sonnenschein

Bisher ging die Übertragung von Quanteninformationen aus dem Orbit nur bei Nacht. Künftig könnte dies auch tagsüber möglich sein – trotz Störeffekt der Sonne. © 3D Sculptor/ thinkstock
Störeffekt ausgeschaltet: Chinesischen Forschern ist ein weiterer Schritt zu einem satellitengestützten Quantennetzwerk gelungen. Sie haben ein System entwickelt, mit dem Quanteninformationen selbst bei hellem Sonnenschein übertragen und gelesen werden können – bisher war dies wegen zu starker Störeffekte unmöglich. Möglich wurde dies durch einen Wechsel der Laserwellenlänge, kombiniert mit optimierten Sende- und Empfangsanlagen.

scinexx

Als vor gut einem Monat erstmals ein Satellit ein Quantensignal zur Erde sandte, war dies eine Sensation – und ein erster Schritt hin zu einer orbitalen Quantenkommunikation. Denn die Übertragung bewies, dass es möglich ist, verschränkte Photonen aus dem Orbit zur Erde zu senden. Weil jede Zustandsänderung eines verschränkten Photons auch den Zustandswechsel beim Partner bewirkt, lässt sich so Information instantan und über große Entfernungen hinweg übertragen.

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Norwegen: Erstes autonomes Nullemissionen-Containerschiff

Bild: Kongsberg
Internationale Regeln für den Schiffsverkehr dürften frühestens in einigen Jahren kommen

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Nicht nur Autos und Drohnen sollen demnächst massenhaft autonom unterwegs sein. Alles was fährt, fliegt, schwimmt oder taucht soll ohne Steuerung durch einen Menschen unterwegs sein. Das ist die Vision, um Maschinen smarter zu machen und Menschen aus der Stellung eines Piloten zu verdrängen, was schon längst mit dem Begriff Automobil angedacht war.

Im Grunde könnten Schienenfahrzeuge schon lange autonom fahren. Das würde die geringsten Probleme bereiten, aber irgendwie scheint man sich hier nur ausnahmsweise durchringen zu können (Automatisch fahren – aber auf der Schiene!). Irrationalerweise glaubt man weiterhin, dass ein Mensch am Steuer die Sicherheit erhöht.

Schiffe auf dem Meer wären ebenfalls prädestiniert, menschenleer und automatisch gesteuert zu fahren. Auch hier geht es nur langsam voran. Ein Unfall eines Containerschiffs mit einem US-Kriegsschiff scheint aber die Ängste zu bestätigen. Das war angeblich auf Autopilot gefahren, die Crew hat von dem Aufprall nichts mitbekommen, das Schiff ist erst einmal einfach weitergefahren (Containerschiff war bei Kollision mit dem US-Zerstörer auf Autopilot). Das Problem könnte freilich auch daran gelegen haben, dass das Kriegsschiff „verdeckt“ unterwegs war, also keine Positionssignale ausgesendet hat.

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Missbrauchsvorwurf: Sogyal Rinpoche zieht offenbar Konsequenzen

Sogyal Rinpoche, Bild: wikipedia.org/CC BY-SA 3.0 – Lotsawa108
Der Gründer und spirituelle Leiter des internationalen tibetisch-buddhistischen Rigpanetzwerks, Sogyal Rinpoche, zieht sich zurück für „eine Zeit der Einkehr und der Reflexion“. So berichten es das kanadische Buddhismus-Magazin „Lion’s Roar – Buddhist Wisdom for our Time“ (online) wie auch das „Boeddhistisch Dagblad“ (Niederlande) unter Berufung auf eine Pressemitteilung von Rigpa International vom 21.7.2017.

Von Dr. Friedmann Eißler | EZW

Grund sind offenbar massive Missbrauchsvorwürfe, die von einer Gruppe von acht langjährigen und verdienten Schülerinnen und Schülern vorgebracht wurden und in einem Brief mit Datum vom 14. Juli im Internet kursieren (www.lionsroar.com/wp-content/uploads/2017/07/Letter-to-Sogyal-Lakar-14-06-2017-.pdf). Das 12-seitige Schreiben an Sogyal Rinpoche fordert den tibetischen Meister auf, sein „unethisches und unmoralisches Verhalten“ aufzugeben und auf den wahren Pfad des Dharma zurückzukehren. Die Vorwürfe wiegen schwer. Gegliedert in „physischen, emotionalen und psychologischen Missbrauch“, „sexuellen Missbrauch“, „unersättlichen Lebensstil“ und die „Vergiftung unserer Wertschätzung für die Dharmapraxis“ werden sie in ruhigem Ton und begründet aufgrund von „Erfahrungen aus erster Hand“ vorgetragen. Es wird betont, dass das persönliche Gespräch gesucht wurde, bevor man an die Öffentlichkeit ging, jedoch ohne Erfolg. Vielmehr seien Insidern die verstörenden und gewalttätig missbräuchlichen Verhaltensmuster seit Jahrzehnten bekannt, würden aber vom innersten Kreis weiter gedeckt oder „wegerklärt“.

Immer wieder sind in der Vergangenheit Missbrauchsvorwürfe gegen Sogyal Rinpoche laut geworden. Durch die jüngsten Vorgänge ist jedoch eine neue Stufe eingetreten. Rigpa Deutschland teilte auf Rückfrage mit, dass der Verein seine Beziehungen zu Sogyal Rinpoche neu ordnen müsse, und versicherte, dass innerhalb der Gemeinschaft in Deutschland ein offener und transparenter Dialog über die in dem Brief erhobenen Vorwürfe begonnen habe.

Hamed Abdel-Samad: Ein Mustermoslem, der zum Abtrünnigen wurde

Hamed Abdel-Samad, Bild: bb

Ist der Islam noch zu retten? Der Freigeist Hamed Abdel-Samad hat diese Frage für sich schon entschieden

Von Rudi Wais | Augsburger Allgemeine

Hamed Abdel-Samad erinnert sich noch gut. Als er 1995 aus Ägypten nach Deutschland kam, sagt er, „war ich ein Mustermoslem“. Heute beschreibt der Sohn eines sunnitischen Imams sein Verhältnis zum Islam so: „Je näher ich einer Moschee jetzt komme, umso weiter entferne ich mich von Gott.“

Augsburg, Brechtbühne. Abdel-Samad sitzt neben dem Religionswissenschaftler Mouhanad Khorchide und schaut provozierend in die Runde. „Wenn wir diesen Diskurs über die Bibel führen würden“, sagt er dann, „würden wir hier keinen Polizeischutz im Raum brauchen.“ Als kritische Muslime jedoch, die sie beide sind, werden sie angefeindet, bedroht, verfolgt – Abdel-Samad, der streitbare Freigeist und Publizist, der den Glauben an die Reformierbarkeit seiner Religion schon aufgegeben hat, und Khorchide, der liberale Gelehrte, der genau aus diesem Glauben heraus für ein neues, aufgeklärtes Verständnis des Koran kämpft und als Professor für Religionspädagogik an der Universität Münster unterrichtet.

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Betreuungsvereine in finanzieller Not

Bild: tilly
Viele Betreuungsvereine in Deutschland sind in akuter Finanznot.

Von Daniel Schäfer | evangelisch.de

Der Schutz von Menschen, die ihre Rechte nicht mehr alleine wahrnehmen können, sei gefährdet, sagte Waltraud Nagel vom Diakonischen Werk Rheinland-Westfalen-Lippe dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die schlechte Vergütung für Betreuungsvereine führe dazu, dass viele Betreuer immer mehr Fälle übernähmen und zwangsläufig die Qualität ihrer Arbeit darunter leide: „Allein in unserem Landesverband haben in den letzten zwei Jahren vier Vereine zugemacht.“

Die rechtliche Betreuung ermöglicht Menschen trotz Krankheit, Behinderung oder anderen Einschränkungen ein selbstbestimmtes Leben unter Achtung ihrer Grundrechte.

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Wasser im Mondinneren gibt Rätsel auf

Vulkanausbrüche auf dem Mond brachten wasserreiches Gestein an die Oberfläche. Dieses belegt, dass das Mondinnere mehr Wasser enthält als gedacht. © Olga Prilipko Hube
Herkunft ungeklärt: Das Mantelgestein des Mondes könnte erheblich mehr Wasser enthalten als bisher angenommen. Dies bestätigen nun Spektralanalysen von vulkanischen Ablagerungen auf der Mondoberfläche. Das Problem dabei: Nach gängiger Theorie müsste das Mondinnere trocken sein, weil schon vor Mondentstehung alles Wasser in einer katastrophalen Kollision verdampfte. Woher das jetzt nachgewiesene Wasser stammt, ist daher rätselhaft, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Geoscience“ erklären.

scinexx

Der Mond entstand gängiger Theorie nach durch die Kollision der jungen Erde mit einem marsgroßen Protoplaneten vor rund 4,5 Milliarden Jahren. Dabei verdampften große Mengen Gestein und erstarrten dann wieder. Aus diesen Trümmern bildete sich der Mond. Es gibt aber einen Haken: Stimmt dieses Szenario, dann müsste das Mondgestein extrem trocken sein. Denn alles Wasser war ja schon bei der Kollision seiner Bausteine verdampft.

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Amnesty International: Epidemie von sexueller Gewalt im Südsudan

Vergewaltigung und Verstümmelung von Männern und Frauen als systematische Kriegswaffe – im Bürgerkrieg im Südsudan schreckt keine der beiden Kriegsparteien davor zurück. Das Ausmaß des Grauens ist unvorstellbar.

evangelisch.de

Im Südsudan werden Vergewaltigung und andere Formen sexueller Gewalt Menschenrechtlern zufolge systematisch als Kriegswaffe eingesetzt. Tausende Frauen und Männer würden bei ethnisch motivierten Angriffen vergewaltigt, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Bericht von Amnesty International. Sexuelle Gewalt werde bewusst und in großem Ausmaß von beiden Seiten in dem Bürgerkrieg verübt.

Manche Angriffe hätten dazu dienen sollen, die Bevölkerung zu terrorisieren und die Opfer zu erniedrigen, sagte Muthoni Wanyeki, Amnesty Internationals Regionaldirektor für Ostafrika, die Großen Seen und das Horn von Afrika.

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Vom Kindergarten abgemeldet, weil dort zu viele Türken sind

Bunt © mccheek auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Was machen Erzieher, wenn Eltern rassistisch werden? Auf einer Tagung diskutierten Experten mit Mitarbeitern von Wohlfahrtspflege über Erfahrungen und Strategien. So viel ist sicher: Soziale Arbeit muss auf Rechtspopulismus reagieren.

Von Jasmin Maxwell | MiGAZIN

Sozialarbeiter, Altenpfleger und Erzieher begegnen bei ihrer Arbeit nach Erfahrung der Freien Wohlfahrtspflege in Nordrhein-Westfalen zunehmend rechtspopulistischen Einstellungen. Viele Mitarbeiter von Wohlfahrtsverbänden seien verunsichert, wie sie reagieren sollten, sagte Oliver Baiocco von der Landesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege dem Evangelischen Pressedienst. „Wenn Eltern sagen: In Ihrem Kindergarten sind zu viele Türken, da nehme ich mein Kind raus! Was macht dann eine Erzieherin?“ Auf einer Tagung Mitte Juli wollten sich Mitarbeiter der Freien Wohlfahrtspflege über Erfahrungen austauschen und Gegenstrategien entwickeln.

„Einen goldenen Weg gibt es nicht“, betonte Baiocco, der Vorsitzender des Arbeitsausschusses Bildung der Landesarbeitsgemeinschaft und Geschäftsbereichsleiter im Paritätischen Wohlfahrtsverband NRW ist. Oft helfe es aber, zunächst ruhig zu bleiben und das Gespräch nicht abreißen zu lassen. Vorwürfe wie „Du bist ein Nazi“ seien dagegen nicht hilfreich. Auf der Tagung „Rechtspopulismus in der Bildungs- und Sozialarbeit“ sollten die Teilnehmer unter anderem das Argumentieren gegen Stammtischparolen üben.

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„Euthanasie“-Morde der Nazis: Der kalkulierte Tod

„…der Gnadentod gewährt werden kann“: Direkte Anweisung von Nazi-Diktator Adolf Hitlers zur Euthanasie. Reichsleiter Philipp Bouhler, Chef des Euthanasieprogrammes, und Dr. Karl Brandt wurden ermächtigt, psychisch Kranke zu liquidieren. (Foto: Süddeutsche Zeitung Photo)
Im Januar 1940 begann der NS-Massenmord an psychisch Kranken und Behinderten. Das Münchner NS-Dokumentationszentrum zeigt, wie perfide die Nazis die Verbrechen verschleierten.

Von Jakob Wetzel | Süddeutsche.de

Die Mutter der kleinen Elisabeth war verzweifelt. „Sie werden doch kein Mädel aus Ihrer Anstalt geben, ohne zu wissen, wo sie hinkommt“, schrieb die Frau am 11. August 1941 an Valentin Faltlhauser, den Leiter der Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren. Unbedingt wolle Sie wissen, wo ihre Tochter sei. „Auf meine Verantwortung nehmen Sie das Mädel wieder in Ihre Anstalt zurück, ich werde mein Kind wieder besuchen“, beschwor sie den Nervenarzt.

Sie habe erst am Vortag aufbrechen wollen, um nach Elisabeth zu sehen – als die Nachricht kam, das Mädchen sei an einen unbekannten Ort verlegt worden. Die Mutter ahnte wohl, dass sie ihre Tochter nie wiedersehen würde. Nachdem sie den Brief bereits unterschrieben hatte, ergänzte sie sechs Zeilen. Sie schrieb: Die Familie sei in der Lage, die Tochter zu begraben, sollte ihr „etwas passieren“.

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Diesel-Debatte: Ist der Stickstoffdioxid-Grenzwert sinnvoll?

Honda-Dieselmotor 1.6 i-DTEC. Bild: heise Autos
In geschlossenen Räumen darf der Anteil des Gases fast 24 Mal so hoch sein wie an Straßen – Ein Kommentar

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Die Kampagne, die deutsche Politiker und Publizisten derzeit gegen Dieselfahrzeuge führen, beruht vor allem auf zwei Säulen: Warum die Feinstaub- oder Ruß-Säule kein sehr valides Argument ist, hat Ulrich Sommer letzte Woche ausführlich dargelegt (vgl. Was haben Diesel-Skandal, autonomes Fahren und das Ende des billigen Öls miteinander zu tun?): Benziner stoßen heute viel mehr Ruß aus als Dieselfahrzeuge, weil letztere Filter haben. Darüber hinaus stammt mehr als die Hälfte des jährlich in Deutschland gemessenen Feinstaubs aus Holzheizungen, deren Behaglichkeit gerade das Milieu zu schätzen weiß, in dem der Diesel am schärfsten verdammt wird (vgl. Keine Lösung für das Energieproblem).

Die andere Säule, auf der die aktuelle Dieselverdammung ruht, ist der Stickoxidausstoß, der erst in den Fokus rückte, als herauskam, dass VW Testergebnisse manipulierte, um Grenzwerte zu unterschreiten (vgl. Wie das Immaterialgüterrecht Anreize zum Anschwindeln setzt). Stickoxide sind das Stickstoffmonoxid (NO), das sich bei der Verbrennung bildet, und das Stickstoffdioxid (NO2), das entsteht, wenn dieses Stickstoffmonoxid in der Luft oxidiert.

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Warum Whatsapp-Überwachen ohne Trojaner nicht funktioniert

foto: apa/fohringer Das Trojanische Pferd – ein beliebtes Motiv auf Demos, etwa hier bei einer Anti-TTIP-Demo in Wien.
Für Lücken in Betriebssystemen sind oft Millionen zu zahlen. Mit einem Neuaufsetzen des Geräts ist die Spyware wieder futsch

Von Fabian Schmid | derStandard.at

Was schlägt das Justizministerium eigentlich vor?

Künftig sollen Ermittler heimlich eine Software auf den Geräten von Verdächtigen installieren dürfen, die dann den Internetverkehr des Geräts ausleitet. Das Ministerium argumentiert, dass diese sogenannte Spyware nötig sei, da immer mehr Verdächtige etwa über Whatsapp oder Skype kommunizieren, die eine sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einsetzen.

Warum können sich Ermittler diese Daten nicht auf anderen Wegen besorgen?

Theoretisch könnten Nachrichten auf dem Weg zwischen zwei Nutzern abgefangen oder direkt von den Betreibern der Dienste verlangt werden. Ermittler erhalten dann jedoch nur eine verschlüsselte Version der Nachricht, die aus einer sinnfreien Zahlen- und Buchstabenkombination besteht. Um die Information lesbar zu machen, müsste die eingesetzte Verschlüsselung geknackt werden. Das dürfte bisher aber nicht einmal US-Geheimdiensten gelungen sein.

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„Besonders auf Deutsche hat es Erdogan abgesehen“

Der türkische Journalist Yavuz Baydar Quelle: picture alliance / dpa
In Istanbul hat ein Prozess gegen 17 Journalisten der Zeitung „Cumhuriyet“ begonnen. Der renommierte Medienrechtler und Journalist Yavuz Baydar erklärt, warum die Vorwürfe gegen die Angeklagten „absurd und haltlos“ seien.

Von Boris Kálnoky | DIE WELT

DIE WELT: Herr Baydar, heute ist in der Türkei der jährliche Tag der Pressefreiheit. Zugleich ist es der Prozessauftakt im Verfahren gegen 17 Journalisten und Manager der Zeitung „Cumhuriyet“. Zufall?

Yavuz Baydar: Schwer zu sagen. Aber es ist schon schockierend, dass gerade dieser Zeitpunkt gewählt wurde. Es ist auf jeden Fall ein bedeutsames Detail und zeigt, wie radikal und rücksichtslos die Regierung gegen Journalisten und den Journalismus vorgeht. Es hilft uns aber auch insofern, als man den Zusammenhang zwischen dem Thema Pressefreiheit und dem Prozess auf diese Weise besonders gut sichtbar machen kann.

DIE WELT: Worum geht es bei dieser ersten Anhörung?

Baydar: Es sind Formalitäten, die aber sehr lange dauern können. Die Anklageschrift muss vorgelesen werden. Sie ist sehr lang. Dann bekommt jeder der 17 Angeklagten die Möglichkeit zu antworten, ohne zeitliche Begrenzung. Dann werden sich die Anwälte der Angeklagten äußern. Alles in allem kann diese erste Anhörung bis zu vier Tage dauern.

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Urzeitkäfer ist erstaunlich modern

Der Käfer Ponomarenkia belmonthensis lebte vor 300 Millionen Jahren – war aber dafür erstaunlich modern. © Evgeny V. Yan/ FSU Jena
Ein winziger Käfer erstaunt die Paläontologen. Denn das Insektenfossil ist schon 300 Millionen Jahre alt und gehört damit zu den ältesten bisher bekannten Urzeit-Käfern. Überraschend jedoch: Trotz dieses hohen Alters besitzt der kleine Käfer erstaunlich moderne Merkmale – und passt in keine der bekannten Käferfamilien. Seine Existenz wirft damit ein völlig neues Licht auf die früheste Entfaltung in dieser Insektengruppe.

scinexx

Käfer sind eine extrem erfolgreiche Erfindung der Evolution. Fast ein Drittel aller bekannten Organismen gehören zu dieser Insektengruppe. Kein Wunder, besitzen viele Käfer doch geniale Anpassungen und Hilfsmittel – von „klebrigen“ Füßen, mit denen sie an der Decke laufe können über Feuersensoren bis hin zu chemischen Abwehrkeulen, die inzwischen sogar für menschliche Technik kopiert werden.

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Wacken: Seelsorger beim Heavy-Metal-Festival im Einsatz

wacken.com. Screenshot: bb
Seelsorger beim Heavy-Metall-Festival in Wacken? Das gibt’s! Und sie beschäftigen sich mit diesen Themen.

evangelisch.de

Beim Heavy-Metal-Festival in Wacken sind von 3. bis 5. August rund 20 Seelsorger im Einsatz. Die Ehrenamtlichen stünden im Schichtdienst rund um die Uhr für Gespräche bereit, sagte Landesjugendpastor Tilman Lautzas von der Nordkirche dem Evangelischen Pressedienst (epd). In dem schleswig-holsteinischen Dorf Wacken werden wieder rund 75.000 Heavy-Metal-Fans und 150 Bands erwartet. Das Festival beginnt am 2. August abends mit einem Gottesdienst in der lutherischen Dorfkirche in Wacken.

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When Netanyahu walked eyes wide shut into disaster

Prime Minister Benjamin Netanyahu arrives for a press conference with his Georgian counterpart Giorgi Kvirikashvili at his office in Jerusalem on July 24, 2017. (AFP PHOTO / POOL / JACK GUEZ)
Op-Ed: It didn’t take a genius to predict the bloody escalation of the past few days. The prime minister just refused to see it coming

By David Horovitz | The Times of Israel

The visiting Georgian prime minister at his side, Prime Minister Benjamin Netanyahu declared on Monday that he was working “determinedly and responsibly,” both to resolve the fresh standoff with Jordan over a shooting at the embassy compound and the ongoing bloody tensions surrounding the Temple Mount.

Few would doubt him. Of course the prime minister of Israel is doing everything in his power to end the crises quickly, safely and effectively.

The question, however, is whether such crises could have been avoided in the first place, were a little more determination and responsibility shown by Netanyahu and his government ahead of time.

Watching the descent into disaster these past 10 days has been like viewing a horrifying car crash in slow motion.

It has been widely reported that the Shin Bet security agency and the IDF were barely consulted ahead of the decision to install metal detector gates at the Temple Mount after the July 14 terror attack there. It has been widely reported that police chiefs and the public security minister did not believe the measure constituted a particularly significant step. It has been widely reported that Netanyahu failed to detail the metal detector plans when he spoke to Jordan’s King Abdullah and the Palestinian Authority President Mahmoud Abbas in the immediate aftermath of the attack, in which three Arab Israelis shot dead two police officers on duty just outside the compound with guns they had smuggled into the holy site. It has been widely reported that the Shin Bet and the IDF urged that the metal detector gates be removed ahead of July 21’s Friday mass Muslim prayers.

Whatever the truth of these various damning reports, some of which have been denied, a more “responsible” prime minister should surely have realized the inflammatory potential of the metal detector gates, particularly when installed in the way they were.

The very nature of the July 14 attack underlined that security measures at the Mount were inadequate. The murder weapons were smuggled into the holy site by the killers and an accomplice.

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