„Auch Tiere christlich bestatten“

Gedenkstein auf einem Tierfriedhof. Foto: imago stock&people
Der katholische Moraltheologe Michael Rosenberger ist für eine christliche Bestattung von Haustieren. Wo zwischen Familien und ihren Tieren über Jahre ein „enges persönliches Verhältnis“ entstanden sei, sei diese Praxis naheliegend bis hin zur gemeinsamen Beerdigung von Mensch und Tier im Familiengrab.

Frankfurter Rundschau

Der katholische Moraltheologe Michael Rosenberger ist für eine christliche Bestattung von Haustieren. Wo zwischen Familien und ihren Tieren über Jahre ein „enges persönliches Verhältnis“ entstanden sei, sei diese Praxis naheliegend bis hin zur gemeinsamen Beerdigung von Mensch und Tier im Familiengrab, schreibt der im österreichischen Linz lehrende Professor in der August-Ausgabe der „Stimmen der Zeit“. Tiere seien Geschöpfe Gottes, auch für sie sei Christus gestorben. Die Kirchen sollten daher eine Vermeidungshaltung überwinden.

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Tunesisches Parlament beschließt Gesetz zu Gewalt gegen Frauen

Themenbild – Reuters
Die Abstimmung war einstimmig – und historisch. Erstmals werden in Tunesien Opfer von häuslicher Gewalt unter Schutz gestellt. Das neue Gesetz erkennt körperliche, moralische und sexuelle Gewalt gleichermaßen an.

Die Presse.com

Das tunesische Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, das Frauen vor jeglicher Gewalt schützen soll. Alle 146 anwesenden Abgeordneten votierten am Mittwochabend in Tunis für den Text, mit dem erstmals in dem Land auch die Opfer von häuslicher Gewalt unter Schutz gestellt werden. Das neue Gesetz erkennt körperliche, moralische und sexuelle Gewalt gleichermaßen an. Opfer sollen juristische und psychologische Hilfe bekommen.

Frauenministerin Naziha Laabidi sagte nach der Abstimmung, dies sei ein „sehr bewegender Moment“. Die Regierung sei „stolz“, die Tunesier hinter einem „historisches Projekt“ vereint zu haben. Die Abgeordnete Bochra Belhaj Hmida sagte, Gewalt sei nun „keine Privatsache“ mehr. „Sie geht nun den Staat etwas an.“ Das Zurückziehen einer Anzeige führe künftig nicht mehr zur Einstellung von Ermittlungen.

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„Linke“-Fraktionschef Bartsch: Kampf gegen die Kirchen war falsch

Dietmar Bartsch 2015, Bild: DietmarBartsch/FB
Der Kampf der SED gegen die Kirchen war falsch. Er hat Menschen geschädigt und christliche Werte zerstört. Das sagte der Fraktionsvorsitzende der „Linken“ im Deutschen Bundestag, Dietmar Bartsch (Berlin), in einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea.

idea.de

Nach seinen Worten sind im Namen des Sozialismus Fehler und Verbrechen begangen worden. Dem müsse sich seine Partei stellen. „Die Linke“ setze sich seit 27 Jahren intensiv mit ihrer Geschichte auseinander, etwa den Mauertoten in der DDR. Bartsch: „Wir wollen keine Mauern mehr bauen – es sind andere, die das heute wollen.“ „Die Linke“ habe einen entscheidenden Wandel vollzogen: Sie wolle Veränderungen nicht durch eine Diktatur, sondern durch die Bevölkerungsmehrheit legitimiert vollziehen. Es könne keinen Sozialismus ohne Demokratie geben. Leider stünden die Sozialisten „derzeit noch mit dem Rücken an der Wand“. Die linken Bewegungen hätten im 20. Jahrhundert schwere Niederlagen erlitten und sich teilweise auch selbst delegitimiert. 100 Jahre nach der Sozialistischen Oktoberrevolution in der Sowjetunion werde die Linke auf das Scheitern reduziert und mit Dingen in Verbindung gebracht, mit denen sie nichts zu tun habe.

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Die gottloseste Gegend der Welt

Vivienne und Tino Taubert mit dem Modell ihrer Kirche, das fast fertige Original im Hintergrund © Doreen Reinhard für ZEIT ONLINE
Ein Schlagerpaar aus Sachsen hat eine Kapelle gebaut. Darin gibt es weder Kreuze noch Altar. Es ist eine Geschäftsidee für Brautpaare im atheistischen Osten.

Von Doreen Reinhard | ZEIT ONLINE

Die Tauberts, zwei Schlagersänger aus Sachsen, haben eine eigene Kapelle gebaut. Darin gibt es weder Kreuze noch Altar. Es ist eine Geschäftsidee für Brautpaare im atheistischen Ostdeutschland. Vivienne und Tino Taubert haben nie an einen Gott geglaubt. Der stärkste Glaube, der sie trägt, ist der an einen großen Traum. Sie haben schon viel in ihrem Leben angepackt, aber noch nie so eine wahnwitzige Idee. Seit sieben Jahren planen und verhandeln sie, oft sah es aus, als müssten sie aufgeben. Viele haben die Tauberts Spinner genannt und über sie gelacht. Sie haben trotzdem weitergemacht.

Nun ist es fast geschafft: Ihr Traum steht, mitten auf ihrem Grundstück in Callenberg, einer ländlichen Gemeinde am Rand des Erzgebirges. Ein Bau wie aus einer anderen Zeit, mit schlanken Fenstern, alten Säulen, Kreuzgewölbe und einem neun Meter hohen Türmchen auf dem Dach. Das Paar hat eine optische Täuschung gebaut. Eine Kirche, die aussieht, als stünde sie schon seit Jahrhunderten, aber auf keinen Fall eine Kirche sein soll. Für Menschen, die keiner Religion angehören, sich bei manchen Gelegenheiten aber trotzdem nach der Aura alter Gotteshäuser sehnen – zum Beispiel, wenn sie heiraten.

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Buddhismus: „Wegsehen hat noch keiner Gemeinschaft geholfen“

Antwortstunde mit Lama Ole Nydahl vor einer Buddhastatue – Mechthild Klein erlebte buddhistische Meister, die ihre Übersetzerin vorführten und begann zu recherchieren. (Karl-Josef Hildenbrand/dpa)
Autorin Mechthild Klein befasst sich mit den dunklen Seiten des Buddhismus: mit Machtmissbrauch und kulturkämpferischem Gedankengut. „Grundsätzlich sehe ich es als Problem an, dass junge Buddhisten einen Machtmissbrauch gar nicht wahrnehmen“, sagte sie im Dlf.

Mechthild Klein im Gespräch mit Christiane Florin | Deutschlandfunk

Christiane Florin: In wenigen Tagen treffen sich im Allgäu tausende Buddhisten zu einem Sommerkurs. Sie wollen meditieren, der Erleuchtung näherkommen und vor allem wollen sie Ole Nydahl zuhören, einer buddhistischen Berühmtheit. Unsere „Sendung Aus Religion und Gesellschaft“ nimmt heute Abend um 20:10 Uhr das Wirken einiger spiritueller Stars unter die Lupe, eben auch das von Ole Nydahl.

Kinderkriegen als Kulturkampf, verkündet Nydahl – das ist eine eher unbekannte Seite der sanften Lehre, eine andere ist der Machtmissbrauch von Lehrern gegenüber ihren Schülerinnen. Mechthild Klein hat für uns recherchiert. Sie ist die Autorin der Sendung von heute Abend und gibt nun einen Einblick in ihre Werkstatt. Frau Klein, wie haben Sie Verdacht geschöpft, dass die buddhistische Welt nicht nur aus Yoga und innerem Gleichgewicht besteht?

Mechthild Klein: Das war eher ein Zufall. Ich recherchierte zu einem anderen Thema im Buddhismus. Ich war bei einer überregionalen Veranstaltung und habe dort buddhistische Meister erlebt, die ihre Übersetzerin total vorgeführt haben. Ein tibetischer Meister hat superlange Absätze gesprochen und die Übersetzerin hatte Schwierigkeiten, im Deutschen hinterher zu kommen. Der Vortrag des Meisters war inhaltlich dermaßen flach und mit Binsenweisheiten gespickt, dass ich mich wunderte, dass dieser Mann so hofiert und gefeiert wurde. Dann fing ich an, genauer hinzusehen und nachzuforschen.

Im Internet habe ich Plattformen, Dokumente und Zeitschriften gefunden, die den Machtmissbrauch aufgegriffen haben. Da waren Meister im Fokus, die Dutzende von Affären mit ihren Schülerinnen hätten – natürlich unter dem Deckmäntelchen der Verschwiegenheit. Wenn man sich vorstellt: Diese buddhistischen Lehrer werden von ihren Anhängern verehrt und als erleuchtet angesehen. Und was machen diese Meister? Nicht die Welt retten. Nicht den Menschen helfen, ihr spirituelles Potenzial zu entwickeln oder Mitgefühl zu kultivieren. Sondern sie nutzen die Frauen aus oder sondern rechtsradikale Ansichten ab.

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BVerfG: Abschiebung islamistischer Gefährder mit Gesetz vereinbar

Bundesverfassungsgericht Karlsruhe (gemeinfrei, from RoBi 2006)
Das Bundesverfassungsgericht hat keine Bedenken gegen die Abschiebung sogenannter Gefährder, denen ein Terroranschlag in Deutschland zugetraut wird.

Frankfurter Rundschau

Die Regelung im Aufenthaltsgesetz sei mit dem Grundgesetz vereinbar, urteilten die Richter. Die Regelung ermöglicht es den Innenministerien, Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit „zur Abwehr einer besonderen Gefahr für die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland oder einer terroristischen Gefahr“ in einem beschleunigten Verfahren abzuschieben.

Machtkampf in Palästina: In den giftigen Sümpfen Gazas

„Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ Screenshot: bb
Mahmud Abbas, der Palästinenserpräsident, will die Hamas in die Knie zwingen. Deshalb lässt er die Bewohner von Gaza darben. Israel tut nichts dagegen.

Von Ulrich Schmid | Neue Zürcher Zeitung

Es stinkt zum Himmel. Aus dem Meer vor Gaza steigen wahrhaft infernalische Dämpfe auf. Die Kinder halten sich die Nase zu, Erwachsene pressen Taschentücher vors Gesicht, wer immer kann, verlässt eilig die Gefilde des Gestanks. Missmutig starren Fischer am Hafen ins schwappende Grüngrau, das ein Auswerfen von Netzen verbietet. Bisher war das Meer der einzige Fluchtort für die Eingeschlossenen von Gaza, der einzige Ort, der von Freiheit und Weite erzählte. Nun ist auch damit Schluss. Das Gefängnis Gaza ist definitiv unerträglich geworden.

Es stinkt, weil sechs der neun Pumpen in Gaza-Stadt, die das Abwasser in die Kläranlagen befördern, ausgefallen sind. Nun wird die Brühe ins Meer geleitet, wo sie dem Wasser einen giftig graugrünen Stich verleiht, der sich hochzieht bis an den israelischen Strand von Zikim, den die Regierung wegen «fäkaler Verseuchung» bereits geschlossen hat. Dennoch sieht man in Gaza immer wieder Menschen baden.

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Star Wars-Schmu: Fachmagazine fallen auf Pseudo-Fachartikel über Midi-Chlorianer rein

Eine wilde Mischung aus Star Wars-Zitaten und Wikipedia-Plagiat – und trotzdem wurde der Pseudo-Fachartikel von drei Journalen veröffentlicht. © thinkstock (Kollage)
Peinliche Panne: Ein Pseudo-Fachartikel über die komplett fiktionalen „Midi-Chlorianer“ der Star Wars-Filme wurde von drei Fachmagazinen veröffentlicht. Obwohl dieser Artikel völlig unsinnig war und aus Wikipedia-Plagiaten und Star Wars-Zitaten bestand, lehnten die Gutachter ihn nicht ab. Allerdings: Alle drei Fachjournale gehören zu den umstrittenen „Predatory Journals“ – eher unseriösen Online-Magazinen, die Forschern Geld für die Veröffentlichung abnehmen.

scinexx

Fachjournale sind wichtige Vermittler wissenschaftlicher Erkenntnisse, gleichzeitig gelten Publikationen in renommierten Journalen meist als Messlatte für die Leistungen eines Forschers. Um die Qualität der Veröffentlichungen zu sichern und Betrügereien zu verhindern, nutzen die Fachjournale das Prinzip der Peer-Review: Externe Gutachter prüfen und bewerten die eingereichten Manuskripte – und lehnen sie im Zweifelsfalle ab.

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Das Massaker von Mosul: „Wir töteten sie alle. Daesh, Männer, Frauen und Kinder“

Spezialeinheiten dringen in die zerstörte Altstadt vor. Bild (vom 11. Juli): Tasnimnews.com/CC BY-SA-4.0
Wie viele Menschen in der Schlacht um die Stadt starben, wird niemals mehr eruiert werden können, zuletzt ging das irakische Militär nach Aussagen von Soldaten mit großer Brutalität vor

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Ein irakischer Soldat berichtete MEE, dass beim blutigen Kampf um die Altstadt alle Hemmungen gefallen seien: „Wir töteten sie alle. Daesh, Männer, Frauen und Kinder. Wir töteten alle.“ Ein irakischer Offizier sagte, es gebe viele Zivilisten unter den Leichen: „Nachdem die Befreiung verkündete wurde, gab es den Befehl, alles zu töten, was sich bewegt.“ Der Befehl sei nicht richtig gewesen, aber die Soldaten hätten gehorchen müssen: Die meisten IS-Kämpfer ergaben sich und wir töteten sie einfach. Wir machten sehr wenige Festnahmen.“

Der Grund sei nicht, dass die Gefängnisse in Bagdad voll seien. Am Anfang der Offensive habe man IS-Kämpfer noch den Geheimdiensten übergeben – was für Gefangene allerdings mitunter noch schrecklicher war, als gleich erschossen zu werden (IS-Verdächtige werden wie Vieh in Gefängnissen gehalten) -, aber dann habe man immer weniger festgenommen. Nach der vom irakischen Regierungschef erklärten Befreiung (Der IS wird nie wieder eine Stadt im Irak erobern) wurde an manchen Stellen weiter gekämpft. Einzelne IS-Kämpfer haben sich in den angelegten Tunnelsystemen versteckt und verüben von dort aus weiter Angriffe.

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Milchstraße zur Hälfte extragalaktisch?

Die Milchstraße und viele ähnlich große Galaxien könnte zum großen Teil aus extragalaktischer Materire bestehen. © NASA/JPL-Caltech/ ESO/R. Hurt
Unerwartet fremd: Etwa die Hälfte aller Atome in der Milchstraße – und in unseren Körpern – könnte aus anderen Galaxien stammen. Die „fremde“ Materie gelangte erst mit intergalaktischen Winden in die Milchstraße und ermöglichte hier die Sternbildung, wie eine Simulation nahelegt. Dieser Materie-Import könnte zeitweise sogar die dominierende Rolle für die Galaxienentwicklung im Universum gespielt haben, mutmaßen die Astronomen.

scinexx

Unsere Milchstraße schwebt nicht isoliert im All: Sie ist von zahlreichen Zwerggalaxienumgeben, in weiterer Entfernung liegen zudem größere Nachbarn wie die Andromedagalaxie. Schon länger gibt es Hinweise darauf, dass es zwischen den Galaxien auch einen Materie-Austausch gibt: Die Milchstraße saugt Gasströme von ihren kleinen Nachbarn ab und „klaut“ ihnen sogar Sterne.

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Über religiöse Einbahnstraßen zum Extremismus

Charles Darwin und die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich.

Von Efgani Dönmez | Die Presse.com

Bei Interviews klopfen Journalisten ihr Gegenüber gerne auf direktem Wege ab. Fix im Repertoire ist die Frage an Kirchenvertreter, wie man denn zum Zölibat stehe; oder die Frage an FPÖ-Vertreter, wie man es denn mit dem Judentum halte. Will man wiederum Vertreter der Islamischen Glaubensgemeinschaft Österreichs (IGGIÖ) aus der Reserve locken, reicht offenbar schon, den Naturwissenschaftler und Begründer der Evolutionstheorie Charles Darwin anzuführen.

Zur Erinnerung: der IGGIÖ-Präsident Ibrahim Olgun sprach sich in einem Interview für wissenschaftsbasierten Islam aus. So weit, so gut. Als dies jedoch in türkischen Medien als Befürwortung von Darwins Evolutionstheorie interpretiert wurde, sah sich der offizielle Vertreter der österreichischen Muslime gezwungen, auf Distanz zu gehen und wie in Rage in türkischen Kanälen seine zuvor getätigten Aussagen zu dementieren und zu relativieren. Heute hören wir nun: die IGGIÖ lehnt Darwin ab.

Syrien: Sind die Kurden die „fünfte Kolonne“ Washingtons?

YPG-Einheiten bei der Rakka-Offensive. Screenshot, YPG-Video, Twitter
Die Gefahr einer Instrumentalisierung der Kurden in Nordsyrien und im Irak ist real

Von Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Seitdem die USA die nordsyrischen, demokratischen Kräfte (SDF) mit Waffen und militärischen Equipment für den Kampf gegen den IS ausrüsten, befürchten viele, dass sich insbesondere die Kurden vor Amerikas Karren spannen lassen. Es wird befürchtet, dass sie von den USA benutzt werden, um in Syrien einen Regimewandel herbeizuführen. Das Assad-Regime wirft ihnen vor, die Zerstückelung Syriens als Söldner der USA voranzutreiben.

Die Kurden der syrischen YPG/YPJ, welche die stärkste Kraft innerhalb der SDF sind und die türkische PKK, die in den Kandil-Bergen im Nordirak ihren Hauptsitz hat, bezeichnen die Zusammenarbeit als strategisches, temporäres Bündnis. Ihnen gehe es weder um Regimewandel noch um die Abspaltung der kurdischen Siedlungsgebiete.

Sie wollen keinen eigenen Staat, sondern sie setzen sich – anstelle der Zentralregierungen, an deren Spitze jeweils Despoten sitzen – für ein demokratisches, föderales Staatenmodell im Nahen Osten ein. Aber wie realistisch ist ein föderales Modell in Syrien und wie groß ist die Gefahr einer Instrumentalisierung der Kurden durch die USA? Diese Fragen diskutierten die Journalisten Karin Leukefeld und Nick Brauns auf einer Veranstaltung der Tageszeitung Junge Welt.

Karin Leukefeld vertrat die These, dass sich die Kurden zwar nicht zum Helfershelfer der USA gemacht hätten, aber dass es nur vordergründig um den Kampf gegen den IS ginge. Seit 2014 gäbe es eine Zusammenarbeit von YPG/YPJ und später SDF mit den USA. Wenn es der PYD nicht um einen Regimewechsel gehe, warum würde dann der Kampf gegen den IS nicht gemeinsam mit der syrischen Armee und ihren Verbündeten (Russland, Iran, Hisbollah) geführt?

Wenn die nordsyrische Föderation sich nicht von Syrien abspalten wolle, wie es Barzani im Nordirak vorhabe, sei es doch logisch, gemeinsam gegen den IS zu kämpfen und eine politische Neuordnung Syriens mit allen Syrern zu verhandeln, so Leukefeld. Sie verweist auf die vielfältige Organisierung der Kurden in ganz Syrien, die von den verschiedenen kommunistischen Parteien in Syrien über die nordirakische Partei Barzanis, KDP bis hin zur „Nationalen Koalition oppositioneller und revolutionärer Kräfte in Syrien“, ETILAF, mit Sitz in Istanbul reiche. Die konservative ETILAF, die sich gerne als Exilregierung bezeichnet, spielt in Nordsyrien praktisch keine Rolle.

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Ostbeauftragte distanziert sich von Rechtsextremismus-Studie

Iris Gleicke stellte die Studie zu „Ursachen des Rechtsextremismus in Ostdeutschland“ im Mai vor Quelle: dpa
Die Studie zu Rechtsextremismus im Osten löste wegen methodischer Mängel heftige Kritik aus. Nun hat sich die Ostbeauftragte davon deutlich distanziert. In einem Brief an das Institut wird sie streng.

DIE WELT 

Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD), hat sich einem Medienbericht zufolge von der von ihrem Haus in Auftrag gegebenen Studie zum Rechtsextremismus in Ostdeutschland offiziell distanziert. Das berichtet die „Sächsische Zeitung“. Demnach hat die SPD-Politikerin dem Göttinger Institut für Demokratieforschung in einem Brief mitgeteilt, dass sie die Möglichkeit der Rückerstattung bislang ausgezahlter Mittel prüfen lasse. Die Kosten der Studie belaufen sich nach früheren Angaben aus dem Bundeswirtschaftsministerium auf insgesamt 129.391,86 Euro.

Die von Gleicke in Auftrag gegebene Studie kam im Mai zu dem Schluss, dass Rechtsextremismus befördert werde durch „spezifische regionale Faktoren, die in Ostdeutschland stärker ausgeprägt sind“. Das 236 starke Papier wurde in der Folge unter anderem wegen methodischer Fehler scharf kritisiert. Unter anderem hatten sich die Autoren bei ihren Erkenntnissen im Wesentlichen auf Interviews mit 40 überwiegend linken Politikern und engagierten Bürgern gestützt.

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Prominente fordern Stopp von Förderung islamistischer Vereine

Die Initiative „Stop the Bomb“ fordert in einem Offenen Brief Bundesfamilienministerin Katharina Barley (SPD) dazu auf, die Förderung von pro-iranischen Verbänden einzustellen.

evangelisch.de

Konkret geht es um einen Workshop der „Islamischen Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands (IGS)“, der an diesem Wochenende vom Berliner Al-Mustafa Institut durchgeführt werden soll. Das Institut sei mit der Mustafa-Universität im Iran verbunden, „einer islamistischen Kaderschmiede des iranischen Regimes mit globaler Mission“, heißt es in dem am Mittwoch in der Bundeshauptstadt verbreiteten Schreiben. Deren Ideologien und Aktivitäten seien „mit den freiheitlich-demokratischen Prinzipien der Bundesrepublik nicht vereinbar.“

Das Al-Mustafa Institut hatte entsprechende Vorwürfe bereits Mitte Juli zurückgewiesen. Das Institut sei „eine unabhängige und selbständige Wissenschaftseinrichtung, die nach eigenem Ermessen und auf Grundlage des deutschen Grundgesetzes handelt und nicht auf Weisung irgendeines anderen Staates“, heißt es auf der Homepage der Einrichtung.

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Schönborn: ‚Nein zur Ehe für alle‘

Wiener Erzbischof: „Kindeswohl in Wahrheit einziger Grund für Ehe“ – „Ehe Weg der Generationen und sie wird immer unersetzlich sein“

kath.net

Eine erneute Absage erteilte der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn der „Kardinal Christoph Schönborn „. „In Wahrheit“ gebe es nur einen Grund für die Ehe und das sei das Kindeswohl, so der Kardinal in einem Interview in der aktuellen Ausgabe der Wiener Kirchenzeitung „Der Sonntag“, wo der Beitrag mit den erzbischöflichen Worten „Nein zu Ehe für alle“ übertitelt ist. Es sei ein natürliches Bedürfnis von Kindern, dass die Mutter und der Vater für das Kind gemeinsam Verantwortung übernehmen. Die Ehe sei der Weg der Generationen und sie werde immer unersetzlich sein, „wenn Kinder da sein sollen und es eine Mutter und einen Vater gibt, die sich um dieses Kind kümmern wollen“.

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Evolution: Menschen erkennen Emotionen in Stimmen aller landlebenden Wirbeltiere

Amphibien, Reptilien, Säugetiere – sie alle kommunizieren über akustische Signale. Und Menschen sind in der Lage, den emotionalen Inhalt dieser Signale einzuschätzen. Das belegt eine neue Studie, die Forscher der Vrije Universität Brüssel und der Ruhr-Universität Bochum gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Alberta, Kanada, und Wien in der Zeitschrift „Proceedings of the Royal Society B” veröffentlicht haben. Sie interpretieren dieses Ergebnis als Hinweis, dass es im Tierreich einen Universalcode für den stimmlichen Ausdruck von Emotionen und deren Entschlüsselung geben könnte.
Dr. Julia Weiler Dezernat Hochschulkommunikation
Ruhr-Universität Bochum

Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass Menschen Emotionen in den Stimmen vieler verschiedener Säugetiere erkennen können. Die neue Studie erweitert diese Ergebnisse auf Amphibien und Reptilien.

Das Team um die Forscherin Dr. Piera Filippi, inzwischen an der Universität Aix-Marseille und am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nimwegen, kooperierte für die Studie unter anderem mit dem Bochumer Philosophen Prof. Dr. Albert Newen sowie den Bochumer Biopsychologen Prof. Dr. Dr. h. c. Onur Güntürkün und Privatdozent Dr. Sebastian Ocklenburg.

Tierstimmen aus unterschiedlichen Wirbeltierklassen

An der Studie nahmen 75 Probandinnen und Probanden teil, deren Muttersprache Englisch, Deutsch oder Mandarin war. Sie hörten Audioaufzeichnungen von neun verschiedenen Wirbeltierspezies aus den Klassen der Säugetiere, Amphibien und Reptilien, wobei letztere Vögel und andere Reptilien umfassten.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren in der Lage, zwischen hoher und niedriger Erregung in den akustischen Signalen aller Tierklassen zu unterscheiden. Sie verließen sich dabei auf zwei Parameter: den Grundton sowie die Schwerpunktwellenlänge, ein Maß dafür, wo sich der Mittelpunkt des Frequenzspektrums in dem Signal befindet.

Gemeinsamer evolutionärer Ursprung

„Die Ergebnisse legen nahe, dass es fundamentale Mechanismen für den akustischen Ausdruck von Emotionen gibt – und zwar über alle Wirbeltierklassen hinweg“, schlussfolgern die Autoren. Es könne sich um ein Signalsystem mit einem gemeinsamen evolutionären Ursprung handeln. Schon vor über einem Jahrhundert hatte Charles Darwin vorgeschlagen, dass akustische Emotionsäußerungen auf unsere frühesten Vorfahren an Land zurückgehen.

Audio-Dateien im Netz

Beispiele für Rufe von emotional erregten und nicht erregten Tieren können online gehört werden unter:
http://news.rub.de/presseinformationen/wissenschaft/2017-07-26-evolution-mensche…

Förderung

Die Kooperation von Piera Filippi mit den Bochumer Forschern wurde möglich durch ein Fellowship, das sie vom Bochumer Center for Mind, Brain and Cognitive Evolution erhielt.

Originalveröffentlichung

Piera Filippi et al.: Humans recognize emotional arousal in vocalizations across all classes of terrestrial vertebrates: Evidence for acoustic universals, in: Proceedings of the Royal Society B, 2017, DOI: 10.1098/rspb.2017.0990

Pressekontakt

Prof. Dr. Onur Güntürkün
Abteilung Biopsychologie
Fakultät für Psychologie
Ruhr-Universität Bochum
Tel.: 0234 32 26213
E-Mail: onur.guentuerkuen@rub.de

Prof. Dr. Albert Newen
Institut für Philosophie II
Fakultät für Philosophie und Erziehungswissenschaften
Ruhr-Universität Bochum
Tel.: 0234 32 22139
E-Mail: albert.newen@rub.de

Dr. Piera Filippi
Brain and Language Research Institute
Aix-Marseille Université
Frankreich
und Max-Planck-Institut für Psycholinguistik
Nijmegen, Niederlande
Tel.: +32 483 180754, +33 7 85026938
E-Mail: pie.filippi@gmail.com

Prof. Dr. Bart De Boer
Artificial Intelligence Lab
Vrije Universiteit Brussel
Belgien
E-Mail: bart.de.boer@ai.vub.ac.be

Lutherkitsch für den Plebs – 100€ Goldmünze für die Betuchten

Themenbild: hier ist die 50-Eu­ro-Gold­mün­ze „Lu­ther­ro­se“ dargestellt. Bild: Bundesministerium Finanzen/BADV
Die Münze aus der aus der Serie UNESCO Welterbe passe bestens zum diesjährigen Reformationsjubiläum, sagte die baden-württembergische Finanzstaatssekretärin Gisela Splett (Grüne).

evangelisch.de

Der Entwurf des Siegermotivs stammt von dem Berliner Künstler Bastian Prillwitz. Die Auflage der 15,55 g schweren Münze aus Feingold in Stempelglanz-Qualität beträgt den Angaben zufolge maximal 200.000 Stück. Sie werde über die Offizielle Verkaufstelle für Sammlermünzen (VfS) zum Preis von 640,85 Euro ab 2. Oktober in Umlauf gebracht.

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„Dämonen selbst gerufen“ – Islamist Lau als Terrorhelfer verurteilt

Der Islamist Sven Lau wurde zu einer mehrjährigen Freitheitsstrafe verurteilt © Rolf Vennenbernd/DPA
Die islamistische Szene muss auf einen ihrer prominentesten Vertreter für geraume Zeit verzichten. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht hat Sven Lau als Terrorhelfer zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt.

stern.de

„Es sind die Dämonen, die Sie selbst gerufen haben.“ Mehrfach spricht der Vorsitzende Richter Frank Schreiber den blassen, schwarz gekleideten Mann auf der Anklagebank direkt an. „Sie haben die rote Linie mehrfach überschritten. Es ist eindeutig, dass sie geliefert haben.“ Am Mittwoch verurteilt das Düsseldorfer Oberlandesgericht Sven Lau als Terrorhelfer zu fünfeinhalb Jahren Haft.

Der Islamistenführer habe sich, nachdem er aus gesundheitlichen Gründen den Dienst als Feuerwehrmann in Mönchengladbach quittiert hatte, im Lauf der Jahre radikalisiert. Die Entwicklung sei ihm teilweise entglitten. Seine Freunde seien jetzt beim Islamischen Staat, „dem Sinnbild der entmenschlichten Grausamkeit und Mordlust“, sagt Schreiber.

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Bayern geht strafrechtlich gegen Kirchenasyl für Flüchtlinge vor

Generalstaatsanwaltschaften Nürnberg und München bestätigen dem „Bayrischen Rundfunk“ ein einheitliches Vorgehen gemäß eines Drei-Punkte-Plans.

kath.net

Katholische und evangelische Pfarrer, die Flüchtlingen Kirchenasyl gewähren, werden in Bayern strafrechtlich belangt. Das berichtete der „Bayrische Rundfunk“ unter Verweis auf die Generalstaatsanwaltschaften Nürnberg und München. Die Anklage laute auf „Beihilfe zum illegalen Aufenthalt“.

Dabei werde nach einem einheitlichen Drei-Punkte-Plan vorgegangen, so der „Bayrische Rundfunk“ weiter. Beim erstmaligen Gewähren von Kirchenasyl sollen die verantwortlichen Pfarrer zunächst polizeilich vernommen werden, danach werde das Verfahren wegen geringer Schuld eingestellt. Bei der zweiten Gewährung von Kirchenasyl müssten die Verantwortlichen mit einer Geldauflage rechnen, beim dritten Mal erhielten sie einen Strafbefehl. Einzelausnahmen seien allerdings möglich.

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Hacked E. Coli Shows the Promise of Programmable Biology

Wyss Institute/Harvard
Researchers turn living cells into biological sensing and computing platforms.

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

The preferred term is „ribocomputing.“ Take a molecule of RNA, the „messenger“ chemical that carries instructions from a cell’s DNA to the rest of the cell, and basically rewire it. By hacking the RNA, it’s thus possible to take command of the processes of the cell, particularly that of protein synthesis. It’s also possible to rewire the RNA to respond to specific stimuli, offering an engineered microbiological system that reacts to inputs in the same way that an embedded computer might respond to a temperature sensor of accelerometer.

Synthetic biology or „hacked“ biology is a quickly growing field, but the term ribocomputing is scarce, mostly limited to a single 2016 study. That was the case at least until this week and the publication of a paper in Nature describing RNA-based synthetic biological circuits that are capable of implementing just what I described above: sensing external signals and directing cellular machinery to respond to those signals in programmed ways. It’s fascinating but also a bit spooky.

Many efforts in synthetic biology involve compiling catalogs of biological „parts“ that can be assembled into function bio-circuitry. These are consistent, modular building blocks that provide a basic Lego set for building biological machines. The downside of the modular approach, as explained in the current paper, is that the resulting circuits are complex and overly sensitive to their surrounding context. A cellular machine assembled in a test tube from prefab components is by nature a bit rickety. And, unfortunately, a living cell is a crowded, noisy environment.

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