USA: Katholiken im Widerstand gegen satanistisches Denkmal

Image: Matt Anderson/Friendly Atheist

Im Gedenkpark für Veteranen der Streitkräfte soll eine satanistische Skulptur aufgestellt werden. Für Katholiken ist das anstößig und beleidigend, sagte der katholische Pfarrer.

kath.net

Im Gedenkpark für Veteranen der Kleinstadt Belle Plaine (US-Bundesstaat Minnesota) soll ein satanistisches Denkmal aufgestellt werden. Katholiken des Ortes und des Erzbistums St. Paul und Minneapolis haben ihren Widerstand angekündigt.

Die Kontroverse begann im August 2016, als Joseph Gregory, ein damals 87-jähriger ehemaliger Angehöriger der US-Armee, ein Denkmal für den Veteranenpark anfertigte, das die Silhouette eines Soldaten darstellt, der vor einem kreuzförmigen Grabstein kniet. Grogory starb im Oktober desselben Jahres.

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Mini-Raumschiffe erreichen die Umlaufbahn

So sehen die kleinsten Raumschiffe, genannt „Sprites“, aus, die derzeit in der Erdumlaufbahn kreisen (Foto: Breakthrough Starshot Initiative)
Forscher haben die kleinsten Raumschiffe aller Zeiten ins All geschickt. Eines Tages sollen solche Mini-Sonden Planeten außerhalb des Sonnensystems besuchen.

Von Marlene Weiß | Süddeutsche.de

Die kleinsten Raumschiffe aller Zeiten haben nur das Format einer größeren Briefmarke. Sie sehen aus, wie es eben aussieht, wenn man Solarzellen, Antennen, Sensoren und Mikroprozessoren auf eine winzige Leiterplatte schraubt – eher wie eine Bastelei aus dem Keller als Raumschiff Enterprise. Trotzdem bekommen die Mini-Sonden einige Aufmerksamkeit, seit diese Woche bekannt wurde, dass die private Breakthrough-Starshot-Initiative schon am 23. Juni erfolgreich sechs der winzigen Satelliten ins All geschossen hat.

Hinter dem Manöver steht ein großer Traum. Eines Tages, so die Hoffnung der Breakthrough-Ingenieure, könnten ganze Schwärme solcher leichten, billigen Sonden mit bis zu 20 Prozent der Lichtgeschwindigkeit zu fernen Sternen aufbrechen, angetrieben von Lasern auf der Erde. In nur zwanzig Jahren könnten solche Geräte das Sternsystem Alpha Centauri erreichen, den nächsten Nachbarn der Sonne, und unter anderem Bilder des Exoplaneten Proxima B zurück zur Erde schicken.

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Säkularismus – „eine andere Ideologie“?

Bild: Qantara.de
In seinem Essay räumt der syrische Publizist und Schriftsteller Hammud Hammud mit gängigen islamistischen Vorurteilen gegen das Konzept des Säkularismus auf und geht der Ambivalenz von politischem Islam und arabischem Nationalismus auf den Grund.

Von Hammud Hammud | Qantara.de

Schon während des gesamten 20. Jahrhunderts lebte die arabische Welt entweder in einem islamistischen oder in einem nationalistischen Bezugsrahmen. Es wurde zwar die Frage nach einem „dritten Weg“ oder nach einem entsprechenden Diskurs unter Mitwirkung arabischer Intellektueller gestellt, aber die Antwort darauf war selten positiv. Im Allgemeinen bewegen sich alle arabischen Ideologien innerhalb der beiden genannten Pole.

Trotz der politischen Divergenzen und Konflikte zwischen beiden Konzepten – bisweilen auch blutig ausgetragen – ist die Existenz des einen unweigerlich mit der des anderen verbunden. Tatsächlich ist die aktuelle missliche Lage in der arabischen Welt und vor allem in der Levante eine Folge dieser Dynamik. Auf den Abfall von der nationalistischen Ideologie folgte die Hinwendung der Araber zum Islamismus. Das sehen selbst die Islamisten so.

Doch das soll nicht Gegenstand meiner Betrachtung sein. Vielmehr sind es die mutwillig falschen Behauptungen der Islamisten, die arabisch-nationalistische Diktatur sei ein Kind der Moderne und folglich des Säkularismus.

Die „islamistische Alternative“

Die Islamisten bieten sich immer wieder als alleinige Alternative zu politischen Regimen an, die auch noch an der Verbreitung dieser irreführenden Behauptungen mitwirken. (Nicht selten heißt es, die islamistische Ideologie sei eine „naturgegebene Alternative“. Warum? Weil wir Araber sind, geht man davon aus, wir seien instinktiv islamistisch!)

Aus islamistischer Sicht ist mit dem Sturz der Diktatur des tunesischen Präsidenten Ben Ali auch die Ideologie des jakobinischen Laizismus gescheitert, die die Basis seiner Diktatur bildete, wobei unterstellt wird, dass diese auf der Moderne beruhte. Bald darauf stürzten weitere Regime anderer arabischer Staaten, was die Richtigkeit dieser Behauptung anscheinend belegte.

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Lexikon der Anti-Feministen

HP agentin.org. Screenshot: bb
Das Online-Portal „Agent*In“ der Heinrich-Böll-Stiftung listet Gegner feministischer Positionen auf – und stößt auf harsche Kritik. Ist es ein „Pranger“ oder setzt es nur konsequent den Geschlechterkampf fort, der im Internet tobt?

Von Kathleen Hildebrand | Süddeutsche.de

Dutzende Namen stehen da, alphabetisch geordnet in vier Spalten. Jeder ist verlinkt zu einer Seite über die Person. Das sieht nach Wikipedia aus, doch was auf den Seiten steht, konzentriert sich auf einen einzigen Aspekt, nämlich auf die antifeministischen Positionen der aufgeführten Person. Nach gleichem Prinzip werden auch Organisationen, Ideologien und Kampagnen geführt. „Ultrakatholisch“ sei der eine Mensch, steht da, die andere Zeitschrift gehöre zur „Neuen Rechten“, wieder andere Personen verträten monarchistische Positionen. Eine Kartei für Antifeministen? Ordentlich verlinkt und verknüpft? Was ist da los?

Am Montag vergangener Woche ist das Online-Lexikon Agent*In online gegangen. Die Abkürzung steht für „Anti-Gender-Networks Information“. Es ist ein Wiki, also ein Online-Lexikon, das die Netzwerke, Organisationen und öffentlichen Vertreter von antifeministischen Positionen offenlegen soll. Katholische Organisationen wie Opus Dei und die Legionäre Christi sind darunter, die AfD und Gruppierungen der Neuen Rechten. Aber auch einzelne Journalisten, die in etablierten Medien veröffentlichen oder in Talkshows auftreten. Das Gunda-Werner Institut der Heinrich-Böll-Stiftung hat es von einer Gruppe freier Autoren und Wissenschaftlern erstellen lassen. Bislang gibt es 177 Einträge. Aber das Lexikon soll wachsen. Und es erfährt schon jetzt heftige Ablehnung.

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Predictive Policing: Kommissar Computer macht bald hessenweit Jagd auf Einbrecher

(Bild: hessen.de)
Einbrüche verhindern, bevor sie geschehen: Eine moderne Analysesoftware soll den Tätern das Handwerk legen. Ab Herbst setzt die hessische Polizei im ganzen Land auf Predictive Policing.

Von Bernd Glebe(dpa) | heise online

In der dunklen Jahreszeit gibt es pro Tag etwa 70 Einbrüche in Hessens Ballungsgebieten. Die professionellen Täter kommen oft, wenn die meisten Menschen noch arbeiten, die Dunkelheit aber schon langsam herein bricht. „Nachts wird sehr selten eingebrochen, das ist die große Ausnahme“, berichtet Kriminalhauptkommissar Daniel Anbau vom Landeskriminalamt (LKA) in Wiesbaden. Zwischen 14 und 17 Uhr seien Einbrecher meist unterwegs. Und denen wollen die Ermittler mit einer selbst entwickelten Prognose-Software noch besser das Handwerk legen.

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Stephen Colbert produziert Trump-Cartoon-Serie

Stephen Colbert baut seine Trump-Satire aus. Foto: Tannen Maury
Die Geschehnisse im Weißen Haus lassen die US-TV-Verantwortlichen jubeln. Bald soll auch eine Trump-Cartoon-Sendung ausgestrahlt werden. Satiriker Stephen Colbert soll sie produzieren.

Frankfurter Rundschau

US-Satiriker Stephen Colbert (53) wird eine Cartoon-Serie über das Weiße Haus unter US-Präsident Donald Trump produzieren. Wie der US-Kabelsender Showtime bekanntgab, sollen zehn Folgen zu je einer halben Stunde ab Herbst ausgestrahlt werden.

In einem Statement, aus dem mehrere US-Medien gleichlautend zitieren, erklärt der Sender, die Serie werde Abenteuer von Trumps Vertrauten und Lebemännern beleuchten. Dabei werde man sich befassen mit „der Familie, den Spitzen-Mitarbeitern, Regierungschefs, Golfprofis und jedem anderen, der in seinem Orbit umherirrt“.

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Erbgut torpediert Theorie

Die DNA ist mit Proteinen zu perlschnurartigen Chromatinfäden kombiniert. Doch wie diese im Zellkern angeordnet sind, dazu gab es bisher nur Theorien. © Darryl Leja/ NHGRI
Chaos statt Ordnung: Unser Erbmaterial ist im Zellkern ganz anders angeordnet, als es in den Lehrbüchern steht. Denn das aus DNA und Proteinen bestehenden Chromatin bildet chaotische Faltungen und Knäuel, statt säuberlich zu immer dickeren Fasern zusammengelagert zu sein. Dies enthüllt die erste direkte Beobachtung der Chromatinstruktur in intakten Zellen. Damit ergeben sich ganz neue Einblicke in die Verknüpfung von Form und Funktion der DNA, so die Forscher im Fachmagazin „Science“.

scinexx

Die DNA ist der Träger unserer Erbinformation und damit eine Art Referenzbibliothek für alle unsere Zellen. Entsprechend umfangreich ist sie: Allein die DNA aus einer einzigen Zelle ist rund zwei Meter lang, das Erbmaterial aller unserer Körperzellen aneinandergelegt würde sogar von hier bis zum Zwergplaneten Pluto reichen.

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„Opioid-Epidemie“ wirkt sich auf US-Wirtschaft aus

Bild: heise.de/tp
Die massenhafte Einnahme von teils verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln lässt die Erwerbstätigenrate in den USA sinken und schließt Menschen vom Arbeitsmarkt aus

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Während die Amerikaner sich 2016 zwar nicht mehrheitlich, aber nach den Wahlmännern für Donald Trump als Nachfolger von Barack Obama entschieden, versank das Land weiter in den Medikamenten- und Drogenkonsum. Dabei geht es vor allem um Opioide, die Schmerzen beseitigen und Euphorie oder Optimismus auslösen, aber abhängig machen und zum Tod führen können. Sie werden nicht nur von Drogenkartellen angeboten, sondern auch von Pharmakonzernen und Ärzten, die sie Menschen, die Schmerzen haben oder dies vorgeben, verschreiben.

Eine Gesellschaft, die Negatives nicht aushalten kann, positiv denken muss, dem Individuum für alles die Verantwortung zuschiebt und alles, was in das Fortschritts- und Erfolgsnarrativ nicht hineinpasst, verdrängt, führt zwar einen Krieg gegen die Drogen, aber auch einen Krieg gegen Schmerzen, der aber nicht nur das Schicksal der Menschen schädigt, sondern auch die Gesellschaft und die Ökonomie. Auch in Deutschland steigt die Verschreibung von Opioiden – und die Zahl der Drogentoten.

Die Erwerbstätigenrate, also die Zahl der erwerbstätigen Menschen im Alter zwischen 15 und 64 Jahren im Vergleich zur gesamten Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter, liegt in den USA mit 62,8 Prozent knapp über dem OECD-Durchschnitt (Zahlen von 2016). In Deutschland ist sie mit 60,9 Prozent geringer. In Ländern, in denen weniger Frauen einer Erwerbsarbeit nachgehen, ist sie wie in der Türkei mit 52 Prozent im OECD-Extrem niedriger. Am höchsten ist sie in Island mit 83,6 Prozent.

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Türkische Religionsbehörde Diyanet: Abrechnung mit Gülen

Mehmet Görmez während der Eröffnung einer islamischen Kunstausstellung in Istanbul. Bild: wikipedia.org/CC-BY-SA 4.0 – Tezkiretul
Der Chef des türkischen Religionsamts soll sich nicht mehr mit Staatschef Erdogan verstehen. Kurz vor seinem Rückzug stellt er aber noch eine Untersuchung über die Gülen-Bewegung vor.

Von Markus Bernath | Neue Zürcher Zeitung

Der Rücktritt des Fussball-Nationaltrainers Fatih Terim mag die Öffentlichkeit in der Türkei derzeit weit mehr beschäftigen als jener von Mehmet Görmez, dem Präsidenten der staatlichen Religionsbehörde Diyanet in Ankara. Politisch ist Görmez‘ Weggang allerdings bedeutsamer. Der 58-jährige Geistliche verkündete am Mittwoch seinen Rückzug, nachdem hier und da von einer Entfremdung zwischen ihm und Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan zu lesen gewesen war. In den sozialen Netzwerken kursierte bereits seit Tagen der Name seines Nachfolgers. Es soll der konservative, aus der Schwarzmeer-Provinz Trabzon stammende Theologe Emin Aşikkutlu sein.

Gleichzeitig mit seinem Rücktritt machte Görmez einen Bericht seiner Behörde publik: über die «Terrororganisation der Fethullah-Anhänger» oder Fetö, wie die Bewegung des Predigers Fethullah Gülen in der Türkei seit dem Putschversuch von 2016 offiziell genannt wird. Dabei ging Görmez, die oberste sunnitische Autorität des Landes, hart ins Gericht mit dem einflussreichen, im amerikanischen Exil lebenden Imam. Dessen Predigten nannte er «verderbt». Gülen habe seine Anhänger getäuscht, indem er ihnen vorgaukelte, mit dem Propheten selbst in Verbindung zu stehen.

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Nach Ausschreitungen: Israel schränkt Zugang zu Tempelberg wieder ein

The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)
Wegen der Sorge vor neuer Gewalt dürfen nur Männer über 50 und Frauen an Freitagsgebet teilnehmen

derStandard.at

Nach neuen Ausschreitungen schränkt Israel den Zugang zum Tempelberg in Jerusalem wieder ein. Wie die Polizei mitteilte, dürfen Männer unter 50 Jahren am Freitag nicht an den heiligen Stätten beten. Befürchtet würden neue Demonstrationen und Gewalt, erklärten die Behörden.

Tags zuvor hatte es noch nach einer Entspannung im Streit um den Zugang zum Plateau vor der Al-Aksa-Moschee ausgesehen, die sich allerdings bald wieder zerschlug: Nach dem Abbau der umstrittenen Sicherheitsvorrichtungen durch Israel kamen zwar erstmals seit zwei Wochen wieder Palästinenser zu Gebeten in die heilige Stätte – bereits kurz darauf gab es aber Zusammenstöße mit israelischen Sicherheitskräften.

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Legasthenie: Frühtest bald marktreif?

Kinder mit Legathenie tun sich mit dem Lesen und Schreiben schwer. Je früher dies erkannt wird, desto besser lassen sich die Folgen verhindern. © Valua Vitaly/ thinkstock
Früherkennung in Arbeit: Deutsche Forscher haben zwei Tests entwickelt, mit denen sich Legasthenie schon vor dem Schulalter erkennen lässt. Von der Lese-Rechtschreibschwäche betroffene Kinder könnten dadurch schon früher gezielt gefördert werden. Die Tests beruhen auf einem Test mittels EEG und einer DNA-Analyse mittels Speichelprobe. Schon in den nächsten Jahren soll der Kombinationstest marktreif werden, so die Forscher.

scinexx

Wörter dehnen sich, zerbrechen, Buchstaben lassen sich nicht erkennen. Jedes 20. Kind verzweifelt, wenn es darum geht, Wörter und Sätze zu schreiben oder zu lesen – und das bei ansonsten normaler oder hoher Intelligenz. Eine Lese-Rechtschreibstörung beruht auf einer angeborenen Veränderung im Gehirn. Für die betroffenen Kinder bedeutet sie vor allem oft jahrelangen schulischen Misserfolg – meist ohne, dass die wahre Ursache erkannt wird.

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Meinungsfreiheit: Wissenschaft in der Seele

Der US-amerikanische Radiosender KPFA im kalifornischen Berkeley storniert einen Auftritt des britischen Biologen und Religionskritikers Richard Dawkins – wegen jahrealter Tweets.

Von Andrian Kreye | Süddeutsche.de

Eigentlich sollte der britische Evolutionsbiologe Richard Dawkins im August bei einer Veranstaltung des progressiven Radiosenders KPFA im kalifornischen Berkeley über sein neues Buch sprechen. Dann wurde der Auftritt storniert. Die Begründung des Senders war, Dawkins habe sich verletzend über den Islam geäußert. Und schon tobt eine neue Schlacht um die Meinungsfreiheit, die in den USA derzeit von allen Seiten bedrängt wird.

Dawkins Buch trägt den Titel „Science in the Soul“ (Wissenschaft in der Seele) und ist vor allem ein Plädoyer für die Naturwissenschaften. Nun ist Richard Dawkins natürlich nicht nur einer der führenden Evolutionswissenschaftler der Gegenwart. Er prägte beispielsweise 1976 den Begriff Mem, um die evolutionären Mechanismen der Ideengeschichte zu erläutern. Vergangene Woche erst wurde sein Buch „Das egoistische Gen“ in einer Umfrage der Royal Society zum einflussreichsten Wissenschaftsbuch aller Zeiten gewählt. Darüber kann man vielleicht streiten. Aber da ist man auch schon bei der zweiten Rolle Dawkins‘ in der jüngeren Ideengeschichte.

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„Gott kann jetzt jeder“ – Kreationisten von Wort&Wissen antworten

Bild: 4ever.eu
„Gott kann jetzt jeder“ – unter dieser Überschrift berichtet die „WirtschaftsWoche“ (Düsseldorf) über eine „neue industrielle Revolution“ durch die Biotechnologie. „Vier Milliarden Jahre war die Evolution die treibende Kraft für die Entwicklung des Lebens.

idea.de

Nun ist es der schaffende Mensch“, heißt es in dem Beitrag. Dank der „Biorevoluzzer“ könne man künftig Fleisch in Nährlösungen züchten, Plastik ohne Erdöl sowie Schuhe aus künstlicher Spinnenseide herstellen. Als „Gottvater“ der Lehre vom so erschaffenen Leben bezeichneten Kollegen den Biologen Tom Knight (Boston). Er sehe aus „wie der Herrgott höchstpersönlich“, wenn er mit seinem langen weißen Bart durch sein Labor mit Spitzentechnik schreite. Bis 2020 werde der Markt für synthetische Biologie laut dem US-Institut „Allied Market Research“ (Portland/US-Bundesstaat Oregon) auf rund 34 Milliarden Euro wachsen. Der US-Genforscher Craig Venter prophezeie, dass sich bald fast jedes Material künstlich produzieren lasse – für ein paar Cent oder Dollar. Der Bericht nennt als Beispiel Rosenöl. Für ein Kilogramm müssten Bauern derzeit eineinhalb Millionen Rosenblüten ernten. Die Firma Ginkgo Bioworks stelle Hefezellen her, die das Gleiche in einem Tank erledigten, der mitten in einer Stadt stehen könne. Der Sportartikelhersteller Adidas plane Schuhe, die aus künstlicher Spinnenseide bestehen – reißfest und leicht. Das Material hätten bis vor kurzem nur Spinnen produzieren können. Die Biotechfirma Amsilk (Planegg bei München) habe nun Kolibakterien Gene eingepflanzt, mit denen sie aus Pflanzenresten „das Supermaterial“ generierten. Laut dem Bericht übernehmen biotechnische Verfahren Schritt für Schritt die Kontrolle über die Natur.

Wir waren nie Darwinisten

Die Evolutionstheorie besagt nicht, dass wir vom Affen abstammen; es ist etwas komplizierter

Mit dem Hype im Darwin-Jahr 2009 entstand eine eigenartige neue Spezies: Darwinisten, die sich nicht für Biologie interessieren.

Von Thomas Junker | Richard-Dawkins-Foundation

Die eher harmlose Variante kommt erst gar nicht auf die Idee, dass die Evolution im Allgemeinen und speziell die evolutionäre Entstehung der Menschen irgendeine Bedeutung für unser Leben haben könnte. Am anderen Ende des Spektrums gibt es die regelrechten Biologiehasser: Sobald in einer Diskussion mögliche biologische Grundlagen menschlichen Verhaltens angesprochen werden, greifen sie reflexhaft zur Biologismus-Keule. Und dies, bevor überhaupt geklärt ist, ob es eine biologische Erklärung geben könnte und wie weit sie trägt.

Wer dies nicht glaubt, der mache ein einfaches Experiment: Fragen Sie Bekannte in ihrem Umfeld, an der Uni, in den Medien, ob die Erkenntnis, dass die Menschen in der Evolution entstanden sind, eine praktische Bedeutung hat. Ob sie beispielsweise etwas zur Klärung aktueller gesellschaftspolitischer Fragen – der Ehe für Alle, der Geschlechterthematik oder der Migrationsfrage usw. – beiträgt und beitragen sollte. Es würde mich nicht wundern, wenn Sie überwiegend auf Unverständnis und Ablehnung stoßen.

Kürzlich fiel mir das neue Buch von Andreas Altmann, „Gebrauchsanweisung für das Leben,“ in die Hände. Es liefert eine schöne Illustration für die oben genannte eher harmlose Variante. Gleich zu Beginn seines Vorwortes lässt Altmann keinen Zweifel an seiner Weltanschauung aufkommen: „Ich bin Darwinist, impertinent von seiner Idee der Evolution überzeugt. Dass der liebe Gott dahintersteckt, halte ich für eine Zumutung.“ Im Weiteren erfahren wir, dass es im Buch um Altmanns Suche nach dem Sinn des Lebens, nach einem Sinn für sein eigenes Lebens, geht. Bei C. G. Jung habe er schließlich eine Antwort gefunden, die zugleich „wunderbar irdisch und intelligent“ anmute. In Altmanns Worten: „Sinn macht, wenn ein Mensch das wird, was in ihm angelegt ist.“ Wenn er „wird, was er sein will. Nein: sein soll.“

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Merkel und die Flüchtlinge: Gegen das Gesetz, aber richtig „im Geist der Solidarität“?

Die sogenannte „Durchwink-Politik“, die im Herbst 2015 bis zur Schließung der Balkan-Route mit Migranten und Flüchtlingen praktiziert wurde, ist nicht gleichzusetzen mit der Erteilung von Visa. Die Dublin-III-Verordnung blieb geltender rechtlicher Maßstab. Die Einreise in Länder außerhalb des für die Aufnahme zuständigen Landes, wo die Flüchtlingen und Migranten zum ersten Mal EU-Boden betreten, war „illegal“.

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Es sei „nicht ausschlaggebend, dass das Überschreiten der Grenze in einer Situation erfolgt, die durch die Ankunft einer außergewöhnlich hohen Zahl internationalen Schutz begehrender Drittstaatsangehöriger gekennzeichnet ist“.

Dies ist knapp gefasst der Kern des Urteils des EuGH, das gestern veröffentlicht wurde (Kurzfassung Pressemitteilung hier, Langfassung hier.

Es gab zum Punkt 92, wo festgestellt wird, dass auch bei einem geduldeten Überschreiten der Grenzen, dies laut Dublin-III „illegal bleibt, noch einen weiteren Punkt, der in den Diskussionen aufgenommen wurde: der Punkt 100. Dort stellt das Gericht fest:

Viertens kann, unabhängig vom Erlass solcher Maßnahmen, die Aufnahme einer außergewöhnlich hohen Zahl internationalen Schutz begehrender Drittstaatsangehöriger durch einen Mitgliedstaat auch dadurch erleichtert werden, dass andere Mitgliedstaaten, einseitig oder in Abstimmung mit dem betreffenden Mitgliedstaat, im Geist der Solidarität (Herv. d.A.), der im Einklang mit Art. 80 AEUV der Dublin-III-Verordnung zugrunde liegt, von der in Art. 17 Abs. 1 dieser Verordnung vorgesehenen Befugnis Gebrauch machen, zu beschließen, bei ihnen gestellte Anträge auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn sie nach den in der Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig sind.

EuGH-Urteil, vom 26.7.2017

Die Reaktionen auf das Urteil gestern und heute rankten sich an genau diesen beiden Polen. Der eine heißt: Bundeskanzlerin Merkel handelte mit dem seinerzeitigen Erlass, die Migranten und Flüchtlinge nach Deutschland durchreisen zu lassen, illegal – gegen die Dublin-III-Verordnung. Der andere Pol sieht in der oben herausgehobenen Formulierung „im Geist der Solidarität“ eine Legitimierung der Merkelschen Politik der geduldeten Durchreisen durch den EuGH, der mit der „Eintrittsklausel“ im EU-Flüchtlingsrecht argumentiert.

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Türkei umwirbt trotz neuer Attacken deutsche Unternehmen

foto: apa / afp / ozan kose Solidaritätsbekundungen für die Journalisten von „Cumhuriyet“ vor dem Justizpalast in Istanbul. Die Anhörungen sollen heute enden.
Regierungschef Yildirim versucht zu beruhigen, EU-Hilfsprogramme stehen aber weitgehend still

Von Markus Bernath | derStandard.at

Die einen sind Spitzel, die anderen nützliche Investoren, und beide kommen aus Deutschland, dem wichtigsten Handelspartner der Türkei. Regierungschef Binali Yildirim lud am Donnerstag deutsche Unternehmer in seinen Amtssitz. Es sei wichtig für die Türkei, dass die deutschen Wirtschaftsvertreter nicht von den politischen Spannungen betroffen würden, sagte Yildirim.

Am Vortag hatte Staats- und Parteichef Tayyip Erdogan in einer Rede vor seiner Parlamentsfraktion nun auch der deutschen Regierung Spionage in der Türkei vorgeworfen. „Deine Agenten kommen und tummeln sich ier in Hotels und zerteilen mein Land“, erklärte Erdogan. Zuvor hatte Erdogan verhaftete deutsche Staatsbürger vorverurteilend als „Terroristen“ und „Spione“ bezeichnet, ohne die deutsche Regierung selbst zu bezichtigen.

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Apostel Voderholzer: ‚So denke ich über die Austrittszahlen‘

„Statt ständig an den Strukturen, auch und gerade den sakramentalen Strukturen der Kirche herumzumäkeln, statt die Botschaft des Evangeliums zu verdünnen und statt eine Light-Version von Jesus zu verkünden, ist Evangelisierung angesagt.“

kath.net

Der zukunftsweisende Weg der Kirche könne nicht darin bestehen, ständig an den Strukturen, auch und gerade den sakramentalen Strukturen der Kirche „herumzumäkeln, die Botschaft des Evangeliums zu verdünnen und eine Light-Version von Jesus zu verkünden“. Dass das nicht helfe, widerlegten die noch zahlreicher austretenden evangelischen Christen, die eine Gemeinschaft verlassen, die fast alle Anpassungsforderungen erfüllt habe. Darauf wies der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer angesichts der jüngst bekannt gewordenen Kirchenaustrittszahlen hin. Diese Zahlen verdeutlichten eine seit Jahren fortschreitende Säkularisierung und Verweltlichung, einen Schwund an Kirchenbindung und letztlich einen Rückgang an Glaubenssubstanz, eine Verflüchtigung des Gottesbewusstseins.

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Schwuler Imam leitet Freitagsgebet in liberaler Berliner Moschee

Ludovic Mohamed Zahed, Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA 4.0 – Robertopsa
Die Berliner Ibn-Rushd-Goethe-Moschee sorgt seit ihrer Eröffnung im Juni für Gesprächsstoff – jetzt predigt am Freitag dort ein Imam, der sich selbst als schwul und feministisch sieht. Die Moschee steht für einen säkularen liberalen Islam.

evangelisch.de

Der offen homosexuell lebende französische Imam Ludovic-Mohamed Zahed wird das kommende Freitagsgebet der Berliner Ibn-Rushd-Goethe-Moschee leiten. In seiner Predigt werde sich der muslimische Geistliche mit dem Thema Homosexualität und Islam beschäftigen, kündigte das Berliner schwule Anti-Gewalt-Projekt Maneo am Donnerstag an.

Ludovic-Mohamed Zahed bezeichnet sich den Angaben zufolge selbst als französischer Muslim, der schwul und feministisch ist. Er wolle nicht mehr, „dass die Leute in meinem Land denken, dass dies eine unmögliche Kombination ist und dass diese verschiedenen Aspekte meiner Identität unvereinbar sind“.

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Anwalt von Islamist Sven Lau legt Revision ein

Bild: SAT1.NRW
Der Anwalt von Islamistenführer Sven Lau hat gegen dessen Verurteilung Revision eingelegt. Dies teilte Verteidiger Mutlu Günal der Deutschen Presse-Agentur mit.

Frankfurter Rundschau

Das Düsseldorfer Oberlandesgericht konnte das noch nicht bestätigen. Über die Revision muss der Bundesgerichtshof entscheiden. Lau gehört zu den bekanntesten Islamisten in Deutschland. Er war gestern als Terrorhelfer zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht sprach den 36-Jährigen der Unterstützung einer ausländischen Terror-Vereinigung schuldig.

First Human Embryos Edited in U.S.

Shoukhrat Mitalipov is the first U.S.-based scientist known to have edited the DNA of human embryos. OHSU/KRISTYNA WENTZ-GRAFF
Researchers have demonstrated they can efficiently improve the DNA of human embryos.

By Steve Connor | MIT Technology Review

The first known attempt at creating genetically modified human embryos in the United States has been carried out by a team of researchers in Portland, Oregon, MIT Technology Review has learned.

The effort, led by Shoukhrat Mitalipov of Oregon Health and Science University, involved changing the DNA of a large number of one-cell embryos with the gene-editing technique CRISPR, according to people familiar with the scientific results.

Until now, American scientists have watched with a combination of awe, envy, and some alarm as scientists elsewhere were first to explore the controversial practice. To date, three previous reports of editing human embryos were all published by scientists in China.

Now Mitalipov is believed to have broken new ground both in the number of embryos experimented upon and by demonstrating that it is possible to safely and efficiently correct defective genes that cause inherited diseases.

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